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Kieler Woche 2022 Kröger, Budizien und Farien ganz vorne

Kieler Woche 2022 Kröger, Budizien und Farien ganz vorne

 

Kröger, Budzien und Farien ganz vorne

Auftakt zum 29er Euro Cup direkt vor dem Olympiahafen Schilksee.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Mittlere bis frische westliche Winde bei sommerlichen 23 Grad bescherten der 128. Kieler Woche im 140. Jahr am Sonnabend (18. Juni) einen Segelauftakt wie aus dem Bilderbuch. Auf sieben Bahnen plus der Aalregatta für seegehende Yachten nach Eckernförde wurden 42 Wettfahrten absolviert – das volle Programm. Danach gibt es am Sonntag nur drei Einheimische im gelben Trikot der Spitzenreiter: Heiko Kröger (Ammersbek) im 2.4mR, OK-As André Budzien aus Schwerin und der Lokalmatador Adrien-Paul Farien auf der „Wespe“ (Waszp). Beim Gold Cup der Folkeboote zündete dänisches Dynamit – die Nordlichter behaupteten gleich die ersten vier Ränge mit den punktgleichen Steuermännern John Wulff und Søren Kæstel ganz oben. Im 29er Euro Cup überragten die Neuseeländer George Lee Rush und Sebastian Menzies mit drei Tagessiegen.
 
„Das waren ideale Bedingungen, die kaum schöner hätten sein können“, jubilierte Organisationsleiter Dirk Ramhorst, „heute sind alle Seglerherzen höhergeschlagen.“ Am Mittag hatte er die Regatta zusammen mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar neben Düsseldorf Messe-Boss Wolfram N. Diener für den Premiumpartner boot und allen sechs deutschen Segelmedaillengewinnern von Olympia 2020/21 in Japan eröffnet. Parallel gingen zehn internationale Bootsklassen im ersten Teil der Kieler Woche (bis Dienstag, 21. Juni) an den Start.
Beim Folkeboot Gold Cup wurde vor der Luvtonne um jeden Meter gekämpft.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Folkeboot Gold Cup
Mit einem fröhlichen Einmarsch unter Samba-Rhythmen zur Bühne im Olympiazentrum hatten die Folkeboot-Crews am Freitagabend ihren Gold Cup eröffnet, am Sonnabend zelebrierten sie bei karibischen Bedingungen ihre ersten beiden Wettfahrten. Auf Bahn Foxtrott vor dem Ostufer der Kieler Außenförde schenkten sich die Dreiercrews nach den Feierlichkeiten zuvor dann keinen Meter mehr. Schließlich gilt der Gold Cup als inoffizielle Weltmeisterschaft. Und die will der Däne Per Jørgensen mit seiner Mannschaft unbedingt verteidigen, muss aber nach dem Auftakttag mit dem vierten Platz hinter Jens Thurøe vorliebnehmen.
Die Deutschen halten sich noch zurück, so dass der Brite Simon Osgood als Fünfter für das beste nicht-dänische Ergebnis sorgt. Dabei hat sich der Sekretär der internationalen Klassenvereinigung vorher noch in Zurückhaltung geübt: „Ich weiß nicht, was für uns möglich ist. Wir gehen ohne Erwartungen in den Gold Cup. Vielleicht landen wir auch ganz weit hinten.“ Britisches Understatement in Reinkultur, denn beim vergangenen Gold Cup 2019 segelte er auch schon auf Platz fünf, und sein Vorschiffsmann Jamie Lea gewann gerade vor Kühlungsborn bei Klaus Diederichs an Bord den WM-Titel der Drachen. Zudem kennt Osgood das Kieler Revier. Beim vorigen Auftritt der Folkeboote zur Kieler Woche in 2018 segelte er auf Platz sechs.
Harte Positionskämpfe bestimmten den Auftakt zum Gold Cup der Folkeboote. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
29er Euro Cup
Unter den Kameraaugen von KielerWoche.TV standen die 29er-Skiffs im Blickpunkt, die dicht unter Land auch von tausenden Gästen im Olympiazentrum Schilksee gut zu beobachten waren. Punktgleich mit dem Kiwi-Duo eroberten die Rostocker Carl Krause und Max Georgi mit zwei Tagessiegen den zweiten Platz. „Drei Klasse-Rennen mit bis zu fünf Beaufort am Ende, besser ginge es kaum“, schwärmte der Zarnekauer Johann Sach vom ersten Tag. An der Vorschot seines Bruders Anton steigerten sich die Vorjahressieger von Rang fünf über drei zum Tagessieg und liegen in der Gesamtwertung nur zwei Zähler hinter der Spitze auf Rang sechs. „Unsere Starts waren gut, das war die Hauptsache“, so der 17-Jährige, „durch die vier Gruppen sind alle noch dicht beieinander.“
Bei bis zu fünf Windstärken boten die 29er für alle Segelfans auch auf KielerWoche.TV packenden Sport  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
2.4mR
Der Erfolgshunger von Heiko Kröger (Hamburg) ist auch nach zwölf Siegen zur Kieler Woche noch nicht gestillt. Mit einem zweiten Platz und zwei Siegen legte der Paralympicssieger von 2000 einen starken Auftakt in die Regatten der Inklusionsklasse 2.4mR hin. Der 56-Jährige ist gerade Dritter bei der Europameisterschaft geworden und freute sich über den Auftritt in der Strander Bucht: „Für mich ist es das erste Mal in diesem Jahr, in Kiel zu segeln. Es ist immer wie nach Hause kommen. Die Bedingungen waren fast perfekt mit ein paar Drehern dicht unter Land.“ Wegen der Terminenge zur EM sei das Feld zwar nicht so groß wie sonst, aber „es sind Top-Segler dabei – und auch ein paar Neueinsteiger in die Klasse“, so Kröger.
 
