Törn 2000 - Lignano - Alonisos – Athen

auf SY Bella Renata - J.Zucker berichtet - www.jzucker.de - zur Übersicht

Dieses mal nahmen wir, das heißt,
Miteigner Willi, ( Gas, Wasser Sch.... )
Jan,( Wirt in Ismaning )
Manfred, ( vorzeitiger Rentner und Nichtstuer aus Burgadelzhausen )
Franz, (Sportartikel Vertrieb und extrem Radfahrer ) und
Hannes (Skipper und Bilgenfetischist )

uns die nördlichen Sporaden, genauer gesagt den Berg Athos vor.

In Alonisos wollten wir einige Tage verbringen, da unser Willi dort einen Bekannten hatte. Dieser sollte es uns auch durch seine Beziehungen ermöglichen, die " Eintrittskarte " auf Athos zu bekommen.

Es sollte aber, wie immer beim Segeln, anders kommen, als geplant.

Am 20. April abends gings mit dem Wohnmobil nach Lignano, Marina Capo Nord, wo unsere SY " Bella Renata " frisch poliert, neuem Antifauling, sowie einem neu eingebauten Hydraulischen Autopiloten ( unser alter Autohelm 4000 schaffte es nicht mehr, da wir von 9 to auf 12 to Gewicht zugelegt haben ) auf uns wartete.

Freitag 21.04.00

Am Freitag, nach dem Bunkern, um 1015 Uhr hieß es: Motor an und Leinen los.

Auf dem Weg nach Novigrad in Istrien machte ich um 1200 Uhr eine Einweisung mit allem drum und dran.
Da alle ziemlich erfahrene Segler sind, ging das schnell über die Bühne.

Kurz vor Novigrad sammelte ich die Pässe ein und machte alles zum Einklarieren fertig.
Crewlisten, Schiffspapiere und sonstiges.

Der erste Schreck: Mein Paß war vor 3 Tagen abgelaufen. Ich konnte mich in den Arsch beißen,
Meine Mitsegler habe ich bei der Törnbesprechung ausdrücklich auf gültige Pässe aufmerksam gemacht.

Hektik kam bei mir auf. Notfalls mußten wir die italienische Seite der Adria, Richtung Korfu entlang fahren, denn da bräuchte ich keinen Ausweis.
Was soll’s, probieren geht über studieren.

Beim Zollpier in Novigrad angekommen, ging ich mit den Papieren, in der Hosentasche einige Schachteln Zigaretten und Deutschmark, zum Zollhäuschen.
Ich dachte schon ans schlimmste, denn wir waren um diese Jahreszeit das einzige Schiff an der Pier.

Jetzt kam der Zollmann aus seinem Häuschen. " Bella Renata , Bella Renata, wieder hier ?
Hallo Hans, kommst du wieder nach Novigrad mit deinem Schiff ? Bleibst du wieder hier "?

Es war Joschin, mit dem ich oft Nächte lang im Tabasco, in Novigrad, beim Saufen war.

(Wer meine anderen Berichte gelesen hat, wird wissen, daß wir 3 Jahre lang unseren Liegeplatz in Novigrad hatten)

Das Einklarieren beim Zoll und beim Hafenmeister (Sorry, seit neuem hübsche Hafenmeisterin) ging dann problemlos über die Bühne. Mein Paß wurde zwar abgestempelt, aber nicht genau angesehen.

Da es erst 1645 Uhr war, entschlossen wir uns, bis Rovinje weiter zu fahren.

Um 1930 Uhr machten wir bei der Tankstelle in Rovinje fest. Normalerweise nicht zu empfehlen, da starker Schwell auf die Pier steht.
Die ersten 54 sm waren unter Motor erledigt.

Vergessen habe ich, daß es Nachmittags um 1500 Uhr, Seelachs auf Blattspinat mit Kartoffel- cratin mit Käse überbacken, von unserem Wirt aus Ismaning gab.
Es wurde natürlich schon von seiner Freundin in Ismaning vorbereitet und in der Kühlung auf dem Schiff gelagert.

Samstag 22.04.00

0700 Uhr: Motor an und Leinen los Richtung Silba.

0830 Uhr: 16 Stück Weißwürste mit Senf und aufgebackenen Brezen verdrückt !!
Leider nur mit Kaffee !!! (Todsünde)

Wetterbericht von Seewis (DWD): nichts los, das heißt motoren.

