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HSH Nordbank blue race 2007
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Verschickt: Di., 26. Jun. 2007, 17:43
Thema: 07-06-26 zehnter Bericht von der Haspa Hamburg
Immer noch Nebel
Der Nebel liegt seit nunmehr fast 30 Stunden über uns. So etwas habe ich
noch nie erlebt. Die Luft ist feucht und alles ist mit "Tau" bedeckt, selbst
unser Rudergänger Michael. Heute nacht hatten wir Wetterleuchten und zu
allem Überfluss hat es auch noch geregnet. Der Nebel ist noch genau so
hartnäckig wie zuvor. Dieses Phänomen läuft einem auf der Ostsee seltener
über den Weg.
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Heute wurde wieder rumgebastelt. Jonas wurde erneut in den Mast gezogen und
hat das Großfall repariert. Ansonsten sind wir gesegelt. Alles in Allem war
es ein sehr ruhiger Tag und wir haben uns auf die Fortbewegung der Haspa
Hamburg konzentriert.
In einer ruhigen Minute fragte ich Michael, ob die Regatta so ist, wie er
sie sich vorgestellt hat. Er guckte mich an wie ein Auto, denn ich saß mit
einem Block und einem Stift vor ihm. Mein Vorhaben war nämlich ein
Interview. Michael ist an sich ein eher ruhiger Zeitgenosse und redet
tatsächlich nur, wenn er etwas zu sagen hat. Eigentlich ganz toll! Egal,
zurückführend auf das "Interview" hatten wir sehr viel Spaß, denn seine
Antwort zur oben genannten Frage war wie folgt: "Ja also, Grundsätzlich
hatte ich den Atlantik als gemein gefährlich im Ohr. So mit angriffslustigen
Möwen, schlafenden Walen, kalt, windig.einfach böse halt. Bin jetzt zum
Glück positiv überrascht, wegen dem warmen Wasser im Golfstrom, der
faszinierenden Tierwelt sowie..." Ja, weiter wusste er nicht und ich sollte
noch einmal vorlesen. Ich las seine Antwort noch einmal vor und wir mussten
schon ein wenig lachen. Die Antwort hört sich schon ein wenig blauäugig und
naiv an. Michael bat mich darauf hin meine Fragen aufzuschreiben, er würde
sie dann in einer ruhigen Minute ganz spontan schriftlich beantworten. Das
Gute ist, dass ich weiß was er meint und ich denke auch, dass meine Frage
vielleicht für eine entspannte Seele ein wenig gemein ist. Ganz ehrlich, wir
sind hier nicht um zu denken, sondern um zu segeln. Gut okay, ein wenig
denken muss man beim Segeln auch.
Mit mehr oder minder stetigem Wind bewegen wir uns mit einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 Knoten Speed over ground gen Fair Island
zu. Die Distanz beträgt zu Fair Island nur noch knapp 1.350 NM. Es wurde
ein Tief angekündigt und wir sind sehr gespannt. Ein wenig mehr Wind und
Abwechslung wäre super! Allerdings soll der Wind aus Osten kommen, was den
Nachteil hat, das wir kreuzen müssten. Wir lassen uns jedoch überraschen, es
kommt eh immer alles anders als man denkt. Wir werden bis zum Eintreffen des
Tiefs noch ein paar Mal den Gennacker gegen den Spi und umgekehrt
austauschen.
Christina Böge
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