Hochkonzentriert auf dem Weg zur Gesamtführung im 2.4mR: Heiko Kröger. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Contender
Seinem Sieg-Hattrick von 2019 bis 2021 will der Däne Sören Dulong Andreasen gern den nächsten Erfolg vor Kiel folgen lassen. Doch es wird ein harter Kampf – vor allem mit seinem Landsmann Jesper Armbrust, der sich mit zwei Tagessiegen und einem achten Platz zunächst einmal vor Andreasen (4, 1, 4) an die Spitze setzte. „In der ersten Wettfahrt habe ich erst geführt, dann aber eine falsche Entscheidung getroffen und bin auf Platz acht zurückgefallen. Danach habe ich mich noch etwas vorgearbeitet. Das zweite Rennen konnte ich gewinnen, und in der dritten Wettfahrt bin ich am Start gekentert, musste dem Feld erst einmal hinterher hetzen“, bilanzierte Andreasen einen wechselhaften Tag.
„Aber ich mag es, hier zu segeln. Es ist nie einfach. Und selbst wenn man vorn ist, kann man seiner Sache nie sicher sein. Es ist wohl das schwierigste Revier, um eine Führung zu verteidigen. Das macht Kiel so spannend.“ Die Kieler Woche ist für ihn neben der Europameisterschaft auf dem Attersee in Österreich einer der Saison-Höhepunkte. Im Laufe der kommenden Tage können die Deutschen noch in den dänischen Zweikampf an der Spitze eingreifen. Der ehemalige Kieler Internatsschüler Eike Martens führt das Feld der Verfolger auf Rang drei an.
 
Europe
Mit einer dänischen Doppelführung und der Kielerin Marisa Roch auf Rang drei gehen die Europes aus dem ersten Tag. Spitzenreiter Casper Fink liefert sich ein enges Duell mit seinem Landsmann Simon Christoffersen. Trotz eines Ausrutschers in der zweiten Wettfahrt kann sich Marisa Roch derzeit knapp auf dem Bronzerang halten.
Flying Dutchman
Die stärksten „Fliegenden Holländer“ der vergangenen Jahrzehnte sind Ungarn: Szabolcs Majthényi/András Domoskos gewannen 14 WM-Titel seit 1994 – darunter im vergangenen Jahr. Kieler Woche-Siege haben sie sechs in der Liste stehen, und Nummer sieben scheint möglich. Es wird allerdings trotz der aktuellen Führung mit den Einzelplatzierungen 1, 4, 1 ein steiniger Weg. Denn mit den Vize-Weltmeistern Kay-Uwe Lüdtke/Kai Schäfers (Berlin/Arnsberg) sowie dem dänischen Olympiasieger von 1988, Jörgen Bojsen-Möller mit seinem Bruder Jacob an der Vorschot, liegen Top-Athleten in Lauerstellung. „Es sind alle guten Teams hier. Da muss man sehr konzentriert segeln. Fehler werden nicht verziehen, zumal die Wettfahrten heute extrem kurz waren“, so Majthényi, und Domoskos ergänzte: „Es waren sehr enge Rennen. Aber das sind wir gewohnt. In Kiel ist es immer hart.“
 
ILCA 4 und ILCA 6
Die beiden Nachwuchsklassen der olympischen Einhand-Disziplin sind international hart umkämpft. Während in der Einstiegsklasse, dem ILCA 4, Nanna Sofie Juell-Bergan vor Gudleik Berg-Kjöpsnes für eine norwegische Doppelführung vor Josephine Koep (Braunschweig) sorgen, ist bei den ILCA 6 die Rumänin Ebru Bolat top. Der Kieler Titelverteidiger Ole Schweckendiek muss sich hier derzeit auf Rang drei hinter Sverre Langaas-Holt (Norwegen) einreihen.
 