1600 Uhr: Durch Ilovik Kanal. Sonne pur aber doch frisch. Kein Wind.

1700 Uhr: Lasagne al Fonro mit Tomatensalat. Ebenfalls in Ismaning schon hergerichtet

1815 Uhr: Leinen fest vor Mooring im Osthafen von Silba.

Neu: Strom und Wasser sowie Hafenmeister, der mit dem Fahrrad kommt. 35.-- DM bezahlt.
Hafen neu hergerichtet, klares, sauberes Wasser.
72 sm motort.

Sonntag 23.4.00

Seewis DWD: Nur Sonne. 0345 Uhr Leinen los Richtung Hvar.

1300 Uhr: Sauerkraut mit Nürnberger Bratwürste.

Wenn das so weitergeht, kommen wir kugelrund nach hause.(Es waren am Ende 4 Kg)

Motor geht uns auf die Nerven. Delfine noch und nöcher . Vor uns, neben uns hinter uns.

2030 Uhr: Leinen fest. Stb an der Pier in Hvar. Obwohl Sonntag, wenig los. Die meisten Lokale geschlossen.

Montag 24.04.00

Seewis: Regen. 0910 Uhr: Motor an und Leinen los. 1030 Uhr: Gr/G gesetzt Wind 3-4 aus NW. Bedeckt. 1630 Uhr: Leinen fest in der Marina Korcula.

42 sm davon 20 sm gesegelt. Marina 60 .-- DM bezahlt.

Empfehlung zum Essen: " Seepferdchen " Kleines, altes Lokal. Essen sehr gut und relativ preiswert. Bei Ankunft Platz bestellen.

Dienstag 25.04.00

0630 Uhr: Leinen los Richtung Dubrovnik. 1000 Uhr: Franz ist sein Handy los. Beim ausziehen seiner Segeljacke ins Mare gefallen. Gott sei Dank eines weniger, das dudeln kann.

1100 Uhr: Skipper Hannes, also ich, Wette um ein Abendessen in Dubrovnik verloren. Mit Crew gewettet, daß die vermeintliche Insel Peljesac eine Insel ist. Stimmt aber nicht, ist mit dem Festland verbunden. 1400 Uhr: Leinen Fest und Motor aus im Hafen von Gruz-Dubrovnik, längsseits. 50 sm motort. Mittlerweile gibt es dort Wasser und Strom, das man beim sehr freundlichen Hafenmeister, (kommt von alleine) beantragen muß. 45.-- DM bezahlt.

1700 Uhr: Willi macht Beiboot klar und verliert dabei seine Brille, obwohl angebänselt.

 Schadenfreude kommt bei mir auf, denn er hat mich wegen der Wette beschissen. Der Hund hat vor der Wette in der Karte nachgesehen. Erste Tauchversuche im Hafenbecken von Gruz. Wasser 16,5 Grad. Willi gabs schnell wieder auf. Hafenmeister bestellt Taucher. War sofort zur Stelle. Nach kurzer Suche hatte er die Brille wieder. Kosten 100.-- DM, die Willi gerne bezahlte, denn er hatte keine Ersatzbrille dabei und konnte dadurch die Speisekarten nicht mehr lesen. Ansonsten brauchte er sie sowieso nicht. Anschließend gegenüber zur Tankstelle und zurück.

Abends Wette im Superlokal "Deno" (mittlerweile unser Stammlokal in Dubrovnik), mitten in Dubrovnik eingelöst. Meine Kosten: 5 Mann 320.-- DM.

Mittwoch 26.04.00

0300 Uhr: Leinen los Richtung Brindisi. 0900 Uhr: Erdbeeren mit Schlagsahne zum Frühstück. 1100 Uhr: Gr/G gesetzt. Wind 2-3 aus W. 17 sm gesegelt, dann Ende. 1400 Uhr: Züricher- Putengeschnetzeltes mit Spätzle und grünen Salat. Vom allerfeinsten!!

2230 Uhr: Leinen fest im Stadthafen von Brindisi. Kein Hafenmeister, nichts. Längsseits, da viel Platz vorhanden. 131 sm, bis auf 17 sm motort.

