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IMOCA60: OTG meldet für The OceanRace Europe !

IMOCA60: OTG meldet für The Ocean Race Europe !

 
 

Deutschland kehrt zurück auf die internationale Bühne des Mannschafts-Hochseesegelns !

Das Offshore Team Germany (OTG) geht bei der ersten Auflage des The Ocean Race Europe an den Start. 20 Jahre nach dem legendären Sieg der „Illbruck“ beim Volvo Ocean Race 2001/02 wird sich das OTG-Team unter der Führung von Skipper Robert Stanjek mit den Top-Profi-Teams der internationalen Offshore-Szene aus den Klassen der Imoca und VO65 messen. Bereits in sechs Wochen, am 29. Mai, fällt vor Lorient/Frankreich der Startschuss zum Drei-Etappen-Rennen bis nach Genua/Italien. Das Rennen ist für die derzeit führende Offshore-Klasse, die Imoca Open 60, der Start ins Team-Segeln und der nächste Höhepunkt im Regatta-Kalender nach dem Abschluss der Vendée Globe. Das Feedback aus der Zentrale des The Ocean Race über die Meldung des Offshore Team Germany war jedenfalls begeistert – wohl wissend, dass dieses Rennen trotz der langen Abstinenz eines deutschen Teams immer noch eine große Bedeutung in Deutschland hat.

„Das ist ein grandioses Signal. Ich freue mich, dass es jetzt tatsächlich real wird und endlich losgeht“, sagt Robert Stanjek, der nach seiner Olympia-Teilnahme 2012 im Starboot (Platz sechs mit Fritjof Kleen) zum Hochseesegeln gewechselt ist und nun vor der größten Herausforderung seiner zweiten Segel-Karriere steht. „Der Stellenwert des The Ocean Race steht für mich auf einer Stufe mit Olympia. Und die Vorbereitungen haben ähnliche Ausmaße wie eine komplette Olympia-Kampagne – auch wenn die Aufgaben noch wesentlich vielfältiger sind.“

Fast neun Jahre nach Olympia erfüllen sich damit die Hoffnungen von Robert Stanjek: „Das Ocean Race ist mein großer Traum und die Teilnahme an der ersten Ausgabe des The Ocean Race Europe ist eine fantastische Möglichkeit. Uns ist sehr bewusst, dass wir das Rookie-Team sind. Aber wir werden alles geben und den anderen einen harten Wettkampf liefern.“

Für OTG-Teammanager Jens Kuphal löste sich mit dem Absenden der Meldung an das The Ocean Race die Anspannung nach jahrelanger Arbeit: „Was für ein großartiger Moment. Wir haben vor fünf Jahren angefangen, an diesem Projekt zu arbeiten, haben mit der Ex-Acciona, die an der Vendée Globe 2012/13 teilgenommen hat, ein Top-Boot gefunden, mussten und müssen für die weiteren Umbauarbeiten immer wieder wichtige Entscheidungen treffen. Wir haben in der Zwischenzeit auch die Strukturen für das Sailing- und das Shore-Team aufgebaut. Mit der Teilnahme am Rolex Fastnet-Race 2019 hat das gesamte Team die erste Bewährungsprobe bestanden. Aber wir mussten im Pandemie-Jahr 2020 eben auch erleben, dass die Entwicklung eines solchen Projekts eben nicht immer nur von einem selbst abhängt. Umso glücklicher sind wir, dass es jetzt tatsächlich an den Start gehen wird.“

Kuphal gibt zu, dass er sich zu Beginn des Projektes nicht hätte vorstellen können, welche Vielzahl an Aufgaben für die Teilnahme am The Ocean Race gestemmt werden mussten. „Es ist eben nicht nur damit getan, ein Boot zur Verfügung zu haben. Die Organisationsaufgaben sind immens. Gerade der internationalen Verflechtung kommt eine große Bedeutung zu. Ohne dieses Netzwerk geht in diesem Sport gar nichts. Und es dauert einfach seine Zeit, bis diese Verbindungen aufgebaut sind. Aber wir haben schon das Gefühl, inzwischen in der Imoca-Szene angekommen zu sein. Jetzt wollen wir auch eine anständige Performance abliefern und öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen.“

Auch Michael End, CEO des Offshore Team Germany, fiebert nach der Entscheidung pro Rennteilnahme am The Ocean Race Europe dem Ereignis entgegen: „Jetzt geht es los! Das fühlt sich gut an. Natürlich haben wir die Entscheidung lange abgewogen, denn wir haben viel Zeit und Energie investiert. Unsere erste Mission, an die Startlinie zu kommen, ist erfüllt. Aber der Weg ist mit der Teilnahme am The Ocean Race Europe noch lange nicht zu Ende. Wir stehen für das Projekt ‚Made in Germany‘ und wollen diese Idee bei diesem Rennen präsentieren.“

