26.05.2012
Das Sommermärchen am Bodensee geht weiter
Morvan dominiert Match Race Germany,
Jablonski und Andresen ausgeschieden
Langenargen, 26. Mai 2012. Das Match Race Germany hat am Samstag seine
vorentscheidende Phase erreicht. Sechs Mannschaften haben sich nach Ende der
Vorrunde des deutschen Grand Prix der Duellsegler für das Viertelfinale
qualifiziert, Vorrundensieger Pierre-Antoine Morvan und sein Vannes Agglo
Sailing Team sind direkt ins Halbfinale eingezogen und warten dort auf die
besten drei Viertelfinalteams.
Das Viertelfinale erreichten Phil Robertsons WAKA Racing Team aus
Neuseeland, Eric Monnins Schweizer Team Okalys Corum, Keith Swintons
neuseeländisches Team Black Swan Racing und Landsmann Laurie Jury mit dem
Team KiwiMatch. Überraschend zog auch der erst 18 Jahre alte dänische
Newcomer Joachim Aschenbrenner mit seinem Team Trifork in die nächste Runde
ein. Dem viermalige Matchrace-Weltmeister Peter Gilmour aus Australien und
seinem Team YANMAR Racing gelang der rettende Sprung in die Zwischenrunde
erst im letzten Match des Tages: „Es ist gut, dass wir weiter sind. Unsere
Leistung aber war nicht optimal.“
Souverän segelte am Samstag Eric Monnins Team Okalys Corum, das am
dritten Regattatag alle Rennen gewann. Die Schweizer, die vom anderen
Bodenseeufer nach Langenargen kamen, nutzten ihren „Heimvorteil“ in den
anspruchsvollen leichten und drehenden Winden optimal. Eric Monnin sagte:
„Man muss ein gutes Auge und gute Nerven mitbringen, wenn der Wind sich in
Richtung und Stärke dauernd ändert. Man darf sich weder ablenken noch
frustrieren lassen, muss immer konzentriert bleiben.“
Klaus Zellmer, Chef der Porsche Deutschland GmbH, besuchte das Match Race
Germany am Samstag zum ersten Mal. Porsche ist neuer Partner des deutschen
Klassikers und setzt erstmals im Rahmen einer großen Regatta Segel. Zellmer
erlebte einen Sieg der französischen Spitzenreiter um Skipper Pierre-Antoine
Morvan live im „Hot Seat“ und sagte bei der internationalen Pressekonferenz
am Abend im Regattadorf im Langenargener Gondelhafen: „Ich bin extrem
beeindruckt von diesem hautnahen Segelerlebnis. Was die Veranstalter hier
auf die Beine gestellt haben, das ist ganz großes Kino.“
Das „Hot Seat“-Erlebnis der besonderen Art hatte auch Schauspielerin Eva
Habermann. Die Hamburgerin besuchte das Match Race Germany zwei Tage lang
und erlebte ein Rennen im Boot des Hamburger NRV Match Race Teams um Skipper
Jan-Eike Andresen live mit. „Es war beeindruckend, wie an Bord alle Hände
ineinander greifen, als würde aus fünf Männern einer werden“, schwärmte
Habermann, die zuletzt für die „Soko Köln“ vor der Kamera stand, Theater
spielt und demnächst einen Kurzfilm zum Thema Eifersucht dreht, „wir hatten
ein bisschen Pech, dass wir am Ende unseren Vorsprung nicht nutzen und die
Neuseeländer vom Black Swan Racing Team noch an uns vorbeiziehen konnten.“
Habermann ist begeisterte Wassersportlerin, taucht, surft und hat gerade
ihren Motorboot-Führerschein gemacht. Nun hat sie auch die Leidenschaft für
den Segelsport gepackt. „Ich bin ganz traurig, dass ich aufgrund anderer
