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50 Jahre Olympia Kiel

50 Jahre Olympia Kiel

 

Ausscheidung verloren, Gold gewonnen

Wettfahrtleitung statt Soling: Klaus Schäfers erinnert sich an die olympischen Segelwettkämpfe von 1972 vor Kiel
Die Ausscheidung haben die Berliner verloren, doch die Olympischen Spiele in Kiel haben sie dennoch aktiv miterlebt. Zwar nicht in ihrem Soling, dafür auf einem Landungsboot und einer Barkasse der Deutschen Marine. Dabeisein war eben schon immer alles. Die deutschen Soling-Segler Klaus Schäfers und Thomas Lutterbeck waren im Wettfahrtteam vom Verein Seglerhaus am Wannsee auf der Bahn Bravo im Einsatz. Und am Ende gab es sogar eine ganz besondere Goldmedaille. 50 Jahre nach den olympischen Segelwettkämpfen vor Kiel werden Erinnerungen wach, denn vom 10. bis 21. August verbindet Kiel die Zukunft mit der Historie. Den Segel-Auftakt machen die Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (GIDJM, zwölf Klassen) vom 10. bis 16. August, bevor vom 17. bis 21. August die sechs olympischen Klassen von 1972 zeitlich gestaffelt zum Revival an den Start gehe. Mit zahlreichen weiteren Veranstaltungen an Land und auf dem Wasser feiert Kiel vom 6. August bis 8. September das Jubiläum.
Die Goldmedaillen für die Ehrenamtler des VSaW 1972.
Rückblick: Die zehn besten deutschen Solings traten vor Kiel zur letzten Qualifikationsserie für die Olympischen Spiele 1972 auf dem olympischen Revier in Schilksee an. Am Ende hatten die Bayern Norbert Wagner/Hans-Joachim Berndt/Friedrich May den Bug vorn, vertraten die Bundesrepublik Deutschland im Dreimann-Kielboot und belegten Rang elf bei 26 Startern. Neun weitere deutsche Crews hatten in der Qualifikation das Nachsehen. Darunter auch die Berliner Klaus Schäfers/Thomas Lutterbeck/Mathias Fiedler vom Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW). Dennoch haben Schäfers und Lutterbeck die Olympischen Spiele in Kiel miterlebt – als Mitglied im Wettfahrtteam des VSaW.
„Das war ein sehr schönes Erlebnis“, erinnert sich der 83-jährige Schäfers an die Olympischen Spiele von 1972 in Kiel. Allein die Eröffnungsfeier sei ein sensationelles Erlebnis gewesen, so der ehemalige Augenoptiker. Das Militärorchester sei voranmarschiert, und die Aktiven tanzten zu den Rhythmen fröhlich durcheinander. „Alle strahlten“, erinnert sich Schäfers, der gemeinsam mit seinem Soling-Mittelmann Thomas Lutterbeck und dessen Mutter Edith Lutterbeck zu den letzten noch Lebenden aus dem VSaW-Wettfahrtteam von 1972 gehört.
Klaus Schäfers (heute 83 Jahre) erinnert sich gern an die Olympischen Spiele 1972.
Rund 20 Personen gehörten dem Berliner Team auf Bahn Bravo an, in dem die Aufgaben genau verteilt waren: Die Frauen führten das Protokoll und die Zieldurchgangslisten. „Es war der wahre Horror, die Ergebnisse einzugeben, zu prüfen und dann an Land zu funken“, erinnert sich Schäfers, der selbst auf der Barkasse am Pinnend im Einsatz war. Zusammen mit Hermann Lutterbeck und dessen Sohn Thomas schaute er nach Frühstartern auf Bahn Bravo, die mit den drei olympischen Zweimann-Klassen Tempest, Flying Dutchman und Star belegt war. Auf Bahn Alpha segelten die Dreimannboote Soling und Drachen und auf Bahn Charly der Einhand-Finn.
Doch die Olympischen Spiele waren mehr als „nur“ der Einsatz in der Wettfahrtleitung. Räucherfisch beim Berliner Abend, der Besuch im Rathaus beim Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg (1971-1982) und die Abende in der großen Bierpagode im Garten des ehemaligen Puls Hotels (heute Strandhotel) in Strande bleiben für immer in Erinnerung. „Der große Staatsempfang bei Herrn Stoltenberg fand parallel zur Windjammerparade statt. Doch es war kein Durchkommen in Kiel. Die Autos standen auf der Straße, die Wiesen und Straßenränder waren vollgeparkt. Nur ich hatte einen Roller dabei und kam rechtzeigt zum Empfang – mit zerzausten Haaren und dem Anorak in der Hand. Zumindest für eine halbe Stunde hatte ich den Ministerpräsidenten und sein Gefolge für mich“, erinnert sich Schäfers. Es war die erste Windjammerparade in Kiel, die sich danach als Teil der Kieler Woche etabliert hat. Und es war ein feierlicher Höhepunkt am 3. September 1972. 500.000 Menschen bestaunten die 70 Großsegler aus 20 Nationen. „So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen“, schwärmte dann auch der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann. Klaus Schäfers erlebte die Parade sozusagen im Vorüberfahren.
Kür und Pflichtprogramm zugleich waren auch das Treffen vor Puls Hotel von Strandes Bürgermeister Ernst-August Petersen und der schon bei den Kieler Woche traditionelle Berliner Abend mit Räucherfisch – Pflicht vor allem für diejenigen, die keinen Fisch mochten.
Die Berliner Soling-Crew 1972: Klaus Schäfers/Thomas Lutterbeck/Mathias Fiedler unterlag den Bayern um Skipper Norbert Wagner.
Doch auch wenn die schönen Momente in der Erinnerung überwiegen, so bleibt natürlich auch die Erinnerung an das Attentat von München, bei dem ein palästinensisches Terrorkommando elf Mitglieder der israelischen Mannschaft ermordete. „Wir haben es in der Vaasahalle am Radio miterlebt und eigentlich zunächst gar nicht verstanden. Es war der pure Schock. Von einem auf den anderen Moment kippte die Stimmung von purer Freude in Schockstarre. Wir wussten ja auch nicht, wie es weitergeht“, erinnert sich Klaus Schäfers an den unbeschreiblichen Moment. „Zwischen Trauer, dem Mitgefühl für die Hinterbliebenen, dem Gedanken an ein eventuelles Ende der Olympischen Spiele und vor allem der Machtlosigkeit“ beschreibt der Berliner seine Gefühle in diesen schwarzen Stunden. „Trotz des Mitgefühls und der Trauer haben wir dann aber doch erleichtert aufgeatmet, als IOC-Präsident Avery Brundage verkündete „The Games Must Go On“, so Schäfers.
Bundespräsident Gustav Heinemann hatte die Olympischen Spiele am 26. August 1972 in München eröffnet, am 28. August taten dies Avery Brundage und NOK-Präsident Willi Daume in Kiel. 320 Segler aus 42 Nationen gingen mit 153 Booten an den Start, begleitet von 250 Journalisten aus 20 Ländern. Dann zerstörte das Attentat vom 5. September die Leichtigkeit und Fröhlichkeit der Spiele. Einen halben Tag wurden die Spiele unterbrochen, am 6. September fand die Trauerfeier mit 80.000 Menschen in München statt.
 