Donnerstag 27.04.00

0240 Uhr: Leinen los. DWD Seewis nichts los. 1300 Uhr: Insel Othonio voraus. 1830 Uhr: Marina Gouvia – Korfu fest.

124 sm motort. Abendessen im neuen Marina Restaurant. 2 Tage erst auf. Sehr zu empfehlen, da sauber, freundlich, sehr gut, vor allen Dingen Steaks, und preiswert.

5 Personen 120.-- DM bezahlt. Liegeplatz 52.-- DM bezahlt.

Auf Nachfrage wegen den 12 .— DM pro lfdm. für unser Schiff, (wie in allen Segelzeitungen berichtet) schmunzelte der Marinamann nur.

Wir mußten auf der noch 3 wöchigen Reise durch Griechenland nichts bezahlen und sind auch nicht dazu aufgefordert worden, noch wollte uns irgend ein Hafenmeister dafür Geld abnehmen !!!!!

"Alles Blödsinn" meinte der Marinabeauftragte. Einklarieren braucht man sowieso nicht mehr, da EU.

 Freitag 28.04.00

Tanken und weiterfahrt zum kleinen Hafen Poiath, unterhalb der Festung. Berg rauf und man ist mitten in der Stadt. Kleines Lokal dabei und sehr freundlich zu Seglern, da Segelclub angeschlossen ist. Bezahlt 50 .-- DM. Vor Mooring aber leider ohne Strom, dafür Wasser.

Samstag 29.04.00

1000 Uhr: Crewwechsel: Franz und Manfred gehen. Alfons und Karl kommen. 1045 Uhr: Leinen los Richtung Paxoi. 1600 Uhr: Leinen fest, längsseits Hafen von Paxoi. 45 sm motort.

Ostern ist in Griechenland eine Woche später. Punkt 2400 Uhr gab es einen gewaltigen Auftrieb in Paxoi, den ich noch nicht gesehen habe. Mit dem Popen voraus, war die ganze Inselbevölkerung unterwegs. Laute Knaller und Kracher bis in die frühen Morgenstunden. An Schlaf war nicht zu denken.

Sonntag 30.04.00

0830 Uhr: Weiterfahrt Richtung Insel Meganision, Hafen Vathy. 1445 Uhr: Warten auf Durchfahrt Levkas Kanal. 1730 Uhr: Vor Buganker in Vathy. Da in Vathy eine neue Flotte einer Charterfirma, mit ca. 7 Schiffen aufgemacht hat, ist es hier nicht mehr so gemütlich wie früher. Lauter Engländer, die auf Dickschiffen segeln lernen wollen. Mächtiger Betrieb im einzigen Lokal. Abzuraten !!

50 sm davon 18 gesegelt.

Montag 01.05.00
0900 Uhr: Anker auf , Richtung Ithaka - Vathy. 1450 Uhr: Leinen fest, längsseits Stb an Hafenmauer in Vathy – Ithaka. 24 sm motort. Kleiner netter Ort, Mittagessen sehr teuer. (280.-- DM)
Nicht in Touristenlokale gehen !!

Zum ersten und letzten mal Problem mit dem Schiff: Lichtmaschine lädt Servicebatterien nicht mehr. Nach langem suchen Fehler gefunden: Kabel von Lichtmaschine gelöst. Batterien wahrscheinlich tief entladen. Gerichtet, aber nach 2 Stunden Motor laufen lassen, ist in 5 Minuten der Strom alla. Ab jetzt Kerzenlicht bis Athen.

Dienstag 02.05.00

0700 Uhr: DWD Seewis: Hoffnung auf Wind ! E-SE 3-4. Leinen los Richtung Navpatkos im Golf von Patras. 0 Wind motort bis Navpatkos. Mittags Spaghetti Carbonara mit grünem Salat. 85 sm. 1600 Uhr: Leinen fest vor Buganker in Navpatkos.

Um 1545 Uhr meine 10.000 gefahrenen sm überschritten. Eine Flasche Champus spendiert.

Navpatkos ist fast unser Lieblingshafen. Klein, geschützt gute Lokale und Cafés.

Mittwoch 03.05.00

Heute kommt’s knüppeldick !!

0815 Uhr: Anker auf und Leinen los. NE 2-3 nur Genua gesetzt. DWD weiterhin E-SE 3-4.

0945 Uhr: Wind 6-7, aus der falschen Richtung. See baut sich auf, kurze Wellen, schätzungsweise See 3-4. Kurs Korinth läßt sich nicht mehr anliegen.

