Folkeboot IDM 2026 Knappe Entscheidung
Rainer Hasselmann gewinnt die Internationale Deutsche Meisterschaft der Nordischen Folkeboote auf dem Baldeneysee punktgleich vor dem Vorjahresmeister Ulf Kipcke. 36 Boote waren beim Yachtclub Ruhrland Essen am Start.

Rainer Hasselmann gewinnt die Internationale Deutsche Meisterschaft der Nordischen Folkeboote auf dem Baldeneysee punktgleich vor dem Vorjahresmeister Ulf Kipcke. 36 Boote waren beim Yachtclub Ruhrland Essen am Start.
Der Yachtclub Ruhrland Essen (YCRE) war in diesem Jahr Ausrichter der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der Nordischen Folkeboote. Mit 36 gemeldeten Booten konnte die Teilnehmerzahl gegenüber der Meisterschaft 2025 in Niendorf an der Ostsee verdoppelt werden.
Für den YCRE war die Meisterschaft ein sportlicher Höhepunkt, der sowohl auf dem Wasser als auch an Land viel Organisation und „manpower“ nötig machte. Der Club konnte dabei auf die Unterstützung der Folkebootflotte Essen und der Wettfahrtgemeinschaft Baldeneysee zurückgreifen. Beteiligt waren zudem der Wassersportverein Baldeney (WSB), die Segelkameradschaft Essen-Heisingen (SKEH), der Essener Segel-Club Ruhrau (ESCR) und der Segelclub Najade.
Entscheidung erst im direkten Vergleich
An der Spitze des Feldes ging es eng zu, wobei es nie zum direkten Aufeinandertreffen der Top-Teams auf der Regattabahn kam, weil in zwei Gruppen gesegelt wurde und mangels Winds nach fünf Qualifying-Races die geplanten drei Finalwettfahrten ausfallen mussten.
Das Revier auf dem Baldeneysee verlangte den Crews dabei viel Aufmerksamkeit und taktisches Geschick ab. Die für ein Binnenrevier typischen, mitunter tückischen Winddreher machten die Bedingungen anspruchsvoll.

Rainer Hasselmann (YCRE) mit seiner Crew Jochen Bobbert (YCRE) und Stephan Dunker (Essener Fahrtensegler- und Kanuverein) lag am Ende punktgleich mit dem Vorjahresmeister und amtierenden Goldcup-Gewinner Ulf Kipcke und seiner Crew Kathrin und Gero Martens vom Kieler Yacht-Club. Aufgrund der höheren Anzahl an besseren Einzelplatzierungen ging der Meistertitel an das Team des YCRE. Mit nur einem Punkt Rückstand folgte der fünffache schwedische Meister Hans Hamel vom Karlshamns Segelsällskap auf Rang drei.
„Das Minimalziel war, auf das Treppchen zu kommen. Dass es dann Platz eins wurde, ist fantastisch“, sagt Rainer Hasselmann. „Die Punkteabstände zeigen, wie eng die Entscheidung war. Unsere Motivation war schon, dass wir den Titel gewinnen wollten – und wenn, dann natürlich auf unserem Heimatrevier.“
Heimsieg mit langjähriger Crew
Rainer Hasselmann segelte mit seiner langjährigen Crew Jochen Bobbert und Stephan Dunker. Jochen Bobbert gehört seit 1996 zum Team, Stephan Dunker kam 2021 dazu. Für Rainer Hasselmann war der Titelgewinn auf dem Baldeneysee ein besonderer Höhepunkt seines langen Seglerlebens.

„Ein Heimsieg auf dem Heimatrevier bedeutet mir sehr viel. Ich habe als Jugendlicher auf dem Baldeneysee Segeln gelernt. Später bin ich mit meinem ersten eigenen Kielzugvogel und dann im Folkeboot viele Regatten gesegelt“, berichtet Rainer Hasselmann. „Sicher ist es auch ein gewisser Vorteil, dass man das Heimatrevier natürlich sehr gut kennt. Ein Heimsieg ist immer etwas Besonderes – für einen selbst und für den Heimatverein kann man damit etwas zurückgeben.“
Mit dem Gewinn der Meisterschaft ist Rainer Hasselmann der dritte Deutsche Meister in der Vereinsgeschichte des Yachtclub Ruhrland Essen. Udo Felderhoff gewann vor 61 Jahren die Deutsche Meisterschaft der Hansa-Jollen, Reiner Haase wurde 1992 Meister der damals noch olympischen Starbootklasse.
Folkeboot-Flotte mit besonderem Gemeinschaftsgefühl
Auf dem Baldeneysee ist eine der größten deutschen Folkeboot-Flotten beheimatet. Die Seglerinnen und Segler schätzen die Verbindung von sportlichem Regattasegeln und dem geselligen Vereinsleben.

„Nach 17 Jahren Kielzugvogel-Segeln mit meiner Frau suchten wir ein größeres Boot. Ich hatte dann Gelegenheit, mit einem befreundeten Folkebootsegler an der Kieler Woche teilzunehmen. Dort habe ich erlebt, dass die Folkebootsegler eine besondere Gemeinschaft leben“, erzählt Rainer Hasselmann. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich für das Folkeboot entschieden habe.“
Dass die IDM weit mehr als Segelsport auf dem Wasser bot, zeigte das Rahmenprogramm des YCRE. Das Clubgelände an der Lanfermannfähre wurde zum Treffpunkt der Folkeboot-Szene: Kaum waren die Boote festgemacht, kamen die Seglerinnen und Segler beim traditionellen Empfang auf dem Bootsplatz zusammen, tauschten Erlebnisse aus und fachsimpelten über Wind und Taktik. Auch abends ging es im Clubhaus des YCRE und im benachbarten SKEH gesellig weiter. So bot der Club der internationalen Flotte neben spannenden Wettfahrten viele Gelegenheiten für Begegnungen und gelebte Seglergemeinschaft.
Für den Yachtclub Ruhrland Essen war es bereits die zweite Internationale Meisterschaft in einer der großen deutschen Kielbootklassen. Vor zehn Jahren hatte der Verein die IDM der H-Boote im niederländischen Medemblik mit einer ähnlich großen Teilnehmerzahl ausgerichtet.

Die vollständigen Ergebnisse sind auf Manage2Sail veröffentlicht.Zurück zur Übersicht
