HSH Nordbank blue race 2007
www.hsh-nordbank-blue-race.com - Übersicht

19.06.2007
Presseinformation HSH Nordbank blue race
Schlauer Chief

Ger O’Rourke hatte den richtigen Riecher. Ganz nördlich schlug der irische Eigner und Skipper der „Chieftain“ den Kurs ein und hat momentan die Nase vorn. Aber „Outsider“ rauscht von hinten heran und ist ihm auf den Fersen. 21 Yachten sind seit Sonnabend auf dem Weg über den Nordatlantik. Am 23. Juni starten die drei spektakulären Maxiyachten der zweiten Wertungsgruppe.

Newport/Hamburg, 19. Juni 2007 – Eigentlich sieht die Nase von Ger O’Rourke aus Limerick nicht auffällig aus. Sie scheint aber bestens zu funktionieren. Die irische„Chieftain“ hat in dieser Saison bereits für einige Überraschungen gesorgt. So ließ sie bei der Antigua Sailing Week sogar einmal den Hochfavorisierten Mike Sanderson auf der V.O. 70 „ABN Amro“ hinter sich - und nun führt die Cookson 50 das Feld der 21 Yachten des HSH Nordbank blue race an. Wegen des richtigen Riechers. Gleich nach Point Charlie segelte O’Rourke (44) nördlicher als alle anderen Yachten, um dann in einem ruhigen Bogen wieder südlicher zu steuern. Das hat sich ausgezahlt. Die erste, richtige Abrechnung erfolgt allerdings erst am Point Alpha. Bisher haben die Teams etwa die Hälfte des Weges bis zu dem imaginären Punkt geschafft, der die südliche Eisgrenze markiert. Danach kann der Generalkurs von etwa 80 auf 40 Grad geändert und die schottische Küste in Visier genommen werden. Aber das ist noch ein weiter Weg.

Ganz knapp vor die Nase der größten Yacht des ersten Starts, der Swan 82 „Grey Goose“ von Tobias König (44) aus Hamburg, hat sich die Crew der „Bank von Bremen“ um Skipper Rainer Persch (64, Bremen) gesetzt. Die nördlicheren Yachten sind noch vergleichsweise nah beieinander. Nur die amerikanische „Snow Lion“ vom Lawrence Huntington entfernt sich noch auf nördlichem Kurs.

Die Crews haben derzeit mit Wind zwischen 15 und 25 Knoten zu kämpfen. „Das Wetter ist ungemütlich geworden“, erklärt Wetterexperte Meeno Schrader. „Der Kaltfrontdurchgang war nahezu klassisch. Der Wind ist auf Nordwest zeitweise sogar Nord gesprungen, er fängt sich jetzt und kommt auf seine Grundrichtung, die bei 330-320 Grad liegt. Stark ist der Mittelwind, stürmisch die Böen“, so Schrader aus Kiel.
Es ist rau geworden, aber die Crews freuen sich über den knackigen Wind von achtern. „Jetzt ist es da, so wie vorgestellt, so wie gebucht: Atlantikwetter!“ schreibt Inken Braunschmidt, Skipperin der Frauencrew auf der „KPMG“. „Gestern haben wir den Sturmspinnaker hochgezogen und im ersten Reff die für uns ersten Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, heute segeln wir im dritten Reff und Genua 4 mit 9 bis 10 Knoten. Um uns herum türmen sich die Wellenberge inzwischen vier und fünf Meter hoch. Im Golfstrom ist das Ganze von den Temperaturen noch ganz angenehm, wenn wir erst einmal nördlich sind, wird das wohl unangenehmer. Alle sind wohlauf und haben Spaß“, so die 32-jährige Braunschmidt aus Dortmund.

Auch Thomas Ebert, Skipper und Eigner der DK 46 „Tutima“ schwärmt: „ Wir haben traumhafte Segelbedingungen im Golfstrom, der teilweise mit bis zu 3,5 Knoten schiebt. Unser Topspeed lag bei 17,1 Knoten über Grund. Vorsichtshalber haben wir eines der Ruderseile gewechselt. Unser Vorschiffsmann war zweimal im Mast. Einmal um das Spinnakerfall auf Scheuerstellen zu überprüfen und beim zweiten Mal, um am Großsegel zusätzliche Patches (Verstärkungen) als Schutz an den Salingen anzubringen“, so der 40-jährige Uhrmachermeister aus Frankfurt.