 
„Harlekin“ (G 187) hieß der Soling von Klaus Schäfer. Fotos: privat.
Für die meisten Aktiven und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Kiel war München weit weg, nicht jedoch für das kleine israelisches Segel-Team mit den FD-Seglern Yair Michaeli/Izchak Nir und ihrem Betreuer Eli Friedländer. „Es war eine fröhliche Stimmung“, schildert der damals 40-jährige Trainer das Gefühl bis zum Attentat in einem Interview mit dem NDR. Zwar segelten die Israelis noch die Regatta am 5. September mit, zurück an Land brach für sie dann jedoch eine Welt zusammen. Crew und Betreuer reisten ab nach München und flogen von dort mit den Überlebenden des Attentats und den toten Kameraden zurück nach Israel. „Man hat uns in München auf das Flugfeld geführt, und da waren die elf Särge in einer Reihe aufgestellt“, erinnert sich Friedländer. Die von den israelischen Seglern ausgelassene Wettfahrt war zugleich die letzte bei den Olympischen Spielen in Kiel.
Für Klaus Schäfers bleibt ein Wechselbad der Gefühle in Erinnerung. Doch das Gefühl, in Kiel dabei gewesen zu sein, ist bis heute großartig. „Es war für mich und wohl für alle Ehrenamtlichen ein unbeschreibliches Erlebnis, und für Kiel ein großes Ereignis, ein Erfolg“, resümiert der 83-Jährige.
Dass Schäfers schnell einen Platz in der Berliner Wettfahrtleitung fand, war übrigens kein Zufall. Über 34 Jahre war er im Einsatz für die Kieler Woche. Seine „Ebb Tide“ (Chesapeak Bay-Boat) war Startschiff – meistens bei den Staren und den 470ern. Nachdem Schäfers die 1969 gebaute Yacht 1979 in Hamburg gekauft hatte, wechselte sie den Verein. Das einstige Startschifft des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) in Hamburg wurde unter Achim Kadelbach Startboot der Berliner und blieb es bis 2017. 
Über 30 Jahre war die „Ebb Tide“ (Chesapeak Bay-Boat) von Klaus Schäfers Startschiff bei der Kieler Woche.
Und auch wenn der Start im Soling 1972 gescheitert und damit jede Medaillenchance zunichte gemacht war, so gab es schließlich doch noch Gold für Klaus Schäfers und die anderen Berliner Ehrenamtlichen. Dr. Kurt Pochhammer, Vorsitzender des VSaW von 1968 bis 1992, lud das gesamte Team zu sich nach Hause ein und überreichte ihnen eine extra angefertigte goldene Plakette als Dank für ihren Einsatz für den VSaW in Kiel. „Ich glaube, dass diese Geste keiner von uns vergessen wird. Alles war 1972 noch viel persönlicher“, so Schäfers. Im August will der 83-Jährige Kiel zum Olympia-Revival einen Besuch abstatten – um Erinnerungen aufzufrischen und alte Bekannte wiederzutreffen.
1972 | 2022 : Kiel feiert
1972 war Kiel Austragungsort der Olympischen Segelwettbewerbe. Ein herausragendes Ereignis der Kieler Stadtgeschichte – nicht nur aus sportlicher Sicht. In 2022 jährt sich die Austragung der Olympischen Segelwettbewerbe in Kiel zum 50. Mal. In der Zeit vom 6. August bis zum 8. September feiert die Landeshauptstadt Kiel dieses besondere Jubiläum mit einem bunten Programm und vielen Highlights aus Sport, Kultur sowie Rückblicke auf dieses historische Ereignis.

