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Törn 2000 - Lignano - Alonisos – Athen SY " Bella Renata "
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" Bitte an Bord kommen zu dürfen. " Mich traf nun endgültig der Schlag !! "Bitte, gerne. " Erwiderte Manfred.
Die zwei gingen zur Ankerwinsch und Batterie und probierten eine Stunde. Wir servierten eiskalten Campari. Dann sagte der Kapitän: " Die Ankerwinsch und die Batterien werden ausgebaut und gerichtet, bezw. neue Batterien gekauft. Morgen früh baut sie Marcos wieder ein. Vielen Dank, bis heute abend". Sprach`s und ging von Bord, während der Mechaniker zu seinem Auto ging und das Werkzeug holte.
1745 Uhr: Alle 5 Mann frisch gewaschen, in weißen "Bella Renata " T- Shorts und dunkelblauen kurzen Hosen, machten sich auf den Weg zur MS "Paradis". Ich glaube, wir sind erst ein paar mal dran vorbeigegangen, denn so eine Mega – Yacht hatte selbst Manfred sich nicht vorstellen können.
Die komplette Besatzung in Uniform erwartete uns. Immerhin 5 Männer und 3 Frauen. Kaum haben wir die Gastgeberin begrüßt, standen schon Espresso und Uso mit Eis auf dem Tisch.
Nach einer Schiffsbesichtigung, wo wir natürlich nichts aus ließen, gab es einen `kleine Snack`.
Das heißt: Der Tisch bog sich unter lauter Leckereien.
Der Abend wurde noch recht gemütlich. Später kam dann der Mann von Fr. Kazelis dazu und es wurde recht lustig.
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Sonntag 07.05.00
Hafentag: Gesprächsstoff war natürlich der gestrige Abend und das Schiff. Um 1400 Uhr kam dann der Monteur und baute die Ankerwinsch und die Batterien wieder ein. Die Winsch ist noch nie so gut gegangen. Als wir die Marina bezahlen wollten, war natürlich schon alles beglichen. Dem Monteur steckten wir einige Scheine zu, da er kein Geld annahm.
Montag 08.05.00
Ohne Wind nach Kap Sunion gedieselt und geankert. 28 sm.
Abends mit dem Beiboot ins Lokal mit den blauen Fensterläden gegangen. Dort unbedingt die kleinen, gebackenen Fische essen. Eine Delikatesse.
Dienstag 09.05.00
0850 Uhr: Anker auf und Richtung Euböa. Wir wollten zwischen dem Festland und der Insel Euböa Richtung Norden gehen.
Wieder gedieselt. 1730 Uhr: Leinen fest im Hafen von Aliveri-Karastos. 55 sm ohne eine Hauch Wind. Mittags Halsgrat mit Pfifferlingen, Spätzle und grünen Salat. Natürlich wieder vom feinsten. Unsere Spülmaschine Manfred funktionierte ebenso gut.
Die östliche Seite des Hafens ist mit Schwerindustrie gepflastert, aus den Schornsteinen kommt schwarzer Rauch, der sich im eigentlich hübschen Westteil des Hafens niederschlägt. Vorsicht viele Leinen im Wasser. Kein Wasser kein Strom. Penetranter Gestank durch die Industrie. Hafen meiden.
Mittwoch 10.05.00
0700 Uhr: Leinenlos Richtung Calkiki. DWD gleichbleibend schön. Ich hatte schon keine Lust mehr, jeden Tag über Laptop und Handy das Seewis Programm aufzurufen. Aber nach unseren Abenteuer im Kanal von Korinth, wollte ich doch zumindest die Wetterkarten haben.
1130 Uhr: Ankunft in Calkiki. Hier ein paar Tips zur Brücken - Zeremonie.!
Wenn Sie die Brücke voraus haben, ist kurz vorher auf der linken Seite eine Steinmole. Hier können Sie auf ca. 5 Meter ankern oder es noch einfacher haben, indem Sie an der Steinmole anlegen, denn Sie müssen an Land um sich für die Durchfahrt anzumelden. Vorsicht!! Fender sehr tief hängen !!! Tiefe ca. 4 m. Sollte ein Schlepper auf diesen Platz wollen, (der steht ihm zu)
so ist das mit ein paar Drachmen erledigt. Er legt sich einfach an den fahruntüchtigen Frachter voraus, der hier auf seine letzte Ruhestätte wartet.