OK-Jolle
Die ersten drei Tagessiege und zweiten Plätze in der OK-Jolle haben der dänische Kieler Woche-Titelverteidiger Bo Petersen und der dreimalige Weltmeister André Budzien bisher unter sich ausgemacht – mit Vorteilen für den Schweriner. Budzien gewann nach Platz zwei zum Auftakt die beiden nächsten Rennen. „André ist schnell, aber ich bin auch sehr zufrieden mit dem Tag. Ich teste hier Segel und Mast für die Weltmeisterschaft. Heute bin ich ein bauchiges Segel gefahren und es lief gut“, so Petersen, der sich gern etwas längere Wettfahrten gewünscht hätte, um eventuelle Fehler ausgleichen zu können.
Wie sein dänischer Konkurrent blickt auch Budzien bereits in Richtung WM im August im schwedischen Marstrand. „Ich hoffe, dass ich auf jeden Fall um die Medaillen mitfahren kann.“ Vorher hat er aber noch seine andere Klasse im Blick. Zur Deutschen Meisterschaft der ehemals olympischen Finns geht er bei der Travemünder Woche an den Start.
 
Waszp
Die foilenden Waszp gingen spät am Nachmittag auf die Bahn, schafften dann aber noch alle drei geplanten Wettfahrten. Adrien-Paul Farien wurde auf seinem Heimatrevier mit drei ersten Plätzen seiner Favoritenrolle gerecht und wird in den kommenden Tagen wohl nur schwer aus dem Gelben Trikot zu vertreiben sein.
 
Drei Tagessiege am späten Nachmittag ließen Lokalmatador Adrien-Paul Farien in der weißen Waszp-Weste. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
HINWEISE für die Redaktionen:
Die eingebetteten Fotos können Sie für die redaktionelle Verwendung hier in druckfähiger Auflösung herunterladen: https://media.kieler-woche.de/fotoweb/albums/Yq4RGcjCZvJlf9uc/
In der Bilddatenbank der Kieler Woche finden Sie auch weitere Motive. Wenn Sie spezielle Fotoanfragen haben, lassen Sie es uns bitte wissen.
Zum Abschluss des ersten Teils der Kieler Woche am Dienstag, dem 21. Juni, planen wir für 15 Uhr eine Pressekonferenz auf der Bühne in der Sailing Arena (Hafenvorfeld).
 
Das Segelprogramm der Kieler Woche (18. – 26. Juni 2022)
 
Sonntag, 19. Juni
 
Ab 10 Uhr
Rückregatta (Aalregatta) von Eckernförde nach Schilksee, Seesegeln (Yardstick, ORC und Multihull)
 
10.30 Uhr
Waszp
 
11 Uhr
Gold Cup Nordische Folkeboote, 29er Euro Cup, Contender, Europe, Flying Dutchman (FD), ILCA 4, ILCA 6 (offen) und OK-Jollen
 
14 Uhr
2.4mR
 

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11.ACO Musto Skiff WM 2022 in der Kieler Woche

11. ACO Musto Skiff WM 2022 in der Kieler Woche

11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft als internationales Highlight in Teil 2

