HSH Nordbank blue race 2007
von Newport, Rhode Island, nach Hamburg - Start 16.06.2007
www.hsh-nordbank-blue-race.com - www.team-dhh-kpmg.de - Oceanracing 2007
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01.07.2007
Feuerwerk und Freudentränen


„Outsider“ holt als erste Yacht im Ziel den ersehnten Titel „First Ship Home“. Das Team der „Parsifal III“ hingegen musste die bittere Entscheidung treffen, aus dem HSH Nordbank blue race auszusteigen. „Taonga“ läuft mit gerissenem Großsegel ab und scheidet ebenfalls aus dem Rennen.

– Licht und Schatten lagen für die 24 Yachten des HSH Nordbank blue race an diesem Wochenende ganz nah beieinander. Die Crew der „Outsider“ wurde unter großem Jubel als erstes Schiff der Flotte in Cuxhaven begrüßt. „Welcome home“ stand auf den T-Shirts des großen Empfangskommitees, der Rettungskreuzer „Hermann Helms“ schickte Wasserfontänen in den grauen Himmel und sogar ein kleines Feuerwerk wurde entzündet, als die silbergraue Yacht um 16.14 Uhr die Ziellinie vor Steubenhöft querte. Gut 100 Freunde und Verwandte waren gekommen, um die Atlantik-Segler nach den Strapazen zu begrüßen. 14 Tage, 20 Stunden und 14 Minuten und 10 Sekunden war die deutsch-neuseeländische Crew unterwegs. Obwohl das Wetter Tilmar Hansen und seinem Team den fulminanten Endspurt vermasselte, und die „Outsider“ mühselig ins Ziel kreuzen musste, war der Jubel groß: Der zweifache Admirals Cup Gewinner aus Kiel ließ sich den Titel „First Ship Home“ nicht nehmen und erreichte als erste Yacht der 3600 Seemeilen langen Nordatlantik-Wettfahrt das Ziel.

Fünf blonde junge Damen stürzten gleich nach der Ankunft auf den 57-jährigen Skipper zu. Endlich hatten die Hansen-Töchter ihren Vater wieder. Strahlend trotz der Strapazen, die ihm noch anzusehen sind, sagt Hansen über seine erste Transatlantikregatta: „Ich bin überglücklich. Wir wollten zwei Wochen unterwegs sein, jetzt ist es ein bisschen mehr geworden, aber es war eine schöne Zeit. Ich bin froh, eine so tolle Mannschaft zu haben. Die Wertung der ersten Startgruppe führen wir auch berechnet momentan an und die anderen müssen erstmal ins Ziel kommen“, so Hansen. Auch Konstrukteur Greg Elliott aus Neuseeland war sichtlich begeistert über die Leistung des erst im November 2006 fertig gestellten Carbon-Racers, der mit Schwenkkiel ausgestattet ist.

HSH Nordbank Kurs

Start des HSH Nordbank Race in Newport

Start des HSH Nordbank Race in Newport

Kampf an der Startlinie HSH Nordbankrace

Yachthafen in Newport
Alles Startbereit in Newport
Freudentränen gab es bei Stefanie Scheel. „Ich war total aufgeregt und ganz kribbelig“, erzählt die 26-Jährige. Die Berlinerin war sichtlich froh, ihren Freund Gunnar Bahr endlich wieder zu sehen. „Es war schlimmer als gedacht, aber auch schön“, meinte der 32-Jährige Bahr (ebenfalls Berlin), der bereits mit Jochen Schümann im Soling olympisches Silber ersegelte. Navigator Ole Sartori (42, Kiel), der gemeinsam mit Wetterrouter Meeno Schrader aus Kiel für den richtigen Kurs sorgte, wurde von Ehefrau Susi und der acht Monate alten Tochter Luca stürmisch empfangen. Ein Bier und eine Dusche waren die dringlichsten Wünsche, die Christian Stoffers (22, Kiel) nach den ersten Umarmungen äußerte. Nach zwei harten Wochen in der Salzwasser-Tropfsteinhöhle freuen sich die Segler nun auf ein gutes Essen, warmes Süßwasser und ein trockenes Bett.