Im Fokus stehen die Segelregatten, aber auch in vier weiteren olympischen Sportarten finden Meisterschaften statt: Im Freiwasserschwimmen, dem Kieler Förde Marathon, einer Coastal-Ruder-Regatta und dem Schleswig-Holstein Triathlon messen sich  Sportlerinnen und Sportler in Kiel.

Rund um die Sportevents können sich die Besucherinnen und Besucher des Olympiazentrum Schilksee auf viele Konzerte, Filme, Lesungen und viele weitere Aktionen sowie zahlreiche kulinarische Angebote freuen. Erstmalig ist die historische Sportstätte in Schilksee Teil und Veranstaltungsort des Kieler Kultursommers. Mit der Live-Übertragung der Sommeroper, der Premiere des Kielympia-Films, einem Flohmarkt und vielen weiteren Highlights bietet das Programm für alle ganz besondere Olympische Momente.

Weitere Informationen finden Sie zur GIDJM und den Regatten in den sechs ehemalig olympischen Bootsklassen unter http://50jahreolympiakiel.de/
zum Rahmenprogramm unter www.olympiazentrum-schilksee.de
 
Text: Hermann Hell    
 

MELDESCHLUSS:

GIDJM: 29. Juli 2022
50 Jahre Olympia-Revival: 4. August 2022

 

Der Regatta-Plan:

 

GIDJM

Klassen: Optimist, Laser Radial, Laser 4.7, Europe, Teeny, Cadet, O’pen Skiff, 29er, 420er, Pirat, Techno 293, Open Windfoil Youth.
  • Mittwoch, 10. August, und Donnerstag, 11. August: Vermessung.
  • Freitag, 12. August, bis Dienstag, 16. August: Wettfahrten
 

