31.10.2010
Möltenorter SK und Hanauer BC sind Vereine des Jahres
Die Entscheidung war wahrlich keine einfache, denn zur Aktion "Verein des Jahres" gab es eine Fülle von ausgezeichneten Bewerbungen, über die das Gremium aus hanseboot (dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Bernd Aufderheide), Deutschen Segler-Verband (Präsident Rolf Bähr), Deutschen Motoryachtverband (Präsident Winfried Röcker), Deutschen Boot- und Schiffbauerverband (Präsident Torsten Conradi) und Segler-Zeitung (Chefredakteur Hermann Hell) zu entscheiden hatte. Doch am Ende kristallisierten sich jeweils ein Segler- und ein Motorsport-Verein heraus, die mit ihrer vorbildlichen Nachwuchsarbeit die Jury überzeugten und am ersten hanseboot-Sonntag auf die Bühne durften. Es war für die Klubs nicht nur Gelegenheit, sich und ihre Arbeit noch einmal selbst zu präsentieren, sie wurden für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit auch mit einem Opti bzw. einem kleinen Schlauchboot ausgestattet.
Möltenorter SK
Bei den Segelklubs beeindruckte die Möltenorter Seglerkameradschaft (MSK) mit einer Fülle an Aktionen, mit denen sie innerhalb eines Jahres ihre Vereinsjugend für den Segelsport begeistern und neue Jugendliche an das Wasser locken. Das Konzept fußt dabei auf verschiedenen Säulen: Ausbildung, Kameradschaft, viel Spaß und Regatta-Teilnahme bzw. -Organisation. Dabei beweist die MSK, dass ein Segelverein nicht nur im Sommer existiert, sondern auch im Winter voller Leben steckt. Die Ausbildung für die Segelscheine SPOSS, SBF-See und SKS gehört wie in vielen Vereinen zum Standard in der kalten Jahreszeit, doch die Möltenorter bieten auch ihren Jüngsten im Winter ein außergewöhnliches Angebot. Nämlich genau dann, wenn eigentlich niemand an Wassersport denkt, geht die MSK zum Kentern in die Schwimmhalle oder zur Segelfreizeit an die Schlei. Zwar steht in den drei Tagen von Borgwedel nicht die eigene Wasserarbeit auf dem Plan, aber doch ein interessantes Programm. So wurde das Thema "Wikinker in der Karibik" aufgearbeitet oder die DGzRS besucht - ein Törn mit dem Seenotrettungsboot inklusive.
Im Sommer herrscht dann täglich viel Betrieb in der Heikendorfer Bucht der Kieler Förde. Denn drei Opti- und zwei Jollengruppen sowie ein Kutterteam werden betreut, dazu die praktische Ausbildung für die Segelscheine angeboten. Zwar nicht mehr ganz der Jugend angehörend, aber dennoch in der Ausbildung sind die bis zu 60-Jährigen, die sich auf dem 36-Fuß-Vereinsschiff für ein Skippertraining schulen lassen oder in der Erwachsenen-Jollengruppe den Einstieg in den Segelsport wagen.
Fast schon ein Klassiker ist das Sommer-Segelcamp für die Optikinder. Spiel und Spaß an Land und auf dem Wasser, der Kontakt zu anderen Vereinen, aber natürlich auch intensives Training bestimmen in lockerer Atmosphäre am Plöner See den Tagesablauf. Das stärkt nicht nur den Umgang mit dem Sportgerät, sondern auch die Kameradschaft innerhalb der Gruppe. Dafür ist auch der vereinseigene Jugendwanderkutter "Mim" bestens geeignet, mit dem die MSK-Jugend auch an den Kieler-Woche-Regatten teilnimmt. Die Teilnahme an den Kreisjugendmeisterschaften, die der Verein an der Kieler Förde sogar alle zwei Jahre selbst ausrichtet, runden die gemeinsame Regatta-Aktivität ab.
