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Rolex Transatlantic Challenge 2005
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23. Mai 2005
Start der Jahrhundertregatta in New York
Mit 24 Stunden Verspätung gingen am Sonntag Nachtmittag (22. Mai) um 14.10
Uhr Ortszeit (20.10 Uhr deutscher Zeit) 20 der größten und schönsten
Hochseeyachten der Welt auf einen historischen Regattakurs. Bei der Rolex
Transatlantic Challenge von New York nach Lizard in Großbritannien wollen
sie versuchen, den ältesten Segelrekord der Geschichte zu brechen. Ihn hatte
der legendäre US-Amerikaner Charlie Barr vor hundert Jahren auf derselben
Strecke mit dem Schoner „Atlantic“ aufgestellt. Wegen einer Sturmwarnung war
der geplante Start um einen Tag verschoben worden, ähnlich wie damals 1905,
als dichter Nebel zu einem Aufschub zwang.
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Start unter grauem Himmel
Foto:Carlo Borlenghi/Rolex
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Bei grauem Himmel und Schauerwetter über Manhattan mussten sich die
Mannschaften an den Docks von ihren Liebsten verabschieden, bevor sie zu
einer eindrucksvollen Parade auf dem Hudson River ausliefen. Angeführt von
dem neuen Maxiracer der Grand-Prix-Klasse, „Maximus“ von Charles Brown und
Bill Buckley aus Neuseeland, passierten das Feld die Wolkenkratzer im
Börsenviertel der Metropole, vorbei am Ground Zero zur Freiheitsstatue und
unter der Verrazano Norrows Brücke hindurch, die den Eingang zum Hafen von
New York markiert.
Zum Startgebiet am Leuchtfeuer Ambrose, 15 Seemeilen weit draußen auf hoher
See, mussten die Teilnehmer dann unter Maschine fahren. Die Bedingungen
hatten sich dramatisch geändert: Zwar kam die Sonne heraus, aber der Wind
war eingeschlafen und wehte nur noch schwach und drehend aus Ost bis Südost.
Wie ernst es die Favoriten für den Gesamtsieg meinen, zeigten sie schon
wenige Minuten vor dem ersten Startschuss. Auf der „Maximus“ und auf dem
hochmodernen Zweimaster „Mari Cha IV“ von Robert Miller aus Großbritannien
wurden Crewmitglieder in die Masten hochgezogen, um nach Windstrichen
Ausschau zu halten. Das gelang allerdings nur bedingt, denn die kleinere
„Carrera“ von Joe Dockery startete letztlich dichter am Startschiff mit
besserer Geschwindigkeit als die beiden Großen.
Besonders spannend verlief der Start zwischen den Giganten der
Performance-Cruising-Klasse 2. Mike Slades „Leopard of London“ zog an der
Leuchttonne exakt zum Startschuss über die Linie, während es am Startschiff
sehr eng zuging. Peter Harrisons „Sojana“ quetschte sich noch zwischen die
Swan 112 „Anemos“ und die riesige „Tiara“ und es kam beinahe zu einer
Berührung.
Zehn Minuten später leistete sich die „Tempest“ von Arthur Bugs Baer und
William Hubbard in der Klasse drei einen Frühstart. „Wir haben es ihnen über
Funk mitgeteilt und eigentlich erwartet, dass sie weitersegeln und die
kleine Bestrafung in Kauf nehmen, aber sie sind sofort umgedreht und neu
gestartet“, sagte Wettfahrtleiter John Mendez. „Wir waren darüber
überrascht, denn zu dem Zeitpunkt sah es so aus, dass die 30 Minuten
Zeitstrafe für den Frühstart durch das Umkehren mehr als aufgebraucht werden
würde.“ Auch beim zweiten Versuch leistete sich die „Tempest“-Crew einen
Fehler und musste zum dritten Mal starten. Es blieb jedoch der einzige
Fehlstart in allen vier Klassen. Den besten Start erwischte – nomen est
omen – das kleinste Boot, die „Stay Calm“ in der Mitte der Startlinie.
Am eindrucksvollsten war der Start der Klassiker, eine halbe Stunde nach den
Grand-Prix-Yachten. Der gigantische Rahsegler „Stad Amsterdam“, den der
Storm Trysail Club für die Rolex Transatlantic Challenge gechartert hat,
hatte alle Segel gesetzt. Mit guter Geschwindigkeit näherte er sich der
Startlinie, war aber zu früh dran und musste abbremsen. Danach war der Wind
zu leicht, um das ursprüngliche Tempo wieder zu erreichen.
Nach anfänglicher Führung der „Anemos“ nach berechneter Zeit setzte sich
später die „Mari Cha IV“ an die Spitze. „Im ersten Vergleich mit der
‚Maximus’ waren wir ungefähr gleich schnell, mit einem winzigen Vorteil für
uns“, so Navigator Jef d’Etiveaud. „Das ist schon ein gutes Zeichen, denn
dieser Wind hätte ein Vorteil für die kleineren Boote sein können. Wir
konzentrieren uns ganz und gar auf unserem Job, es ist still an Bord. Aber
es sind grausame Bedingungen, wenn wir den Rekord brechen wollen.“ Für die
gesamte erste Nacht waren nur sehr leichte Winde vorhergesagt.
Auf der rund 3000 Seemeilen langen Strecke haben die Regattateilnehmer nur
einen einzigen Wegpunkt zu beachten. Es ist Point Alpha, den die
Regattaleitung gesetzt hat, um das Feld vor den Gefahren des Treibeises zu
bewahren. Allerdings haben die zuständigen Behörden in diesem Jahr wenig Eis
gesichtet, so dass der Punkt ungefähr 90 Seemeilen nordöstlich von
Neufundlands Ecke Cape Race auf 47 Grad nördlicher Breite und 51 Grad
westlicher Länge gelegt wurde. Das erlaubt den Teilnehmern, einen Kurs nahe
des großen Kreises zu segeln, der von allen Atlantiküberquerern am liebsten
benutzt wurde und wird.
Für die Verfolgung der Yachten im Internet (www.nyyc.org) wird ein
neuartiger Fleettracker eingesetzt, den die IRMS-Arbeitsgemeinschaft in
Deutschland unter Federführung des Kieler Meteorologen Meeno Schrader
entwickelt hat. Er ist satellitengestützt und liefert über eine kleine
Sendeeinheit an Bord exakte Positionsdaten. So können sich sowohl die
Konkurrenten gegenseitig beobachten, als auch die Regattaleitung und der
Ausschuss des Weltsegelverbands ISAF für eine offizielle Rekordanerkennung
jederzeit kontrollieren, wo sich die Yachten befinden.
Mehr Informationen und Fotos im Internet unter www.regattanews.com und
www.transatlanticchallenge.org.
Weitere Informationen:
Andreas Kling
Key Partners (KPMS)
Mobil: +49/172/257-8817
Tel: +49/4822/360-900
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