50 Jahre Olympia vor Kiel-Schilksee:

Klassen: Drachen (Ranglisten-Regatta), Flying Dutchman (IDM), Finn Dinghy (EM und U23-EM), Soling, Star (North European Championship), Tempest (WM).
  • Montag, 15. August: Vermessung: Finn und Tempest
  • Dienstag, 16. August: Vermessung: Finn; Practice Race: Tempest
  • Mittwoch, 17. August: Vermessung: Star; Wettfahrten: Finn und Tempest
  • Donnerstag, 18. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen
  • Freitag, 19. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman
  • Samstag, 20. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman
  • Sonntag, 21. August: Wettfahrten: Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman – danach: Siegerehrungen
 
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Kieler Woche 2023 Niveau mit Olympiaausscheidung

Kieler Woche 2023 Niveau mit Olympiaausscheidung

Zukunftsplanungen der Kieler Woche auch mit Kiten

2023 Weltcup-Niveau mit Olympiaausscheidung

Die breite Internationalität quer durch die Weltspitze, hier mit den britischen Gesamtsiegern der 49er, James Peters und Fynn Sterritt, ist ein Trumpf der Kieler Woche.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Nach der rundum erfolgreichen Kieler Woche 2022 blickt das Organisationsteam um Dirk Ramhorst anspruchsvoll in die Zukunft. Im kommenden Jahr wird die sportliche Bedeutung weiter gesteigert, um noch mehr Spitzenseglerinnen und -segler nach Kiel zu holen. Im Zuge der deutschen Olympiaausscheidung und anderer Nationen für Paris 2024 sollen alle zehn Disziplinen ausgeschrieben werden, also erstmals auch Kitesurfen. Außerdem drängen die Veranstalter beim Weltsegelverband auf einen Weltcup-Status. Professionelle Rahmenbedingungen dank eines starken Ehrenamts, eine vielfältige Internationalität am Start und die Einbindung ins Sommerfestival sind die überzeugenden Argumente der Kieler Woche.

