1. August 2008
Pressemitteilung zum Abschluss des vierten Baltic Sprint Cups
Baltic Sprint Cupper feiern Finale in Rønne mit spritzigem „Sommerwein“
RØNNE. Die Gesamtsieger des vierten Baltic Sprint Cups der Hochseesegler
kommen aus Schweden und Großbritannien. Nach vier Etappen in fünf
Ostseeanrainerstaaten schlug Stefan Qvibergs „Summer Wine“ in einem
packenden Finale der Cruiser-Division von Gdansk/Polen nach Rønne/Dänemark
die deutschen Verfolger „Chaos quarante“ von Thomas Nielsen aus Eckernförde
und Wolfgang Ueckers „Flying Circus“ aus Lübeck. Bei den Racern gab es einen
britischen Doppelsieg der „Danebury“ unter US-Skipper Mike Castania vor
David Aishers „Yeoman XXXII“. Als bester Deutscher wurde Christopher Wuttke
(Bückeburg) mit seiner „guts ’n glory“ Dritter. Am Freitagabend (1. August)
feierten Sieger und Platzierte der 61 Teilnehmeryachten auf der dänischen
Urlaubsinsel Bornholm eine rauschende Preisverteilungsparty der Bank DnB
NORD.
„Es war eine phantastische Regatta mit einem harten Kampf auf jeder
einzelnen der 710 Seemeilen“, meinte Stefan Qviberg, der seine Arcona 400
„Summer Wine“ selbst gezeichnet hat. Der Finalsieg sicherte in der
Endabrechnung einen einzigen Punkt Vorsprung von der Dufour 40 „Chaos
quarante“, die auf dem letzten Teilstück nur Vierte wurde. Den Ausschlag
habe am Ende die überwiegend schwache Brise auf der Schlussetappe gegeben.
„Unser Boot ist speziell für Leichtwindbedingungen konstruiert“, erklärte
Qviberg, „und beim Starkwind zu Anfang haben wir uns tapfer geschlagen.“
Thomas Nielsen und sein „Chaos-40-Team“, für die vor dem Endlauf zwei
Einzelsiege und zwei zweite Plätze zu Buche standen, hatten den Rückschlag
schon kommen sehen. „Die ersten 60 Seemeilen haben wir noch geführt“, so der
Skipper, „aber dann wurde es so flau, das wir mit unser vermessenen kleinen
Fock in der alten Welle keine Chance mehr hatten.“ Immerhin sicherte er sich
noch den Gruppensieg in der Cruiser-Division 2 einen Punkt vor der „Flying
Circus“. Nielsen: „Wir haben unser ganz großes Ziel, den Gesamtsieg über
alles, zwar nicht erreicht, aber immerhin den „fliegenden Zirkus“ noch in
Schach gehalten. Das ist ein kleiner Trost.“
Am Freitagmittag hatte die schwedische Mannschaft ihren spritzigen
„Sommerwein“ schon kalt gestellt. „Um 14 Uhr knallt der erste
Schampuskorken“, so Skipper Qviberg, „dann feiern wir bis in die Nacht.“ Den
nächsten Baltic Sprint Cup in 2009, dessen Eckdaten vom Veranstalter SAIL &
RACE im Herbst bekanntgegeben werden sollen, habe er schon fest im Visier.
„Wir kommen voraussichtlich mit einem neuem, 43-Fuß-Cruiser-Racer wieder“,
versprach der Yachtdesigner.
Auch Mike Castania hatte großen Gefallen an der zweiwöchigen Regatta
gefunden, die er vom ersten Tag an anführte. „In einer Gewitterböe der
Stärke acht auf dem Weg nach Schweden hatten wir den entscheidenden
Vorsprung herausgeholt“, so der Skipper einer internationalen Proficrew. Die
„Danebury“ gewann den BSC-Auftakt, der auf der 119. Travemünder Woche nach
Karlskrona gestartet worden war. Es folgten zwei zweite Plätze und Rang
sechs in den Kurzrennen in Polen als schlechtestes Streichresultat, ehe das
Finale wieder gewonnen wurde.
„Wir haben besonnen gesegelt, aber das Potential dieses exzellenten Boots
trotzdem am oberen Limit ausgeschöpft“, lobte Castania vor allem die stets
goldrichtige Segelauswahl seiner Mannschaft. An dieser tadellosen Leistung
konnten auch die beiden Schwesterschiffe vom Typ Rogers 46 nicht rütteln,
die die Podiumsplätze unter sich ausmachten. Für Konstrukteur Simon Rogers,
der extra nach Rønne anreiste, um sein Spitzentrio mitzufeiern, war der
Baltic Sprint Cup ein Erfolg auf ganzer Linie.
