HSH Nordbank blue race 2007
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Sent: Sun, 1 Jul 2007 4:03 pm
Subject: Bericht Nr. 14 und 15 von Bord der Haspa Hamburg
Böser Nordatlantik?
30.06.07
So, langsam reicht es! Alle erzählten etwas vom bösen Nordatlantik. Kalt und Nass, stürmisch soll er sein und hohe Wellen haben. Ja, wer behauptet denn so einen Schmarrn?
Okay, der Mensch kann natürlich auch Pech haben und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es hier und dort bestimmt auch mal etwas schnellere Luft über dem Nordatlantik gibt.
Ansatzweise durften wir das ja auch schon einmal kennen lernen.

Wir dümpelten nach wie vor rum und warteten auf den Wind, der uns ja versprochen wurde. Leider gab es wiedererwartend wenig Wind und somit dümpelten wir auch diese Nacht mit einem true wind speed von ganzen 7,4 Knoten und einem Speed over ground von gerade mal 3,5 Knoten unserem Ziel entgegen.

Gegen Morgen schlief der Wind komplett ein und die Segel schlugen nur so um sich. Wir hatten keine Fahrt im Schiff, so haben wir uns zu Gunsten der Segel entschlossen, diese zu bergen, damit uns die Segel nicht kaputt gehen. Es hat aber zum Glück nicht lange gedauert, da kam auch schon wieder Wind auf.
Durch das Tief, was wohl mehrere Schiffe etwas intensiver als unseres miterlebt hat, stand eine ziemlich hohe Dünung. Mit relativ wenig Wind und somit auch wenig Fahrt im Schiff, waren die Wellen schon eine Herausforderung. Tommy meinte er würde die Alpen sehen, so hoch waren die Wellen. Nein, wir sind für Land in Sicht noch zu weit weg!
Hoch am Wind sind wir gestern mit einem Speed over ground von ca. 8 Knoten unserem Ziel entgegen gesegelt. Mal schien die Sonne, mal regnete es. An Hand des wechselhaften Wetters merken wir, dass wir immer mehr gen Norden kommen.

01.07.07
Ich bin begeistert, denn in der vergangenen Nacht hatten wir zur Abwechslung mal keine Flaute. Wir sind mit stetiger Luftgeschwindigkeit hoch am Wind weitergesegelt. Die Geschwindigkeit beträgt im Durchschnitt ca. 7,5 Knoten. Das Wellenbild ist etwas ruhiger geworden und das Schiff lässt sich angenehmer steuern. Mit einer Windgeschwindigkeit von ca. 12 Knoten bewegen wir uns mit ca. 7,5 Knoten speed over ground unserem Ziel entgegen. Laut Wetterbericht ist in den nächsten Tagen nicht unbedingt mit mehr Wind zu rechnen. Alles in allem ist es ein sehr ruhiges Segeln, was Michael und mir nicht so gefällt, denn wir wollen schon ein wenig schneller vorankommen.

Mir wurde eben zugerufen, dass einige meiner Mitsegler einen Döner bei Ankunft in Hamburg haben wollen. Das soll ich doch bitte schreiben, damit ein jeder weiß, was er mitbringen soll. Ganz ehrlich, schmeckt kalter Döner? Ich bin mir jetzt nicht so sicher. Also, ich möchte keinen Döner bitte. Danke!

Tommy zaubert grade ein Frühstück. Rührei ohne Speck. Der Speck ist uns vergammelt. Schade, nun gibt es ganz normales Rührei nur mit Zwiebeln.
Das Barometer steigt wieder. Ich möchte nicht, dass es steigt, ich möchte Wind haben. Wir wollen doch zu Fair Island und das recht fix! Mit Flaute wird das so schnell nichts. Böser Atlantik!

Zu Fair Island sind es round about noch 550 NM. Wenn wir so weiter fahren wie jetzt, benötigen wir noch ein paar Tage. Wir lassen uns überraschen. Wir befinden uns zur Zeit auf 55 06 85 N und 018 16 52 W und sind gespannt, was uns der heutige Tag noch so bringt.

Die ganze Crew der Haspa Hamburg lässt grüßen.
Christina Böge

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Segeln blindes gif
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