Rund 50 der besten Einhandsegler der Welt kommen an die Förde, um einen neuen Champion zu küren. Im zweiten Teil der Kieler Woche parallel zu den olympischen Klassen startet die 11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft – ein doppeltes Heimspiel für Iver Ahlmann. Die Topfavoriten aber kommen aus Großbritannien und Südafrika.
Eine starke Internationalität wird das Feld der 11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft mit rund 50 Teilnehmern prägen.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Als der Kieler Bootsbauer und -designer Dr. Joachim Harpprecht, alias Schappi, Ende des vergangenen Jahrtausends nach einer Ausschreibung des Weltsegelverbands eine rasante Gleitjolle für Solo-Artisten mit Trapez und Gennaker konstruierte, ahnte der promovierte Immunbiologe noch nicht, dass das Musto Skiff gut 22 Jahre später zur Klassenweltmeisterschaft an seinen Geburtsort zurückkehren würde. Der Urprototyp des Skiffs, das 2000 bei einer Sichtung im französischen Quiberon überzeugte, liegt heute noch im Olympiahafen von Kiel-Schilksee. An den 4,55 Meter langen und mit seitlichen Auslegern (Flügeln) 2,35 Meter breiten Booten hatte der Engländer Nigel Musto seinerzeit so einen Narren gefressen, dass er die Verbreitung zum persönlichen Anliegen machte.
Großbritannien blieb Hochburg des Musto Skiffs, aber vor allem auch Australien, deren Cracks aufgrund der langen, unklaren Pandemielage und den horrenden Containertransportkosten schweren Herzens auf die Teilnahme verzichten müssen. „Die Aussies werden wir zwar vermissen, aber bei der weiteren Elite mit dem Kieler Woche-Revier und den feierlichen Rahmenbedingungen eine erstklassige Visitenkarte abgeben“, ist der Regattawart der nationalen Klassenvereinigung, Ralf Bussing, überzeugt. Von etwa 70 Aktiven in Deutschland sind mehr als zwei Drittel in der KV organisiert, darunter auch stetig Nachwuchs.
Ihr Bester hält seit langem in der internationalen Spitze mit, war schon 2011 Vizeeuropameister und gewann die Kieler Woche 2020. Iver Ahlmann steht seitdem wie kein anderer hinter den Musto Skiffs. Als geschäftsführender Gesellschafter der Büdelsdorfer ACO-Gruppe, ein international führendes Unternehmen für Entwässerungstechnik und Abwasserreinigung, blickt Ahlmann mit seinem Vater Hans-Julius auf zehn Jahre Titelsponsoring der Musto Skiff-WM zurück. Als die Titelkämpfe nach den Corona-bedingten Unterbrechungen zum Jubiläum nach Kiel vergeben wurden, zögerte die Familie Ahlmann nicht, auch die Kieler Woche als Sponsor zu unterstützen.
Trotz Trainingsrückstands ist mit dem besten Deutschen im Musto Skiff, Iver Ahlmann, vor allem bei leichterem Wind auf der Kieler Förde zu rechnen.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
„Unser Claim lautet seit neustem ‚we care for water’, was sehr gut zum Segeln passt”, erklärt Iver Ahlmann, „und die Nachhaltigkeit, die auch von der Kieler Woche großgeschrieben wird, schon immer ideal zu unseren Werten.“ Drei Kundenevents während der Regattawoche mit je 30 Gästen laufen unter dem Motto „nicht nur Häppchen, sondern auch Ölzeug“. Das Segeln auf J/70-Booten steht im Mittelpunkt. Mit Speedbooten sind außerdem Stippvisiten zur Regattabahn der Musto Skiffs geplant. Denn alle wollen wissen, wie sich der ACO-Boss schlägt.
Der betrachtet seine Vorbereitung aufgrund von Zeitmangel „eher als Schadensbegrenzung“ und hege keine allzu großen Ambitionen. Vor einem halben Jahr zum vierten Mal Vater geworden, dazu der Hausbau, da hat Iver Ahlmann neben der Geschäftsführung schlicht andere Prioritäten. Ein paar Trainingseinheiten wolle er aber schon noch einschieben, „sonst halte ich die Rennen gar nicht durch.“ Die Favoritenrollen sieht Ahlmann in Abwesenheit von Titelverteidiger Bruce King bei den Briten Jamie Hilton, Dan Vincent und Robbie Wilson neben Segelprofi Peter Greenhalgh sowie dem Südafrikaner Andy Tarboton, dem internationalen Klassenpräsidenten. Dem Starkwindspezialisten Paul Dijkstra aus den Niederlanden fehlt noch ein großer Titel. Sie alle wiederum bewundern die ausgefeilte Technik des nur 68 Kilogramm schweren Iver Ahlmann, mit dem bei Leichtwind immer weit vorne zu rechnen ist.
 

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Audi neuer Premiumpartner der Kieler Woche 2022

Audi neuer Premiumpartner der Kieler Woche 2022

 
Pressemitteilung zur Kieler Woche – 23. Mai 2022

Audi neuer Premiumpartner der Kieler Woche

Die Kieler Woche und Audi – das ist eine Verbindung, die einfach passt. Viele Jahre sorgte das Unternehmen aus Ingolstadt bereits für den richtigen „Drive“ bei Kiels großem Segel- und Sommerfestival. Nach einer Pause kehrt Audi nun als Premium- und Mobilitätspartner zurück – und unterstützt mit seinen Fahrzeugen den Shuttle- und Trailerservice in der Innenstadt und in Schilksee.
Mit Vollgas Richtung Kieler Woche 2022. Foto: Audi AG
„Ich freue mich sehr, dass Audi wieder zurück im Kieler-Woche-Boot ist. Wir gewinnen damit einen starken Partner, mit dem wir schon lange gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten “, erklärt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Jetzt heißt es Vollgas geben für eine tolle Kieler Woche 2022. Wir wollen Ende Juni ganz besondere Momente, Erinnerungen und Begegnungen schaffen – möglich macht das auch die Unterstützung und das Engagement unserer Premiumpartner Audi und Rewe.“
Audi kehrt nach einer Pause als Premium- und Mobilitätspartner zurück zur Kieler Woche. v.l.n.r: Philipp Dornberger (Referatsleiter Kieler Woche), Linda Vivien Kurz (Leitung Marketing Deutschland Audi AG), Sven Christensen (Geschäftsführer Kieler Woche Marketing GmbH), Philipp Noack (Vertrieb Deutschland Audi AG)  Foto: Audi AG
„Gerade im Hinblick auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie und die großen logistischen Herausforderungen, die eine Kieler Woche mit sich bringt, ist Audi eine echte Bereicherung“, ergänzt der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten Dirk Ramhorst. Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Bootsklassen am Dienstag und Mittwoch ließe sich ohne den Trailerservice gar nicht anders bewerkstelligen. „Wir sind unheimlich stolz, mit Audi einen weiteren Innovationspartner an unserer Seite zu haben, mit dem wir bereits 2011 das bis heute etablierte KielerWoche.TV ins Leben gerufen haben und mit dem wir nun weitere gemeinsame Pläne für die Zukunft schmieden können“, so Ramhorst.
 

