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Aktuelle Segelnachrichten 2014
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03.10.2014
VORBERICHT
ANDREAS RYLL / freier Journalist und Autor
Eine faszinierende Reise im Mittelmeer
Auf der Suche der kleinen und unsichtbaren Bedrohung für die Meere: Mikroplastik
Die Forschungsinstitution “La Stazione Zoologica – Anton Dohrn” in Neapel präsentiert
die italienische Etappe der wissenschaftlichen Expedition “Tara Mediterranée” des
französischen Forschungs-Schiffes “Tara”
Am 19. April 2014 lief das Forschungs-Schiff “Tara” aus dem bretonischen Hafen Lorient
mit Kurs auf das Mittelmeer aus. Nach einer siebenmonatigen Reise, mit 22 Etappen in 11
Nationen, über 8.600 Seemeilen (zirka 16.000 Kilometer) im Mittelmeer, wird den Schoner
„Tara“, vom 09. bis 13. Oktober 2014 im Hafen der süditalienischen Metropole Neapel
einlaufen. Der Grund für das Anlegen, ist eine internationale wissenschaftliche Konferenz,
während der italienischen Etappe der Expedition “Tara Mediterranée”, organisiert von der
Forschungsinstitution “La Stazione Zoologica – Anton Dohrn” im Rahmen des UNESCO Weltforums der Kulturen.
Fünf Tage lange wird das Segelschiff und die Expedition “Tara Méditerranée”, zu Gast im
Hafen von Neapel sein. Während der Expedition sammelte diese Expedition zur
Erforschung der globalen Plankton-Ökosysteme, Tausende von Proben, um die Präsenz
von Mikroplastik im Mittelmeer quantifizieren zu können und die daraus resultierenden
Auswirkungen auf die Umwelt, Biodiversität und die menschliche Gesundheit zu
analysieren.
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Forschungsschiff sucht Mikroplastik

Forschungsgerät

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Zahlreiche Wissenschaftler der Zoologischen Forschungsinstitution ““La
Stazione Zoologica – Anton Dohrn” Neapel beteiligten sich an dieser bislang
umfassendsten Bestandsaufnahme und Analyse des marinen Planktons, von dem die
Nahrungsketten im Meer, das globale Klima und die geochemischen Stoffkreisläufe auf
unserem Planeten abhängen.
“La Stazione Zoologica – Anton Dohrn” oder auch Zoologische Station Anton Dohrn in
Neapel ist eine biologische Forschungsinstitution, die 1872 vom deutschen
Wissenschaftler und Zoologen Anton Dohrn gegründet wurde und sie zählt zu den ältesten
durchgehend bestehenden biowissenschaftlichen Forschungseinrichtungen der Welt.
Heute ist sie eine öffentliche Einrichtung und wird vom Italienischen Ministerium für
Bildung, Forschung und Universität kontrolliert. Die Forschungsaktivitäten in der
Zoologischen Station Neapel sind grundlagenorientiert und interdisziplinär ausgerichtet
und betreffen schwerpunktmäßig vor allem Fragestellungen aus den Bereichen
Meeresbiologie, Zoophysiologie und Evolutionsbiologie, Zell- und Entwicklungsbiologie
sowie Ökologie.
Zum Anlass der Etappe der Expedition “Tara Méditerranée” in Neapel fördert die
Zoologische Station Anton Dohrn, ein volles Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen,
Diskussionsrunden und Treffen zwischen Forschern, den Besatzungsmitgliedern der
“Tara” und Studenten, Schülern, Besuchern und Öffentlichen Einrichtungen.
