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Ein Beinahe-Katastrophen-Törn - Novigrad - Rhodos
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Freitag 08.05.

0845 Uhr: Schiff im Wasser. Wasserprobe ALLES DICHT. Nur von Badeleiterschrauben einige Tropfen. Schiff gewaschen und Wasser gebunkert.

1100 Uhr: Motor an, Leinen los Richtung Kap Sunion, nach Sicht.

1530 Uhr: Anker fallen, Motor aus, Kap Sunion zu Füßen des Tempels.

Samstag 09.05.

DWD 6 SW abnehmend, gute Sicht ( Internet )

0900 Uhr: Motor an, Anker auf NE 6, See 4

0915 Uhr: Motor aus, Genua 2/3 ausgerollt, grobe See. Alles Dicht, Luken sowie Bilge fast trocken

( Hannes als Bilgenfetischist keine Verwendung mehr.)

1200 Uhr: Willi`s Mütze über Bord. Mütze über Bordmanöver bei 6 und See 4. Mit Enterhaken an Bord genommen.(Ohne verloren, da Platte. Bei Sonne massiven Sonnenbrand)

1315 Uhr: AK Kephaios Kytnos quer ab. Wind 7, See 5, aus N.

1500 Uhr: Syros voraus. Wind 8, See 5, aus N.

1600 Uhr: Motor an. Genua geborgen, Einfahrt in Hafen von Phoinikos auf Syros.

1645 Uhr: Motor aus. Leinen fest. Längsseits mit Spring`s.

Ormos Phoinikos sehr schön. Kleine Pier mit Wasser uns Strom. Beim Essen in Lokal direkt an Pier.

Sonntag 10.05.

NTUA: Weather Report Athen N 3, Böen bis 5, Sicht gut (Internet)

0840 Uhr: Motor an, Leinen los, Kurs Mykonos

0850 Uhr: Motor aus, Genua gesetzt, Kurs 70 Grad

1230 Uhr: Motor an, Genua geborgen, Anker fallen. Leinen fest in Mykonos

Regen, starker Schwell von Ausflugsdampfern, von Mykonos sehr enttäuscht.

Horst zum Trost Koteletten mit Salat gemacht.

Montag 11.05.

NTUA. Weather Report: 3 N, Böen bis 5, Sicht mittel (Internet)

0900 Uhr: Co Eigner und Restcrew fahren mit dem Dampfer nach Delos (Anlegeverbot)

1115 Uhr: Handyanruf: Haben den Dampfer versäumt, wir (Peter und ich) sollten sie doch gefälligst in Delos abholen.

1120 Uhr: Motor an, Anker auf, Leinen los

1215 Uhr: Herrschaften in Delos aufgenommen und Kurs Ios

1330 Uhr: Motor aus. Groß und Blister (100 qm)

50 Sm Traumsegeln, Wind 4 S, See 3, Sonne, Willi und Horst am Nachmittag vor lauter Glück 3 Fl. Rotwein getrunken

1920 Uhr: Motor an, Bl. + Gr. geborgen, Hafeneinfahrt IOS

2000 Uhr: Anker fallen, Motor aus. Horst beim Anlegen baden gegangen, ist angeblich wegen seiner Hose (Zwickel) = Rausch von Mole abgerutscht. Freund Willi gescheiter, da geschlafen. !!!!

Crew Saufabend bis 0230 Uhr.

Dienstag 12.05.

0900 Uhr: 1 Fender weg, IOS angesehen schöner Hafen, alte weiße Kirchen, starker Schwell, da Ausflugsdampfer und Fähren. Diesel getankt, Wasser gebunkert.

1100 Uhr Motor an und Anker auf , nach Sicht, Wind 2 N, See 1, Hafenausfahrt

1130 Uhr: Kurs 160 Grad, Richtung Santorin -Thira

1200 Uhr: Autopilot endgültig kaputt, Großsegelkausch genäht, am Auge ausgerissen.

1400 Uhr: Einfahrt in Krater kurz vor Santorin Wunderschön !!!!!!

1435 Uhr: Motor aus, Lange Bugleine an großer, verrosteten Mooringtonne, 2 Heckleinen, 2 Heckleinen über Kreuz, 2 Spring, sehr starker Schwell von Luxuslinern. An Mooringtonne hängen noch 2 Segler.

Franz und Willi mit Esel rauf nach Santorin, Rest mit Seilbahn. Peter mit 135 Kg meint, das könne er den Eseln nicht antun.

