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50 Jahre Olympia Kiel & GIDJM 2022

50 Jahre Olympia & GIDJM

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Ein halbes Dutzend kann schon vom Titel träumen

Ein Wettfahrtprogramm im Akkord und Spitzenreiter im Rekordtempo: Am vierten Tag der Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (GIDJM) knüpfen Regattaorganisatoren und Segler nahtlos dort an, wo sie am Sonntag aufgehört haben. Damit haben einen Tag vor Abschluss der Titelkämpfe in neun Meisterschaftsklassen sechs Spitzenreiter die Hand schon fast am Gold und können wohl nur noch durch technischen Defekt oder eigene Fehler vom Triumph abgehalten werden. Für den Finaltag sind zwar schwache Winde prognostiziert. Aber mit insgesamt 114 bereits absolvierten Rennen können die Teams um den Obersten Wettfahrtleiter Fabian Bach ganz entspannt auf den Abschluss der GIDJM blicken.
Optimist
Plötzlich springt das Tor zu einer deutschen Opti-Medaille weit auf. An einem Tag, der mit rabenschwarzen Ergebnissen für den bisher drittplatzierten Belgier Vic Rossel endete, nutzte Levian Büscher (Düsseldorf) die Chance, um sich auf den Bronzerang zu schieben. Ein zweiter Rang zum Abschluss dürfte ihn sogar entspannt in das Finale gehen lassen. Da nach vorn nichts mehr geht, kann er sich ganz darauf konzentrieren, den Podiumsplatz gegen den Norweger Martinius Hopstock abzusichern. Überraschende Schwäche zeigte der topplatzierte Schwede Henric Wigforss, der mit einem 20. Platz einen großen Patzer einfuhr. Aus der Titelspur bringt ihn das allerdings nicht. Seine Führung vor dem Dänen Frederic Dam Hastrup ist weiterhin komfortabel.
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Am vorletzten Tag eroberte Levian Büscher einen Podiumsplatz und hat nun gute Chancen auf Bronze. Foto: Sascha Klahn
Teeny
Im Hafenrennen um den besten Platz an der Rampe sind Jona Lotta Hahn/Svea van Raden sehr zurückhaltend und lassen der Konkurrenz den Vortritt. Auf der Regattabahn ist das Duo vom SV Speichersee Emsland dagegen mit dem nötigen Biss unterwegs. Ein 15-Punkte-Polster vor den Verfolgern Niko Becker/Timo Orth (Berlin) und der weiteren eng gestaffelten Flotte lässt sie locker auf die beiden verbleibenden Rennen schauen: „Wir denken schon, dass es klappen sollte. Wir werden versuchen, gute Starts zu fahren und dann zu verteidigen“, sagt Steuerfrau Jona Lotta Hahn. Etwas skeptisch bleibt Vorschoterin Svea van Raden mit Blick auf die Wetterprognose: „Mehr Wind würde uns besser gefallen.“
ILCA 4
Leif Lüders (Kiel) ist auf dem besten Wege seine offene Rechnung mit der Deutschen Jugendmeisterschaft der ILCA 4 zu begleichen: „Im letzten Jahr war ich bis zum letzten Tag Zweiter und bin dann noch auf Rang acht abgerutscht. Deshalb will ich in diesem Jahr auf jeden Fall Vize werden.“ Seine Hoffnungen kann er sogar noch übertreffen. Vor dem Finaltag hat der Mann im Gelb seinen Vorsprung auf seinen verfolgenden Clubkameraden Tom Struve sowie den Berliner Franz Lasch und Mirja Dohle (Grossenheidorn) als bestem Mädchen auf dem Kurs deutlich ausgebaut. „Ich werde mein Bestes probieren und nicht auf die Konkurrenz achten. Leider ist für morgen wenig Wind angesagt. Das passt mir nicht so“, erklärte Lüders.
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Als bestes Mädchen in der Ilca 4 ist Mirja Dohle dicht dran an den Podiumsplätzen. Foto: segel-bilder.de
ILCA 6
Wäre er Radfahrer, hätte er sich inzwischen wohl den Beinamen „der Kannibale“ verdient. Wie einst Eddy Merckx auf dem Rad lässt Ole Schweckendiek im ILCA 6 der Konkurrenz der GIDJM keine Chance für Achtungserfolge. Fast! In der letzten Tageswettfahrt, der insgesamt zwölften in der der Serie, ging der Kieler erstmals nicht als Sieger durchs Ziel. Der Kieler Internatsschüler Willy Sörensen durfte jubeln und schob sich durch den Tagessieg auf Platz drei der Gesamtwertung. Die Vergabe der Medaille scheint damit schon fast geklärt. Nur einmal muss Schweckendiek sein Boot in den beiden ausstehenden Wettfahrten noch ins Ziel bringen. Für den Titelgewinn würde ihm dabei der 29. Platz reichen. Auch dahinter sind die Abstände groß, so dass der Hamburger Paul Porthun Platz zwei vor Willy Sörensen sicher haben sollte.
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Einen Tagessieg konnte Willy Sörensen dem IDJM-Dominator abjagen. Damit schob sich der Kieler Internatsschüler auf Rang drei. Foto: Sascha Klahn
Europe
Wechselspiel an der Spitze bei den Europes. Im Duell der beiden Segler von der SV Hüde (Dümmer) hat sich Larson Schütze im achten Rennen an der seit der ersten Wettfahrt führenden Antonia Richter vorbeigeschoben. Doch in der neunten Wettfahrt schlug seine Clubkameradin zurück, eroberte wieder Platz eins in der Gesamtwertung. Zwei Punkte trennen die beiden vor dem IDJM-Abschluss. „Es wird auf jeden Fall sehr spannend“, sagte Larson Schütze ausgepumpt im Ziel. „Ich werde noch mal versuchen, Druck aufzubauen. Aber Antonia hat sich in den letzten Monaten stark verbessert, segelt seit dem Medaillengewinn bei der Europameisterschaft mit viel Selbstvertrauen.“ Und die Windvorhersage spielt ihm nicht in die Karten: „Für mich ist alles oberhalb von zwölf Knoten gut, so dass man ordentlich pumpen kann.“ Der Hamburger Nils Wittich strebt dem Gewinn der Bronzemedaille entgegen.
29er
„Endlich haben wir unsere Speedprobleme auf dem Vormwindkurs in den Griff bekommen.“ Carl Krause freute sich, am vierten Wettfahrttag mit Vorschoter Max Georgi in die Erfolgsspur zurückgefunden zu haben. Mit zwei Tagessiegen, einem zweiten und einem vierten Platz konnte das Rostocker Duo den Abstand zu den führenden Brüdern Anton und Johann Sach (Lübeck) zwar leicht verkürzen, ist aber realistisch genug, um sich keine Hoffnungen mehr auf den Titel zu machen. „Dazu sind die beiden zu weit weg. Wir hoffen, dass morgen noch mal genug Wind zum Segeln kommt. Dann wollen wir noch mal alles zeigen – am liebsten so wie heute in den beiden letzten Rennen. Aber realistisch bleibt es der Silberrang“, so Krause. Der Abstand zu den Sach-Brüdern beträgt 18 Punkte. Von den drittplatzierten Moritz Wagner/Ole Guntermann (München) droht bei einem Punkte-Delta von 37 Zählern allerdings keine Gefahr mehr.
420er
Als Sieger der Kieler Woche waren Leonard von Holtum/Josh Berktold mit klaren Titelambitionen nach Kiel gereist. Doch bei zwei noch ausstehenden Rennen müssen die Essener die Überlegenheit der Berliner Johann Emmer/Jannis Liebig anerkennen. „Die beiden haben es fett verdient, haben einen großen Vorsprung rausgefahren. Der Sieg ist für uns außer Reichweite. Jetzt geht es darum, Silber abzusichern“, sagt Leonard von Holtum. Er trauerte ein paar verlorenen Punkten in der letzten Tageswettfahrt hinterher: „Wir waren in einer Spitzengruppe von sechs Boote. Es ging nur um wenige Meter, leider sind wir nur Fünfter geworden.“ Emmer/Liebig verbuchten den Sieg – den inzwischen siebten zur IDJM. Sie nehmen nun Anlauf auf Gold. Von Holtum/Berktold werden sich noch auf einen engen Fight mit den Dritten, Jesper Fleischer/Theo Gnass (Wiesbaden), und den Vierten, Lysander Winter/Constantin Bötsch (Hamburg), einstellen müssen.
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Hier führen Leonard von Holtum/Josh Berktold das 420er-Feld zwar an, wissen aber, dass Gold weg ist. Foto: segel-bilder.de
Pirat
Mit durchwachsenen Gefühlen kehrten die Führenden der Piraten, Mia Sophie Aldag/Johan Rohner (Hamburg/Berlin), vom Wasser zurück. Einem ersten und zweiten Platz folgte ein achter Rang. Der zwischenzeitlich angewachsene Vorsprung vor Lissa Müncheberg/Charlotte Meyer (Rostock/Ribnitz) schmolz damit wieder zusammen. „Die ersten beiden Wettfahrten lief es richtig gut. Danach nahm der Wind zu und man konnte merken, dass uns bei unserer ersten gemeinsamen Regatta noch die Abstimmung fehlt“, sagte Mia Sophie Aldag. Entsprechend sind die Windwünsche bei ihrem Vorschoter für Dienstag: „Am liebsten so wenig, dass gar nichts mehr geht. In jedem Fall liegt uns wenig Wind mehr.“ Auf jeden Fall geht es nur noch um Gold oder Silber. Die drittplatzierten Aike Braje/Marie Luise Bark (Münster/Güstrow) sind schon zu weit weg, um in den Titelkampf einzugreifen.
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Aus dem breiten Feld der Piraten haben sich zwei Mannschaften für den Titelkampf herauskristallisiert. Foto: segel-bilder.de
Open Windfoil
Den größten Schritt in Richtung Meisterschaft hat Jakob Ditzen noch am Sonntagabend unternommen. Seinem Protest gegen eine nichtstreichbare Frühstart-Disqualifikation im sechsten Rennen wurde von der Jury stattgegeben. Danach legte der Berliner Surfer auf der Regattabahn nach, fuhr weitere Siege ein. Die Surfer legten am Abend noch eine Sonderschicht ein, nutzten den guten Wind, um ein paar Wettfahrtausfälle aufzuholen. Nach vorerst 15 Wettfahrten mit drei Streichresultaten bringt Ditzen ausschließlich erste und zweite Plätze in die Wertung ein, führt deutlich vor seinem Clubkameraden Elias von Maydell und dem Kieler Meno Büchler. Sophia Meyer (Berlin) etabliert sich in der männlich dominierten Konkurrenz auf Platz fünf.
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Jakob Ditzen legte nach einer erfolgreichen Protestverhandlung auch auf dem Wasser nach und surft Richtung Titel. Foto: Sascha Klahn
Text: Hermann Hell
 