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Gold Cup Folkeboote zur Kieler Woche

Gold Cup Folkeboote zur Kieler Woche

 
 

Gold Cup der Folkeboote als Meisterschaftshighlight zur Kieler Woche

Die ewig junge Traditionsklasse

Seit 80 Jahren schon prägen sie das Bild auf nordeuropäischen Regattarevieren, die Nordischen Folkeboote. Robust jedem Starkwind auf offener See trotzend kreuzen sie mit riesigem Großsegel und kleiner Fock auch gegen steile Wellen an – 1,8 Seemeilen lang. So wollen es die traditionellen Regeln der inoffiziellen Weltmeisterschaft. Zum runden Geburtstag der Klasse wird der Gold Cup 2022 vom 17. bis 21. Juni auf der Kieler Woche ausgetragen.
Gold Cup-Verteidiger Per Jørgensen und seine dänische Crew auf der Kieler Woche 2017.  Foto: Christian Beeck
Als der Lübecker Konsul Hagelstein 1963 den ersten, 800 Gramm schweren Pokal aus purem Gold stiftete, schlug vor Travemünde gleich die Stunde des Kieler Yacht-Clubs (KYC). Denn der Gold Cup der Folkeboote ist – wie der Americas Cup auch – ein Wettbewerb der Vereine. Er wurde in einem Safe aufbewahrt und durfte nicht graviert werden; die Siegerliste steht auf einer Pergamentrolle. Bruno Splieth trug sich mit Handballlegende Hein Dahlinger und Frieder Heinzel in der „Daddel“-Crew als Erster ein. Das gleichzeitig ausgelobte Holzfolkeboot stiftete er der KYC-Jugend.

Folkeboote im Schmetterlingsstyle – zuletzt waren sie 2018 im internationalen Teil auf der Kieler Woche.

Foto: Christian Beeck

Das stärkte die Hochburg der Kielboote entlang der Kieler Förde, wo in der Flotte Kiel rund 150 Schiffe registriert sind. Zur Kieler Woche in diesem Jahr richtet der KYC den Gold Cup nach 1975, 77, 80 und 88 bereits zum fünften Mal aus. Nachdem der Goldpokal pandemiebedingt zweimal ausgefallen ist, wollen die Verantwortlichen an 2019 anknüpfen, als unter 53 Teilnehmern vor Aarhus der Däne Per Jørgensen mit einem halben Meter Vorsprung auf der Ziellinie zum Cupverteidiger wurde. „Wir haben uns 50 Meldungen als Ziel gesetzt“, sagt Sönke Durst, Sportwart der Deutschen Folkeboot Vereinigung. Vor Ende April hatten sich bereits 39 eingetragen, neben dem Gastgeberland viele aus Dänemark sowie aus Schweden, Finnland, Estland und Großbritannien.
Auf der Kieler Woche 2018 im gelben Trikot der Spitzenreiter: Folkeboot-Sportwart Sönke Durst an der Pinne, hier mit Marc Rokicki und Ulrich Schaefer am Start.  Foto: Christian Beeck
„Wir haben die Folkeboote als Meisterschaftshighlight im ersten Teil der Kieler Woche auf Bahn Golf vorgesehen“, so Organisationsleiter Dirk Ramhorst, „und wollen den Gold Cup mit einem feierlichen Einmarsch der Nationen zu den heißen Rhythmen einer Samba-Band eröffnen.“ Die Vermessung beginnt bereits am Freitag (17. Juni) vor der Kieler Woche, ehe an vier Wettfahrttagen bis Dienstag (21. Juni) bis zu acht Rennen vorgesehen sind.
Zu den einheimischen Mitfavoriten gehört das „Ylva“-Trio unter Steuermann Ulf Kipcke, das den Gold Cup nach Horst-Stefan Schulze alias Mozart (1990) in den Jahren 2000 und 2015 für den KYC holte. „Alle haben zwei Saisons wenig gesegelt, aber wir trainieren jeden Dienstag, und unser Boot ist tipptopp auf Vordermann“, freut sich Crewmitglied und Vater Dieter Kipcke auf das Heimspiel. Auch mit Sparringspartner Walter Furthmann und seinem „Paula“-Team vom Yacht-Club Strande sei zu rechnen.

Steuermann Ulf Kipcke vom Kieler Yacht-Club und sein Team der „Ylva“ streben den dritten Goldpokalsieg an.

Foto: Christian Beeck

Sönke Durst, der mit der „hasta la vista“ für den Laboer Regatta-Verein zumindest schon „Bronze“ beim Goldpokal erreichte, wirbt noch um weitere der besten Aktiven aus Großbritannien. Zusätzlicher Anreiz für die lange Anreise biete der Trudelmauspokal am Wochenende zuvor (11./12. Juni) als Warm-up in Laboe. Der war schon vor vier Jahren Zubringerregatta. Und die Kieler Woche gewann 2018: Sönke Durst. Vielleicht kann aus Bronze doch mal Gold werden.

Klassiker an der Kreuz – die nordischen Folkeboote tragen auf der Kieler Woche den Gold Cup als inoffizielle WM aus.

