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Maxi Yacht Rolex Cup 2014
PORTO CERVO, ITALY - August 31 - September 6, 2014
www.regattanews.com - Übersicht 2014

September 6, 2014
MAXI YACHT ROLEX CUP: GLORREICHE KRÖNUNG
Durchgehend neue Champions in allen Wertungsklassen prägten den 25. Maxi Yacht Rolex Cup. An einem dramatischen Finaltag in Porto Cervo/Italien fielen alle Entscheidungen gegen die Titelverteidiger. Damit darf der Ausgang des Segelspektakels, das vom Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) und der Internationalen Maxi-Klassenvereinigung (IMA) organisiert und seit 1985 von Rolex gesponsert wird, durchaus als Überraschung gesehen werden.
Andres Sorianos Alegre gewann nach einem ständigen Zweikampf schon während der gesamten Regattawoche mit Roberto Tomasini Grinovers Robertissima III zum ersten Mal die Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft. Nach mehrfachen Führungswechseln sicherte sich die Magic Carpet 3 den Titel in der Wally-Klasse; Lionheart ist der neue J-Class-Champion; bei den Supermaxis festigte die Firefly ihre durchgängige Überlegenheit, und die Lupa of London siegte in der Klasse Maxi racing/cruising. Alle Klassengewinner erhielten eine Rolex Armbanduhr und eine Maxi Yacht Rolex Cup Trophäe.
Alegre: Grenzenlose Freude
Die Spannung am Schlusstag lag auf den Stegen förmlich in der Luft. Die Crews versuchten vor dem intensiven Regattatag krampfhaft Gelassenheit vorzutäuschen. Taktische Pläne wurden erläutert und die Segelauswahl getroffen. Die Alegre war schon zweimal bei der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft mit guten Titelchancen ins Finale gegangen (2010 und 2013). Beide Male verlor sie gegen Niklas Zennströms Rán 2. Dieses Jahr waren Zennström und seine neue Rán 5 aus dem Rennen, nachdem sie als Dritte mit mehr als zehn Punkten Rückstand zu den Führenden in den Schlusstag gingen. Aber die Alegre hatte immer noch gegen Zennströms Wunderwaffe zu kämpfen, die ehemalige Rán 2, die inzwischen in den Händen von Grinover ist. Drei Punkte trennten die beiden Teams. Bei zwei verbliebenen Kurzrennen war alles offen.
„Wir dürfen sie [Robertissima] nicht ziehen lassen. Wir müssen aufpassen und immer dranbleiben“, sagte Alegres Olly Cameron vor dem Start. Auf der Robertissima war die Atmosphäre ähnlich. „Wir spielen um etwas Aufregendes und Faszinierendes. Wir dürfen uns glücklich schätzen, diese Gelegenheit bekommen zu haben, und wir sollten stolz auf das sein, was wir bis hierher erreicht haben“, meinte Taktiker Vasco Vascotto. „Wir müssen uns lediglich darauf konzentrieren, gut zu segeln. Wir haben der Crew am Morgen eingebläut, nehmt es wie ein Sonnabendrennen in eurem lokalen Klub, geht einfach davon aus, dass nichts Besonderes auf dem Spiel steht. Wenn wir alles geben, ist es genug.“
An einem böigeren Tag als erwartet – der Wind wehte durchschnittlich mit 18 bis 20 Knoten – war es zunächst die Rán, die einen typischen, finalen Durchmarsch hinlegte und beide Rennen gewann. Aber wichtiger waren der dritte und vierte Platz der Alegre, die ausreichten, um Robertissimas Träume von einem Comeback zu zerstören und den eigenen, heiß begehrten Titel zu sichern.
