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HSH Nordbank blue race 2007
www.hsh-nordbank-blue-race.com - Übersicht
Verschickt: Mo., 25. Jun. 2007, 14:03
Neunter Bericht von Bord der Haspa Hamburg
Was zum Segeln noch dazu gehört
Jetzt, wo wir weniger Wind und ruhigere See haben, können wir das laufende
ut in Ruhe begutachten, welches in den letzten Tagen doch recht beansprucht
urde. Jonas war gestern im Mast und hat sich das Großfall angeguckt. Auf
er Steuerbordseite ist es ein wenig angescheuert. Des Weiteren wurde das
igg noch einmal kontrolliert. Die Niederholer haben auch etwas gelitten und
urden zusätzlich noch einmal mit Leder gestärkt. Die Spuren der letzten
age sind sichtbar und es ist wie überall, fängt man einmal an zu basteln,
allen einem tausend Sachen auf, die noch erledigt beziehungsweise
usgebessert werden müssen. Es soll ja auch nicht langweilig werden. Neben
äufigen Spi und Gennacker Wechsel wird genäht, gespleißt, aufgeräumt und
mgestaut.
Nicht nur das Material braucht sehr viel Aufmerksamkeit, sondern auch die
ebensmittel! Am siebten Tag fing der Kühlschrank langsam an zu müffeln.
atrin unsere Proviant und Schatzmeisterin hat sich bereits vor Start zur
ufgabe gemacht für unser leibliches Wohl zu sorgen. Neben dem Einkauf bei
er Metro (ich musste helfen..never ever again), hat sie hier an Bord alles
nter Kontrolle. Wenn man den Pfefferminztee, oder andere Spezialitäten
ucht, sagt sie einem sofort, wo etwas zu finden ist. Sie ist eine verdammt
trenge Schatzmeisterin und ein jeder von uns bekommt sofort was auf die
inger, wenn er ein Schapp öffnet, wo er nichts dran zu suchen hat (selbst
er Skipper hat einen riesen Respekt vor ihr). Die Haspa Hamburg hat viele
chapps und wir dürfen nur an zwei oder drei ran. Am Kühlschrank und Schapp
ängt ein Zettel, wie viel man wovon am Tag essen darf. Ein Müsliriegel pro
erson pro Tag, zwei Schokoriegelchen (sehr klein) pro Person pro Tag und so
eiter und so fort. Mittagessen und Abendessen hat Katrin zuvor in Tüten
bgepackt, so dass man nur einen Handgriff tätigen muss, damit man alles zum
ochen zusammen hat.
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Foto: Haspa
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Wie gesagt, am siebten Tag machte sich der Kühlschrank mit einem nicht so
eckeren Credo aufmerksam. Es schwamm eine undefinierbare Brühe am Boden der
ühleinrichtung. Was ist das? Keiner wollte es wissen, somit wurde radikal
usgemistet und weggeschmissen, was wirklich im Herzen wehtat, denn es war
icht wenig. Das Kühlgerät wurde mit Sagrotan ausgewischt und desinfiziert,
enn was kann einem am Bord schlimmeres passieren, als einen Virus in den
mlauf zu bringen?
Heute ist der neunte Tag auf See und wir alle sind wohlauf! Es ist nach wie
or eine super Stimmung an Bord und das Segeln ist ein Traum. Durch das
uhigere Wetter haben wir viel mehr Zeit uns Sachen zu erzählen. Wir lernen
ns von Tag zu Tag mehr schätzen und der Zusammenhalt wird immer extremer.
ch glaube, in Hamburg kann uns so schnell nichts auseinander bringen und
ie erste Zeit an Land, wird der eine oder andere den einen oder anderen
ehr vermissen. ABER bis dahin segeln wir ja noch ein paar Tage zusammen.
as ruhige Wetter ist zum "Luftholen" wirklich ganz schön gewesen, aber
etzt könnte mal langsam mehr Wind kommen. Der Atlantik gleicht momentan der
stsee, es fehlt nur noch Dänemarks Küste an der Kimm.
Heute Nacht kam dichter Nebel auf und es war irgendwie unheimlich. Wir
ingen davon an zu sprechen, ob es Geisterschiffe wirklich gibt. Wir sind zu
einem Entschluss gekommen, haben uns aber wilde Gruselgeschichten erzählt,
ie Umgebung lud dazu ein.
Zum Glück bedeutet Nebel ja nicht immer komplette Flaute, so fahren wir
etzt mit ca. 10 Knoten Wind und einem Speed over ground mit ca. 7,5 -8,5
noten über den Nordatlantik. Unsere Position beträgt 46°12. 44 N 040° 40.
6W und wir hoffen, dass sich der Nebel bald auflöst. Es wurde auch schon
in Stück blauer Himmel gesichtet, wo weiß ich nicht, als ich in den Himmel
ah, konnte ich nur schwer die Mastspitze sichten, aber die Hoffnung stirbt
uletzt. Uns bleibt nur eines übrig, um aus diesem Nebel raus zukommen. Wir
üssen weiter segeln und weiter versuchen die höchste Geschwindigkeit mit
en Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, rauszuholen.
Christina Böge
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