Die Vendée Globe und vor allem der große Erfolg von Boris Herrmann hat dem Offshore-Segeln in Deutschland sportlich und medial einen gehörigen Schub gegeben, der nun genutzt werden soll. „Wir nehmen durch die Vendée natürlich die gesteigerte Aufmerksamkeit wahr. Aber es ist nicht zu leugnen, dass die Corona-Pandemie die Möglichkeiten der Sponsoren-Gewinnung nicht vereinfacht hat“, sagt End. „Auch zum Rennen werden uns natürlich die Möglichkeiten des Miterlebens, die Zuschauer, die Hospitality fehlen. Aber wir sehen in dem Europa-Rennen auch eine große Chance und bekommen dadurch ein Gefühl für das Weltrennen im kommenden Jahr.“

Die Crew wird neben den beiden Deutschen Robert Stanjek und Phillip Kasüske auch mit internationalen Seglern besetzt. Die zweimalige, britische Weltumseglerin Annie Lush bringt höchste Ocean-Race-Erfahrung ins Team, und auf der Navigator-Position wird das OTG weitere Weltumsegelung-Erfahrung verpflichten.

Nach der Überführung der „Einstein“ von England nach Frankreich sind für die Mannschaft intensive Trainingseinheiten in der Biskaya geplant, bevor die konkrete Vorbereitung auf das Rennen beginnt. „Die Situation gibt uns nicht viel Zeit. Wir haben bis hierher unsere Hausaufgaben gemacht, müssen das Schiff aber nach der langen Ruhephase und der technischen Überprüfung zum Anfang dieses Jahres noch genau prüfen. Danach werden wir in der neuen Crewkonstellation weitere Meilen und wichtige Erfahrungen sammeln. Mit nur vier Seglern an Bord wird es besonders auf ein gutes Schichtsystem ankommen. Das gilt es noch zu erproben. In jedem Fall wird es sicher auch für die anderen Teams sehr spannend. Denn es ist das erste sportliche Aufeinandertreffen der Imoca- mit der Ocean-Race-Welt. Viele Augen werden sich darauf richten“, sagt Robert Stanjek. Trotz der Olympia-Karriere ist der 39-jährige Berliner extrem gespannt: „Es ist unser erster Auftritt in der Champions League des Offshore-Segelns !“

 

Tinas Lutz/Susann Beucke (Prien/Strande)

Skiff Euro 04.08.2017

04.08.2017

49er, 49erFX und Nacra17 EM vor Kiel
49erFX: Lutz/Beucke holen erstes EM-Gold für Deutschland
Sturm-Taktik ala Tina Lutz: „Wer vorn segelt, hat mehr Zeit zum Aufrichten“

Der Bann ist gebrochen. Auf dem heimischen Revier in Kiel haben Tina Lutz/ Susann Beucke (Prien/ Strande) als erste deutsche 49er-FX-Crew EM-Gold gewonnen. Bei der gemeinsamen Europa-Meisterschaft der 49er, 49erFX und den full foilenden Nacra 17 gewannen Victoria Jurczok/ Anika Lorenz (Kiel) Bronze. Dazwischen schoben sich die Britinnen Charlotte Dobson/ Saskia Tidey.

Der Tag der Entscheidungen wartete mit starken Winden im Bereich der sechs Beaufort und Wellen auf. Auf den äußeren Regattabahnen wurde er zu stark, so dass die Rennen für die Gold-, Silber- und Bronzefleets der 49er und 49erFX wurden abgebrochen. Nur auf der Innenbahn „Hotel“ wurden die Medal Races für die Nacra17 (3 Medal Races) und 49erFX (schafften nur zwei Medal Races) gesegelt.

Noch bevor die 49er starten konnten, wurden alle wieder zurück in den Hafen beordert. „Der Wind war für die besten Segler in den Medal Races zunächst segelbar. Dann mussten wir aber alle zurückrufen. Die Sicherheit geht vor“, erklärte Marcus Spillane, Vorsitzender der Klassenvereinigung der 49er und Nacra17. Er freute sich über eine gelungene Europameisterschaft und bedankte sich bei den Organisatoren des Kieler Yacht-Clubs und des Norddeutschen Regatta Vereins für die professionelle Ausrichtung der Titelkämpfe und den reibungslosen Ablauf. „Es macht Spaß, hier in Kiel zu sein, und wir haben eine wirklich gute Regatta gehabt.“

49erFX (2 Medal Races):
Es war auch der Tag des Duells der deutschen 49erFX Seglerinnen. Tina Lutz/ Susann Beucke (Prien/Strande) und Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Kiel) lieferten sich in der zweiten Wettfahrt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch während Lutz/ Beucke ihre Starkwindstärke ausspielten, gingen Jurczok/ Lorenz baden. Frust auf der einen, Freude auf der anderen Seite. „Es war viel zu viel Wind“, ist das Fazit von Victoria Jurczok nach den zwei Rennen. Eine dritte wurde aufgrund des weiter zunehmenden Windes nicht mehr gestartet. Trotzdem sind sie über ihr bisheriges Abschneiden und den Bronzeplatz glücklich.