Foto: Christian Beeck

 

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50 Jahre Olympia : Ulrich Libor Bronzemedaille vor Kiel mit 32, Rückkehr mit 82 !

50 Jahre Olympia : Ullrich Libor Bronzemedaille vor Kiel mit 32, Rückkehr mit 82

 

Ullrich Libor: Bronzemedaille vor Kiel mit 32, Rückkehr mit 82

Segeln ist sein Lebenselixier

Drei Medaillen holten die beiden deutschen Segel-Nationalmannschaften (die Bundesrepublik und die DDR waren 1972 noch getrennt am Start) bei den Olympischen Spielen vor 50 Jahren auf der Kieler Förde. Neben der Silbermedaille im Drachen für die DDR-Crew Paul Borowski/Karl-Heinz Thun/Konrad Weichert und die Bronzemedaille im Star für Willi Kuhweide/Karsten Meyer gewannen Ullrich Libor und Peter Naumann Bronze im Flying Dutchman (FD).
Viele der Olympioniken zog es auch in den folgenden Jahren immer wieder ins Olympiazentrum Kiel-Schilksee: So besuchte der heute in den USA lebende Willi Kuhweide die Kieler Woche 2004 und erinnerte dort in einer Pressekonferenz auch an die Spiele von 1972. Und Ullrich (Ulli) Libor ist bis heute Stammgast in Kiel. Der gebürtige Coseler (Schlesien/heute Koźle in Polen), der unzählige Male bei der Kieler Woche an den Start ging, Titel im Piraten und FD hamsterte und mit 32 Jahren Olympia-Bronze gewann, trat zuletzt 2019 bei der Kieler Woche an. Mit 79 Jahren belegte er in der Inklusionsklasse 2.4mR den fünften Platz, im Vorjahr sicherte er sich hier sogar Platz zwei. Gern erinnert sich der Vollblutsegler an Kiel-Schilksee und die olympischen Klassen von 1972, die Nonne vom 15. bis 21. August beim Revival „50 Jahre Olympische Spiele in Kiel“ noch einmal in Schilksee an den Start gehen. Mit dabei: Ulli Libor, der mit dann 82 Jahren nach 50 Jahren sein FD-Comeback auf der Kieler Förde plant.
Die wegen des Attentats vom 5. September auf die israelischen Sportlerinnen und Sportler in München verschobene Abschlussfeier wird nach Abschluss der verlegten Regatten nachgeholt. Auf dem Hafenvorfeld erhalten Ulli Libor (2.v.r.) und sein Vorschoter Peter Naumann (r.) die Bronzemedaille im Flying Dutchman überreicht. Der erste nicht britische Präsident des Weltsegelverbandes (1969-1986), Beppe Croce (Italien) war zur Siegerehrung angereist.  Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987), Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, aus dem Stadtarchiv Kiel.
Erst die Jugend (U20, Jahrgang 2003 und jünger) bei den Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (10. bis 16. August), dann die ehemaligen Olympischen Klassen (15. bis 21. August) bei den Revival-Regatten – so schaffen die Veranstalter eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft in dem 1966 im Rahmen der Kieler Woche eröffneten Olympiahafen in Schilksee.
Dass Segeln jung hält, kontrolliert Ulli Libor eindrucksvoll. Segeln ist sein Lebenselixier. Der Ausnahmesegler vom Norddeutschen Regatta Verein (Mitglied seit 1954) blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Zwei Olympische Medaillen im FD (1968 Silber vor Acapluco/Mexiko und 1972 Bronze vor Kiel), ein EM-Titel 1960 im Snipe, EM-Vize im FD 1972 und zahlreiche Kieler-Woche-Siege ragen heraus. Doch Libors Regatta-Laufbahn ist deutlich vielschichtiger: An den Start ging er im Pirat (3x Jugendmeister, 1x Dänischer Meister in der Zeit von 1956 bis 1959), in der OK-Jolle, im Tempest, Flying Dutchman (zweimal Deutscher Meister einmal Vize von 1964-1971), Starboot, Drachen (DM-3. 2008), Viertel-Tonner, Halb-Tonner,auf den Admiral’s Cup Yachten „Jan Pott“ (Norbert Lorck-Schierning/Flensburg) und „Container“ (Udo Schütz/Selters/viermaliger Teilnehmer/Sieger 1982), in der 12mR, 5,5mR sowie zuletzt in der 2.4mR (seit 2014 bis heute/Holländischer Meister, Irischer Vizemeister). Für seine sportlichen Erfolge wurde der heute in Rheinland-Pfalz lebende Ausnahmesportler bereits am 27. November 1968 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.
Ullrich Libor war in den Pressekonferenzen der Kieler Woche ein gerngesehener Gast. Hier 2017, natürlich nach den Wettfahrten auf dem Wasser. Foto: www.segel-bilder.de
Nach seinem Ausflug in die Admiral’s-Cup-Szene, dem überstandenen Fastnet Race von 1979, bei dem 19. Segler ums Leben gekommen und nach dem er die „Jan Pott“ sicher nach Hause gebracht, wechselte Libor ins Ehrenamt. 1982 bis 1990 war er DSV -Vizepräsident sowie Vorsitzender des Olympia-Segel-Ausschusses und zweimal als Mannschaftsleiter bei den Olympischen Spielen 1984 vor Los Angeles (USA) und 1988 vor Pusan ​​(Südkorea).
 
