128. Kieler Woche 2010

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19. Juni 2010
Gelungener Kieler-Woche-Auftakt mit 30 Wettfahrten
Deutsche Stare jagen Scheidt/Prada

Der Start in die Kieler Woche lief in den olympischen und paralympischen Disziplinen ganz nach dem Geschmack der neu aufgestellten Segel-Nationalmannschaft vom Audi Sailing Team Germany. Denn am ersten Tag des Sailing-Worldcups (SWC) glänzten die deutschen Kadersegler mit Top-Resultaten, die für das Gesamt-Klassement der bis Mittwoch laufenden Serie zu Hoffnungen berechtigen. Am Donnerstag halten dann die internationalen Klassen in Schilksee Einzug.

Kräftige Winde mit Spitzen um sechs Beaufort bescherten den 630 Crews auf den Dreieckskursen am Sonnabend einen kraftraubenden Einstieg in den SWC. Denn der oberste Wettfahrtleiter Jobst Richter gönnte den Aktiven am morgen zwar eine längere Ruhephase, verlegte den Start von 11 Uhr auf 12 Uhr, um das Einchecken der Teams in Ruhe abwickeln zu können, ließ dann aber das Feld der Segler lange auf dem Wasser, um für die kommenden Tage bereits ein gutes Wettfahrtpolster angelegt zu haben.
Zwei Rennen absolvierten die Starboote, drei alle weiteren Klassen bis auf die 49er, die es sogar viermal ins Ziel schafften. "Es lief insgesamt sehr gut. Wegen der drehenden Winde mussten wir allerdings einige Bahnen zwischen den Wettfahrten umbauen. Und die Surfer kamen nach dem letzten Zieldurchgang in das Fahrwasser, so dass es ein paar Diskussionen mit der Wasserschutzpolizei gab", berichtete Richter, der für Sonntag etwas abflauende Winde erwartet.
Moana Delle will es wissen
Moana Delle möchte den Kieler-Woche-Titel von 2009 gern verteidigen.
Foto: www.segel-bilder.de.

Hydroptere schon über 40kn
Die Hytroptère fliegt zur Zeit über die Kieler Förde.
Über 40 Knoten wurden bereits während der KW gemessen.
Photo: Guilian Grenier
Bei den 49er-Skiffs zeigten die Vorjahressieger Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg), dass ihr Worldcup-Sieg aus dem Vorjahr kein Zufall war. Mit Top-Resultaten in den vier Rennen rangieren sie auf Platz fünf in Schlagdistanz zu den Gesamtführenden John Pink/Rick Peacock (Großbritannien). Noch besser als Briesenick-Pudenz/Massmann sind aber die Kieler Julian Ramm/Oliver Lewin platziert, die mit einem Tagessieg auf Gesamtrang drei rangieren. "Es war schön, endlich mal wieder bei mehr Wind zu agieren. Zuletzt hatten wir eher schwächere Winde, aber rechtzeitig zur Kieler Woche wird das Wetter eben schlechter. Für uns ist es da sehr gut gelaufen", berichtete Lewin, der wie die Flensburger Crew den Zielwettkampf zur EM Anfang Juli in Gdynia/Polen gelegt hat. "Dort gilt es, einen Platz unter den Top-16 zu fahren, um das B-Kader-Kriterium zu erfüllen. Die Kieler Woche ist dafür eine gute Vorbereitung, denn aus den Top-20 der Weltrangliste fehlen nur vier oder fünf Teams", sagte Morten Massmann, der die Titelverteidigung zur Kieler Woche als Ziel formuliert: "Wenn man hier startet, will man auch gewinnen, sonst wäre man ja nicht dabei", so Massmann.

Bestens im Rennen liegen auch die deutschen Starboote. Diesmal führen allerdings nicht die frisch gekürten Europameister Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg) die deutsche Flotte an, sondern das Berliner Team Matthias Miller/Benedikt Wenk auf Rang zwei. Vor ihnen rangiert nur der zweimalige Olympiasieger Robert Scheidt mit Bruno Prada (Brasilien), der dreimal die Kieler Woche im Laser gewonnen hat und nun auf einen Erfolg im Star hofft. "Die Kieler Woche ist ein großartiges Ereignis, und hier zu gewinnen, ist immer schwer. Im Star bin ich zweimal knapp gescheitert. Es ist eben eine sehr harte Regatta auf hohem Niveau." Verfolger Matthias Miller ist bei seiner aktuellen Platzierung sehr zufrieden: "Wir mögen den starken Wind. Daher ist es für uns sehr gut gelaufen." Ausgepumpt war nach den beiden Rennen der derzeit drittplatzierte Johannes Polgar: "Das war nach den schwachen Winden bei der EM echt harte Arbeit." Ein Frühstart, nach dem sie noch einmal neu starten mussten, kostete dem Hamburger Team eine bessere Platzierung. Noch schlechter erging es Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck/Kiel), die nach Rang zwei zum Auftakt das zweite Rennen aufgeben mussten, nachdem sie sich den Mast verbogen und den Vorliek-Strecker der Fock zerrissen hatten. "Das Boot war eine echte Baustelle", so Timo Jacobs.

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