20.06.2007
Presseinformation HSH Nordbank blue race
Rauer Ritt zum Point Alpha
Der Atlantik zeigt den Crews des HSH Nordbank blue race auf dem Weg zum
Point Alpha seine Krallen. „Outsider“ und „Chieftain“ liefern sich einen
heißen Kampf um die Führung. Wer wird als erstes am Point Alpha sein?
Newport/Hamburg, 20. Juni 2007 – Es waren dramatische Momente auf der
„Norddeutschen Vermögen Hamburg“, als eine gewaltige Welle über das Deck
fegte und den Heckkorb in Kleinteile zerlegte. Die Wettfahrtleitung erhielt
kein Signal mehr und erkundigte sich über Satellitentelefon. „Alle
unverletzt, aber die Genua ist aus dem Vorstag gefetzt und der Heckkorb
zerstört, daher gibt der Race Tracker auch kein Signal mehr“, hieß es von
Bord. Mit dem kräftigen Wind von achtern und einer plötzlich auftretenden
Gegenströmung hatte sich eine enorme See aufgebaut und die „Norddeutsche
Vermögen Hamburg“ heftig gebeutelt. Mittlerweile ist der Heckkorb aber mit
Notmitteln repariert, der Race Tracker sendet wieder und die Crew ist
wohlauf.
Meeno Schrader aus Kiel hat als Meteorologe der Regattaleitung die Yachten
ganz genau im Blick: „Die mächtig von hinten auflaufende oder von der Seite
kommende See ist gerade bei Gegenstrom steil, hart und erbarmungslos. Eine
physische Belastung für Rumpf, Rigg und Crew. Ein Ende ist vorerst nicht
abzusehen. Das Tief bewegt sich in dieselbe Richtung in die das Rennen
führt“, erklärt Schrader.
An der Spitze des Feldes liefern sich die irische „Chieftain“ und die Kieler
„Outsider“ ein spannendes Duell. Wer hat die Nase vorn, wenn es an das
Runden des Point Alpha geht?
„Die ersten Yachten werden den Wegepunkt Point Alpha in den kommenden 24
Stunden erreichen“, sagt Alan Green. „Es ist ein schnellen Rennen bisher“,
so der Wettfahrtleiter des HSH Nordbank blue race.
Auch bei der Bruhns Familie auf der Swan 45 „Iskareen“ geht es hoch her.
„Crew und Schiff haben eine extrem harte Nacht hinter sich und sind nun
damit beschäftigt, sich und das Material wieder zu ordnen. Die
Messinstrumente laufen seit einigen Minuten wieder, Blast Reacher
(Raumwindsegel), Kicker (Baumniederholer) und auch Steuerrad sind von den
teilweise mehr als heftigen Wellen, die über Deck gegangen sind, arg in
Mitleidenschaft gezogen worden“, beschreibt Arnt Bruhns die Situation an
Bord. Der Skipper, der nicht zum ersten Mal auf dieser Route unterwegs ist,
meint: „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Teilweise waren wir nur unter
Sturmfock unterwegs, wir hatten gar nicht extrem viel Wind, etwa 45 Knoten,
aber sehr hohe, steile Wellen die über Deck klatschten und über uns brachen.
Eine hat Sönke und mich durch das Cockpit gefegt.“
(Alle haben immer Schwimmwesten und eingepickte Lifebelts getragen) „Jetzt nimmt der
Wellengang ab, wir sind müde nach der durchgerüttelten Nacht, aber alle
wohlauf und gesund“, so Bruhns. Mit an Bord ist auch sein Vater Reemt
Bruhns, der mit 75 Jahren der älteste Segler im HSH Nordbank blue race ist.
Trotz des rauen Wetters freuen sich die Crews daher durchgängig über den
Wind von achtern, der sie voran schiebt.
Von der Maiden kommen Jubelmeldungen: „Genauso haben wir uns das gedacht!
Der Wind frischte deutlich auf und drehte dabei von Südwest auf West und
später auf Nord. Der mittelschwere Spinnaker wurde nach einer Halse gegen
den "Chicken Chute" (Spinnaker) gewechselt, später mit der Winddrehung auf
Nord auch dieser heruntergenommen und durch die Genua 3 (Vorsegel) ersetzt.
Unter erstem Reff und Böen bis 30 Knoten jagen wir derzeit durch die Nacht,
das Log zählt im Schnitt 10-12 Knoten; den Speedrekord hält bislang Cora mit
19,0 Knoten!“, so Hilmer Goedeking, Skipper der Maiden.
Im Hafen von Newport/Rhode Island ist derweil etwas Ruhe eingekehrt. Die
drei Maxiyachten der zweiten Gruppe sind bereits eingetroffen und die Crews
bereiten sich auf den Start am Sonnabend vor. Der Newport Shipyard ist auf
Yachten dieser Größe bestens vorbereitet. Im zweiten Start segeln die größte
Yacht des HSH Nordbank blue race, die „Parsifal III“ mit 177 Fuß (54 Meter),
die „BonBon“ mit 80 Fuß (gut 24 Meter), sowie die „Rambler“ (90 Fuß/ knapp
28 Meter).
Die vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) initiierte Regatta wird mit Hilfe
des New York Yacht Club (NYYC) ausgerichtet. Das HSH Nordbank blue race von
Newport, Rhode Island, nach Hamburg startet am 16. Juni 2007 in Newport
(USA). Damit die Flotte zeitgleich in der Hansestadt ankommt, machen sich
die schnellen Maxiyachten in einer zweiten Startgruppe am 23. Juni auf den
Weg. Über den Atlantik führt die rund 3600 Seemeilen lange Strecke nördlich
um Großbritannien bis nach Hamburg, wo vom 6. bis 15. Juni ein großes HSH
Nordbank blue race Village die Segler sowie alle Besucher empfängt. Das
Rennen ist für alle Einrumpf-Hochseeyachten mit einer Länge ab 40 Fuß (12,20
Meter) offen. Schirmherr des HSH Nordbank blue race 2007 ist Ole von Beust,
der Bürgermeister der Hansestadt Hamburg.
Neben der HSH Nordbank als Titelsponsor zählen die Mercedes Benz
Niederlassung Hamburg, König & Cie, Georgsmarienhütte Holding, hanseboot,
Marinepool, sowie Holsten zu den weiteren Partnern der Regatta. Als
offizielle Charity wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung
Schiffbrüchiger (DGzRS) ernannt.
Pressekontakt HSH Nordbank blue race
Mareike Guhr
Tel: +49 (0) 40 28 40 81 85
Fax: +49 (0) 40 28 40 81 80
Mobil: +49 (0) 170 31 09 157
Mobil USA vom 10.-24. Juni: 001 - 401 207 4148
Email: media@hsh-nordbank-blue-race.com
www.hsh-nordbank-blue-race.com
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