Anschließend tauschte Libor das Boot gegen den Golfball, zog in den Südwesten der Republik und war 16 Jahre lang Geschäftsführer des Deutschen Golf-Verbandes. 14 Jahre nahm er an keiner Regatta teil, bis er im gesetzten Alter zusammen mit Bernd Faber, Harro Kniffka und zeitweise seinem Sohn Janos Teil zwei seiner aktiven Segel-Laufbahn im Drachen startete. Die WM-Vizemeisterschaft und der HLL-Dragon Grand Prix vor Neustadt bleiben unvergessen. Dabei stand nicht nur der eigene Segelspaß und -erfolg im Brennpunkt. Stets unterstützte Libor auch Nachwuchstalente wie beispielsweise Robert Stanjek und dessen Starboot-Olympiakampagne mit Markus Koy 2008.
Willi Kuhweide war 2004 bei der Kieler Woche. Hier in der Pressekonferenz mit Hermann Hell. Foto: www.segel-bilder.de
Kiel-Schilksee war für Ulli Libor immer das zweite Zuhause – vom ersten Auftritt als 16-Jähriger im Jahr 1956 über den Kieler-Woche-Titelgewinnen im Piraten (1960) und FD bis zur olympischen Bronzemedaille 1972 und den jüngsten Starts in der 2.4mR hat er alle Entwicklungen vor Ort hautnah miterlebt. Berthold Beitz, Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee Deutschlands und von 1972 bis 1988 auch Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee /IOC, holte als Vorsitzender des Segelplanungs-Ausschusses den Silbermedaillengewinner von 1968 – übrigens gegen den Wunsch des DSV – ins Planungskomitee für die Olympischen Spiele. „Mein größtes Ziel war es, die Belange der Segler mehr zu vertreten“, so Libor, der in Neapel (Italien) 1960 als Ersatzmann und 1968 in Mexiko miterlebt hatte, dass die Aktiven bei Olympia größtenteils alles selbst organisieren mussten.
1966 wurde der Olympiahafen in Schilksee im Rahmen der Kieler Woche eröffnet, deutlich bevor München ein Jahr später am 18. März Kiel für die Ausrichtung der Segel-Wettkämpfe ins Olympia-Boot holte. Der italienische Vizepräsident des Weltseglerverbandes Beppe Croce stellte 1967 sachlich fest: Es müsse in Schilksee alles außerhalb des Hafens neu gebaut werden. Und für über 150 Millionen DM von Stadt, Land und Bund entstand das Olympiazentrum in Schilksee – mit dem langgestreckten Betonbau mit Schwimmbad, Bootshalle, Organisationsräumen, Appartements, zwei Hochhäusern mit über 150 Wohneinheiten und dem Olympiahotel. Dafür verschwanden gerade neugebaute Anlagen wie das Hafenmeistergebäude von der Bildfläche. Das neue mit der Vorrichtung für die Olympische Flamme auf dem Dach erstrahlt seither im 285.000 qm großen Segelzentrum in doppelter Größe. Den Beton-Charme der späten 60er Jahre hat sich Kiel-Schilksee bis heute bewahrt.
Dass Ulli Libor noch in Form ist, bewies der 82-Jährige Anfang April beim 10. MünsterCup auf dem Aasee, einem Stausee in Münster. Libor setze sich mit dem gerade frisch getauften 2.4mR gegen 19 Konkurrenten mit fünf Siegen bei fünf Wettfahrten durch. Sein Boot „no crew, no cry“ taufte seine Tochter Enja.  Foto: M. Libor/privat
1972 existiert noch eine andere olympische Welt mit anderen Richtlinien. Nur reine Amateure waren zu den Spielen zugelassen. Doch die besten Segler der Welt verdienten ihr Geld bereits im Umfeld ihres Hobbys. Paul Elvström mit Segeln, Harry „Buddy“ Melges mit Booten und Rodney Pattison als freigestellter Marine-Offizier. Und auch Libor bezog seinen Salär aus dem Segelsport, als er 1965 die erste Kunststoffjolle, die Conger, für Blohm & Voss entwickelte. Konstrukteur war der Hamburger Karl Feltz. „Wir haben das Geld für unser Hobby im Segelsport verdient, aber wir haben kein Geld fürs Segeln bekommen.Wir haben alles selbst festgestellt, die Reisen, die Segel, die Boote und die Entwicklung“, so Libor, dessen großes Ziel es war, auf dem Heimatrevier olympisches Gold zu holen. Doch mit seinem Holz-FD hatte er keine Chance gegen die modernen Neubauten. Pattison hatte einen unerwarteten FD gebaut und die Franzosen ein Carbon-Schiff. „So musste ich am Ende mit Rang drei sehr zufrieden sein; und Bronze hatten wir erst mit dem Sieg in der letzten Wettfahrt erreicht“, so Libor, der sich noch bestens an die Olympischen Regatten mit seinem Vorschoter Peter Naumann erinnerte.
Kieler war 1972 indes mehr als eine olympische Außenstelle von München. Zur Eröffnung konnte der oberste Wettfahrtleiter Otto Schlenzka (Kieler Yacht-Club) die geballte Olympia-Prominenz begrüßen. Neben Avery Brundage, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees/IOC, Willi Daume, 1961 bis 1992 Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland/NOK, und dem großen Gönner des KYC und Präsidenten des Vorstands und Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung , Berthold Beitz, war auch reichlich Prominenz aus Politik und Wirtschaft vor Ort. „Bis dahin kann ich Segeln bei den Spielen nur im öffentlichen Abseits“, erinnert sich Libor heute. Die Abschlussfeier in Acapulco hatte die Aktiven selbst erst zu Einem Fest gemacht, indes sie mit Einem Leiterwagen und Einer Kapelle zum Ort der Ehrung,  einem eher eindeutig zweideutigen Etablissement, zogen.
Taufe des neuen 2.4mR “no crew, no crey” (v.l.): Enja, Ulli und Manuela Libor. 
Kiel war da eine ganz andere Nummer. Segeln wurde ganz hoch aufgehängt, selbst die Bild-Zeitung berichtete auf der Titelseite. „Die unglaubliche Öffentlichkeit und die enorme Freundschaft unter den Teilnehmern werde ich nicht vergessen. Trotz des Wettkampfes um die Medaillen war es ein supergutes Verhältnis“, erinnert sich Libor.
Neben der hochwertigen Eröffnungsfeier und der Siegerehrung war im Umfeld auch die Unterstützung der Marine hochkarätig. 1500 Mann mit 80 Booten halfen den Kieler Regattaorganisatoren. „Und das geschah völlig unauffällig und zurückhaltend, sehr unmilitärisch“, so Libor.  Begleitschiffe für zirka 4000 Zuschauer brachten Interessierte auf „schwimmenden Tribünen“ zu den Regatten, und die Hostessen trugen Kostüme in martimem Look statt der in München präferierten Dirndl.