Ein drittes Rennen hätten auch Lutz/Beucke nach zwei hervorragenden Siegen nicht mehr segeln wollen. „Wir sind überrascht und überglücklich“, strahlen sie beiden, und Susann Beucke kann es noch gar nicht richtig glauben, dass sie sich nun Europameister nennen dürfen. „Es hackt aus allen Rohren“, hatte ihnen ihr Trainer gesagt. „Schlimmer als zur Kieler Woche kann es nicht sein“, hatten sie sich daraufhin überlegt. Sie segelten vorne weg, hatten keinen Vergleich zu der Konkurrenz. Tina Lutz gab die Strategie aus: Jeder kentert heute. Wenn wir vorne liegen, haben wie mehr Zeit zum Aufrichten. „Das hat den Druck rausgenommen“, erklärt Susann Beucke.

Silber sicherten sich Charlotte Dobson/ Saskia Tidey (Großbritannien). Weitere deutsche Platzierungen sind der 13. Platz für Jule und Lotta Görge (Kiel) und der 21. für Gwendal Lamay/ Luke Willim, die nun auch den Titel des Junioren-Europameisters innehaben. Sarah Roeck/Valentin Jell (Öhningen) landeten auf dem 52., Natsumi Ando/ Fenja Valentien (Kiel) auf dem 57.

49er (kein Medal Race):
„Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, sagen Jakob Meggendorfer/ Andreas Spranger (Bayerischer Yacht Club). Als Siebte sind sie die bestplatzierten Deutschen im Feld der 49er. Den EM-Titel holten sich Dylan Fletcher-Scott/ Stuart Bithell (Großbritannien) vor David Gilmour/ Joel Turner (Australien) und James Peters/ Fynn Sterritt (Großbritannien), ohne ein Medal Race gesegelt zu sein. Dies wurde aufgrund des starken Windes abgesagt. „Unser Ziel war es, ins Goldfleet zu kommen. Als wir als 16. drin waren, konnten wir ganz entspannt segeln, weil wir schon erreicht hatten, was wir wollten“, erklären Meggendorfer/Spranger ihr Erfolgskonzept. Tim Fischer/ Fabian Graf (Hamburg) landeten auf dem 19. Platz, Justus Schmidt/Max Boehme (Kiel) auf dem 25., Nils Carstensen/ Jan Frigge (Flensburg) auf dem 35., Max Stingele/ Linov Scheel (Kiel) auf dem 65., Jasper Steffen/ Tom Lennart (Schwedeneck) auf dem 72., Adrien-Paul Farien/ Mirco Klösel (Kiel) auf dem 78., Leon Severens/ Lukas Hesse (Württembergische Yacht-Club) auf dem 84., Bennet Steffens/ Moritz Block (Schwedeneck), 85. und Johannes Neumann/ Til Fernholz (Rahnsdorf) auf dem 87.

Full Foiler Nacra 17 (3 Medal Races):
Zehn Minuten, die den Seglern alles abfordern. Drei Rennen, dazwischen kaum Zeit, um sich zu erholen, und dann in kurzer Zeit alles geben beim Kampf um die Medaillen, wenn das Adrenalin durch die Adern pumpt. Das erste große Event im neuen Olympiazyklus war auch die erste Regatta für die Full Foiling Nacra17. Sie hat gezeigt, woran noch gearbeitet werden, was beim Bootshandling verbessert werden muss, und wer mit den neuen oder umgebauten Nacra17 am besten zurechtkommt.

Ruggero Tita/Caterina Banti (Italien) bewiesen, dass sie ihre Segeltaktik gut adaptiert haben. „Wir hatten einen schlechten Start im letzten Rennen, aber vorher gute drei Tage und sind froh, dass es gereicht hat“, freuen sich die neuen und ersten Europameister im Full Foiling Nacra17.

„Es war sehr viel Wind und harte Bedingungen. In der Welle zu foilen, war schwierig.“ Von Rennen zu Rennen haben sie immer weiter dazugelernt, vor allem mit Gennaker am Wind zu segeln, bedeutete für sie eine große Umstellung. „Es ist ein tolles Boot, und wir entdecken es jeden Tag neu“, erklärt Caterina Banti. „Ich bin vom 49er umgestiegen, um zu foilen. Das ist die Zukunft“, so Ruggero Tita.

Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kiel) gaben den neunten Platz nicht mehr ab. Jan Hauke Erichsen/Ann Kristin Wedemeyer (Flensburg) schlossen die EM auf dem 18. Rang ab.

Narca 17 C-Foils:
Die Nacra17 C-Foils segelten außerhalb der Titelkämpfe und daher auch kein Medal Race. Nach zwölf Rennen konnten sich Pip Pietromonaco/Conor Nicholas (Australien) den Sieg sichern vor ihren Landsleuten Paul Darmanin/Lucy Copeland sowie Maxim Semenov/Alina Shchetinkina (Russland). Die deutschen Teams Tom Heinrich/Mathias Mollat (Kiel/Moss) reihten sich auf dem siebten und Stefan Rumpf/Anna Bettina Goos (Sylt) auf dem 16. Platz ein.

Alle Ergebnisse und weitere Informationen finden Sie unter:
Ergebnisse 49er und Nacra17

 

Skiff Euro 03.08.

Skiff Euro 03.08.2017

03.08.2017

49er, 49erFX und Nacra17 EM vor Kiel
Feld für das große EM-Finale ist bereitet: Deutsche Skiff-Frauen mit besten Medaillen-Chancen
Spannende Rennen vor einer aufziehenden Gewitterfront lieferten sich die 49er, 49erFX und Nacra17 am vorletzten Tag ihrer Europameisterschaften in Kiel. „Alle Boote so schnell es geht in den Hafen“, hieß es am frühen Nachmittag, als sich der Himmel über der Kieler Förde verdunkelte. Bis zum Mittag hatten bereits die Nacra17 Full Foiler ihre acht besten Boote ermittelt, die morgen im Finale starten, das im Theatre Style ausgetragen wird. Auch die Gold-Fleets der 49er und 49erFX schafften jeweils noch drei Rennen, bevor es zurück an Land ging. Damit stehen auch hier die jeweils zehn Finalisten fest. Während bei den Nacras die Medaillen ohne deutsche Beteiligung ermittelt werden, sind die 49er-Männer mit einem Heimteam und die Frauen der 49erFX sogar mit zwei Teams vertreten.

Und die deutschen Seglerinnen bei den 49erFX haben sich beste Ausgangspositionen verschafft: Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Kiel) führen das Feld vor den Britinnen Charlotte Dobson/Saskia Tidey an. Auf dem dritten Rang sind Tina Lutz/Susann Beucke (Prien/Strande) ebenfalls auf Medaillenkurs. Knapp verpasst haben Jule und Lotta Görge (Kiel) den Einzug ins Finale. Sie liegen auf dem 14. Platz.

Knapp ging es auch bei den Nacra17 Full Foilern zu. Packende drei Wettfahrten zeigten sie auf der Bahn Hotel und den Zuschauern am Bildschirm, die über Facebook und die Internetseiten der Klassenvereinigung (49er.org) die Rennen verfolgen konnten. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kiel) lagen nach dem zweiten Rennen auf dem neunten Platz. Eine Platzierung musste noch herausgesegelt werden, um ins Finale zu kommen. Spannung lag in der Luft. Der Start zum dritten Rennen gelang ihnen nicht optimal. Den nutzten Jan Hauke Erichsen/Ann Kristin Wedemeyer (Flensburg) und setzten sich an die Spitze. In einem spannenden Zieleinlauf konnten sie sich den dritten Platz sichern, sind aber insgesamt auf dem 18. Platz und somit nicht für die Finalläufe qualifiziert. Um einen Punkt verfehlten dann auch Kohlhoff/Stuhlemmer den Einzug ins Finale, da sie nach dem nicht so gelungen Start zwar aufholen konnte, aber nur noch als Neunte ins Ziel kamen. Trotzdem sind beide zufrieden. „Es ist der zehnte Tag, an dem wir zusammen segeln. Es war schwer einzuschätzen, wie weit wir von den Besten weg sind. Aber wir sind relativ nah dran und wissen jetzt genau, woran wir bis zur WM arbeiten müssen“, sagte Steuermann Kohlhoff. An jedem Tag auf dem Wasser gebe es noch etwas am Boot zu verbessern und im Handling zu lernen. Jedes Team im Feld steht vor dieser Herausforderung. Ruggero Tita/Caterina Banti (Italien) haben sich die beste Ausgangsposition für das Medal Race gesichert. Sie liegen an der Spitze vor Lin Ea Cenholt Christiansen/Christian Peter Lübeck (Dänemark) und Ben Saxton/Katie Dabson (Großbritannien).