1300 Uhr: Kreuzen nur mit verkleinerten Genua. Kurs halten nicht möglich. 7-8 NE, See geschätzt 5. Wellen kreuz und quer. Suchen Schutzhafen oder Bucht in Karte. Genua bergen müssen.

Unter Motor mit Vollgas ( 3500 Umdrehungen ) nur 1 kn Fahrt über Grund. In Böen zeigt der Windmesser zwischen 38 und 47 Knoten. Schwerer Sturm.

Alle angegurtet mit Schwimmwesten und Liveline. Schotten sind Dicht. Versuchen in Krissaios Kopulos Bucht rein zu kommen, um abzuwettern. Brauchen dazu 1 ½ Stunden. Ablaufen nicht möglich. Geschwindigkeit immer noch 1 kn. über Grund. Kreuzseen von geschätzten 2-3 Metern Höhe.

Allen ziemlich die Düse gegangen !!

Erleichtert sind alle, als wir an der Fischzucht vorbei in die Bucht Ormos Anemokampi einfahren. Hier bläst es noch mit 6 aber die Wellen sind weg.

1645 Uhr: Anker in Bucht geworfen. Jeder fix und fertig. Als wir uns umgezogen und wieder an Deck kamen, war unser Schiff keine 3 Meter mehr vom Felsen weg. Der Anker ist ausgebrochen und geschliert. Mit Volldampf fuhren wir gegen an, frei vom Felsen, um erneut den Anker zu werfen. Er hielt und hielt nicht!!!

Letzter Ausweg: In der Bucht lag ein ziemlich großer Kutter von der Fischzucht vor Mooring.

Wir sahen den gewaltigen Betonbrocken, der die Mooringleine samt Boje hielt.

Ich ging an den Kutter längsseits und machte fest. 49 fürchterliche sm am heutigen Tag.

Dieser Tag heute war einer der seltenen Situationen auf See, die mir wirklich zu Schaffen machten. Körperlich, seelisch und moralisch.

Schäden am Schiff: Gott sei Dank keine.

Donnerstag 04.05.00

0700 Uhr: Motor an und Leinen los. Wind N 3. 0800 Uhr: Richtung Kanal von Korinth.

1030 Uhr: Es geht schon wieder los, Wind aus N Stärke 7, Kurs Korinth, der sich anliegen läßt.

Müssen unbedingt zum Tanken. Sehen in Korinth - Hafen starken Schwell auf die Kaimauer stehen, können unmöglich anlegen. Das Schiff würde zerschmettert werden. Fahren in den Vorhafen vom Kanal und warten ab. Über Funk ( "Poseidonia Pilot" Kanal 12) melde ich mich an. Die Durchfahrt sei in ca. 20 Minuten. Ein Tankwagen könne bei der Anlegestelle am Kanalende angefordert werden.

Draußen, außerhalb des gesicherten Vorhafens vom Kanal, "wachelte" es zu Gotterbarmen. 1310 Uhr: Kanal frei, werden über Funk zum Einfahren aufgefordert.

1400 Uhr: Kanal Ende. Leinen Fest, längsseits an Pier von Poseidonia Pilot.

Beim Tower im Erdgeschoß bezahlen. 250.-- DM für Durchfahrt kassiert. Letztes Jahr waren es noch 220.-- DM. Schiffspapiere nicht vergessen !!!! 190 l Diesel getankt für ebenfalls 250.-- DM.

1550 Uhr: Weiterfahrt, N 3-4 Richtung Ägina, Traumsegeln. 1945 Uhr: Anker fallen im Stadthafen von Ägina. 25 sm davon 12 gesegelt. Guter Wetterbericht in Englisch auf Kanal 25.

Freitag 05.05.00

1215 Uhr: Leinen los Richtung Athen in die Marina Zeas.

Normaler weise bekommen Sie in der Marina ZEAS keinen Liegeplatz. Sie ist die teuerste Marina in Griechenland. Hier sind die Liegeplätze von Millionärs - Yachten wie metaxa , usw.

Gott sei Dank war einer dieser Herrschaften der Trauzeuge von Manfred, unserem Freund. (neuer Manfred) Er sollte morgen von München kommen.

