Zur Geschichte des Vendee Globe Übersicht


Von Les Sables d'Olonne nach Osten, entlang der drei großen Kaps, rund um Welt und zurück nach Les Sables d'Olonne. Alles Einhand-Nonstop und ohne Assistenz. Unter allen Bedingungen gewinnt nur der Schnellste - und das ohne Schaden.
1895 verließ Joshua Slocum auf seiner 37-Fuß-Sloop "Spray" den Hafen von Boston - und nachdem er in drei wilden Jahren 46.000 Meilen und die drei Kaps hinter sich gebracht hatte, ging er in Newport wieder vor Anker. Es war die erste Einhand-Weltumsegelung der Geschichte!
Es sollte bis 1930 dauern, daß der Zweite, Alain Gerbault, auf einem 12-Schiff die Welt allein in sechs Jahren umsegelte.
1966 vollendete der gehandicapte Sir Francis Chichester auf seiner "Gipsy Moth II" die Welt in 226 Tagen - mit nur einem stoppover in Sydney. Die Welt verbeugte sich in Ehrfurcht.
Der populäre Erfolg regte die Sunday Times an, den Golden Globe zu stiften für das erste Einhand-Nonstoprennen um die Welt. Die Segler nahmen die Herrausforderung an und segelten auf 9-13m-Yachten um die Kaps.

In den 70ern fielen die bisherigen Rekorde, die Bootstechnologie entwickelte sich weiter - ebenso die Vorbereitungen der Skipper. 1970 segelte erstmals der Engländer Chay Blyth von Ost nach West , d.h. in der entgegengesetzten oder "falschen" Richtung. 1973 war Alain Colas der erste Skipper auf einem Multihull-Boot und schaffte es in 169 Tagen. 1989 drückte der Amerikaner Dodge Morgan diesen Rekord auf 150 Tage herunter. Doch dann brach der Franzose Philippe Monet diesen Rekord abermals mit seiner Brest-to-Brest-time von 129 Tagen. Doch war das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. 1989 segelte Olivier de Kersauson den Kurs trotz einiger Mißgeschicke in 125 Tagen.

Das ließ die Briten nicht ruhen, die parallel hierzu 1982 den BOC Challenge kreierten - ein neues Einhand-Round-the-world-Race mit Einrumpfyachten, bei dem vier stopovers in Newport- The Cape - Sydney und Rio eingelegt wurden. Ein Newcomer, Philippe Jeantot, ließ alle anderen auf jedem Streckenabschnitt hinter sich und kam nach 159 Tagen- 11 Tage vor seinem nächsten Konkurrenten am Ziel an.
1986 wiederholte Jeantot beim zweiten BOC Challenge seinen Erfolg. In einer feucht-fröhlichen Nacht entschieden sie sich einmütig eines Tages auf ihren eigenen Booten, nonstop und ohne Assistenz diesen schönen Planeten zu umsegeln. Jeantot hat diesen Traum Wirklichkeit werden lassen, in dem Mensch und Maschine bis ans Limit beansprucht werden und in dem er selbst erfolgreich war.
Das erste Rennen hatte 13 Teilnehmer in Les Sables am Start, von denen nur sieben das Rennen nach den Regeln beendeten. Der Gewinner, Tituan Lamazou schaffte es in 109 Tagen.

Im November 1992 starteten 14 Männer zum zweiten Rennen und wieder beendeten nur sieben diese Herausforderung - Alan Gaultier siegte in 110 Tagen, doch wurde die Siegesfeier überschattet durch den verlust von Nigel Burgess einen Monat nach dem Start. Dieses Unheil wiederholte sich 1996. Gerry Rouls blieb auf See, 3 wurden gerettet, weniger als die Hälfte schaffte es zum Zielhafen, doch der Sieger stellte mit 105 Tagen einen neuen Rekord auf und Catherine Chabaud war die erste Frau, die dieses Rennen beendete.

Das Rennen 1996/97 erhielt seine besondere Dramatik durch die Rettung des Franzosen Raphael Dinelli durch den Briten Pete Goss unter lebensbedrohlichen Bedingungen und die Rettung von Tony Bullimore von seinem gekenterten Boot durch die australische Marine - was damals im Fernsehen zu sehen war !
Die neue Rekordzeit war 105 Tage, und Catherine Chabaud wurde die erste Frau, die das Vendee Globe beendete.

Vom Rennen 2000/2001 hat SEGEL.DE - im täglichen email-Kontakt mit dem Shoreteam von Ellen Mac Arthur - ausführlich und mit Fotogalerie berichtet. Die damals 24-jährige Elllen Mac Arthur ging als Zweite - 24 Stunden hinter dem Sieger "Professor" Michel Desjoyeaux - nach 94 Tagen durchs Ziel und wurde damit nicht nur die jüngste und schnellste Solo-Weltumseglerin sondern auch die neue Heldin der Briten, der die gesamte Schuljugend zujubelte und welche die Queen mit einem Teegespräch und dem Titel MBE (Member of Empire) ehrte.

Nun jährt sich das legendäre Vendee Globe zum 5.Mal und startet mit 20 Skippern am 7.November wieder von Les Sables d'Olonne aus. Die zwischenzeitliche rasante Entwicklung der weltweiten elektronischen Übertragungsmöglichkeiten von Berichten, Bild und Ton versprechen - auch dank der bedeutenden Zahl von Internetnutzern - ein hochinteressantes spannendes Rennen an den Grenzen menschlichen und technischen Könnens.

Siehe auch die Analyse von Philipe Jeantot
Quelle: www.vendeeglobe.com + Peter Rusch - www.kingfisher-challenges.com
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Segeln blindes gif
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