Beachtliche Leistungen zeigten auch Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (Simssee) im 49er. Sie kämpften sich nach einem 13. und zwölften Platz zurück und schlossen das letzte Rennen des Tages mit einem dritten Rang ab. So konnten sie sich als Siebte im Gesamtklassement für die Medal Races qualifizieren. Tim Fischer/Fabian Graf (Hamburg/Berlin) verpassten hingegen mit ihrem 17. Gesamtrang den Cut für das Medal Race, segeln morgen um die Plätze 11 bis 20. Als Führende starten Dylan Fletcher-Scott/Stuart Bithell (Großbritannien) in die drei Final-Rennen, die im Theatre Style, also auf einem begrenzten Kurs über drei Rennen, ausgetragen werden. David Gilmour/Joel Turner (Australien) liegen momentan auf dem zweiten Rang, James Peters/Finn Sterritt (Großbritannien) auf dem dritten.

Zeitplan am Finaltag der Europameisterschaften der 49er, 49erFX und Nacra17: Zunächst segeln die Nacra17 Full Foiler um den Titel. Sie sind von etwa 12 bis 13.15 Uhr auf der Bahn „Hotel“. Dann folgen von 13.15 bis etwa 14.30 Uhr die 49er und von 14.30 bis 15.30 Uhr die 49erFX. Alle Finalrennen werden im Theatre Style ausgetragen. Das begrenzte Regattafeld ermöglicht es den Zuschauern direkt vom Wasser aus die Wettfahrten anzusehen. Zudem können die Medal Races auch wieder am Bildschirm verfolgt werden.

Die Wettfahrten der Goldfleet und die Finale werden von 2. bis 4. August via Youtube live gezeigt: https://youtube.com/49ersailing

Alle Ergebnisse und weitere Informationen finden Sie unter:
Ergebnisse 49er und Nacra17

Hunt, CEO des Weltseglerverbandes, und Dirk Ramhorst,

Kieler Woche 21.06.2017

21.06.2017

Kiel, Kieler Woche und World Sailing auf einer Wellenlänge
Beim traditionellen Pressefrühstück zur Kieler Woche haben die Stadt Kiel, die Organisatoren der Kieler Woche und der Weltseglerverband World Sailing große Einigkeit darin demonstriert, den Segelsport weiter zu promoten und dafür große Regatten in Kiel auszurichten und als Plattform zu nutzen.

Die Ausrichtung der Para World Sailing Championships (PWSC) in den kommenden Tagen werden von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Dirk Ramhorst (Organisationsleiter der Kieler Woche) und Andy Hunt (CEO des Weltseglerverbandes) allerseits als Glücksfall angesehen. Mit Blick auf das Finale des Sailing World Cups im kommenden Jahr bedarf es indes noch einiger Abstimmung, um das Ereignis in Kiel ausrichten zu können.

Kieler Woche:
Kiel, Kieler Woche und World Sailing auf einer Wellenlänge
Beim traditionellen Pressefrühstück zur Kieler Woche haben die Stadt Kiel, die Organisatoren der Kieler Woche und der Weltseglerverband World Sailing große Einigkeit darin demonstriert, den Segelsport weiter zu promoten und dafür große Regatten in Kiel auszurichten und als Plattform zu nutzen.

Die Ausrichtung der Para World Sailing Championships (PWSC) in den kommenden Tagen werden von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Dirk Ramhorst (Organisationsleiter der Kieler Woche) und Andy Hunt (CEO des Weltseglerverbandes) allerseits als Glücksfall angesehen. Mit Blick auf das Finale des Sailing World Cups im kommenden Jahr bedarf es indes noch einiger Abstimmung, um das Ereignis in Kiel ausrichten zu können.