Dann gehen Sie mit den Schiffspapieren bewaffnet über das Bahngleis, durch den Bahnhof, und 20 Meter links hoch. Dort sehen Sie schon Port Controll. Es ist ein blaues Haus.
Dort werden Sie an eine englisch sprechende junge Dame verwiesen, die Ihnen nur sagt, Sie sollten ab 2000 Uhr nochmals kommen und bezahlen. Also sparen Sie sich das und gehen gleich erst um 2000 Uhr hin. Denn es wird wirklich erst um Mitternacht geschleust (auch Frachter), wenn überhaupt.
Tatsache ist: 1 Segel/Sportboot alleine wird nicht geschleust !!!! 2 Segel/Sportboote selten, ab 3 Sportbooten besteht eine Chance.
Geschleust werden Sie auf jeden Fall, wenn ein Frachtschiff durch will !!! Gehen Sie also um ca. 2000 Uhr mit den Schiffspapieren zum Port Controll. Sie bezahlen für ein 12,5 Meter Schiff ca. 55 .-- DM. Sie müssen ab 2100 Uhr Ihr Funkgerät auf Kanal 12 einstellen. Sollten Sie einen Frachter sehen, der ankommt und ankert, oder von der gegenüberliegenden Großschiffahrts- Pier ablegt, können damit rechnen, daß die Brücke um Mitternacht rum aufmacht. Warten Sie nicht auf den Funkaufruf von Port Controll. Legen Sie ab, oder gehen Ankerauf und fahren im Kreis, aber so, daß sie vor dem Frachter in die Brücke einfahren !!!. Bestätigen Sie den Anruf von Port Controll. (Er sagt Ihnen lediglich, Sie sollten sich bereithalten). Die Durchfahrt selbst ist kein Problem.
Donnerstag 11.05.00
0030 Uhr: Brücken Öffnung, Durchfahrt, weiter Richtung Alonisis.
Recht geruhsame Fahrt, natürlich ohne Wind. Landschaftlich sehr reizvoll.
1555 Uhr: Buganker fallen, Heckleinen fest im Hafen Patiriri auf Alonoisos.
Der Dieseltankwagen wartet schon, ebenso wurde unser Liegeplatz vom Willi seinem Freund, der auf Alonisos lebt, rechtzeitig reserviert. Nach einer herzlichen Begrüßung gings mit dem Taxi den Berg rauf, ins alte Alonisos, das von einem Erdbeben zerstört worden war und von Ausländern, und einigen Einheimischen, wieder besiedelt wurde.
110 sm motort in 17 Stunden.
Freitag 12.05.00
1100 Uhr: Ausflug nach Skopolos ca. 9 sm einfach. Skopolos sollte man sich ansehen. Der Wassermann kommt morgens um 0900 Uhr. Diesel kann man per Telefon (die Nummern sind auf die Kaimauern geschrieben) anfordern. Es ist allerhand los. Festmachen vor Buganker am Stadtkai.
1900 Uhr: Anker fallen in Alonisos. Gestern beim Wirt ein Zicklein am Spieß bestellt.
2000 Uhr: Beim Wirt, oben in Alonisos. Zicklein 5 Kg . Wir sind 10 Personen. Sauf und Freßgelage. 14 Flaschen Wein.
Samstag 13.05.00
1000 Uhr: Inselrundfahrt 30 sm. Wenn man die Zeit hat, sollte man eine Inselrundfahrt in Alonisos machen. Es gibt eine Menge wirklich hübsche Badebuchten, sowie eine Aufzuchtstation für Seehunde. Die Landschaft sollte man genießen.
Sonntag 14.05.00
1045 Uhr: Aufbruch nach Skiathos. 22 sm motort. Die Insel Skiathos sollte man auch sehen. Eigener Flughafen, Prommi Insel, hübsche Frauen, viele Lokale, sehr teuer.