Und auf der „Outsider“ von Tilmar Hansen geht es hoch her: „Die Bedingungen heute Nacht waren ähnlich wie man sie beim Volvo Ocean Race sehen konnte“, schreibt Bootsmann Ole Satori (42, aus Kiel). „Es war das reinste firehosing (Wasser von vorne, wie aus dem Feuerwehrschlauch) mit Bootsgeschwindigkeiten bis zu 25 Knoten stoben wir über und durch die hohen Atlantikwellen. Zwei Schwimmwesten bliesen sich auf, im Schiff ruckte es stellenweise so, dass man in der Koje nach vorne beschleunigt wurde beim Abbremsen des Schiffes. Erfahrene Schläfer schlafen deshalb mit den Füssen nach vorn. Die Stimmung ist noch gut, die meisten sind seit gestern Nacht nass. Unter Deck eine Tropfsteinhöhle. Ich hoffe, wir können das Klima bald verbessern“.

Und auch die älteste Yacht im Rennen, die „Peter von Seestermühe“ von Christoph von Reibnitz hält gut mit. „Letzte Nacht hatten wir teilweise um 35 knoten Wind (acht Beaufort). Eine Welle ist über dem Cockpit zusammengeschlagen, hat die Rettungsleinenhalterung verbogen und unsere schöne Kompassabdeckung aus Messing mitgenommen. Es hat so geknallt, dass ich in meiner Hundekoje sicher war, das Rigg wäre von oben gekommen. Aber an Deck war alles in Ordnung. Allerdings war die Wache etwas derangiert. Die Mannschaft hält sich sehr tüchtig. Wir konnten heute Morgen ein Reff ausschütten und laufen weiterhin mit Höchstfahrt. Ich glaube unter diesen Bedingungen können wir mit dem Rest der Flotte einigermaßen mithalten“, berichtet der Skipper aus Seestermühe.

Am kommenden Sonnabend gehen die drei Maxiyachten „Parsifal III“ (177 Fuß Länge), „Rambler“ (90 Fuß) und „Bon Bon“ (80 Fuß) an die Startlinie vor Newport und rollend das Feld von hinten auf. Ob die Racer auch die vorauseilende „Chieftain“ noch einholen können bleibt fraglich. Am Ende zählt aber die nach einer Handycap-Formel (IRC) berechnete Zeit für den Sieg des HSH Nordbank blue race.

Die vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) initiierte Regatta wird in Zusammenarbeit mit dem New York Yacht Club (NYYC) ausgerichtet. Das HSH Nordbank blue race von Newport, Rhode Island, nach Hamburg startet am 16. Juni 2007 in Newport (USA). Damit die Flotte zeitgleich in der Hansestadt ankommt, machen sich die schnellen Maxiyachten in einer zweiten Startgruppe am 23. Juni auf den Weg. Über den Atlantik führt die rund 3600 Seemeilen lange Strecke nördlich um Großbritannien bis nach Hamburg, wo vom 6. bis 15. Juni ein großes HSH Nordbank blue race Village die Segler sowie alle Besucher empfängt. Das Rennen ist für alle Einrumpf-Hochseeyachten mit einer Länge ab 40 Fuß (12,20 Meter) offen.
Schirmherr des HSH Nordbank blue race 2007 ist Ole von Beust, der Bürgermeister der Hansestadt Hamburg.
Neben der HSH Nordbank als Titelsponsor zählen die Mercedes Benz Niederlassung Hamburg, König & Cie, Georgsmarienhütte Holding, hanseboot, Marinepool, sowie Holsten zu den weiteren Partnern der Regatta. Als offizielle Charity wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ernannt.

Pressekontakt HSH Nordbank blue race
Mareike Guhr
Tel: +49 (0) 40 28 40 81 85 Fax: +49 (0) 40 28 40 81 80 Mobil: +49 (0) 170 31 09 157 Mobil USA vom 10.-24. Juni: 001 - 401 207 4148 Email: media@hsh-nordbank-blue-race.com www.hsh-nordbank-blue-race.com
Copyright © 1996-2016 - SEGEL.DE




Segeln blindes gif
Segeln blindes gif