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(Hamburg, 30.10.2009)
hanseboot 2009: Bootsbaugeschichte zum Anfassen
50. Internationale Bootsausstellung Hamburg
noch bis zum 1. November 2009 auf dem Gelände
der Hamburg Messe und auf der In-Water hanseboot an der Elbe
In ihrem Jubiläumsjahr präsentiert die 50. hanseboot
noch bis zum 1. November nicht nur moderne Segelyachten und schnelle
Motorboote, sondern auch Bootsbaugeschichte zum Anfassen. Anlässlich des
100-Jahre-Jubiläums der J-Jolle zeigt der Freundeskreis klassischer Yachten
(FKY) vier dieser schönen Klassiker aus edlem Holz auf der Hamburger
Bootsausstellung im Erdgeschoss der Halle B4. Das Besondere: Die legendären
Rennjollen werden in unterschiedlichen Zuständen gezeigt – von einem
„namenlosen“ Restaurierungsobjekt in seiner ersten Phase bis hin zur J 127
„Woge“, einem wunderschön wiederhergestellten Boot. Gerade durch den
direkten Vergleich wird die hohe Bootsbaukunst früherer Jahre deutlich und
auch, was anspruchsvolle Restaurierungsarbeiten möglich machen. Die
gezeigten J-Jollen wurden zwischen 1921 und 1949 gebaut.
Bei ihrer Geburtsstunde 1909 wurden die Boote noch als „nationale Jolle“
bezeichnet. Von der einst weit verbreiteten Bootsklasse sind heute nur noch
Wenige erhalten. Für die Jollenklasse, in der sich namhafte Konstrukteure
und nicht minder bekannte Segler tummelten, galten einfache Regeln: Länge
plus Breite: 7,8 Meter, Mindestbreite: 1,7 Meter. Die Drei-Mann-Jolle ist
ein anspruchsvolles Mannschaftsboot, an dem bis heute herumexperimentiert
wird, da es nur wenige strenge Bauvorschriften gibt. Und sie ist immer noch
schnell unterwegs, wie die Vermessung für Yardstick-Regatten mit dem Wert
100 deutlich macht.
Grund genug, im 100. Jahr ihres Bestehens auf der hanseboot einen Preis an
die Bootsklasse zu verleihen. Am Mittwoch, 28. Oktober, wird der Eigner
einer der Jollen für die vorbildliche Erhaltung des Klassikers in Halle B4
mit der Plakette „Segeln, Lieben, Bewahren“ ausgezeichnet. Den Preis
übergibt am Abend der Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbands
Torsten Conradi.
2009 ist ein Jahr der Jubiläen und runden Geburtstage auf der Hamburger
Bootsausstellung: 100 Jahre J-Jolle, 50 Mal hanseboot, 60. Geburtstag der
5.5er Klasse. Und auch Letzterer wird im Erdgeschoss der Halle B4
zelebriert. Dort präsentiert sich die Klassenvereinigung des 9,50 Meter
langen Kielbootes, das wegen seiner Formensprache Assoziationen an die
legendären Zwölfer weckt, die Klassiker des America’s Cup. Die 5.5er, die es
einst als hölzerner Klassiker mit langem Kiel sogar zu einem Olympiaboot
gebracht haben, werden bis heute von einer aktiven Klassenvereinigung
vertreten. Weltweit gibt es etwa 300 Boote, die die Bandbreite von
klassischen Langkielern bis hin zum Hightech-Boot mit modernem
Unterwasserschiff widerspiegeln. hanseboot-Besucher können drei dieser
Rennyachten aus unterschiedlichen Epochen besichtigen und so den technischen
Fortschritt der Konstruktion verfolgen. Die Klassenvereinigung zeigt in
Hamburg drei Entwicklungsstufen, in die sie die 5.5er eingeteilt hat: die
als „Vintage“ bezeichneten Klassiker mit den Baujahren 1949 bis 1969, die
„Evolution“ gebaut von 1970 bis 1990 und die „Modern“, die seit 1990
konstruiert und gebaut werden. Der älteste auf der hanseboot gezeigte 5.5er
ist 50 Jahre alt und immer noch gut erhalten.
Klassische Boote und Yachten erleben zurzeit eine Renaissance. So ist es
kein Wunder, dass auf der hanseboot auch so genannte Retroklassiker, wie die
Motorboote der Kiel-Classic-Line präsentiert werden. Zudem gibt es weitere
echte Klassiker zu bewundern. Ein Beispiel: der 23 Meter lange, aufwendig
restaurierte Schoner „Mistral“, Baujahr 1938. Das Segelschiff mit zwei
Masten liegt im In-Water hanseboot-Hafen in der HafenCity und steht zum
Verkauf.
Dagegen ist das neun Meter lange Dampfschiff „Pluto“ auf dem Sonderstand des
Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes im Erdgeschoss der Halle B2 ein
Neubau, der nach Plänen aus der Zeit um 1900 realisiert wurde. Original am
Boot ist allerdings die weit über 100 Jahre alte Dampfmaschine.
Zum 50. Jubiläum der Internationalen Bootsausstellung Hamburg präsentieren
rund 700 Aussteller aus 30 Nationen an die 1.000 Boote und Yachten –
darunter zahlreiche Premieren – sowie internationale Neuentwicklungen bei
Ausrüstung und Zubehör. Die hanseboot 2009 vom 24. Oktober bis zum 1.
November ist an den beiden Wochenenden (jeweils Samstag und Sonntag) von 10
bis 18 Uhr und von Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr auf dem Gelände der
Hamburg Messe sowie auf der In-Water hanseboot im City Sporthafen am
Baumwall und im Traditionsschiffhafen in der HafenCity geöffnet. Weitere
Informationen unter www.hanseboot.de
Redaktion: Saskia Ostermeier, Tel.: 040 3569 2445, Fax: 040 3569 2449;
E-Mail:
saskia.ostermeier@hamburg-messe.de
Pressetexte und -fotos sowie Hallenpläne zum Download unter
www.hanseboot.de.
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