Der Regatta-Plan:

 

GIDJM

Klassen: Optimist, ILCA 4, ILCA 6, Europe, Teeny, 29er, 420er, Pirat, Open Windfoil Youth.
  • Mittwoch, 10. August, und Donnerstag, 11. August: Vermessung.
  • Freitag, 12. August, bis Dienstag, 16. August: Wettfahrten
  • Dienstag, 16. August 16:00 Uhr: Siegerehrung
 

50 Jahre Olympia vor Kiel-Schilksee:

Klassen: Drachen (Ranglisten-Regatta/ 8 Wettfahrten), Flying Dutchman (IDM/ 7 Wettfahrten), Star (North European Championship/ 6 Wettfahrten), Tempest (WM/ 9 Wettfahrten).
  • Montag, 15. August: Vermessung:  Tempest
  • Dienstag, 16. August: Practice Race: Tempest
  • Mittwoch, 17. August: Vermessung: Star; Wettfahrten: Tempest – 11:00 Uhr erster Start
  • Donnerstag, 18. August: Wettfahrten: Tempest, Drachen
  • Freitag, 19. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman; 18:00 Uhr: Eröffnungsfeier
  • Samstag, 20. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman
  • Sonntag, 21. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman – danach: Siegerehrungen
Streicher:
FD-IDM: ab fünf Wettfahrten ein Streicher;
Tempest-WM: ab fünf Wettfahrten ein Streicher, ab acht Wettfahrten zwei Streicher;
Drachen, Star: ab drei Wettfahrten ein Streicher.
 
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Kieler Yacht-Club e.V.
Kiellinie 70, 24105 Kiel
 
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Web: www.50jahreolympiakiel.de
 
 
 

 

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GIDJM Strahlende Gesichter zum perfekten Meisterschaftsauftakt