Beim Essen wurden wir ausgenommen wie Weihnachtsgänse. 6 Personen 500.- DM. Immer wieder der gleiche Fehler, es wird eine Platte für 6 Personen bestellt, anstatt daß jeder einzeln bestellt.

Skipper, (ich) hat beim runtergehen Horst sein Händi geliehen und ist langsam hinterhergezockelt. Auf einmal, ich war schon fast unten, ging mir das Händi ab. Die 300 Höhenmeter nochmals rauf bis zum Lokal, kein Händi.

Wieder runter, lautes Gelächter: Horst hatte es. REVAL und ALZHEIMER lassen grüßen

Mittwoch 13.05.

DWD Wind 5 N, Böen 6 (Internet)

0700 Uhr: Wasser gebunkert, Santorin der schönste Ort der Reise, unbedingt besuchen. Wenn kein Platz an Mooringtonne, dann vis a vis auf der Insel.(Bucht)

0730 Uhr: Motor an, Mooringleine los, (perfekte Seemannschaft), Peter bis auf 10 cm an Mooringtonne gefahren, Willi konnte so Palsteg lösen.

0745 Uhr: Motor aus, Groß + Genua

1340 Uhr: Genua weg, Blister rauf, Wind 4 NW, See 3; Kurs 70 Grad, Richtung Astipalaia

1630 Uhr: Motor an, Blister + Groß geborgen, Hafen Scala voraus, 60 sm wunder- schönes Segeln.

1700 Uhr: Anker fallen, Leinen fest, Motor aus.

2000 Uhr: mit Beiboot, dessen Ab - Motor natürlich erst gerichtet werden mußte, 2. Anker ausgebracht.

Abendessen Spaghetti Bolonese mit Salate, Horst wieder mal Spitze

Donnersteg 14.05

Über Handy in Rhodos bei Autohelm angerufen. Neuen Autopilot 4000 ST bestellt.

0830 Uhr: Motor an, Anker auf, Wind 5 NW, See 3, bewölkt, Richtung Tilos

1300 Uhr: Motor aus, Genua gesetzt, Wind 6, See 4, bewölkt. Kandilousa Stb quer ab.

1530 Uhr: Motor an, Genua weg, Einfahrt Hafen Leihadia auf Tilos.

1715 Uhr: Motor aus, längsseits Bb, Leinen fest an Fährpier, können dort liegen, keine Fähre.

Abendessen: Nürnberger Bratwürste 50 Stück, mit Sauerkraut.

Kleiner Ort, eine schöne Taverne, Post, ruhiger Liegeplatz

Freitag 15.05.

0900 Uhr: Motor an, Leinen los, kein Wind, keine See, sonnig

1000 Uhr: Kurs 78 Grad, Richtung Rhodos

1400 Uhr: Badepause 19 Grad, nicht alle ins Wasser (nur die eisersten)

1445 Uhr: nach Sicht, Einfahrt in Hafen Mandraki auf Rhodos

1530 Uhr: Anker fallen, Leinen fest, unter den 3 Windmühlen im Hafen Mandrtaki, Rhodos. Autohelm Mann hat schon gewartet und neuen Autopiloten eingebaut.

Samstag 16.05.

Diesel und Wasser gebunkert, Schiff gewaschen, Salon und Kojen geputzt,

Seesack gepackt und ab ins Hotel zum Duschen. Sonntag erst LTU Heimflug.

1900 Uhr: Schiffsübergabe an Freund Michi, der das Schiff zurückbringt.

FAZIT

Fast alle Schäden die auftraten, sind durch schlampige und unzuverlässige Arbeiten, der Schiffsbetreuungsfirma entstanden!!!

In 20 Tagen, 1180 sm, davon 297 sm gesegelt, 196 Stunden motort, teilweise bitterkalt und sehr naß.

Schiffs-Ausgaben inkl. Autopilot, inkl. Reparaturen und sonstigen Ausgaben, ohne Sprit und teilweise Wasser, sowie ohne Bordkasse, Kanalgebühren gebunkerte Speisen und Getränke, 3280.-- DM

Wundern Sie sich nicht, daß wir uns soviel vom Koch Horst, servieren ließen, aber auf die Dauer geht einem immer das selbe ( Griechischer Salat, Lamm mit Zaziki ) aufs Gemüt.

Ohne diese Supercrew, jeder ein Individualist und Spezialist in Sachen segeln, wäre dieser Törn tatsächlich zu einer Katastrophe geworden.

Herzlichen Dank dafür !!!!!

Skipper J. Z.

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