Andy Hunt und Dirk Ramhorst

Andy Hunt, CEO des Weltseglerverbandes, und Dirk Ramhorst, Organisationsleiter der Kieler Woche, üben in Kiel den Schulterschluss. Foto: Kieler Woche / okPress
In einer Zwischenbilanz der Kieler Woche zeigte sich OB Ulf Kämpfer begeistert: „Wir hatten bisher sehr viel Glück mit dem Wetter, und die Menschen lassen sich auch durch die neuen Sicherheitsmaßnahmen nicht abschrecken, die wir aufgrund der aktuellen Lage einführen mussten. Wir haben sogar das Gefühl, dass die Menschen sehr gelassen sind“, sagte Kämpfer. Aus sportlicher Sicht freut sich der OB auf die kommenden Tage: „Die Ausrichtung der Para World Sailing Championships bedeutet uns sehr viel. Die Kieler Woche ist eine der ersten Veranstaltungen, die die paralympischen Klassen integriert haben. Und seit einigen Jahren lassen wir die zur Kieler Woche auch inklusiv segeln.“ Dafür wurde in den vergangenen Jahren stets in die Hafen-Infrastruktur von Schilksee investiert: „Wir haben in Schilksee barrierefreie Rampen und Stege. Aber es ist ohne Frage so, dass wir für die Para Worlds eine intensivere Betreuung leisten, z. B. auch einen einen Kran anbieten müssen, um einige Segler ins Boot zu heben“, sagte Dirk Ramhorst. Die Para Worlds haben der Kieler Woche aber auch einen neuen Rekord in der Anzahl der teilnehmenden Nationen gebracht. „65 Nationen sind es insgesamt, 39 bei den Para Worlds, die World Sailing acht neue Nationen beschert haben“, erklärte Dirk Ramhorst, der mit seinem Team extra neue Flaggenmasten hat aufstellen lassen, um alle Nationen zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Andy Hunt freute sich über das starke Signal, das mit den Para Worlds von Kiel ausgeht: „Es ist fantastisch wieder hier zu sein, die Kieler Woche ist ein großartiges Event. Für die Chance auf eine Rückkehr des Segeln in das paralympische Programm müssen wir 32 segelnde Nationen nachweisen. Dass es hier 39 sind, ist ein starkes Zeichen und ein großer Schritt. Danke an Kiel, dass es Gastgeber der Para World Sailing Championships ist. Die Zahlen und Fakten werden beim Internationalen Paralymischen Komitee sehr wohl wahrgenommen.“ Und der Segelsport braucht starke Zeichen, denn auch ein olympischer Status steht immer wieder auf dem Prüfstand. Immerhin hat man gerade vom IOC eine entsprechende Bestätigung für die Spiele 2024 erhalten, wie Hunt mitteilte.

Hunt und Ramhorst betonten den engen Schulterschluss zwischen der Kieler Woche und World Sailing. Dieser zeige sich auch darin, dass beide Seiten entschlossen daran arbeiten, das Finale des Sailing World Cup im kommenden Jahr im Rahmen der Kieler Woche auszurichten. „Im September wird dazu die Entscheidung fallen. Die Herausforderung liegt nicht auf der seglerischen Seite, sondern darin, die Partnermarken von World Sailing und Kieler Woche gleichermaßen zufrieden zu stellen. Wir müssen dazu einen Weg finden, dieser Partnerschaften zu verbinden. Denn es geht hier vor allem um den Sport“, so Ramhorst. Der Wunsch ist es, das World-Cup-Finale mit den stark limitierten Teilnehmerzahlen in das Großevent zu integrieren, um sowohl den Spitzenseglern als auch der breiten Masse der Segler das Erlebnis Kieler Woche zu ermöglichen.

Kieler Woche Terminplan:
Kieler Woche, Teil I (17.-20. Juni)
2.4mR (open), 29er (Euro Cup), 505, Albin Express, Contender, Europe, Flying Dutchman, Folkeboot, Formula18, Hobie16, J/24, Laser 4.7, Laser Rad. (open), OK-Jolle

Kieler Woche, Teil II (21./22.-25. Juni)
Para World Sailing Championships (2.4mR, Hansa 303 m, Hansa 303 w), 470 M/W, 49er M, 49erFX (open), Finn M, Laser Rad. W, Laser Std. M, Nacra17 Mix, 21.-25. Juni.
420, J/70, J/80, Melges24 (European Sailing Series), 22.-25. Juni.

Kieler Woche, ORC (17.-24. Juni)
Welcome Race (Kiel – Eckernförde – Kiel) 17.-18. Juni.
Kiel-Cup Alpha, 19.-21. Juni.
Senatspreis, 22. Juni.
Silbernes Band, 23.-24. Juni.

Kieler Woche, Klassiker (17.-20. Juni)
Rendezvous der Klassiker, 17. Juni.
5.5mR & 12mR Trophy, 18.-19. Juni.

Kieler Woche, Segel-Bundesliga
1. Bundesliga, 17.-19. Juni.

Kieler Woche, Aalregatta
Aalregatta (Kiel – Eckernförde – Kiel) 17.-18. Juni.

Informationen zur Kieler Woche 2017 unter www.Kieler-Woche.de

 

 

Robert Scheidt im Laser

EM der 49er, 49erFX und Nacra17 vor Kiel

23.05.2017

Star-Alarm zur EM der Skiffs und Kats
Olympischer Glanz im Olympiazentrum von Schilksee: Rund ein Jahr nach den Olympischen Spielen von Rio werden die Europameisterschaften der 49er, 49erFX sowie Nacra17 vom 27. Juli bis 4. August vor Kiel zum Treffpunkt der Segel-Superstars. Schon früh gingen die ersten Meldungen in den Klassen ein, und prominente Namen aus Übersee zieren bereits die Listen. Sie werden sicherlich für weitere Sogwirkung sorgen, so dass die Meisterschaften zu einem großen Event im Kieler Kalender werden.