Die Förderer des Nachwuchssegelns Bauhaus Nautik (Jörn Degenhardt), Dimension Polyant (Robert Kühnen), Musto/Harken (Peter Frisch), Immac Academie (Reimar Papenfuss) und Far East (Christiane Boysen-Honsel) sowie die hanseboot (Heike Schlimbach) und Segler-Zeitung (Hermann Hell) übergaben das Schlauboot an die Sieger.
Hanauer Boots-Club
Entgegen der demographischen Entwicklung in vielen anderen Vereinen hat der Hanauer Boots-Club seine Altersstruktur im Griff. Eine erfolgreiche und intensive Jugendarbeit in den letzten sieben Jahren hat dies möglich gemacht. Laut Statistik des Landesportbundes Hessen verfügt der Hanauer Boots-Club über die beste Altersstruktur aller hessischen Vereine. Durch ein attraktives Angebot für die Jugendlichen ist es dem Hanauer Boots-Club gelungen, auch die Eltern der Kinder als Mitglieder und aktiven Bestandteil des Vereins gewinnen zu können. Sportlich gehört der Hanauer Boots-Club zu den festen Größen im deutschen Wassersport.
Sportlich gilt die Jugendgruppe des Hanauer Boots-Clubs fast schon als Rückgrat der hessischen Jugendmannschaft im Schlauchbootfahren. Kaum ein anderer Verein in Deutschland hatte bisher so viele Meister und Vizemeister aus seinen Reihen. Allein bei der Hanauer Stadtmeisterschaft im Jugend-Schlauchbootslalom stellte die Jugendgruppe des HBC in diesem Jahr 17 der 36 Teilnehmer. Fast schon keine Frage mehr, dass viele der HBC-Kids auf den obersten Stufen des Siegerpodestes am Ende der Meisterschaft standen. Beim nächstwichtigen Event, der Hessenmeisterschaft im Schlauchbootslalom, waren die Jugendlichen des Hanauer Boots-Club nicht weniger erfolgreich.
Von einem nahe dem Parcours ankernden Motorboot beobachtet eine Jury bei den Meisterschaften die Fahrten. In insgesamt sechs Klassen wird ein durch Bojen markierter Kurs beim Schlauchbootslalom durchfahren. In den niedrigen Klassen 1-3 begleitet ein Erwachsener im Bug des Bootes, die so genannte"Kielmaus", die Fahrer. Dieser kann im Notfall helfend eingreifen. Ab Klasse 4 wird zusätzlich auch ein "Mann-über-Bord-Manöver" gefahren, und der verwendete Motor hat 15 statt vorher 6 PS. Sieger ist der schnellste Fahrer, der ohne Berührungen der Bojen - das gibt Strafpunkte - den Parcours absolviert.
Die guten Platzierungen der Hanauer Fahrer bei der Hessischen Meisterschaft sorgten nicht nur für den Sonderpreis der meisten Teilnehmer aus einem Verein - 14 der 76 Teilnehmer fuhren unter dem Vereinsstander des Hanauer Boots-Club -, sondern auch für den Mannschaftspreis der Hessenmeisterschaft. Fünf der Hanauer qualifizierten sich für die deutsche Meisterschaft in Duisburg und schnitten mit sehr guten Ergebnissen ab. Deutscher Vizemeister in der Klasse M3 wurde in Duisburg Steven Reh vom HBC, der zusammen mit der Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften der Schlauchboote im englischen Liverpool nicht nur den Mannschafts-WM-Titel holte, sondern in der Einzelwertung Vizeweltmeister 2010 wurde.
Ein Baustein für den sportlichen Erfolg der Hanauer ist Edgar Rinke, der 1. Vorsitzende des Hanauer Boots-Clubs. Als Landesjugendleiter des Hessischen Landesverbandes für Motorsport liegen Rinke die Erfolge seiner Jugendlichen und der aus den anderen Hessischen Vereinen besonders am Herzen. www.hanseboot.de
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