Die Marina Kalamaki, beim Flughafen, ist dermaßen überfüllt und dreckig, daß man sie nicht anlaufen sollte.

Wir waren angemeldet und gaben unser kommen per Funk an die Marina weiter. Bei der Einfahrt kam uns dann schon das Schlauchboot des Marineros entgegen und dieser sagte:

"Bitte werfen Sie hier den Anker und warten Sie eine ¼ Stunde. Es wird dann ein Liegeplatz für Sie frei". Damit begann ein Manöver, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben sollte !!

Der Anker wurde samt 10 Meter Kette ganz normal runter gelassen und hielt. Wir warteten ein ¼ Stündchen dann nochmals ein ½ Stündchen. Endlich erschien der Marinero wieder um uns einen Platz zuzuweisen. Routinemäßig wollten wir Ankerauf gehen. Die Ankerwinsch arbeitete und arbeitete, nur der Anker ging nicht hoch. Jetzt überfuhr ich den Anker um ihn auszubrechen. Nichts. Jetzt mit Vollgas. Nichts. Das Schiff rührte sich keinen Zentimeter. Die Ankerwinde gab schließlich ihren Geist auf. 2 Mann zogen nun die Kette per Hand nach oben. Nichts ging. Schließlich zogen wir zu fünft an der Ankerkette. Mit aller Kraft, die wir hatten, bewegte sie sich langsam nach oben. Dann sahen wir das Unheil. Ein wirklich großer Stockanker, total verrostet und mindestens schon 50 Jahre im Wasser kam, samt arm dicken Ankertau, zum Vorschein. Wir brachten den fremden Anker ca. bis 50 cm an die Wasseroberfläche. Dann war Ende. Unsere Kette sicherten wir, zum zerreißen gespannt, an einer Klampe. Ich stieg ins Beiboot, mit einem Messer bewaffnet, und zog mich hin. Mit einer Festmacherleine, die ich um den fremden Anker wickelte, wurde diese ebenfalls an einer anderen Klampe gesichert. Unser Boot tauchte meines Erachtens schon mit dem Bug ein.

Nun tauchte ich und versuchte das Ende der Festmacherleine , das um den fremden Anker gewickelt war, zu durchschneiden, so daß dieser wieder ins Wasser fiel.

Nach ungefähr 10 Minuten war unser Schiff endlich frei, wir furchtbar dreckig und ziemlich fertig. Das Anlegemanöver klappte dann aber trotzdem ganz gut.

Den Abend verbrachten wir mir dem Bestaunen der Megayachten und einer kleinen Brotzeit, sowie ein paar Biere.

Samstag 06.05.00

1000 Uhr: Letzter Crewwechsel, unsere alte Mannschaft. Horst unser Bordkoch, sowie Manfred unsere Spülmaschine kamen für die restlichen 14 Tage an Bord. Karl und Alfons flogen heim.

Für die Weiterreise zu den Inseln brauchten wir aber unbedingt eine funktionierende Ankerwinsch und neue Batterien. Manfred unser Weltreisender in Sachen segeln , managte sofort über seine Trauzeugin, die in Athen lebt, einen Mechaniker, der sich mit Ankerwinsch und Batterien auskannte.

Jetzt gings erst richtig los. Nicht einmal 10 Minuten nach Manfreds Telefongespräch , erschien ein vier Streifen Kapitän im dunkelblauen Anzug. In seinem Anhang ein Mann im schneeweißen Overall.

" Viele Grüße von Frau Kazelis. Ich komme in Ihrem Auftrag, wie kann ich Ihnen helfen? Außerdem bittet Sie die gesamte Crew, sowie den Kapitän ihres Schiffes heute um 1800 Uhr auf die MS `Paradis` zu einem Cocktail und einen kleinen Imbiß".

Ich glaubte ich bin im Kino. Das darf doch nicht wahr sein. Jetzt meldete sich Manfred:

"Hallo Käpt`n. Ich bin der Manfred, Frau Katzelis und Ihr Mann sind meine Trauzeugen. Das ist Hannes unser Kapitän sowie Willi, Horst und Jan, die Crew".

Am liebsten wäre ich vor Scham in meiner Badehose über Bord gesprungen. Der blöde Hund übertreibt aber auch .

Weiter auf Seite 2
Copyright © 1996-2016 - SEGEL.DE - Impressum

Segeln blindes gif