„46 Nationen am Start und damit doppelt so viele wie im Pandemie-Jahr 2021 sind angesichts der Kostenexplosion allein für die Anreise und der aktuellen geopolitischen Lage keine Selbstverständlichkeit“, resümiert Organisationsleiter Ramhorst. Die Eventmeile in Schilksee und das Sommerfestival in der Innenstadt wurden gerade von den Aktiven nach zwei partyarmen Jahren immer wieder als beliebtes Alleinstellungsmerkmal der Kieler Woche genannt. Und ohne die Verlässlichkeit von rund 400 ehramtlichen Helferinnen und Helfern sei eine Großveranstaltung überhaupt nicht denkbar.
Sportlich dürfte die nächste Kieler Woche allein durch die Olympia-Ausscheidung des Deutschen Segler-Verbands (DSV) und weiterer Nationen für Paris bzw. Marseille 2024 weiter gewinnen, prophezeit Ramhorst, der auch DSV-Vizepräsident Leistungssport ist. Auf der Kieler Agenda steht darüber hinaus der vordringliche Wunsch, vom Weltsegelverband World Sailing wieder einen Weltcup-Status zu erlangen. Ziel der Organisationsleitung für 2023 bleibe zudem, alle zehn olympischen Disziplinen auszuschreiben. Die Kite-Surfer würden dann voraussichtlich vorm Ostufer der Außenförde zwischen Wendtorf und Heidkate starten, müssten aber mit einem Wassershuttle aus dem Olympiazentrum Schilksee übergesetzt werden.
„Das ist eine enorme logistische Herausforderung, der wir uns aber stellen wollen“, verspricht Ramhorst. Darüber hinaus gelte es, im internationalen Regattakalender der Klasse fest verankert zu werden, damit es keine Überschneidung mit anderen Events der Kite-Szene gebe. „Da müssen wir auch bei den iQ-Foilern noch Lobby-Arbeit leisten, damit die Teilnehmerzahlen in Zukunft steigen.“ Sogwirkungen wie bei den beiden 49er-Klassen und den Nacra 17 durch die anschließende EM in Dänemark in diesem Jahr gelte es zu nutzen. Voraussetzung sei eine enge Abstimmung mit den Klassenvereinigungen. Festhalten will die Kieler Woche an jeweils einem hochkarätigen Titelkampf wie WM oder EM in beiden Teilen. Der Gold Cup der Folkeboote und die 11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft waren es dieses Jahr.
Der Blick zurück auf neun Regattatage mit teils idealen, teils herausfordernden Windverhältnissen zählt insgesamt 326 Wettfahrten für rund 4.000 Aktive, die fast 1.500 Wasserfahrzeuge von der „fliegenden Wespe“ (Waszp-Klasse) bis zum klassischen Folkeboot für den Gold Cup nach Kiel-Schilksee gebracht hatten. Das Feedback der Protagonisten fasste niemand besser zusammen als der Katamaran-Olympiasieger von 2016, Segellegende Santiago Lange aus Argentinien: „Die Kieler Woche ist einzigartig, auf dem Wasser herausragend organisiert, an Land weltweit das schönste Flair überhaupt.“
So ein Lob hören die veranstaltenden Vereine mit dem Kieler Yacht-Club an der Spitze sowie dem Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg und dem Verein Seglerhaus am Wannsee aus Berlin gerne, ohne sich darauf auszuruhen. Kaum war der Queen-Sound „We are the champions“ nach der letzten, feierlichen Siegerehrung mit Schleswig-Holsteins Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack verklungen, fiel quasi der Startschuss für die Vorbereitungen auf die nächste Kieler Woche, die vom 17. bis zum 25. Juni 2023 stattfinden wird.
Große Dankbarkeit und hohe Zufriedenheit sowohl bei den Besucherinnen und Besuchern als auch bei den Sponsoren, darunter die Premiumpartner Audi, REWE und boot, erfuhr Sven Christensen als Geschäftsführer der Vermarktungs- und Eventagentur der Kieler Woche, Point of Sailing. „Die Menschen haben ungezwungene Begegnungen und überraschende Momente genossen, ob Zaungast oder Vorstandsmitglied“, so Christensen. So mancher Gast sammelte erste wie unvergessliche Segelerfahrungen. Und das Kieler Woche-Feeling schmeckte allen nach mehr.
Nicht nur ein beliebtes Fotomotiv vom Wasser aus, sondern auch für schöne Aussichten von oben gern genutzt war das neue Riesenrad im Süden des Eventareals. Die Verkaufsstände in der Vaasahalle und beim offiziellen Bekleidungspartner Helly Hansen meldeten hohen Absatz ungeachtet weniger Publikum als zuletzt 2019, was auch bei den Gastroständen spürbar war. Christensen: „Durch die Kostensteigerungen in allen Bereichen des täglichen Lebens sitzt das Geld bei den Menschen nicht mehr so locker. Wir werden intensiv daran arbeiten, ein Angebot für jedermann zu erhalten.“
Auch inklusives Segeln mit der 2.4mR-Klasse dicht vor dem Olympiazentrum Schilksee und live übertragen von Kieler-Woche.TV kennzeichnet das Großevent.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche
Neue olympische Formate wie beim iQ-Foilen verlangen von Regattaveranstaltern ein Höchstmaß an Flexibilität.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Die Eventmeile der Kieler Woche in Schilksee ist auch bei den Aktiven ein Pluspunkt.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche
HINWEISE für die Redaktionen:
Weitere Segelfotos von der Kieler Woche können sie in druckfähiger Auflösung herunterladen unter https://media.kieler-woche.de.
 

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Kieler Woche 2022 Nik Aaron Willim Spitzenreiter ILCA 7

Kieler Woche 2022 Nik Aaron Willim Spitzenreiter ILCA 7

Nik Aaron Willim Spitzenreiter zum Auftakt

Hochkonzentriert auf dem Weg zu ihrem Tagessieg: Luise Wanser und Philipp Autenrieth im 470er.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche
Nordostwind Stärke drei bis fünf, gleißender Sonnenschein und zahlreiche deutsche Erfolge kennzeichneten am Donnerstag (24. Juni) den Regattaauftakt der olympischen Segeldisziplinen bei der Kieler Woche. Erster Gesamtführender ist der Schleswiger Nik Aaron Willim in der ILCA-7-Klasse. Luise Wanser (Hamburg) kam mit ihrem Vorschoter Philipp Autenrieth in der neuen 470er-Mixed-Disziplin auf den zweiten Rang. Die Silbermedaillengewinnerinnen von Tokio, Tina Lutz und Susann Beucke (Holzhausen/Strande), stiegen mit einem Tagessieg in ihre 49erFX-Abschiedsvorstellung ein und sind nach vier Rennen Gesamtvierte. Nach „Bronze“ in Japan müssen die Kieler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer im foilenden Nacra-17-Katamaran als Achte noch zulegen. Sie waren allerdings durch Materialbruch in der dritten Wettfahrt eingebremst.
 
