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HSH Nordbank blue race 2007
www.hsh-nordbank-blue-race.com - Übersicht
20.06.2007
Bericht von der SY Haspa Hamburg
Kommt nun das Tief?
Tagsüber war es unerträglich heiß. Die Wassertemperatur beträgt inzwischen 25 Grad, der Wind wehte heute Mittag bis 31 Knoten in Böen bei halbem Wind. Unsere "dicke Lady" kam zum Teil recht gut ins Rutschen, so schafften wir über 17 Knoten. Das war Klasse und der Jubel an Deck war groß. Ganz zum Nachteil der Freiwache, die auf Grund der mindestens 35 Grad im Schiffsinneren eh nicht wirklich schlafen konnte. Die Ausrufe von fliegenden Fischen ließen die Freiwache auch immer an Deck rennen. Calli scheint wirklich ein Auge für die Tiere dieses Gewässers zu haben. Ich rufe zwar immer nach Flipper, aber er lässt sich einfach nicht blicken. Na, der kann was erwarten, wenn ich ihn sehe!
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Eigentlich sollte es jetzt da sein, unser Tief auf das wir seit Stunden warten. Es wurde genau für jetzt angesagt. Die Sonne ist verschwunden, die Wellen werden höher und der Wind frischt jetzt wieder ein wenig auf (in Böen bis zu 25 Knoten).
Die G1 tauschen wir gegen die G3. Gleich wird noch einmal so was wie Nahrung zubereitet (Trekkingmahlzeit), damit jeder etwas im Bauch hat. Alles ist seefest, das heiße Wasser für Tee oder Brühe wird vorbereitet.
Langsam fängt es hier recht dolle an zu schaukeln und draußen sind auf Grund der Wolken und des Windes die Temperaturen gesunken. Hier im Inneren unserer Haspa haben wir immer noch Schweißperlen auf der Stirn. Lüften können wir leider nicht, da immer wieder Gischt über das Deck fliegt.
Die Nacht über hatten wir im Durchschnitt 22-25 Knoten Wind. Das Steuern macht wahnsinnig Spaß, zumal wir dank dem Golfstrom noch zwei Knoten mit hatten, dadurch kamen wir manchmal auf einen S O G von 15 Knoten mit einem Reff und der G3.
Gegen Morgen frischte der Wind auf 35 Knoten auf und es war kurzfristig eine sehr unangenehme Welle. Mittlerweile haben wir uns aber an das Geschaukel gewöhnt und das Segeln bei momentanen 24-28 Knoten ist nicht mehr ganz so unangenehm und macht sogar Spaß.
Karibische Verhältnisse
Klar…Nordatlantik muss kalt sein! Dank Jeantex haben wir alle sehr gute Thermounterwäsche, Fleece Oberteile sowie dickes Ölzeug erhalten. Das muss ja angezogen werden!
Welche Temperatur wir letzte Nacht hatten, kann keiner von uns genau sagen. Auf Grund von schlecht Wetter Vorhersage, haben wir uns professionell angezogen und geschwitzt wie nichts Gutes! Es war irre warm und das nachts!
Tommy, Katrin, Michael und ich hatten die Wache von 00:00 - 04:00 Uhr Morgens. Am Horizont sahen wir Wetterleuchten und es war dort irgendwie dunkler als über uns. Langsam verschwanden die Sterne, eine steilere und höhere Welle baute sich auf. Der Genaker musste runter und die G3 sollte hoch. Das alles kurz vor Wachwechsel. Da wir nur zu viert waren, haben wir unseren Skipper Gerd, der wachfrei fährt, aus seinem wohl verdienten Schlaf geholt.
Amelie, die auch wachfrei war, ist von dem Lärm an Deck aufgewacht und wollte nach dem Rechten schauen und ihre Hilfe anbieten. Super Idee von ihr, denn sie konnte somit den Genaker unter Deck annehmen. Ich glaube wirklich, dass es schönere Situationen gibt, um aufzuwachen, als ein nasses Segel entgegen zu nehmen.
Gerd und Michael haben die G3 gesetzt und die andere Wache stand an Deck, um unseren Kurs Richtung Golfstrom und somit auch Richtung Point Alpha in einem angemessen Stiel mit einer dementsprechend angemessener Geschwindigkeit fortzusetzen.
Wir die Bb-Wache haben in der Tat mit dem vorhergesagten Tief gerechnet. Als wir vier Stunden später von Julian mit den Worten…"Neben uns sind ganz viele Delphine und die Sonne scheint…" geweckt wurden, glaubten wir zu träumen. Kein Tief über uns, wenig Wind und wie sagte Gerd so schön, "das Meer hat ein tierisch kitschiges Blau". Er hat Recht! So ein Blau hat noch keiner von uns je zuvor gesehen.
Das Meer lebt und man mag es kaum glauben, neben Delphinen und anderen komischen Vögeln, die verdammt viel Ausdauer haben, kommen uns kurze und lange Kanthölzer entgegen. Tommy unser "Klo-Ingenieur" findet Kanthölzer auf See auch nicht so schlimm. Da fährt man einfach gegen und dann sind die kaputt, weil sie schon ganz dolle aufgeweicht sind. Ehrlich gesagt, mir sind Kanthölzer auch lieber als schlummernde Wale oder umher treibende Container, aber dagegen fahren, muss ja auch nicht wirklich sein.
Jetzt sitzen wir hier und Tommy versucht unter Spi neue Speed-Rekorde aufzubauen. In kurzer Hose mit T-Shirt und Schwimmweste warten wir auf das Tief, was uns laut Aussage von Meeno Schrader heute Mittag erreichen soll. Das Barometer fällt bereits, aber das hat es gestern auch schon getan.
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