Natürlich erreichte die Nachricht vom tragischen Attentat in München auch die Segler in Schilksee – damals waren ausschließlich Männer am Start. „Am 5. Regattatag fiel uns zunächst das Polizeiboot auf, das nach der Wettfahrt neben den Israelis längsseits fuhr“, erinnert sich Libor noch gut an die unvorstellbaren Ereignisse. Dann erklärte IOC-Präsident Avery Brundage am Tag nach dem Anschlag am 6. September: „The games must go on“. 50 Jahre nach den Spielen, nach der Medaille und nach dem Attentat ist alles noch präsent. Und sicherlich werden all dieser Erinnerungen noch präsenter sein, wenn Ullrich Libor nach 50 Jahren und im Alter von 82 Jahren ab dem 19. August mit seinem FD vor Kiel-Schilksee an den Start geht. 
Ulli Libor im 2.4mR-Einsatz. 2019 belegte der zweifache Olympiamedaillengewinner vor Kiel Rang fünf. Foto: S. Klahn/Kieler Woche.
Übrigens:
Für sechs der sieben deutschen Segelmedaillengewinner von Kiel-Schilksee  waren es die zweiten Olympischen Medaillen. Willi Kuhweide hatte 1964 vor Tokio (Japan) im Finn Dinghy Gold gewonnen, Borowski/Thun/Weichert 1968 vor Acapulco (Mexiko) im Drachen Bronze und Libor/Naumann ebenfalls 1968 vor Acapulco Silber im FD.
 
 

Der Regatta-Plan:

 

GIDJM

Klassen: Optimist, Laser Radial, Laser 4.7, Europe, Teeny, Cadet, O’pen Skiff, 29er, 420er, Pirat, Techno 293, Open Windfoil Youth.
  • Mittwoch, 10. August, und Donnerstag, 11. August: Vermessung.
  • Freitag, 12. August, bis Dienstag, 16. August: Wettfahrten
 

50 Jahre Olympia vor Kiel-Schilksee:

Klassen: Drachen (Ranglisten-Regatta), Flying Dutchman (IDM), Finn Dinghy (EM und U23-EM), Soling, Star (North European Championship), Tempest (WM).
  • Montag, 15. August: Vermessung: Finn und Tempest
  • Dienstag, 16. August: Vermessung: Finn; Practice Race: Tempest
  • Mittwoch, 17. August: Vermessung: Star; Wettfahrten: Finn und Tempest
  • Donnerstag, 18. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen
  • Freitag, 19. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman
  • Samstag, 20. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman
  • Sonntag, 21. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman – danach: Siegerehrungen

Text: Hermann Hell
 
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50 Jahre Olympia in Kiel & GIDJM 2022

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