Mit dem Selbstbewusstsein des Olympiasieges von 2016 im 49erFX reisen die Brasilianerinnen Martine Grael/Kahena Kunze nach Kiel. In einem hochspannenden Finale sicherten sich die Tochter von Doppel-Olympiasieger Torben Grael und ihre Partnerin im vergangenen Jahr die Goldmedaille in ihrem Heimatland. Bei den Weltmeisterschaften seit 2013 räumten sie zweimal Silber und einmal Gold ab und wurden 2014 zu den Weltseglerinnen des Jahres gekürt. Damit ist Martine Grael schon lange mehr als die Tochter von Torben Grael, hat inzwischen selbst den Status eines Segel-Superstars in ihrer Heimat inne. Sie wird damit ein starker Gradmesser für die deutschen Crews. Mit den Kieler-Woche-Vorjahressiegerinnen Tina Lutz/Susann Beucke (Bergen/Kiel), den Olympia-9. von Rio, Victoria Jurczol/Anika Lorenz (Berlin/Gold vor Palma und Silber in Hyères) und den Kielern Schwestern Jule und Lotta Görge, die sich im vergangenen Jahr um ihr Studium gekümmert haben, aber im Sommer wieder dabei sein werden, sind drei Crews am Start, die bei der Kieler Woche vorn mitmischen können.

Auch bei den Skiff-Männern wird Brasilien eine wichtige Rolle spielen. Robert Scheidt, fünfmaliger Olympia-Medaillengewinner im Laser und Starboot (darunter zweimal Gold im Laser), hat zu dieser Saison das Boot gewechselt und will mit seinem Vorschoter Gabriel Borges nun im 49er angreifen. Anfang des Jahres musste das Duo noch am Bootshandling arbeiten, doch Scheidt ist zuzutrauen, dass er sich in kurzer Zeit an das Weltniveau im Skiff heranarbeitet. Und der 44-Jährige hat einen erfahrenen Skiff-Segler an seiner Seite. Borges segelte bei Olympia 2016 noch mit Marco Grael, einem weiteren Spross von Torben Grael, und landete dort auf Rang elf. Auch Grael hat für Kiel gemeldet, wird dort mit seinem neuen Partner Carles Robles segeln. Allein dieses Aufeinandertreffen dürfte also die Rennen elektrifizieren.

Den Wettstreit mit Robert Scheidt empfindet auch der Kieler Justus Schmidt als besondere Herausforderung: „Scheidt ist eine Legende. Dass sich jemand mit seinem Background, aber auch in seinem Alter in die Klasse wagt, ist großartig. Wie er sich schlägt, werden wir sehen, denn die athletische Komponente ist im 49er schon sehr hoch zu gewichten. Aber Scheidt ist ein unfassbar harter Arbeiter. Wenn es jemand schafft, dann sicherlich er“, sagt Schmidt, Europameister von 2015, der mit seinem Partner Max Boehme seit dem Sommer vergangenes Jahr keine 49er-Regatta mehr gesegelt ist. Stattdessen stand das Studium im Vordergrund: „In den letzten sechs Jahren sind wir fast ununterbrochen 49er gesegelt. Jetzt haben wir ein zweites Spielfeld aufgemacht, das uns fordert und unseren Horizont erweitert. Darüber sind wir sehr glücklich“, sagt Schmidt. Zur Kieler Woche will das Duo aus dem Immac-Sailing Team, das im Vorjahr nur den späteren Olympiasiegern Peter Burling/Blair Tuke (Neuseeland) den Vorrang lassen musste, erstmals wieder an den Start gehen. Bis dahin stehen einige gemeinsame Trainingslager, aber auch Solo-Segelzeiten auf der Motte an. „Die Motte macht riesigen Spaß. Sie hat aber auch ihre Rechtfertigung. Die Neuseeländer und Australier haben gezeigt, wie viel Motte-Segeln auch für den 49er bringt.“

Zur Europameisterschaft werden Schmidt/Boehme wohl die großen deutschen Hoffnungsträger sein, da Olympiasegler Erik Heil zu diesem Zeitpunkt in einem GC32-Projekt gebunden ist. „Ich bin gespannt auf die EM. Das wird sportlich ein sehr hoher Anspruch, und wir werden sicherlich mit etwas gedämpften Erwartungen antreten. Aber wir haben immer unglaublich viel Spaß vor Kiel. Die beiden letzten Kieler Wochen waren einfach großartig, mit einer unglaublichen medialen Aufmerksamkeit. Es wird interessant, wie das nun zur EM sein wird“, sagt Justus Schmidt.