Die beiden Tara-Expeditionen werden im Mittelpunkt der Konferenz und des Meetings in
Neapel stehen. Einerseits, die Erforschungsreise “Tara Oceans”, die 2012 abgeschlossen
wurde und sich mit den Auswirkungen der globalen Erderwärmung auf die Artenvielfalt in
den Weltmeeren beschäftigte, und andererseits, die aktuelle “Tara Méditerranée”, die
noch nicht abgeschlossen ist. Aktiver Bestandteil beider Forschungsexpedtionen sind
zahlreiche Wissenschaftler der Zoologischen Station Anton Dohrn, wie Daniele
Iudicone, Koordinator für Ozeanografie in der “Tara Oceans” Expedition. Seine Aufgabe ist
es, die Rolle der Meeresströmungen bei der Bestimmung der planktonischen Vielfalt zu
identifizieren. Maria Grazia Mazzocchi, verantwortlich für die Analyse von Zooplankton
während der Expedition “Tara Méditerranée”. Ihre Aufgabe ist es, Zooplankton zu
untersuchen, das mit mikroskopisch kleine Plastikpartikel in Kontakt geraten ist. Gabriele
Procaccini, Wissenschafter für molekularen Vielfalt der Meeresorganismen und
Expeditionsleiter einer Etappe der “Tara Oceans” und Adriana Zingone, verantwortlich für
die morphologische Analyse von Phytoplankton in der “Tara Oceans” Expedition. Ihre
Aufgabe ist es, mikroskopisch die biologische Vielfalt des während der Forschungsstudien
gesammelten Phytoplanktons zu untersuchen.
TARA – Die Expeditionen zur Erforschung mikroskopischer mariner Ökosysteme
“Tara Méditerranée” (Mai bis November 2014)
Zwei Verantwortliche in dieser Expedition sind Gaby Gorsky und Romain Troublé. Gorsky
ist Direktor des Observatoriums für Ozeanologie in Villefranche sur Mer – Frankreich. Von
2009 bis 2012 war er wissenschaftlicher Koordinator der Expedition “Tara Oceans” und
aktuell ist er wissenschaftlicher Leiter der Expedition “Tara Méditerrannée”. Romain
Troublé ist ein bekannter Segler und nahm unter anderem in den Jahren 2000 und 2003
am America's Cup teil. Mit einem Uni-Doppelabschluss in Biotechnologie und
Unternehmensmanagement ausgestattet, arbeitete er von 2003 bis 2006 zusammen mit
Bernard Buigues für Cerpolex, ein Unternehmen spezialisiert in polarer Logistik in der
Arktis, Antarktis und in Sibirien. Seit 2004 koordiniert er die Tara Expeditionen und ist der
Generalsekretär des Tara Stiftungsfonds.
Eine Reise, die von April bis November 2014, über 8.600 Seemeilen (zirka 16.000
Kilometer) ging, um die Verbreitung von Kunststoff im Mittelmeer zu analysieren. Die
Fläche des Mittelmeers beträgt etwa 2,5 Millionen km² und sein Volumen 4,3 Millionen
km³. Es verfügt 7% bis 8% der Biodiversität aller Ozeane und Meere und macht nur
0,8 % der gesamten Wasseroberfläche auf dem Planeten aus, aber 30% des Welthandels
wird über das Mittelmeer abgewickelt. Allerdings muss es jährlich 800.000 Tonnen Nitrate,
zum Beispiel aus Düngemitteln und 60.000 Tonnen Phosphate, die meist aus
Waschmitteln stammen, verkraften. Zusammen mit den jährlich 2 Millionen Tonnen Öl und
weiteren Schadstoffen macht dies das Mittelmeer zum am stärksten belasteten Meer.