GIDJM Strahlende Gesichter zum perfekten Meisterschaftsauftakt

Strahlende Gesichter zum perfekten Meisterschaftsauftakt

Sonne, Ostwind, Trubel im Hafen und schnelle Rennen auf den Bahnen: Die Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (GIDJM) des Deutschen Segler-Verbandes sind mit einem traumhaften Auftakt in ihre Titelkämpfe gestartet. Nachdem die Flotten in acht Klassen mit über 600 Jollen vom Hafenvorfeld in einem klar strukturierten System auf das Wasser geschickt wurden, konnten auch die Wettfahrtleitungen zügig agieren, um insgesamt alle geplanten 27 Wettfahrten über den Kurs zu bringen. Spontanes Handeln der Organisatoren war auf der 29er-Bahn gefragt. Nach dem kurzfristigen Ausfall des geplanten Startschiffes, sprang Martin Lutz, Zweiter Vorsitzender des Kieler YC, kurzfristig ein. Mit dem KYC-Clubschiff „Freya“ bezog er auf Bahn „Echo“ Position und sicherte damit den reibungslosen Wettfahrtablauf für die 29er.
Klar definiert war die Erfolgsformel für die Athleten bei den beständigen Winden vor Schilksee: Frei segeln und Geschwindigkeit machen! Zum Auftakt einer Meisterschaft kann man die Medaillen noch nicht gewinnen, wohl aber verlieren. So ging es in den ersten Wettfahrten um Fehler-Minimierung – und vor allem um Vermeidung von Disqualifikationen. Nicht allen Favoriten in den Klassen gelang das komplett, die großen Patzer der Anwärter auf Top-Platzierungen blieben aber aus.
Optimisten
Im Feld von 280 Optimisten ist nach drei von zwölf geplanten Wettfahrten naturgemäß noch alles offen. Und so kann auch Constantin Streicher trotz einer Disqualifikation noch auf eine Top-Platzierung hoffen. Der WM-Starter (Platz 58) aus Hannover war auf der Bahn schnell unterwegs – in der zweiten Wettfahrt zu schnell, als er zwar als Erster durchs Ziel ging, dann aber einen Frühstart realisieren musste. Trotzdem war er zufrieden: „Ich habe bei der WM noch einmal viel lernen können – vor allem bei der Positionierung zum Start. Der Frühstart ist zwar ärgerlich, aber insgesamt ist es sehr gut gelaufen.“ Mit einem zweiten Platz, einem Tagessieg und der Disqualifikation ist er vorerst 82. Über einen runden Einstieg in die Meisterschaft freute sich Catalina Feussner (Bayerischer YC). Gerade erst von der Europameisterschaft in Sonderborg zurückgekehrt, ist sie noch „voll im Flow“. „Es gibt nichts Schöneres als zu segeln. Und wir hatten heute schönen Wind, vielleicht etwas drehig. Mit meinen Platzierungen 7, 1, 5 bin ich sehr zufrieden. Dreimal in den Top-Ten – darauf kann man aufbauen.“ Das reicht nach dem ersten Tag zu Rang acht, zwei Plätze hinter ihrer Schwester Cosima. An der Spitze stehen weht vorerst die schwedische Fahne. Henric Wigforss konnte in seiner Gruppe alle drei Rennen gewinnen und führt damit vor dem Dänen Frederik Dam Hastrup und Clara Bonhagen (Zwischenahn).
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Nick Lahme (Norddeutscher Regatta Verein) ist mit zehn Jahren der jüngste Teilnehmer der GIDJM.  Foto: www.segel-bilder.de
Teeny
Einen überragenden Start legten bei den Teenys Jona Lotta Hahn/Svea von Raden hin. Das Team vom Speichersee Emsland hat in dieser Saison schon zwei Regattasiege auf dem Konto und setzte sich vor Schilksee mit den Resultaten 1, 4, 1 vorerst an die Spitze des Feldes – gefolgt von den Ranglistenzweiten Greta Boedefeld/Hanna Kenning (Berlin/Dümmer). Die Führenden der Rangliste, Lotte-Marie Kirchesch/Mina Tratar (Berlin), haben dagegen als derzeit 14. noch nicht in den Ostsee-Rhythmus gefunden.
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Das größte Feld bei der GIDJM stellen die 280 Optimisten, die in vier Gruppen über den Kurs geschickt werden. Foto: www.segel-bilder.de
ILCA4
Weit über dem selbst gesetzten Ziel agiert Felix Bonhagen (Zwischenahner SK) nach drei Wettfahrten. „Wenn es super läuft, habe ich mir eine Top-5-Platzierung als Ziel gesetzt. Aber eigentlich geht es erst einmal darum, die Goldflotte zu erreichen“, so Bonhagen. Das Zwischenziel scheint schon nach dem ersten Tag in greifbarer Nähe. Denn mit zwei Siegen und einem zweiten Platz führt er das Feld an. „Bei den Bedingungen heute kam es auf jeden Fall auf Geschwindigkeit an und darauf, kein Kraut am Schwert zu haben. Ich hatte zwar nicht die besten Starts, konnte mich dann aber immer schnell freisegeln.“ Zu einer Korrektur seiner Zielformulierung wollte sich Felix Bonhagen nicht hinreißen lassen. „Erst einmal warte ich den morgigen Tag ab, dann sehen wir weiter.“ Die Vorsicht scheint wohl überlegt, denn die beiden Berliner Verfolger Victor Hensel und Franz Lasch sind ebenfalls gut in die Titelkämpfe gestartet.
ILCA6
Weite Wege auf die Regattabahn musste die Ilca-6-Klasse gehen, um dann mit dem Umbau der Bahn noch mal pausieren zu dürfen. So hatte die Klasse den längsten Tag auf See, brachte aber schließlich auch drei Wettfahrten in die Wertung. Ungeachtet aller Komplikationen spulte Top-Favorit Ole Schweckendiek sein Programm auf seinem Heimatrevier ab. Mit drei Siegen in den dreit Wettfahrten steht der Europameister souverän auf Platz eins vor Henriette Haberland (Berlin) und Maximilian Reger (Chiemsee). Bei seiner letzten Regatta in dieser Klasse kann Schweckendiek wohl nur durch veränderte Windbedingungen gebremst werden. Schwachwind würde dem Kieler nicht in den Plan passen.
29er
Nach vier Wettfahrten der Skiff-Artisten kristallisiert sich ein Süd-Nord-Duell heraus. Die Vorjahresmeister Anton und Johann Sach (Lübeck) mussten feststellen, dass das Niveau in der Klasse seit dem vergangenen Jahr deutlich gestiegen ist. „Wir haben schon zur WM in Barcelona festgestellt, dass sich viele in der Geschwindigkeit deutlich verbessert haben. Und der Speed war heute der Schlüssel zum Erfolg“, berichtete Johann Sach. Die Platzierungen 3, 3, 5, 1 kommentierte Steuermann Anton Sach mit: „Ein bisschen Auf und Ab, aber es war ganz solide. Wir geben weiter Gas.“ Damit ist die Kampfansage von Platz zwei an die derzeit Führenden Sophie Schneider/Lukas Goyarzu vom Bodensee erfolgt. „Wir segeln erst seit diesem Jahr zusammen, haben festgestellt, dass wir die besten Ergebnisse erzielen, wenn wir uns keinen Stress machen. Entsprechend sind wir in die Wettfahrten gegangen“, so Vorschoter Goyarzu. „Wir haben viel auf Geschwindigkeit trainiert, das hat sich ausgezahlt. Heute ging es nur darum, die Seite gut auszufahren.“ Steuerfrau Schneider traut sich nach den Platzierungen 5, 1, 1, 3 und der momentanen Gesamtführung sogar, von einer Medaille zu träumen: „Die Top-5 waren das Ziel, vielleicht sind jetzt sogar die Top-3 möglich.“
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Sie legten eine starke Serie hin und führen nach vier Wettfahrten im 29er: Sophie Schneider/Lukas Goyarzu (Württembergischer Yacht-Club). Foto: Sascha Klahn
420er
Eine kontinuierliche Steigerung auf dem Kieler Revier legen Johann Emmer/Jannis Liebig hin. Zur Yes-Regatta landeten die Berliner auf Platz zehn, bei der Kieler Woche standen sie als Dritte bereits auf dem Treppchen, und nach dem ersten Tag der GIDJM hat das Duo eine überzeugende Führung inne. Mit der Serie 2, 1, 1 haben sie die Kieler-Woche-Sieger Leonard von Holtum/Josh Berktold vom Baldeneysee (3, 2, 2) stets im Kielwasser. Auf Rang drei folgen die Teilnehmer der Youth Worlds, Jesper Fleischer/Theo Gnass (SC Rheingau).
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56 Crews der 420er kämpfen bis Dienstag um den Internationalen Deutschen Jugendtitel. Foto Sascha Klahn
Pirat
Nach zwei Siegen in Folge haben Moritz und Oscar Henn (Aachener BC) den Tag der Piraten noch mal spannend gemacht. Nach einem siebten Platz in der dritten Wettfahrt steht das Duo zwar noch auf Platz eins, aber Aike Braje/Marie Luise Bark (Münster/Güstrow) sind als Zweite punktgleich, und die drittplatzierten Lissa Müncheberg/Charlotte Meyer (Rostock/Ribnitz) folgen mit knappen Punktabstand.
Open Windfoil
Zur Premiere der Deutschen Jugendmeisterschaft in der Open-Windfoil-Klasse gibt der Windsurfing Verein Berlin den Ton an. Jakob Ditzen demonstrierte seine Überlegenheit in der bisherigen Saison auch beim Saisonhighlight und setzte sich in vier der ersten fünf Wettfahrten jeweils gegen seinen Clubkollegen Elias v. Maydell durch. Bei der Titelvergabe wird in den kommenden Tagen also kein Weg an diesem Duo vorbeiführen.
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Sie sind erstmals bei einer GIDJM dabei: die Open Windfoil. Unter den 15 Aktiven ist auch Sophia Meyer (Windsurfing Verein Berlin/links) aus der Jugend-Nationalmannschaft. Foto: www.segel-bilder.de
Europe
Noch in der Warteschleife befanden sich am Freitag die Segler der Europe-Klasse. Erst am Donnerstag sind ihre Jugend-Europameisterschaften auf der Müritz zu Ende gegangen, im Anschluss machte sich das Gros der deutschen EM-Starter auf den Weg nach Kiel. Mit einem fröhlichen Lachen kam Antonia Richter vom Dümmer im Olympiazentrum an. Der 18-jährigen Studentin (Germanistik und Politik-Wissenschaften) gelang auf der Müritz der unerwartete Medaillen-Coup. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft schaffte sie als Dritte den Sprung auf das Siegerpodest. „Ich war ohne große Erwartungen zur Euro angereist, hatte auf einzelne Top-Ten-Plätze gehofft.“ Doch es kam anders: Mit einem zweiten Platz stieg Antonia Richter in die Euro ein, lag zwischenzeitlich sogar an der Spitze der Gesamtwertung und verließ nie die Medaillenränge. „Mein Boot war schnell, die Bedingungen mit wenig Welle und Winddrehern perfekt für Binnensee-Segler“, berichtete die Bronzemedaillen-Gewinnerin, die auf dem Torfmoorsee bei der SG Hörstel das Segeln gelernt hat und inzwischen für die SV Hüde vom Dümmer startet. Bis zum letzten Rennen der JEM war sogar noch die Goldmedaille möglich, aber auch ein Rausrutschen aus den Medaillenrängen. „Zum Schluss wollte ich nur noch die Medaille absichern. Das war viel mehr, als ich erwartet hatte. Deshalb war ich auch glücklich, als wir am letzten Tag mangels Wind nicht mehr segeln konnten“, so Richter, die mit Blick auf die Deutsche Jugendmeisterschaft gespannt bleibt: „Noch eine Medaille wäre natürlich schön, aber die Bedingungen auf der Ostsee sind ganz andere, deshalb schraube ich die Erwartungen nicht zu hoch.“
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 Direkt von der Europameisterschaft nach Kiel: Antonia Richter (Seglervereinigung Hüde) gewann EM-Silber in Röbel und startet ab Samstag bei der GIDJM in Kiel. Das Foto zeigt Antonia Richter bei der EM-Siegerehrung. Foto: Lukas Lauerbach
Text: Hermann Hell
 