In Abwesenheit des Ex-Weltmeisters Philipp Buhl (Sonthofen), der eine Wettkampfpause einlegt, trumpfte sein Sparringspartner Nik Aaron Willim groß auf. Einem Tagessieg zu Beginn ließ der 25-Jährige einen dritten Platz folgen und segelt trotz eines Patzers (15.) danach ab Freitag im gelben Leibchen des Spitzenreiters. Ein blaues trägt dann sein härtester Verfolger Nico Naujock aus Berlin. In Violett als Gesamtdritte geht es für Julia Büsselberg im ILCA 6 weiter. Die Berlinerin segelte drei Topplätze mit Tagessieg und liegt knapp hinter Mara Stransky aus Australien und Mirthe Akkerman aus den Niederlanden.
 
Glänzend war die Stimmung an Bord der gemischten deutschen 470er-Mannschaften. Zwar verloren Wanser/Autenrieth die Poleposition noch an das Schweizer Duo Yves Mermod und Maja Siegenthaler, das zwei Tagessiege schaffte. Aber Platz zwei vor Theres Dahnke und Matti Cipra (Plau am See) sowie Malte und Anastasiya Winkel aus Kiel belegte einen bärenstarken GER-Auftakt.
 
Ein wenig mussten Lutz/Beucke ihrem großen Trainingsrückstand Tribut zollen, denn seit Olympia haben sie nicht mehr auf der Gleitjolle gesessen. Nach Rang drei und vier wurden sie noch Elfte und verpassten das 49erFX-Zwischenpodium hauchdünn. Tina Lutz bilanzierte: „Im ersten Rennen sind wir nach einem guten Start auf die richtige Seite gefahren. Das reichte zum Sieg. Danach mussten wir feststellen, dass die Manöver nicht mehr ganz so spritzig sind. Und jetzt bin ich ganz schön fertig.“ Ihre Vorschoterin Susann Beucke ergänzte: „Die Kommunikation an Bord war top. Wir haben sofort wieder gut zusammengearbeitet.“ 

Sophie Steinlein steigerte sich nach einem Dritten und zwei Zweiten zum Tagessieg und ist Gesamtzweite. Das überrascht allein deshalb nicht, weil die 20-jährige sich in der bei der Kieler Woche geschlechteroffen ausgeschriebenen Disziplin 49er-Bronzemedaillengewinner Thomas Plößel (Hamburg) an die Vorschot holte. „Ich lerne unglaublich viel von solch einem Profi“, so die Steuerfrau, deren Stammcrew erkrankt ist. Im 49erFX führen die Schwedinnen Vilma Bobeck und Rebecca Netzler.
 
Nach vier Rennen der 11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft liegt Andy Tarboton (Südafrika) an der Spitze der 44 Athleten. Er jagte den zuvor dominierenden Engländern Rick Peacock und Robert Richardson die Gesamtführung mit einem Tagessieg zum Tagesschluss noch ab. Bester Deutscher ist Iver Ahlmann aus Büdelsdorf als 17.
 
Die 49er-Männer und die iQ-Foiler (Frauen und Männer) gingen erst ab 14 Uhr an den Start. Sebastian Kördel, der in Tarifa lebt, foil-surfte auf Anhieb zum Tagessieg. Die Wettfahrten werden am Freitag (23. Juni) ab 11 Uhr fortgesetzt. Die Vorhersage ist blendend: „Der mäßige bis frische Wind dreh zwar auf Südost, bleibt uns aber erhalten. Und es wird noch wärmer“, so Diplom-Meteorologe Dr. Meeno Schrader aus Kiel.
Das Segelprogramm der Kieler Woche (18. – 26. Juni 2022)
 
Freitag, 24. Juni

11 Uhr
470er, 49erFX, Nacra 17, ILCA 7, ILCA 6
11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft
420er, J/24 und J/70