Gedrückte Stimmung herrschte am Wochenende hingegen auf dem größten Schiff der Flotte. An Bord der „Parsifal III“ führte eine ganze Kette von Ereignissen dazu, dass die Crew die bittere Entscheidung treffen musste, aus der Regatta auszusteigen. Der Großbaum wurde in einer Halse beschädigt, eine Fallwinsch abgerissen, mehrere Segellatten gebrochen und das Unterliek des Besans herausgerissen. „Das Großsegel und der Besan sind nicht mehr einsetzbar. Das Schiff kann so nicht mehr am Wind gesegelt werden“, schrieb das Team in einer Email von Bord.

Mit Bordmitteln sind die Schäden am Großbaum und am Besan nicht zu beheben und damit kann die „Parsifal III“ den vorgeschriebenen Kurs nördlich um Schottland herum nicht segeln. Stattdessen fährt die 54 Meter lange Yacht nun unter Maschine durch den Englischen Kanal nach Cuxhaven. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr, aber die Sicherheit für die Besatzung und das Schiff gehen vor“, entschied die Mannschaft.

Und von der „Taonga“, der Marten 49 von Jochen Claussen aus Hohenaspe kam am Sonntag die Meldung: „Das Großsegel ist über mehrere Meter am Achterliek aufgerissen, wir müssen nach Belfast ablaufen und einen Segelmacher aufsuchen, für uns ist das Rennen gelaufen“.

Im Race Tracker werden die beiden Yachten weiter zu verfolgen sein, doch im Ranking und der Berechnung der Ankunftszeiten sind sie nun nicht mehr enthalten. 21 Yachten sind noch auf Kurs und kämpfen weiterhin um den Sieg im HSH Nordbank blue race. Denn auch wenn die „Outsider“ bereits im Ziel ist, so hat sie die Regatta keinesfalls gewonnen. Für den Sieg gilt die am Ende mit einem Handicap-Faktor verrechnete Zeit und somit steht der Gewinner erst fest, wenn alle Yachten Cuxhaven erreicht haben. Americas Cup Veteran Ken Read (Newport/USA) und seine „Rambler“ – Crew, die im zweiten Start am 23. Juni ins Rennen gingen, rauschen derzeit östlich am Hauptfeld vorbei und führen die Wertung an.

Ankunft in Hamburg
Die „Outsider“ wird voraussichtlich mit der Tide am Montagvormittag den Weg nach Hamburg antreten. Dort soll die Crew mit Salutschüssen von Bord der „Rickmer Rickmers“ und Wasserfontänen vom Feuerlöschboot der Hamburger Feuerwehr empfangen werden. Am Nachmittag macht die Yacht dann im City Sporthafen fest.

HSH Nordbank blue race
Die vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) initiierte Regatta wird unter Mithilfe des New York Yacht Club (NYYC) ausgerichtet. Das HSH Nordbank blue race von Newport, Rhode Island, nach Hamburg wurde am 16. Juni 2007 in Newport (USA) gestartet. Damit die Flotte zeitgleich in der Hansestadt ankommt, haben sich die schnellen Maxiyachten in einer zweiten Startgruppe am 23. Juni auf den Weg gemacht. Über den Atlantik führt die rund 3600 Seemeilen lange Strecke nördlich um Großbritannien bis nach Hamburg, wo vom 6. bis 15. Juli ein großes HSH Nordbank blue race Village die Segler sowie alle Besucher empfängt. Das Rennen ist für alle Einrumpf- Hochseeyachten mit einer Länge ab 40 Fuß (12,20 Meter) offen. Schirmherr des HSH Nordbank blue race 2007 ist Ole von Beust, der Bürgermeister der Hansestadt Hamburg. Neben der HSH Nordbank als Titelsponsor zählen die Mercedes Benz Niederlassung Hamburg, König & Cie, Georgsmarienhütte Holding, hanseboot, Marinepool, sowie Holsten zu den weiteren Partnern der Regatta. Als offizielle Charity wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ernannt.

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Segeln blindes gif
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