„Es ist eine großartige Leistung für das Team, Weltmeister zu sein“, sagte Soriano. „Ich bin erleichtert, es ist ein Gefühl, das wir lange entbehrt haben. Wir waren bereits zweimal in dieser Position, aber diesmal haben wir die letzte Hürde endlich genommen und nicht gerissen. Wir haben unser eigenes Rennen gesegelt, locker und relaxed, selbstbewusst wie schon die ganze Woche. Dieses Jahr war das Niveau der Konkurrenz noch höher als zuvor, besser als wir alle es uns vorgestellt hatten.“ Die Glückwünsche der befreundeten Mini-Maxi-Eigner auf dem Steg für Soriano zeigten, das bei aller Härte und Leistungsdichte in der Klasse ein Gentlemen Agreement und großer Sportsgeist vorherrschen.
Magic Carpet fliegen
In der Wally-Klasse gab es vor dem Finaltag keinen klaren Favoriten. Die drei führenden Teams waren nur durch einen einzigen Punkt getrennt. Alle hatten schon in Porto Cervo gewonnen, und alle hatten während der Regatta zwischendurch schon mal geführt. Titelverteidiger Jean-Charles Decaux aus Frankreich mit der J One begann das Finale punktgleich mit der viermaligen Gesamtsiegerin Y3K des Hamburgers Claus-Peter Offen. Nur einen Zähler zurück lagen Sir Lindsay Owen-Jones, fünfmaliger Gewinner des Events, und seine Magic Carpet 3.
Mit dem dritten Tagessieg der Woche gewann die Magic Carpet 3 das erste Kurzrennen; die Y3K stolperte nach einen schlechten Start früh; und die J One konnte die Performance der Magic Carpet bei den Bedingungen nicht halten und wurde Dritte. Magic Carpets Meisterstück wurde im letzten Rennen perfekt, als ihre Gegner ausfielen; die J One musste aufgeben, und auch die Y3K hatte Materialprobleme und beendete das Rennen nicht. So war der dritte Platz am Ende genug für Owen-Jones ersten Erfolg mit der 2013 gebauten Wally Cento.
„Es war die ganze Woche knapp“, bilanzierte Owen-Jones, die J-One wird gut gesegelt. Das kann ich ganz gut beurteilen, weil es das gleiche Boot wie meines ist. Wir nehmen hier schon seit vielen Jahren teil, denn es ist das Rennen, das wir alle gewinnen wollen.“
Lionheart heldenhaft
Schlanke Linien, hohe Masten und Decks, die nur so strahlen vor polierten Winschen und lackierten Holzarbeiten, meint unterm Strich, die J-Class Boote vereinen viel ansprechenden Glanz. Das starke Vierer-Feld wechselte die Positionen in den Zwischenständen die ganze Woche, und auch noch im Finale. Nachdem Titelverteidigerin Velsheda nach einer für ihre Verhältnisse schlechten Woche aus dem Rennen war, blieb es der Lionheart, der Rainbow und der Ranger überlassen, um den Sieg zu kämpfen.
Der Finaltag der Lionheart begann nicht so gut. Nach einem Fockproblem wurde sie im ersten Kurzrennen nur Letzte. Dadurch war es an den Rivalen, die Initiative zu ergreifen. Aber der Rainbow ging es kaum besser, denn sie wurde für einen Frühstart bestraft und wurde nur Dritte. Die Velsheda holte den Tagessieg, die Ranger wurde Zweite.
Danach gingen Lionheart, Rainbow und Ranger punktgleich mit zehn Zählern ins letzte Rennen. Der Gewinner würde den Titel feiern. „Das war am Ende ziemlich hart“, erklärte Lionheart-Taktiker Bouwe Bekking. „Im letzten Rennen sind wir nicht gerade brillant gestartet, aber dann lief es besser und wir waren gleich wieder vorne mit dabei. Die Rainbow verlor ihren Spinnaker, und wir mussten wegwenden, um nicht ins Problem verwickelt zu werden. Dann hatten sie eine Situation mit der Velsheda.“ Es war ein Vorfall, der im Protestraum endete und die Rainbow, Gewinnerin auf dem Wasser, disqualifiziert sah. „Manchmal laufen Wettfahrten so“, meinte Bekking. „Es war wirklich ziemlich eng alles, besser können Regatten nicht sein. Die Crew hat sie für uns gewonnen.“
Ergebnisse, klick hier.
Andreas Kling
Yachting PR Consultant
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