Star-Alarm erklingt auch bei den Nacra17. Die Silbermedaillengewinner von Rio, Jason Waterhouse/Lisa Darmanin, führen das Feld der Mixed-Kat-Segler an. Die Australier werden sich unter anderem mit dem Ex-Europameister Ben Saxton auseinandersetzen müssen. Der Brite bastelt nach den nicht optimal verlaufenen Olympischen Spielen (Platz neun) an einer neuen Teamzusammensetzung.

Spannend wird bei den Nacras auf jeden Fall, wie der Umstieg auf die neue Variante des Kats gelingt. Mit den Z-Foils wird der Nacra17 zum Voll-Foiler, und die EM wird das erste offizielle Event in dieser neuen Dimension. Seit vergangenen Herbst haben die Teams immer mal wieder Gelegenheit, die Kats mit den neuen Foils zu testen. Und die ersten Segelstunden versprechen vor Kiel eine aufregende EM. „Ich bin absolut begeistert von dem Boot. Da haben sich wirklich kluge Köpfe mit auseinandergesetzt“, sagt Paul Kohlhoff. Der Kieler Olympia-Segler hatte die Chance, den Nacra17 in Holland zu testen und sagt spektakulären Sport voraus: „Downwind hebt der Kat bereits bei rund sieben Knoten Wind ab, und auf der Kreuz braucht es nicht wesentlich mehr. Es wird nun eine Frage der Technik sein, wie gut das Boot zu beherrschen ist. Bisher bin ich nur bei Flachwasser gesegelt. Ich denke, dass wir wohl bald einige Teams sehen werden, die eine Halse durchfoilen. Andererseits wird es zur EM auch viele spektakuläre und von außen betrachtet waghalsige Manöver geben, da die Vorbereitungszeit sehr kurz ist. Mit einer Woche Training ist das nicht getan.“ Doch viel mehr Trainingstage werden viele Teams wohl gar nicht bekommen, da die neuen Boote bzw. die Umbau-Kits nur nach und nach ausgeliefert werden.

Paul Kohlhoff steht zudem vor einem weiteren Neuanfang: Nach der Trennung von Olympia-Partnerin Carolina Werner segelt er mit der 23-jährigen Luisa Krüger zusammen. Die Hamburgerin stieg von der Europe auf den foilenden Kat.

Doch viel Zeit zur gemeinsamen Vorbereitung wird es für das neue Duo nicht geben, denn vorerst steht für Paul Kohlhoff die Teilnahme am Red Bull Youth America’s Cup im Mittelpunkt. „Wir reisen in den kommenden Wochen nach Bermudas und werden dort in den ersten Trainings sehen, wie gut wir aufgestellt sind. Wir haben alle unsere Hausaufgaben gemacht, und in unserem Team steckt super viel Potenzial und Talent. Aber die anderen Mannschaften hatten alle mehr Möglichkeiten zur Vorbereitung. Deshalb werden wir abwarten müssen, was in Bermudas möglich ist. Aber ich denke, dass die Teilnahme am Youth America’s Cup auch für die Nacra-Kampagne wertvoll sein kann.

Aktuell zählt jede Minute auf Foils, deshalb bin ich im Winter auch viel auf Motten gesegelt und habe die Chancen auf den GC32 genutzt“, berichtet Paul Kohlhoff. „Nach dem Youth America’s Cup gilt dann die ganze Konzentration Tokio 2020. Dafür werden wir kompromisslos voll durchziehen. Deshalb freue ich mich auf die EM in Kiel – unser erstes Event auf dem foilenden Nacra.“ Ralf Abratis

YES action 2016

YES 2017 Kiel

YES 2017 Kiel

Rund 650 Nachwuchssegler aus mehr als zehn Nationen zeigen bei der Young Europeans Sailing ihr Können. Die Veranstaltung ist ein fester Bestandteil vieler Regattasaison-Kalender und überzeugt mit professionellem Segeln und  buntem Rahmenprogramm. Ein Konzept perfekt zugeschnitten auf die Zielgruppe der Jugendlichen.  Auch  in diesem Jahr findet die „Kieler Woche des Nachwuchses“ an Pfingsten (03.-05. Juni) im Olympiazentrum Kiel-Schilksee statt. Der Start für die größte Jugend-Regatta in Europa erfolgt für die Klassen 29er, 420er, 470er M/W, Laser 4.7, Laser Std. M, Laser Rad. W, Laser Rad. M und Piraten. Die Regatten verteilen sich auf fünf verschiedene Bahnen. Für die Klassen 470 M/W, Laser Std. M und Rad. W zählt die YES außerdem als Deutsche Junioren Meisterschaft (DJoM). Für die Europe-Klasse stellt die YES die zweite Ausscheidungsregatta zur Qualifikation für die WM 2017 in Spanien dar.