Der Regatta-Plan:

 

GIDJM

Klassen: Optimist, ILCA 4, ILCA 6, Europe, Teeny, 29er, 420er, Pirat, Open Windfoil Youth.
  • Mittwoch, 10. August, und Donnerstag, 11. August: Vermessung.
  • Freitag, 12. August, bis Dienstag, 16. August: Wettfahrten
 

50 Jahre Olympia vor Kiel-Schilksee:

Klassen: Drachen (Ranglisten-Regatta/ 8 Wettfahrten), Flying Dutchman (IDM/ 7 Wettfahrten), Star (North European Championship/ 6 Wettfahrten), Tempest (WM/ 9 Wettfahrten).
  • Montag, 15. August: Vermessung:  Tempest
  • Dienstag, 16. August: Practice Race: Tempest
  • Mittwoch, 17. August: Vermessung: Star; Wettfahrten: Tempest
  • Donnerstag, 18. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen
  • Freitag, 19. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman
  • Samstag, 20. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman
  • Sonntag, 21. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman – danach: Siegerehrungen
Streicher:
FD-IDM: ab fünf Wettfahrten ein Streicher;
Tempest-WM: ab fünf Wettfahrten ein Streicher, ab acht Wettfahrten zwei Streicher;
Drachen, Star: ab drei Wettfahrten ein Streicher.
 
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Hermann Hell
Tel.: +49 (0) 172-260 9350

ab dem 11. August auch unter Tel.: +49 (0) 431 979 980 241
Mail: sfn-hell@gmx.de
 
 
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50 Jahre Olympia in Kiel & GIDJM 2022