Diese Expedition ist von grundlegender Bedeutung, da sich Mikroplastik in alle
Lebensformen, die das Mittelmeer bewohnen, einnistet, einschliesslich im Mikroplankton,
wo die "Kohabitation" auch in millimetergrosse Organismen passiert. Es dauert 200 bis
300 Jahre bis Kunststoff abgebaut wird, und das bedeutet eine gefährliche Bedrohung für
das gesamte Ökosystem und der Eintritt in die natürliche Nahrungskette. Dieser "Input",
deren Langzeitfolgen noch nicht bekannt sind, beeinflusst aber sicherlich Chemie und
Meeresbiologie. Eine Verunreinigung mit Miniatur-Fragmente von 0,3 bis 50 mm, ist wie
eine ökologische Zeitbombe, die die Umwelt zersplittert und daher für das menschliche
Auge unsichtbar ist. Die ersten Ergebnisse der gesammelten Proben in den ersten
Monaten dieser Mittelmeer-Expedition haben bereits klar ergeben, dass viel mehr Plastik
im Mittelmeer ist, als wir sehen oder sogar vermuten können. Man spricht von mindestens
250 Milliarden Mikrofragmenten. Die Nationen Albanien, Griechenland, Libanon, Malta,
Tunesien, Algerien, Frankreich, Italien, Spanien, Marokko und Portugal sind an dem
Projekt beteiligt. Der Abschluss dieser Expedition wird im November dieses Jahres im
bretonischen Hafen Lorient sein, von dort aus startete auch diese Expedition.
“Tara Oceans” (2009-2012)
Die Expedition“Tara Oceans” war eine außergewöhnliche wissenschaftliche Forschung mit
dem Ziel, die biologische Vielfalt der Meere besser verstehen zu können. Das Team
segelte über alle Weltmeere und konnte somit die größte "Sammlung" von DNA und RNA
(Abkürzung für Ribonukleinsäure und wichtige Substanz für die Umsetzung der
Erbinformation) von Plankton in der Welt ermöglichen. In der Tat, wurden im Laufe dieser
Expedition, insgesamt 30.000 biologische und standardisierte Proben mit hoher Qualität
für die Genetik (DNA/RNA), in 153 Stationen in drei verschiedenen Meerestiefen,
entnommen und 13.000 Umweltschutzmaßnahmen vor Ort getroffen.
Eine riesige Datenbank der marinen Biodiversität, an deren Zusammenstellung und
Bearbeitung auch Wissenschaftler der Zoologischen Station Anton Dohrn in Neapel
beteiligt waren, ist entstanden. Diese multidisziplinäre Expedition hat 70 verschiedenen
Ländern und Kulturen über Workshops und wissenschaftliche Einrichtungen in den fünf
Kontinenten einbezogen.
Zu den Ergebnissen der Expedition “Tara Oceans” zählen: eine neue weltweite Datenbank
mit Mikrorganismen und an Bord gesammelten Informationen, um eine bessere
Abgrenzung der globalen Regulierung des Erdklimas zu erzielen. Erkenntnisse über
Genome - Erbgut eines Lebewesens oder eines Virus - und eine beispiellose Vielfalt von
Inhalten in planktonischen Genen, vor allem auf der Ebene der Phytoplankton. Und die
Erkenntnisse einer großen Dynamik in der Korallenbevölkerungen und die Entdeckung
von zehn neuen Arten, insbesondere in den Gambierinseln im Südpazifik.
Anmerkungen:
Die Zoologische Station Anton Dohrn Neapel, in Zusammenarbeit mit dem französischen
Kulturinstitut Grenoble, veranstaltet bis zum 31. Oktober 2014, eine Reihe von verschiedenen
Informationsveranstaltungen, darunter die Erstaufführung des Films, der für diesen Anlass
realisiert und von der Zoologischen Station Anton Dohrn produziert wird. Die Konferenz über die
Zukunft der Forschung und die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit findet am Freitag
dem 10. Oktober 2014 in der Zoologischen Station Neapel statt. An dieser Konferenz werden
zahlreiche internationale Wissenschaftler und Vertreter der Istitutionen teilnehmen. Am späten
Nachmittag des 10. Oktobers werden die Wissenschaftler und Besatzungsmitglieder des
Segelschiffes “Tara” im französischen Kulturinstitut Grenoble in Neapel, Rede und Antwort stehen.
Und am Samstag 11. Oktober, wird die “Tara” im Golf von Neapel unterwegs sein. Einzelheiten
über das gesamte Programm auf der Website der Zoologischen Station Neapel “Anton Dohrn”
unter www.szn.it oder unter www.oceans.taraexpeditions.org
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