Montag 15.05.00
0840 Uhr: Leinen los nach Kymis-Euböa Ost. 52 sm natürlich motort. Kymis ist ein Riesenhafen. Hier werden Nachts große Fischtrawler entladen. Fährhafen. Trotz der Größe findet man kaum Platz, da alles mit Fischerbooten voll ist. Am besten, man einigt sich mit den Fischern und fragt sie, ob man längsseits gehen darf. Wir hatten Glück und lagen beim Zoll, per Buganker. Wasser vorhanden, wenn man einen langen Schlauch hat. Ansonsten bittet man die Fischer um einen Schlauch. Diesel per Tankwagen. Netter Ort. Viele Lokale, preiswert.
Dienstag 16.05.00
Endlich Wind: N 3-4. Können aber nicht raus. Jans Vater ist plötzlich gestorben. Telefonanruf um 0300 Uhr. Jan muß sofort zurück. Anruf bei Olympic Airways, Flug geht um 1720 Uhr. Taxi nach Athen organisiert. Jan fährt um 1300 Uhr mit dem Taxi nach Athen. Kosten ca. 150.-- DM Taxifahrt 3 Stunden. Zum Auslaufen zu spät.
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Mittwoch 17.05.00
DWD Seewis NE 3-4. 0750 Uhr: Anker auf. Richtung Nisos Andros. 0815 Uhr: NE 4-5. Kurs 140 Grad. Nur mit Genua. Teilweise 7 kn gefahren. Wunderbares Wetter, super Segeln.
1400 Uhr: Makrele gefangen 48 cm.
Sofort ausgenommen, filtriert und in der Pfanne gebraten.
Vom allerfeinsten! 1550 Uhr: NE 6-7 See 4, aber mitlaufend. 1800 Uhr: Leinen fest im Hafen Gavrion auf Andros. 58 sm nur mit der Genua gesegelt. Rekord: Bis zu 8 kn Fahrt.
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Achtung! Gavrion ist bei NW- N- NE nicht empfehlenswert den Hafen dann meiden. Fallwinde und starker Seegang mit kurzen, steilen Wellen. Böen bis zu 30 kn. Lagen an der Fährpier längsseits. 6 Fender reichten gerade aus.
Donnerstag 18.05.00
0900 Uhr: Leinen los Richtung Festland, Marina Olympic. Gr/G gesetzt. Flotte Fahrt bis Makronisos Süd. Dann noch 2 Stunden gegenan motort. 1600 Uhr: Leinen fest in Marina Olimpic. Wasser und Strom. 30 sm gesegelt. Ziemlich neue, große, geschützte Marina. Duschen sauber und schön. Die Werft kann mit allem erdenklichen dienen. Nach Lavrion sind es ½ Stunde zu Fuß. Taxi kann in der Marina bestellt werden. Über der Werft, im ersten Stock befindet sich ein gemütliches Restaurant. Der Wirt spricht gut deutsch. Essen günstig und sehr gut. 55.-- DM bezahlt.
Freitag 19.05.00
Letzter Tag. Schwacher Wind. 1245 Uhr: Leinen los, Richtung Athen Marina ZEAS.
1400 Uhr: Nach Kap Sunion einen Seehund gesehen. Meinten zuerst, hier badet ein Dackel.
Drehten sofort um. War tatsächlich ein Seehund. Habe schon Schildkröten (Susak), Haie, Delfine sowieso, Schwertfische (Str. von Messina) Paletten weise geschmuggelte Zigaretten, herrenlose Beiboote usw. gesehen. Aber noch nie einen Seehund.
1830 Uhr: Leinen fest in der Marina ZEAS. 33 sm motort.
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Die Reise ist zu Ende.
Samstag 20.05.00
Unser Freund Harald ist angekommen und fährt das Schiff wieder nach Hause. Heimflug nach München.
Fazit des 4 wöchigen Segeltörns: Gesamtstrecke 1397 sm. Davon 300 sm gesegelt und 239 Stunden motort.
Bis auf 6 Stunden, die ich nicht mehr brauche, ( Höllentripp – Golf v. Patras) ein schöner und geruhsamer Urlaub, ohne eine Tropfen Regen, fast keinen Wind, Sonne pur, Essen (Dank unseres Wirtes und unserem Koch) vom Feinsten und einer Crew, auf die ich mich, wie immer, blind verlassen konnte. Herzlichen Dank dafür. Dank auch an unsere "Bella", die wie immer,
ohne zu Murren, uns sicher von einem Hafen zum anderen brachte.
Jzucker@t-online.de
SY "Bella Renata"
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