 
GIDJM 2022 Emotionale Eröffnung für die Internationale Seglerjugend

GIDJM 2022 Emotionale Eröffnung für die Internationale Seglerjugend

Emotionale Eröffnung für die internationale Seglerjugend

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Die GIDJM ist eröffnet. 800 Aktive aus 13 Nationen gehen ab morgen an den Start.
Die Seglerjugend aus Deutschland und zwölf weiteren Ländern ist bereit für den großen Auftritt auf historischem Revier. Mit einer stimmungsvollen Einlaufparade im sonnendurchfluteten Olympiazentrum von Schilksee haben über 800 Seglerinnen und Segler am Donnerstagabend die Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (GIDJM) mit einem Fanfarensignal eröffnet. Zeit für ausschweifende Feierlichkeiten bestand allerdings nicht. Direkt im Anschluss an die Eröffnung, durch die Moderator Ralf Abratis gekonnt führte, ging es zu den Steuerleute-Besprechungen, und ab morgen um 11 Uhr wird es ernst. Dort, wo vor 50 Jahren die Medaillen der Olympischen Spiele von München/Kiel ausgesegelt wurden, werden bis Dienstag die deutschen Jugendtitel in neun offiziellen Meisterschaftsklassen vergeben.
Bereits seit dem vergangenen Wochenende ist das Olympiazentrum von Schilksee fest in jugendlicher Hand. Zur Strander Küz-Regatta segelten Optimisten, 29er, Ilca 4 und Ilca 6 ihr Warm-up für die GIDJM, seit Anfang der Woche sind nun die Athleten in den weiteren Klassen, 420er, Europe, Pirat, Teeny und die Surfer der Open Windfoil-Klasse in Schilksee eingetroffen und haben sich bei Trainings auf das nationale Saison-Highlight der Seglerjugend vorbereitet. Verstreut über die Kieler Außenförde bildeten sich die Trainingsgruppen, suchten Anfang der Woche die spärlichen Windfelder und fanden am Mittwoch und Donnerstag mit einer östlichen Brise und Thermik-Unterstützung beste Bedingungen, die auch zum Start in die Meisterschaften bestehen bleiben sollen.
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Das Umsteiger-Testsegel-Angebot der Seglerjugend des DSV wurde begeistert angenommen Zwei Tage waren auch die 29er im Einsatz.
Auf sechs Bahnen wird in den kommenden fünf Tagen gesegelt werden. 27 Rennen sind zum Start am Freitag in acht Klassen geplant, da die Europes wegen der noch laufenden Jugend-Europameisterschaft erst mit einem Tag Verspätung in die GIDJM starten. Insgesamt sind 140 Wettfahrten terminiert.

Den Organisatoren der Meisterschaften bot sich von der Bühne im südlichen Hafen von Schilksee ein beeindruckendes Bild der internationalen Seglerjugend. Auf den Tribünenstufen hatten sich die Kader nach Nationen und Bundesländern versammelt, präsentierten sich im Dress ihres Landesverbandes bzw. mit ihren Nationalflaggen.

Gerwin Stöcken, Kiels Stadtrat für Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport, war begeistert von der Atmosphäre auf dem Areal im Olympiahafen. „Die Stimmung erinnert an 1972“, so Stöcken. Für ihn spannt sich mit der Veranstaltung nicht nur der Bogen aus der olympischen Vergangenheit in die Gegenwart, sondern auch in die Zukunft: „Wir möchten mit dieser Veranstaltung an die Olympischen Spiele 1972 erinnern und zeigen, dass Kiel auch heute bereit wäre, olympische Segelspiele auszurichten. In Kiel ist es vor acht Jahren der bisher einzige positive Bürgerentscheid für die Ausrichtung Olympischer Spiele gelungen. Leider hat es in Hamburg nicht geklappt.“ Den Teilnehmern der Deutschen Meisterschaften wünschte Gerwin Stöcken erfolgreiche Tage: „Ich hoffe, Ihr nehmt schöne Erinnerungen an Kiel mit und kommt häufiger wieder.“
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Andrang bei den ILCA-Jollen.  Hier war die gesamt Flotte auf dem Wasser. Fotos: www.segel-bilder.de/DSV
Als Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs, der die Meisterschaften gemeinsam mit dem NRV Hamburg und dem VSaW Berlin ausrichtet, betonte Hauke Berndt vor allem auch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer: „Sie geben ihre Freizeit, um solche Regatten zu ermöglichen. Ohne euch hätten wir die Vielzahl an Regatten in den vergangenen Monaten nicht geschafft.“ Gerade einmal fünf Monate im Amt durfte Berndt bereits eine erfolgreiche Kieler Woche, weitere top-besetzte Regatten und nun die GIDJM gefolgt vom Olympia-Rivival in der kommenden Woche feiern.

Timo Haß, der im Februar 2023 nach zwölf Jahren als DSV-Jugendobmann satzungsgemäß ausscheidet, sprach zur Eröffnung vom einem Gänsehautgefühl: „Diese Momente bleiben vor allem in Erinnerung und entschädigen für all die Stunden, die man eingesetzt hat.“

Die gemeinsame Ausrichtung der Deutschen Jugendmeisterschaften in allen offiziellen Meisterschaftsklassen wird seit 1988 erst zum sechsten Mal ausgerichtet. Zum ersten Mal werden die GIDJM in Kiel ausgerichtet und erleben damit 50 Jahre nach den Olympischen Spielen von 1972 einen emotionalen Höhepunkt, der mit der Eröffnungsfeier schon mal stimmungsvoll eingeleitet wurde.

Text: Hermann Hell
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Den Sambatrommeln folgend. Die Aktiven auf dem Weg vom olympischen Feuer zur Eröffnung auf der Bühne. Tim Haß (DSV-Präsidium), Martje Uecker (KYC-Geschäftsführerin) und der Vorsitzende des Kieler Yacht-Clubs, Hauke Berndt, marschieren vorweg.  
 

Der Regatta-Plan:

 

GIDJM

Klassen: Optimist, ILCA 4, ILCA 6, Europe, Teeny, 29er, 420er, Pirat, Open Windfoil Youth.
  • Mittwoch, 10. August, und Donnerstag, 11. August: Vermessung.
  • Freitag, 12. August, bis Dienstag, 16. August: Wettfahrten
 

50 Jahre Olympia vor Kiel-Schilksee:

Klassen: Drachen (Ranglisten-Regatta/ 8 Wettfahrten), Flying Dutchman (IDM/ 7 Wettfahrten), Star (North European Championship/ 6 Wettfahrten), Tempest (WM/ 9 Wettfahrten).
  • Montag, 15. August: Vermessung:  Tempest
  • Dienstag, 16. August: Practice Race: Tempest
  • Mittwoch, 17. August: Vermessung: Star; Wettfahrten: Tempest
  • Donnerstag, 18. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen
  • Freitag, 19. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman
  • Samstag, 20. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman
  • Sonntag, 21. August: Wettfahrten: Tempest, Star, Drachen, Flying Dutchman – danach: Siegerehrungen
Streicher:
FD-IDM: ab fünf Wettfahrten ein Streicher;
Tempest-WM: ab fünf Wettfahrten ein Streicher, ab acht Wettfahrten zwei Streicher;
Drachen, Star: ab drei Wettfahrten ein Streicher.
 