14 Uhr
49er, iQ-Foilen Frauen und iQ-Foilen Männer

19 Uhr
Silbernes Band der seegehenden Yachten (ORC und Yardstick)
 

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Kieler Woche 2022 Kiel Cup ORC für "Intermezzo" X " Halbtrocken"

Kieler Woche 2022 Kiel Cup ORC für “ Intermezzo“ X „Halbtrocken „

Nur noch ein Leichtwindrennen für die Dickschiffsegler der Kieler Woche

Kiel Cup für „Intermezzo“ und „Halbtrocken“

Rasmus hatte am Mittwoch (22. Juni) wenig übrig für die Seglerinnen und Seglern zum Auftakt des zweiten, olympischen Teils der Kieler Woche. Weil die Sonne sich zu lange versteckte, baute sich der erhoffte thermische östliche Wind nicht auf. Flaute – keine Rennen waren möglich in den acht Disziplinen. Dort geht es am Donnerstag ab 11 Uhr weiter. Am Sonntag (26. Juni) stehen die finalen Medaillenrennen an. Während die Athleten der 11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft noch bis zum späten Nachmittag auf Brise warteten, gelang auf der Seebahn zumindest eine Leichtwindwettfahrt zum Abschluss des Kiel Cups mit Gesamtgewinnern aus Berlin („Intermezzo“/Jens Kuphal/ORC I/II) und Flensburg (Knut Freudenberg/„Halbtrocken“/ORC III/IV).
 
Mit viel Geduld, großer Anpassungsfähigkeit auf unterschiedlichste Wetterphänomene und der Bereitschaft, bis zum letzten Moment auszuharren, haben die Crews der seegehenden Yachten und der Organisationsboote um den obersten Offshore-Wettfahrtleiter Eckart Reinke das Maximum aus den Möglichkeiten der Kiel-Cup-Regatten herausgeholt. Die sechs Wettfahrten in drei Tagen forderten von den Mannschaften nicht nur gute Seemannschaft, Trimm und Taktik, sondern auch navigatorische Fähigkeiten bei den Coastal Races.
 
Der Spaß kam nicht zu kurz: Das Wetter ermöglichte sowohl Schneeball-Schlachten mit Hagelkörnern als auch Schwimmeinheiten in der Ostsee. Die neuen, innovativen Kurse der Mittelstrecke-Rennen waren auch ein Testlauf für die ORC-Seesegel-Weltmeisterschaft, die im August 2023 vor Kiel ausgetragen wird.
 
In drei Tagen durch alle Jahreszeiten: Das hat auch Wettfahrtleiter Eckart Reinke in seinen 28 Jahren in der Kieler Woche-Organisation noch nicht erlebt. „Der Montag war ein Phänomen. Wir hatten Flaute, wir hatten Sturm, dass die Spinnaker zerrissen wurden. Wir saßen im T-Shirt an Deck und hatten im nächsten Moment einen Hagelschauer, der anschließend einen Schneemann-Bau an Bord ermöglichte.“ Der Abschlusstag des Kiel-Cups setzte dann noch einen drauf. Nach einer Wettfahrt und dem Einbrechen der Brise rief die Crew des Startschiffs zur Überbrückung der Wartezeit die Abnahme des Seepferdchen-Schwimmabzeichens aus. 25 Segler gingen darauf ein und zogen ihre Bahn, wofür sie zur Siegerehrung mit einer Urkunde belohnt wurden.
 
Obwohl am Mittwoch nur noch eine Wettfahrt auf der Seebahn gelang, standen am Ende doch sechs Wettfahrten, darunter vier Up-and-Downs sowie zwei Coastal Races, in den Büchern. Reinke hatte seinen besonderen Blick auf die Mittelstrecken-Rennen, deren Kurssetzung er bereits beim Offshore Racing Congress (ORC) eingereicht hat, um sie auch zur WM segeln zu können. „Aus unserer Sicht haben die Kurse ihre Erwartungen erfüllt. Wir wollten zeigen, dass Seesegeln mehr ist, als Yachten wie große Jollen zu bewegen. Zum Seesegeln gehört eben auch Navigation dazu. Da muss die Crew auch mal eine Seekarte hervorholen, Strömung berechnen und den besten Kurs abstecken. Dass diese Herausforderung funktioniert hat, macht uns glücklich und auch stolz. Jetzt warten wir auf eine Entscheidung des ORC“, so Reinke.
 