Termine schon wieder abreisen muss. Ich wäre gerne bis zum Finale am
Pfingstmontag geblieben, aber vielleicht wird es ja irgendwann einmal eine
Fernsehserie rund um das Thema Segelsport geben – das wäre cool!“
Vorbei ist der Traum von Skipper Jan-Eike Andresen, bei der 15. Auflage
des Match Race Germany und seinem zweiten Start auf dem Bodensee nach 2005
wenigstens einen einzigen Ehrenpunkt zu holen. Das Hamburger NRV Match Race
Team mit Felix Oehme, fährt mit einer Null-Bilanz, aber nicht unzufrieden
heim. Anwalt Andresen, der in seinem neuen Job soviel arbeitet, wie die
Teams der Alpari World Match Racing Tour auf dem Wasser im Einsatz sind,
sagt: „Wir sind im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gut gesegelt. Wir haben
dem viermaligen Weltmeister Peter Gilmour einen Penalty aufgedrückt, wir
haben Jablonski ein sehr gutes Rennen geliefert und sind auch gegen
Robertson erst vier Längen vor der Ziellinie in einem Flautenloch hängen
geblieben. In einem Fleetrace hätte es für uns hier zu einem im Profifeld
durchaus beachtlichen Platz gereicht, aber im Matchrace bist du dann eben
nicht dauernd zweiter, sondern immer nur letzter. Die daraus folgende Bilanz
auf der Ergebnisliste sieht grausam aus, da hören die Nullen gar nicht mehr
auf – es war eine volle Breitseite, aber auch eine gute Lebensschule.“
Auch für Karol Jablonski und sein Jablonski Sailing Team hat es beim
Comeback acht Jahre nach seinem letzten Start im Match Race Germany nicht
ganz zum Sprung ins Viertelfinale gereicht. Der Pole mit dem deutschen Pass,
der 1993 mit den deutschen Hochseeseglern den Admiral’s Cup gewann, war als
Achter erster Leidtragender nach dem Viertelfinal-Cut. Der
Matchrace-Weltmeister, America’s Cup-Steuermann und siebenmalige
Eissegel-Weltmeister kassierte nach starkem Auftakt zu viele Niederlagen und
schrammte knapp am Viertelfinaleinzug vorbei: „Wir sind punktgleich mit
Gilmour und Aschenbrenner ausgeschieden. Ich habe beim Warten auf die
Entscheidung, wer nun in die nächste Runde vorrückt, fast graue Haare
bekommen. Es ist schade, dass es für uns nicht gereicht hat.“
Die Viertelfinalbegegnungen wurden noch am Samstagabend gestartet und
werden am Pfingstsonntag fortgesetzt. Das Match Race Germany endet am
Pfingstmontag mit dem Finale am frühen Nachmittag und der Siegerehrung.
ENDERGEBNIS VORRUNDE
„ROUND ROBIN“ (JEDER GEGEN JEDEN)
1. Pierre-Antoine Morvan, FRA, Vannes Agglo Sailing Team, 9 Siege
(rückt direkt ins Halbfinale vor!)
2. Phil Robertson, NZL, WAKA Racing, 8 Siege
3. Eric Monnin, SUI, Team Okalys Corum, SUI, 8 Siege
4. Keith Swinton, NZL, Black Swan Racing, 7 Siege
5. Laurie Jury, NZL, Team KiwiMatch, 6 Siege
6. Joachim Aschenbrenner, DEN, Team Trifork, 5 Siege
7. Peter Gilmour, AUS, YANMAR Racing, 5 Siege
8. Karol Jablonski, POL/GER, Jablonski Sailing Team, 5 Siege
9. Staffan Lindberg, FIN, Alandia Sailing Team, 5 Siege
10. Simone Ferrarese, ITA, Ferrarese Sailing Team, 4 Siege
11. Björn Hansen, SWE, Hansen Global Team, 4 Siege
12. Jan-Eike Andresen, NRV Match Race Team, Hamburg, 0 Siege
- Ende -
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