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50 Jahre Olympia in Kiel & GIDJM 2022


 
Kieler Woche 2022 Kröger, Budizien und Farien ganz vorne

Kieler Woche 2022 Kröger, Budizien und Farien ganz vorne

 

Kröger, Budzien und Farien ganz vorne

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Auftakt zum 29er Euro Cup direkt vor dem Olympiahafen Schilksee.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Mittlere bis frische westliche Winde bei sommerlichen 23 Grad bescherten der 128. Kieler Woche im 140. Jahr am Sonnabend (18. Juni) einen Segelauftakt wie aus dem Bilderbuch. Auf sieben Bahnen plus der Aalregatta für seegehende Yachten nach Eckernförde wurden 42 Wettfahrten absolviert – das volle Programm. Danach gibt es am Sonntag nur drei Einheimische im gelben Trikot der Spitzenreiter: Heiko Kröger (Ammersbek) im 2.4mR, OK-As André Budzien aus Schwerin und der Lokalmatador Adrien-Paul Farien auf der „Wespe“ (Waszp). Beim Gold Cup der Folkeboote zündete dänisches Dynamit – die Nordlichter behaupteten gleich die ersten vier Ränge mit den punktgleichen Steuermännern John Wulff und Søren Kæstel ganz oben. Im 29er Euro Cup überragten die Neuseeländer George Lee Rush und Sebastian Menzies mit drei Tagessiegen.
 
„Das waren ideale Bedingungen, die kaum schöner hätten sein können“, jubilierte Organisationsleiter Dirk Ramhorst, „heute sind alle Seglerherzen höhergeschlagen.“ Am Mittag hatte er die Regatta zusammen mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Stadtpräsident Hans-Werner Tovar neben Düsseldorf Messe-Boss Wolfram N. Diener für den Premiumpartner boot und allen sechs deutschen Segelmedaillengewinnern von Olympia 2020/21 in Japan eröffnet. Parallel gingen zehn internationale Bootsklassen im ersten Teil der Kieler Woche (bis Dienstag, 21. Juni) an den Start.
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Beim Folkeboot Gold Cup wurde vor der Luvtonne um jeden Meter gekämpft.  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Folkeboot Gold Cup
Mit einem fröhlichen Einmarsch unter Samba-Rhythmen zur Bühne im Olympiazentrum hatten die Folkeboot-Crews am Freitagabend ihren Gold Cup eröffnet, am Sonnabend zelebrierten sie bei karibischen Bedingungen ihre ersten beiden Wettfahrten. Auf Bahn Foxtrott vor dem Ostufer der Kieler Außenförde schenkten sich die Dreiercrews nach den Feierlichkeiten zuvor dann keinen Meter mehr. Schließlich gilt der Gold Cup als inoffizielle Weltmeisterschaft. Und die will der Däne Per Jørgensen mit seiner Mannschaft unbedingt verteidigen, muss aber nach dem Auftakttag mit dem vierten Platz hinter Jens Thurøe vorliebnehmen.
Die Deutschen halten sich noch zurück, so dass der Brite Simon Osgood als Fünfter für das beste nicht-dänische Ergebnis sorgt. Dabei hat sich der Sekretär der internationalen Klassenvereinigung vorher noch in Zurückhaltung geübt: „Ich weiß nicht, was für uns möglich ist. Wir gehen ohne Erwartungen in den Gold Cup. Vielleicht landen wir auch ganz weit hinten.“ Britisches Understatement in Reinkultur, denn beim vergangenen Gold Cup 2019 segelte er auch schon auf Platz fünf, und sein Vorschiffsmann Jamie Lea gewann gerade vor Kühlungsborn bei Klaus Diederichs an Bord den WM-Titel der Drachen. Zudem kennt Osgood das Kieler Revier. Beim vorigen Auftritt der Folkeboote zur Kieler Woche in 2018 segelte er auf Platz sechs.
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Harte Positionskämpfe bestimmten den Auftakt zum Gold Cup der Folkeboote. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
29er Euro Cup
Unter den Kameraaugen von KielerWoche.TV standen die 29er-Skiffs im Blickpunkt, die dicht unter Land auch von tausenden Gästen im Olympiazentrum Schilksee gut zu beobachten waren. Punktgleich mit dem Kiwi-Duo eroberten die Rostocker Carl Krause und Max Georgi mit zwei Tagessiegen den zweiten Platz. „Drei Klasse-Rennen mit bis zu fünf Beaufort am Ende, besser ginge es kaum“, schwärmte der Zarnekauer Johann Sach vom ersten Tag. An der Vorschot seines Bruders Anton steigerten sich die Vorjahressieger von Rang fünf über drei zum Tagessieg und liegen in der Gesamtwertung nur zwei Zähler hinter der Spitze auf Rang sechs. „Unsere Starts waren gut, das war die Hauptsache“, so der 17-Jährige, „durch die vier Gruppen sind alle noch dicht beieinander.“
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Bei bis zu fünf Windstärken boten die 29er für alle Segelfans auch auf KielerWoche.TV packenden Sport  Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
2.4mR
Der Erfolgshunger von Heiko Kröger (Hamburg) ist auch nach zwölf Siegen zur Kieler Woche noch nicht gestillt. Mit einem zweiten Platz und zwei Siegen legte der Paralympicssieger von 2000 einen starken Auftakt in die Regatten der Inklusionsklasse 2.4mR hin. Der 56-Jährige ist gerade Dritter bei der Europameisterschaft geworden und freute sich über den Auftritt in der Strander Bucht: „Für mich ist es das erste Mal in diesem Jahr, in Kiel zu segeln. Es ist immer wie nach Hause kommen. Die Bedingungen waren fast perfekt mit ein paar Drehern dicht unter Land.“ Wegen der Terminenge zur EM sei das Feld zwar nicht so groß wie sonst, aber „es sind Top-Segler dabei – und auch ein paar Neueinsteiger in die Klasse“, so Kröger.
 
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Hochkonzentriert auf dem Weg zur Gesamtführung im 2.4mR: Heiko Kröger. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
Contender
Seinem Sieg-Hattrick von 2019 bis 2021 will der Däne Sören Dulong Andreasen gern den nächsten Erfolg vor Kiel folgen lassen. Doch es wird ein harter Kampf – vor allem mit seinem Landsmann Jesper Armbrust, der sich mit zwei Tagessiegen und einem achten Platz zunächst einmal vor Andreasen (4, 1, 4) an die Spitze setzte. „In der ersten Wettfahrt habe ich erst geführt, dann aber eine falsche Entscheidung getroffen und bin auf Platz acht zurückgefallen. Danach habe ich mich noch etwas vorgearbeitet. Das zweite Rennen konnte ich gewinnen, und in der dritten Wettfahrt bin ich am Start gekentert, musste dem Feld erst einmal hinterher hetzen“, bilanzierte Andreasen einen wechselhaften Tag.
„Aber ich mag es, hier zu segeln. Es ist nie einfach. Und selbst wenn man vorn ist, kann man seiner Sache nie sicher sein. Es ist wohl das schwierigste Revier, um eine Führung zu verteidigen. Das macht Kiel so spannend.“ Die Kieler Woche ist für ihn neben der Europameisterschaft auf dem Attersee in Österreich einer der Saison-Höhepunkte. Im Laufe der kommenden Tage können die Deutschen noch in den dänischen Zweikampf an der Spitze eingreifen. Der ehemalige Kieler Internatsschüler Eike Martens führt das Feld der Verfolger auf Rang drei an.
 