Lob für den Wechsel aus kurzen und mittellangen Rennen gab es auch von den Aktiven. „Die Abwechslung ist toll, die Kurse der Coastal Races waren eine Bereicherung. Wenn Up-and-Downs sowie Coastal Races flexibel angesetzt werden können, dann ist es eine prima Möglichkeit, das Seebahn-Geschehen attraktiv zu gestalten“, sagte „Intermezzo“-Steuermann und -Eigner Jens Kuphal aus Berlin.
 
Mit seiner professionellen Crew kam er im zweiten Coastal Race am Dienstagabend zwar etwas ins Straucheln, sicherte sich aber dennoch den Gesamtsieg im Kiel Cup: „Wir freuen uns, dass es nach zwei zweiten Plätzen nun mal geklappt hat. Im zweiten Coastal lagen wir bis zur letzten Bahnmarke zwar gut im Rennen, haben dann aber auf dem Downwind noch viel verloren.“ Den großen Spi hatte die „Intermezzo“-Crew zuvor bei einem Berge-Manöver zerrissen. Doch mit drei Siegen, zwei zweiten Plätzen und einem vierten Rang als Streicher setzte sich die „Intermezzo“ in der ORC I+II vor der „Xenia“ von Ralf Lässig (Wulsdorf) und den Weltmeistern von der „Halbtrocken 4.5“ (Michael Berghorn, Kiel) durch.
 
Überraschend souverän fiel der Sieg der „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg in der ORC III+IV aus. „Dass wir am Ende das Luxusproblem haben, einen zweiten Platz zu streichen, haben wir nicht erwartet. Wir haben ein paar Neue in der Crew und sind eigentlich noch dabei, die einzuarbeiten“, so der Eigner. In den Up-and-Down-Wettfahrten lag die „Halbtrocken“ stets vorn, kam in den Coastal Races jeweils auf Platz zwei. „Wir haben immer unsere direkten Gegner im Auge behalten. Auf den langen Kursen ist es eben nicht möglich, das ganze Feld zu kontrollieren. Und dann gibt es immer jemanden, der einen lucky punch landet.“
 
Hinter der „Halbtrocken“ landeten die „Xen“ mit Steuermann Bernd Dreier und die „Sophus“ von Jochen Kunze (beide Flensburg) auf den folgenden Plätzen. Die weitere Saison der „Halbtrocken“ ist nun unerwartet kurz. Knut Freudenberg: „Wir wollten eigentlich zur Doublehand-WM nach Schweden, haben das aber aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Jetzt gucken wir auf die Deutsche Meisterschaft in Warnemünde. Und das große Ziel ist natürlich die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr vor Kiel.
Die Schwerstarbeit an Bord der „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin) wurde auf der Kieler Woche mit dem Gewinn des Kiel Cups in der ORC-I/II-Wertung belohnt.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche
In der Wertungsgruppe ORC III/IV gewann die „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg den Kiel Cup der Kieler Woche 2022.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche
ORC-Weltmeister Michael Berghorn (KYC) musste sich mit der „Halbtrocken 4.5“ beim Kiel Cup der Kieler Woche 2022 mit „Bronze“ zufrieden geben.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche
Das imposante Segel-Feuerwerk vor Schilksee begeisterte tausende Aktive und Gäste zum Abschluss des ersten Teils der Kieler Woche 2022.  Foto: ChristianBeeck.de/Kieler Woche

Das Segelprogramm der Kieler Woche (18. – 26. Juni 2022)
 
Donnerstag, 23. Juni

11 Uhr
470er (Mixed) 3 geplante Rennen, 49er FX (Frauen) 4, Nacra 17 (Mixed) 4, ILCA 7 (Männer) 4, ILCA 6 (Frauen) 4
11. ACO Musto Skiff-Weltmeisterschaft
Senatspreis der seegehenden Yachten (ORC und Yardstick double-handed)
420er, J/24 und J/70 (3)

14 Uhr
49er (Männer) 4, iQ-Foilen Frauen 8 und iQ-Foilen Männer 8
 

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