Rolex Transatlantic Challenge 2005
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Pressemitteilung zur Rolex Transatlantic Challenge 2005
13. Mai 2005
Angriff auf den ältesten Segelrekord der Welt

Vor hundert Jahren, im März 1905, peitschte Skipper Charly Barr den gut 56 Meter langen, amerikanischen Schoner „Atlantic“ in nur zwölf Tagen, vier Stunden, einer Minute und 19 Sekunden über den Nordatlantik. Er gewann die Segelregatta in Rekordzeit; und die hielt eine halbe Ewigkeit – bis heute.

Am 21. Mai werden 20 Yachten, darunter einige der größten und schnellsten der Welt, zur Rolex Transatlantic Challenge von New York nach The Lizard in England starten. Für sie geht es in einem der vielleicht wichtigsten Rennen des 21. Jahrhunderts auf der rund 3.000 Seemeilen langen Strecke nicht nur um den Sieg: Sie wollen den historischen Fabelrekord brechen.

Der Schotte Barr, eine Art Russell Coutts des vergangenen Jahrhunderts, hatte schon damals, wie der neuseeländische Segelheros heute, drei America’s Cup-Siege eingefahren. Dann stellte er jene Zeit auf, die als der älteste Geschwindigkeitsrekord in den Geschichtsbüchern des Segelsports überlebt hat. Bis heute konnte kein Einrumpfboot Barrs Transatlantik-Bestzeit im Rahmen einer Regatta unterbieten.

„Einige Einrumpfyachten haben zwar den Atlantik schon mal schneller überquert“ erklärt A. Robert Towbin, Organisationschef und Teilnehmer der Regatta, „aber deren Crews konnten die günstigste Wetterlage für ihren Start abpassen.“ Die jetzige Regatta, mit im voraus festgelegter Startzeit und einer ganzen Flotte von Yachten, würde hingegen vom World Sailing Speed Record Council, dem Ausschuss für Geschwindigkeitsrekorde des Internationalen Segelverbands ISAF, als neuer Weltrekord offiziell anerkannt.

Das historische Vorbild der Rolex Transatlantic Challenge, der Kaiser’s Cup, fand 1905 auf Initiative von Wilhelm II. statt. Der letzte deutsche Kaiser – selbst ein begeisterter Segler mit seiner „Meteor“ – stiftete die Trophäe aus purem Gold. Der Hamburgische Verein Seefahrt (HVS) vertrat damals die deutschen Fahnen mit seiner „Hamburg“, eine 48,10 Meter lange Yacht der J-Klasse, gegen zehn Herausforderer. Es war ein Ritt ohne wasserfeste Kleidung, geschweige denn GPS-Navigation oder moderne Satellitenkommunikation. Die Wettervorhersage traf der Skipper damals noch aus dem Bauch heraus. Die „Hamburg“ wurde 1905 Zweite.

In der Neuauflage, die mit dem New York Yacht Club (NYYC) und der Royal Yacht Squadron (RYS) zwei der renommiertesten Segelclubs der Welt ausrichten, gehen neben Hightech-Rennyachten auch Aufsehen erregende klassische Segler und schnelle Fahrtenyachten an den Start. Für die Sieger der drei Klassen hat der New York Yacht Club attraktive Trophäen ausgelobt. Sollte es gelingen, einen neuen Rekord aufzustellen, wird die Yacht mit dem Commodore’s Cup geehrt, der schon 1892 gestiftet wurde und seit dieser Zeit erst zum zweiten Mal ausgelobt wird.

Zu den Favoriten des Rennens wird die „Mari-Cha IV“ von Robert Miller (Großbritannien) gezählt, die mit sechs Tagen und 17 Stunden die aktuelle Einrumpfboot-Rekordhalterin auf der Transatlantik-Passage außerhalb von Regatten ist. Das kleinste Boot des Feldes, die „Stay Calm“ vom NYYC, misst nur 21,30 Meter, das längste, die „Stad Amsterdam“ aus den Niederlanden 77 Meter. Mit der 1938 gebauten „Nordwind“ mit Skipper Hans Albrecht aus München geht auch eine deutsche Yacht an den Start. Die Ketsch gehört mit 26,80 Metern zu den kleineren Booten.

Anders als 1905 profitieren die kleineren und dadurch langsameren Yachten von Zeitvergütungen nach einem Handicapsystem und können dadurch um den Gesamtsieg in ihrer Klasse mitsegeln. Der Kurs führt von New York über den offenen Nordatlantik, vorbei an den Zwillingsleuchttürmen von The Lizard vor der Küste Großbritanniens, wo die Rekordstrecke endet, und weiter durch den Englischen Kanal zu einer zweiten Ziellinie vor der Insel Isle of Wight.

Ähnlich wie vor hundert Jahren stellt die Rolex Transatlantic Challenge nicht nur eine Regatta, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges dar. Am 18. Mai gibt es ein Gala-Dinner auf dem legendären, inzwischen ausgemusterten Marineschiff „USS Intrepid“. Vor dem Startschuss präsentiert die Flotte sich mit einer Parade im Hafen von New York. In England werden die Segler unter anderem an den Feierlichkeiten anlässlich des 200. Jahrestages der Schlacht von Trafalgar teilnehmen.

Ein weiterer Höhepunkt wird am 12. Juni eine Regatta rund um die Insel Isle of Wight sein, auf dem selben Kurs, auf dem im Jahr 1851 die Yacht „America“ erstmals die Trophäe gewann, die heute als America’s Cup bekannt ist. Am Tag darauf endet die Rolex Transatlantic Challenge 2005 mit der Preisverleihung, einem Dinner für die Yacht-Eigner und einer großen Party für alle Segler in Cowes.

Mehr Informationen im Internet unter www.regattanews.com und www.transatlanticchallenge.org. Während des Rennens können die aktuellen Positionen der Yachten über die Website des New York Yacht Clubs verfolgt werden: http://www.nyyc.org/.

Weitere Informationen:
Andreas Kling
Key Partners (KPMS) Mobil: +49/172/257-8817 Tel: +49/4822/360-900 Fax: +49/4822/360-901 andreas@regattanews.com

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