HSH Nordbank blue race 2007
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Sent: Fri, 29 Jun 2007 8:26 pm
Subject: 07-06-29 dreizehnter Bericht von Bord der Haspa Hamburg
Schnelle Luft
Die letzte Nacht war mal wieder spannend. Der Wind hat eine konstante Stärke und wir fuhren mit 2 Reffs im Groß und der G4. Der Wind pustete uns mit 28 - 32 Knoten um die Ohren und wir nährten uns mit 8 Knoten über Grund unserem Ziel.

Zu unserem nächsten Wegepunkt sind es noch ca. 880 NM (Fair Island), man könnte also fast sagen, dass Land in Sicht ist. Die Wellen haben wieder eine Höhe erreicht, wo jeder Griff an Bord in Zeitlupe abläuft. Die Bewegungen werden immer langsamer. Das Doofe ist, dass der Mensch nur zwei Hände hat. Es heißt immer, eine Hand für sich die andere für das Schiff. Hmm, also ich brauche grade beide Hände für mich, ansonsten würde ich hier so gnadenlos durch die Gegend purzeln.

Langsam wird es wirklich kalt. Selbst unter Deck ist es jetzt gut auszuhalten. Der Reißverschluss vom Schlafsack wird wieder geschlossen. Die Thermounterwäsche kann man gleich anbehalten. Die Socken, die in den Seestiefeln leicht feucht geworden sind, kommen mit in den Schlafsack, um zu trocknen. Sowieso ist die Zeit der Baumwolle jetzt endgültig vorbei. Die Feuchtigkeit im Schiff wird von Tag zu Tag höher und die Klamotten immer klammer. Alle frischen Sachen, die wir noch dabei haben, sind separat in Müllbeutel eingepackt, um diese vor der Nässe zu schützen.

Nach 13 Tagen an Bord wächst der Wunsch zu duschen. Gut, ich persönlich habe es mir schlimmer vorgestellt, aber so langsam könnte mein Körper mal warmes Süßwasser sehen. Neben der warmen Dusche kommt jetzt hier und da mal das Verlangen nach einem Steak. Wie bereits oben genannt, ist ja schon fast Land in Sicht, das heißt, dass das Steak in greifbare Nähe rückt. Zum Glück habe ich von meinem Freund die schriftliche Zusage erhalten, dass er mir ein Steak brät, wenn ich wieder zu Hause bin. Ich sitze hier in der Navi und gucke mich um. Überall hängen Sonnenbrillen, nasse Handschuhe, Sonnenhüte, nasse und trockene Segel, Rettungswesten, Polo-Shirts zum Trocknen, Seestiefel und alles andere was der Mensch bei einer Atlantiküberquerung sonst noch so benötigt. Ich gucke die Sachen an und kann sie riechen. Alles riecht, alles ist nass, ich rieche und ich bin nass.

Selbst der Blick in die Gesichter der Crew überrascht mich positiv. Man kann so viel ablesen. Man schaut sich so an, sagt nichts und weiß dennoch was der andere wohl grade denkt. Ich habe versucht Erschöpfung in den Gesichtern zu finden, aber es gelingt mir nicht. Jeder von uns ist nach wie vor fleißig dabei und gibt sein Bestes. Ob an oder unter Deck, jeder ist mit über 100% bei der Sache.

Der Wind ist vor lauter Pusten müde geworden und treibt uns jetzt mit ca. 16 Knoten voran. Bei einer Geschwindigkeit von ca. 8,6 Knoten über Grund ist es jetzt eine ganz angenehme Fahrt. Man kann sich mittlerweile besser bewegen, da das Wellenbild etwas ruhiger ist.

Heute gab es Suppe, ja Gemüsesuppe aus der Dose! Die war ja so lecker.. Aber sehr flüssig.Suppe halt. Es war eine Kunst die Suppe zu essen, aber es ging ohne große Katastrophen aus.

Unsere Position beträgt zurzeit 52 37 68 N und 22 41 08 W. Schon wieder ist ein Tag um und eine DIN A4 Seite voll.

Ahoi, Christina Böge

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Segeln blindes gif
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