Europe
Mit einer dänischen Doppelführung und der Kielerin Marisa Roch auf Rang drei gehen die Europes aus dem ersten Tag. Spitzenreiter Casper Fink liefert sich ein enges Duell mit seinem Landsmann Simon Christoffersen. Trotz eines Ausrutschers in der zweiten Wettfahrt kann sich Marisa Roch derzeit knapp auf dem Bronzerang halten.
Flying Dutchman
Die stärksten „Fliegenden Holländer“ der vergangenen Jahrzehnte sind Ungarn: Szabolcs Majthényi/András Domoskos gewannen 14 WM-Titel seit 1994 – darunter im vergangenen Jahr. Kieler Woche-Siege haben sie sechs in der Liste stehen, und Nummer sieben scheint möglich. Es wird allerdings trotz der aktuellen Führung mit den Einzelplatzierungen 1, 4, 1 ein steiniger Weg. Denn mit den Vize-Weltmeistern Kay-Uwe Lüdtke/Kai Schäfers (Berlin/Arnsberg) sowie dem dänischen Olympiasieger von 1988, Jörgen Bojsen-Möller mit seinem Bruder Jacob an der Vorschot, liegen Top-Athleten in Lauerstellung. „Es sind alle guten Teams hier. Da muss man sehr konzentriert segeln. Fehler werden nicht verziehen, zumal die Wettfahrten heute extrem kurz waren“, so Majthényi, und Domoskos ergänzte: „Es waren sehr enge Rennen. Aber das sind wir gewohnt. In Kiel ist es immer hart.“
 
ILCA 4 und ILCA 6
Die beiden Nachwuchsklassen der olympischen Einhand-Disziplin sind international hart umkämpft. Während in der Einstiegsklasse, dem ILCA 4, Nanna Sofie Juell-Bergan vor Gudleik Berg-Kjöpsnes für eine norwegische Doppelführung vor Josephine Koep (Braunschweig) sorgen, ist bei den ILCA 6 die Rumänin Ebru Bolat top. Der Kieler Titelverteidiger Ole Schweckendiek muss sich hier derzeit auf Rang drei hinter Sverre Langaas-Holt (Norwegen) einreihen.
 
OK-Jolle
Die ersten drei Tagessiege und zweiten Plätze in der OK-Jolle haben der dänische Kieler Woche-Titelverteidiger Bo Petersen und der dreimalige Weltmeister André Budzien bisher unter sich ausgemacht – mit Vorteilen für den Schweriner. Budzien gewann nach Platz zwei zum Auftakt die beiden nächsten Rennen. „André ist schnell, aber ich bin auch sehr zufrieden mit dem Tag. Ich teste hier Segel und Mast für die Weltmeisterschaft. Heute bin ich ein bauchiges Segel gefahren und es lief gut“, so Petersen, der sich gern etwas längere Wettfahrten gewünscht hätte, um eventuelle Fehler ausgleichen zu können.
Wie sein dänischer Konkurrent blickt auch Budzien bereits in Richtung WM im August im schwedischen Marstrand. „Ich hoffe, dass ich auf jeden Fall um die Medaillen mitfahren kann.“ Vorher hat er aber noch seine andere Klasse im Blick. Zur Deutschen Meisterschaft der ehemals olympischen Finns geht er bei der Travemünder Woche an den Start.
 
Waszp
Die foilenden Waszp gingen spät am Nachmittag auf die Bahn, schafften dann aber noch alle drei geplanten Wettfahrten. Adrien-Paul Farien wurde auf seinem Heimatrevier mit drei ersten Plätzen seiner Favoritenrolle gerecht und wird in den kommenden Tagen wohl nur schwer aus dem Gelben Trikot zu vertreiben sein.
 
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Drei Tagessiege am späten Nachmittag ließen Lokalmatador Adrien-Paul Farien in der weißen Waszp-Weste. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche
HINWEISE für die Redaktionen:
Die eingebetteten Fotos können Sie für die redaktionelle Verwendung hier in druckfähiger Auflösung herunterladen: https://media.kieler-woche.de/fotoweb/albums/Yq4RGcjCZvJlf9uc/
In der Bilddatenbank der Kieler Woche finden Sie auch weitere Motive. Wenn Sie spezielle Fotoanfragen haben, lassen Sie es uns bitte wissen.
Zum Abschluss des ersten Teils der Kieler Woche am Dienstag, dem 21. Juni, planen wir für 15 Uhr eine Pressekonferenz auf der Bühne in der Sailing Arena (Hafenvorfeld).
 
Das Segelprogramm der Kieler Woche (18. – 26. Juni 2022)
 
Sonntag, 19. Juni
 
Ab 10 Uhr
Rückregatta (Aalregatta) von Eckernförde nach Schilksee, Seesegeln (Yardstick, ORC und Multihull)
 
10.30 Uhr
Waszp
 
11 Uhr
Gold Cup Nordische Folkeboote, 29er Euro Cup, Contender, Europe, Flying Dutchman (FD), ILCA 4, ILCA 6 (offen) und OK-Jollen
 
14 Uhr
2.4mR
 

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50 Jahre Olympia X GIDJM

50 Jahre Olympia X GIDJM

KIELER ANGEBOTE FÜR DEN SEGEL-NACHWUCHS

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1972 – 2022: Gemeinsame Internationale Deutsche Jugendmeisterschaften 2022

Kiel hält sich jung. Die 1233 gegründete, heutige schleswig-holsteinische Landeshauptstadt wird in diesem Jahr zum Zentrum des Segelnachwuchses. Auf die Young Europeans Sailing (YES) über Pfingsten (4. bis 6. Juni) folgen die Kieler Woche (18. bis 26. Juni) und im August der Höhepunkt des deutsche Segelnachwuchses, die Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (GIDJM/10. bis 16. August). „Wir freuen uns auf den Segelnachwuchs und bieten einigen Klassen sogar dreimal die Möglichkeit, auf dem olympischen Revier vor Kiel anzutreten“, so Organisationsleiter Dirk Ramhorst (Kieler Yacht-Club). „Nachdem wir Pandemie-bedingt zwei Jahre etwas kürzertreten mussten, hoffen wir auf ein ganz besonderes Jahr 2022. Neben YES und der Kieler Woche komplettiert die GIDJM im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der Olympischen Segelregatten von 1972 unser umfassendes Angebot“, ergänzt der DSV-Vizepräsident für Olympisches Segeln und Nachwuchs-Leistungssport. Die Notice of Race für die GIDJM ist ab sofort veröffentlicht, das Meldeportal unter www.manage2sail.de geöffnet.

Die Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften und das Revival der olympischen Segelregatten von 1972, gebündelt im Olympia-Revier Kiel, verbinden im August 2022 die Zukunft des Segelsports mit der Historie und beenden gleichzeitig das große Kieler Segelfestival in diesem Jahr.

