22.08.2004
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Gäbler/Struckmann nach vier Wettfahrten auf Platz sieben:
"Wir sind überrascht von uns selbst und sehr happy"
Athen, 22. August 2004. Locker, zufrieden und mit Spaß am Segeln - so präsentieren sich Roland Gäbler und Gunnar Struckmann in diesen Tagen in Athen. Der dreimalige Weltmeister aus Tinglev und sein Vorschoter waren unter schwierigen Voraussetzungen an den Start zu Gäblers fünften Olympischen Spielen gegangen, nachdem sich Gunnar Struckmann vor vier Wochen den Daumen im Training anbrach und zur Zeit noch mit Klettschiene segeln muss. Trotzdem belegt die Mannschaft nach vier Rennen Platz sieben. "Wir sind überrascht und super happy", sagte Gäbler, "das Feld ist enger zusammen, als wir dachten. Wir haben uns auch im Speed verbessert."
Nicht nur die deutsche Tornado-Crew sah sich am Sonntag heftigsten Wetterkapriolen ausgesetzt. In Rennen drei drehte der Wind so heftig, dass einige Boote an der Kreuz normal weitersegelten, andere jedoch den Gennaker setzten. "Das waren Dreher von 180 Grad", erklärte Gäbler, "der Wind hat so schnell gedreht, dass wir den Kompass gar nicht mehr lesen konnten." Resultat der Bedingungen, die bei anderen Regatten in der Regel zum Abbruch der Wettfahrt führen: Sieben Teams legten am Sonntag Abend Protest gegen die Wettfahrtleitung ein.
Marcus Baur und Max Groy dagegen segeln weiter glücklos im Saronischen Golf. Nachdem sie im zehnten Rennen mit Rang zwei an die guten Resultate vom olympischen Auftakt anzuknüpfen schienen, machte Rang 13 in Wettfahrt elf alle Hoffnungen wieder zunichte. "Es ist unsere schlechteste Regatta der letzten 14 Monate", haderte 49er-Steuermann Marcus Baur mit sich, "es will einfach nicht laufen. Wir segeln schlecht. Unser Problem ist, dass wir nicht konstant sind. Es müssen konstant Plätze zwischen drei und sieben sein, nicht mal ein sehr gutes Resultat und dann wieder zwei schlechte."
Für Europe-Steuerfrau Petra Niemann ging am Sonntag ihr zweiter Olympiaeinsatz zuende. Am Ende musste sich die Berlinerin mit Platz zehn begnügen. "Ich bin eigentlich gut gesegelt und weiß gar nicht so recht, woran es gelegen hat", kommentierte die 26 Jahre alte Pharmaziestudentin die so eben erreichte Top Ten-Platzierung, mit der sie ihr Ziel, eine Medaille aus dem Saronischen Golf zu fischen, klar verfehlt hat. Trotzdem ging Niemann am Abend mit Freunden zur Siegerehrung: "Es wird mir weh tun, denn da kommen bestimmt Gedanken auf, wie es hätte sein können, wenn... Aber es ist nur fair, den Gegnern Respekt zu zollen."
Während die Mistral-Surfer am Sonntag einen freien Tag hatten, verbuchten Alexander Hagen (Hamburg) und Jochen Wolfram (Damme) im Starboot die Ränge 13 und acht und liegen nach vier Rennen auf Platz elf. Für Schlagzeilen sorgte jedoch eine andere Starbootmannschaft: Die Schweden Frederik Loof und Anders Ekström, die vor den Spielen als Goldfavoriten gehandelt wurden, legten einen heftigen Fehlstart hin und liegen nach zwei Regattatagen auf dem 17. und damit letzten Platz.
Bei den beiden ersten Medaillenzeremonien wurden am Wochenende die Olympiasieger in sechs Disziplinen gekürt. Dabei sorgten am Sonnabend gleich zwei Königsfamilien bei den fröhlichen Feiern für Glanz und viel Begeisterung. Königin Sofia von Spanien und ihre Tochter feierten Rafael Trujillo, den stolzen Silbermedaillen-Gewinner im Finn Dinghy und König Konstantin von Griechenland, Ehrenpräsident des Weltsegler-Verbandes (ISAF) winkte den griechischen 470er-Olympiasiegerinnen Sofia Bekatorou und Emilia Tsulfa mit der griechischen Flagge zu.
ERGEBNISSE
Endstand Europe nach 11 Wettfahrten
1. Siren Sundby (NOR) 47 - GOLD; 2. Lenka Smidova (CZE) 65 - SILBER; 3. Signe Livbjerg (DEN) 74 - BRONZE; 4. Sarah Blanck (AUS) 75; 5. Sari Multala (FIN); 85; 6. Serena Amato (ARG) 86; 10. Petra Niemann (GER) 96
Endstand Laser nach 11 Wettfahrten
1. Robert Scheidt (BRA) 55 - GOLD; 2. Andreas Geritzer (AUT) 68 - SILBER; 3. Vasilij Zbogar (SLO) 76 - BRONZE; 4. Paul Goodison (GBR) 81; 5. Gustavo Lima (POR) 88; 6. Karl Suneson (SWE) 104; (kein deutscher Starter)
Gesamtstand Tornado nach 4 (von 11) Wettfahrten
1. John Lovell/Charlie Ogletree (USA) 11; 2. Roman Hagara/Hans-Peter Steinacher (AUT) 13; 3. Santiago Lange/Carlos Espinola (ARG) 19; 4. Olivier Backes/Laurent Voiron (FRA) 29; 5. Enrique Figuera/Jorge Hernandez (PUR) 29; 6. Mitch Booth/Herbert Dercksen (NED) 30; 7. Roland Gäbler/Gunnar Struckmann (Tinglev/Kiel) 32
Gesamtstand Starboot nach 4 (von 11) Wettfahrten
1. Torben Grael/Marcelo Ferreira (BRA) 11; 2. Nicklas Holm/Claus Olesen (DEN) 20; 3. Flavio Marazzi/Enrico da Maria (SUI) 21; 4. Ross MacDonald/Mike Wolfs (CAN) 25; 5. Roberto Bermudez/Pablo Arrarte (ESP) 26; 6. Francesco Bruni/Guido Vigna (ITA) 31; 11. Alexander Hagen/Jochen Wolfram (Hamburg/Damme) 44
Gesamtstand 49er nach 11 (von 16) Wettfahrten
1. Rodion Luka/George Leonchuk (UKR) 55; 2. Iker Martinez/Xavier Fernandez (ESP) 57; 3. Chris Draper/Simon Hiscocks (GBR) 62; 4. Thomas Johanson/Jukka Piirainen (FIN) 69; 5. Andre Fonseca/Rodrigo Duarte (BRA) 70; 6. Tim Wadlow/Pete Spaulding (USA) 71; 9. Marcus Baur/Max Groy (Kiel/Fleckeby) 91
Information/Rückfragen:
Deutscher Segler-Verband * Abteilung Leistungssport
Gründgensstraße 18, 22309 Hamburg
Telefon: 040-632009-41/-44 (Zentrale: 040-632009-0)
Fax: 040-632009-42 (Zentrale: 040-632009-28)
Internet: http://www.dsv.org
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