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Rolex Transatlantic Challenge 2005
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Pressemitteilung von der Rolex Transatlantic Challenge 2005
27. Mai 2005
Matchrace der Rekordjäger auf dem Atlantik
Vergangenen Sonntag (22. Mai) waren 20 teils hochmoderne und entsprechend
schnelle Hochseeyachten in New York zur Rolex Transatlantic Challenge
gestartet, um einen hundert Jahre alten Segelrekord zu brechen. Aber erst
nach vier Tagen auf See lagen die beiden führenden Maxiracer erstmals vor
der virtuellen Position, die Charlie Barr mit seinem Schoner „Atlantic“ 1905
zum vergleichbaren Zeitpunkt erreicht hatte. Es waren Robert Millers „Mari
Cha IV“ aus Großbritannien und die neuseeländische „Maximus“ von Charles
Brown und Bill Buckley.
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Whisper in Schwerwetter
Foto: Billy Black
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Nach einer harten Nacht zu Mittwoch (25. Mai) mit stürmischem Wind und
gigantischen Wellen hatten die Teilnehmer einen nördlicheren Kurs
eingeschlagen und Kurs auf den Zielpunkt The Lizard vor der englischen Küste
genommen, der allerdings noch mehr als 2.000 Seemeilen entfernt lag. „Dieses
Rennen bietet uns bisher entweder keinen Wind oder zuviel“, berichtete der
Steuermann der „Mari Cha IV“, Mike Sanderson. „In den acht Stunden der Nacht
mussten wir den Bootsspeed drosseln, um Materialschäden zu vermeiden, die
das Aus hätten bedeuten können.
Sanderson weiter: „Manchmal wird zu leicht vergessen, dass das Rennen über
den Atlantik noch lang ist. So haben wir guten Gewissens etwas von unserem
Vorsprung auf die ‚Maximus’ eingebüßt, damit wir sicher in die Phase kommen,
wenn die zu erwartenden Halbwind- und Raumschotkurse in wenigen Tagen
einsetzen.“ Zu dem Zeitpunkt segelte der 140-Fuß-Schoner gerade bei
Windstärke acht bei „Überlebensbedingungen“.
Derweil hatte sich die „Maximus“ von ihrer größeren Konkurrentin abgesetzt
und lag 25 Seemeilen nordwestlich von ihr. In der Entfernung zum Ziel
bedeutete das 15 Seemeilen weniger, also auch die Führung in der
Grand-Prix-Klasse. Auch in der Performance-Cruising-Klasse 1 hielt der
britische Zweikampf zwischen der „Leopard of London“ von Mike Slade und
Peter Harrisons „Sojana“ an. Auch die „Leopard“ hatte den Kurs geändert und
lag 48 Seemeilen weiter im Nordwesten, allerdings in der gesegelten Distanz
nur zwei Seemeilen voneinander entfernt.
Im dritten Matchrace zwischen den beiden nun größten Yachten des Feldes
(nach der Aufgabe der „Stad Amsterdam“) hatte die 170-Fuß-Ketsch „Drumbeat“
das bessere Ende für sich und führte 57 Seemeilen vor ihrem als Slup
geriggtem Beinahe-Schwesterschiff „Tiara“. „Am frühen Morgen brach bei neun
Windstärken der Kopf des Stagsegels“, erzählte „Tiara“-Kapitän Pascal
Pellat-Finet. „Das ist nichts Dramatisches, aber wir mussten das Schiff
ordentlich abbremsen. Wir warten nun auf besseres Wetter, um ein größeres
Segel setzen zu können.“
Steve Frank, Eigner der Swan 112 „Anemos” sagte, die Mannschaft hatte ihre
liebe Mühe mit dem wenigen Wind bevor endlich eine steife Brise für die
Erlösung sorgte. „Von 11 bis 20 Uhr strahlte der Himmel in hellblau. Es war
ein phantastisches Segelerlebnis. In 40 Jahren habe ich noch nie soviel Wind
bei so herrlichem Sonnenschein erlebt.” Allerdings geriet die „Anemos“ dabei
zu weit in den Norden, und nach einer Halse zurück blieb der Wind bald aus.
„Seitdem ist es, als habe jemand den Ventilator abgestellt“, klagte Frank.
Während die Bedingungen in den ersten vier Tagen ausgesprochen ungewöhnlich
und herausfordernd waren, soll das zum Wochenende hin anders werden,
versprach Ken Campbell von der Firma „Commanders Weather“, die 16 der
ehemals 20 Teilnehmer berät. „Mittwoch war der letzte Tag des Sturmsystems,
weshalb zunächst auch der Start der Regatta um 24 Stunden verschoben worden
war und das die Yachten einige Zeit begleitet hat. Die beiden
Tiefdruckgebiete verschmelzen jetzt und werden über den Atlantik nach
Nordosten abziehen. Am Wochenende sollten alle Boote in den Genuss der von
ihnen favorisierten westlichen oder südwestlichen Winde kommen.“
Vor einhundert Jahren am vierten Tag ihrer Atlantiküberquerung an Bord des
Schoners „Atlantic“ schrieb Frederick Hoyt:
„Im Laufe des Nachmittags ließ die Brise immer weiter nach, und beim
Sonnenuntergang machten wir kaum noch mehr als drei oder vier Knoten Fahrt.
Ein hoher südwestlicher Schwell traf seitlich aufs Schiff und half uns bei
dem leichten Wind überhaupt nicht. Im Gegenteil, wir mussten alle Bäume
bergen, um Segel und Trimmgeschirr vor Schäden zu bewahren. Nur noch das
Rahsegel und der Raffer zogen überhaupt etwas. Zur großen Verzweifelung
aller wurde der Wind noch weniger, und abends hatten wir praktisch keine
Ruderwirkung mehr. Es war eine wunderschöne Nacht für Liebespaare und
Dampfschiffe, aber für eine Segelregatta nicht zu gebrauchen.“
Mehr Informationen sowie Interviews per Satellitentelefon im Internet unter
www.regattanews.com und www.transatlanticchallenge.org.
Weitere Informationen:
Andreas Kling
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