Wie eine Bombe schlug gegen zwei Uhr morgens der neuste Zwischenstand ein,
als die Mannen um Christopher Wuttke von der „guts ’n glory“ ausgerechnet
mit Tilmar Hansens „Outsider“-Crew am feiern waren. Eine unverhoffte
Abendbrise vor Bornholm hatte zahlreiche Boote vor dem Ziel beschleunigt, so
dass die „Outsider“ nach berechneter Zeit bis auf den 14. Platz
durchgereicht wurde. Da das Finalergebnis nicht gestrichen werden durfte,
rutschte Hansen überraschend noch vom Treppchen auf den sechsten Platz ab.
„Die waren zwar etwas perplex, haben uns aber sofort gratuliert“, berichtete
Wuttke, „wir haben dann nochmal einen Gang runter geschaltet und kräftig
weitergefeiert.“ Der gesamte Baltic Sprint Cup 2008, seine dritte Teilnahme,
sei „Weltklasse“ gewesen, angefangen von der Start-up-Party in Travemünde,
für die seine Firma „SE Spezial-Electronic AG“ gesorgt hatte, über das
herausragende Klaipeda Sea Festival in Litauen bis zum großen Showdown auf
Bornholm habe er viele zufriedene Stimmen gehört. Die meisten warten schon
gespannt auf die fünfte Auflage.
„Daran wollen wir im nächsten Jahr zum kleinen Jubiläum anknüpfen“,
versprachen Eventmanager Henning Rocholl aus Hamburg und Regattaleiter Alan
Green aus London. Nach der Premiere 2005 übernahm SAIL & RACE die
Ostseeregatta zur Pflege panbaltischer Handelstraditionen in Eigenregie.
Insgesamt haben bereits 166 Yachten aus 13 Nationen insgesamt 18
verschiedene Ostseehäfen in neun Ländern besucht. Kurs und Zeitplan des
fünften Baltic Sprint Cups sollen im Herbst bekanntgegeben werden.
(Ende)
Segeln in Zahlen
Endergebnisse des vierten Baltic Sprint Cups der Hochseesegler
Racer-Division
1. Danebury (Mike Castania/Großbritannien) 6 Punkte
2. Yeoman XXXII (David Aisher/Großbritannien) 12
3. guts ’n glory (Christopher Wuttke/Bückeburg) 21
4. Essex Girl (Hans Hamel/Schweden) 22
5. Scho-ka-kola (Uwe Lebens/Norderstedt) 23
6. Outsider (Tilmar Hansen/Kiel)
Cruiser-Division
1. Summer Wine (Stefan Qviberg/Schweden) 7 Punkte
2. Chaos quarante (Thomas Nielsen/Eckernförde) 8
3. Flying Circus (Wolfgang Uecker/Lübeck) 9
4. Meltemi (Harald Graf von Saurma-Jeltsch/Schleswig) 17
5. Comte (Rudolf Schubert/Bottrop) 22
6. Philomena (Eggert Schütt/Hamburg) 29
Racer Gruppe 1
1. Danebury (Mike Castania/Großbritannien) 6 Punkte
2. Yeoman XXXII (David Aisher/Großbritannien) 12
3. guts ’n glory (Christopher Wuttke/Bückeburg) 21
Racer Gruppe 2
1. Emil Reiseschwein (Stefan Hummelt/Buxtehude) 10 Punkte
2. Schüddelfrost (Friedrich Böhnert/Hamburg) 12
3. Inschallah VI (Volker Andreae/Hamburg) 13
Cruiser Gruppe 1
1. Summer Wine (Stefan Qviberg/Schweden) 4 Punkte
2. Meltemi (Harald Graf von Saurma-Jeltsch/Schleswig) 8
3. Philomena (Eggert Schütt/Hamburg) 14
Cruiser Gruppe 2
1. Chaos quarante (Thomas Nielsen/Eckernförde) 5 Punkte
2. Flying Circus (Wolfgang Uecker/Lübeck) 6
3. Comte (Rudolf Schubert/Bottrop) 13
Teamwertung
Racer: Danebury/Essex Girl (Racer)
Cruiser: Comte/Avanti (Norbert Hössermann/Hamburg)
Youth Award (Jüngstenpreis)
Racer: Schüddelfrost
Cruiser: Philomena
Baltic Sprint Cup Award (Bester 2007 und 2008 gesamt)
Schüddelfrost
Speed Award (schnellste gesegelte Gesamtzeit)
Calypso (Gerhard Clausen/Hamburg) 75:48,45 Stunden
Weitere Informationen und Fotos gibt es im Internet unter
www.balticsprintcup.com.
Medienkontakt:
Mareike Guhr und Andreas Kling
Tel: 0170/310-9157 oder 0172/257-8817
Email: Media@SailRace.org
|