Gemeinsam mit den beiden anderen ehemaligen olympischen Austragungsorten München und Augsburg (Kanurennsport) wird Kiel nach 50 Jahren die Erinnerungen an die Olympischen Spiele von 1972 noch einmal mit Leben erfüllen. Und während sich bei den European Championships in München die Sportlerinnen und Sportler im Beachvolleyball, Kanu-Rennsport und Klettern, in der Leichtathletik, beim Radsport, Rudern, Turnen, Tischtennis sowie im Triathlon, Para-Rudern und Para-Kanu messen, steht in Kiel wie 1972 der Segelsport im Mittelpunkt. Den Auftakt machen im August die zwölf Nachwuchsklassen des Deutschen Segler-Verbandes, die vom 10. bis 16. August die 6. GIDJM austragen. Vom 17. bis 21. August folgen die Regatten der sechs olympischen Bootsklassen von 1972 – Drachen, FD, Finn, Soling, Star und Tempest.

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Die 420er bilden den Unterbau für die olympische 470er-Klasse, die bei den Olympischen Spielen 2024 mixed gesegelt wird. Foto: S. Klahn/Kieler Woche

Geplant ist ein Segelfest der Extraklasse mit den Schwerpunkten Segelwelt, Jugend und Völkerverständigung. „Wir sind schon lange in den Vorbereitungen und werden mit über 300 ehrenamtlichen Mitarbeitenden vor Ort für die Aktiven und deren nachhaltiges Segelerlebnis im Einsatz sein“, so Ramhorst. Dazu werden allerdings noch ehrenamtliche Mitwirkende und auch mitveranstaltende Vereine gesucht. „Wer möchte, kann sich gern bei uns melden“, so der Organisationschef.

Die 6. GIDJM – nach dreimal vor Travemünde (1988, 2009 und 2017) und zweimal vor Ribnitz-Damgarten (2003 und 2013) – beginnt mit zwei Vermessungstagen. Es folgen fünf Wettfahrttage in den Klassen 29er, 420er, Cadet, ILCA 4 (Laser 4.7), ILCA 6 (Laser Radial), O’pen Skiff, Optimist, Pirat, Techno 293, Open Windfoil Youth und Teeny (einzige nicht internationale Klasse) sowie vier Wettfahrttage für die Europes, die direkt von ihrer Jugendeuropameisterschaft aus Blossin nach Kiel reisen. Die Katamaranklasse Nacra 15 ist mangels Interesse und Masse für die Jahre 2022 bis 2025 keine deutsche Jugendmeisterschaftsklasse mehr. Mit rund 900 Booten/Brettern und damit 1200 Aktiven rechnen die Veranstalter und der DSV. Dafür stehen sieben Bahnen zur Verfügung.

Die größte Flotte dürften mit Abstand die Optimisten stellen, gefolgt von ILCA 6, ILCA 4, 29er und 420er. Die Entwicklung in den Nachwuchsklassen sei dabei grundsätzlich stabil, so der DSV-Jugendobmann und DSV-Vizepräsident Timo Haß. „Die Zahlen bei Meisterschaften und in den Ranglisten bleiben weitgehend konstant, was bedeutet, dass ausreichend Nachwuchs gefunden wird, da ja nach oben altersbedingt Seglerinnen und Segler herauswachsen. Doch es gibt regionale Unterschiede beim Piraten mit den Schwerpunkten im Norden und NRW, im Teeny mit Schwerpunkt Norden und Berlin sowie im Cadet mit seiner Basis in Mecklenburg-Vorpommern. Der Optimist und die ILCA sind bundesweit vertreten, auch beim 29er geht der Trend in die Richtung einer Präsenz über die gesamte Republik. Beim 420er gibt es in einzelnen Bundesländern einen leichten Abschwung, der aber noch kein Trend ist. Surfen ist extrem vereins- und standortgebunden; hier gibt es einige Hotspots, aber leider nicht flächendeckend“, ordnet Haß die Jugendklassen ein.

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Die Klassen ILCA 4 und ILCA 6 starteten 2017 bei der 5. GIDJM noch als Laser 4.7 und Laser Radial. Foto: okpress

Beobachtet wird die Entwicklung der O´pen Skiff-Klasse, die sich bisher in Deutschland nicht ausreichend durchsetzen konnte. „Der O’pen-Skiff ringt seit Jahren um den Status der Jugendmeisterschaftsklasse und ist im Kern nur noch in SH und NRW vertreten“, erklärt der DSV-Jugendobmann. Dynamisch sei die Entwicklung in den neuen Klassen Techno 293 und Open Windfoil. „Mit der Einführung des Foilens im Windsurfen hat diese Disziplin nochmal richtig Auftrieb erhalten, nachdem die Boards, die für Olympische Spiele bisher genutzt worden waren, von vielen als nicht attraktiv angesehen worden sind. Mit dem Techno 293 als Einstiegsklasse noch ohne Foilen, aber mit allem, was man benötigt, um Surfen vernünftig zu erlernen, und der Box-Rule Open Windfoil Youth haben wir den Trend aufgenommen und werden sicher deutlich steigende Zahlen sehen. Möglicherweise wird sich auch bei den Foilern eine Klasse in Zukunft durchsetzen, dann können wir flexibel reagieren und diese Klasse für die Jugendmeisterschaft auswählen“, so Haß mit Blick in die Zukunft. Und bei diesem Blick spielt die GIDJM eine große Rolle. Denn nach dem holprigen Beginn mit den GIDJM 1988, 2003 und 2009 ist jetzt ein fester Vier-Jahres-Rhythmus geplant.

„Wir sind uns mit allen beteiligten Gruppen einig, dass wir alle vier Jahre dieses Großereignis als Fest des Jugendsegelns durchführen wollen. Der Vier-Jahres-Rhythmus steht also, so dass 2026 die nächste GIDJM geplant ist“, ergänzt Haß. Die GIDJM in Kiel dürfte dafür sicherlich werben.

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Der 29er ist die Nachwuchsklasse für den späteren Einstieg in die olympischen Klassen 49er und 49erFX. Foto: www.segel-bilder.de

Für die Veranstalter geht es nach der Siegerehrung des Nachwuchses ohne Pause mit den ehemaligen olympischen Klassen von 1972 weiter. Nachdem parallel zu den Jugendregatten bereits für Tempest und Finn die Vermessung oder ein Practice-Race auf dem Programm stehen, beginnen die beiden Klassen schon am Mittwoch, 17. August, mit der ersten Wettfahrt. Die Kielboote Drachen und Star greifen am Donnerstag, 18. August, ins Geschehen ein, bevor am Freitag, 19. August, auch FD und Soling an den Start gehen. Die Notice of Race für die Jubiläums-Regatten folgt Ende des Monats, dann wird auch das Meldeportal für die Revival-Regatten unter Manage2Sail freigeschaltet.

29er

29er

420er

420er

Cadet

Cadet

Europe

Europe

ILCA

ILCA (Laser)

 
Open Skiff

O’pen Skiff

Optimist

Optimist

Pirat

Pirat

T293

Techno 293

TWF 130

Open Windfoil Youth

Teeny

Teeny

 

DER REGATTA-PLAN

GIDJM

Klassen

  • Optimist
  • Laser Radial
  • ILCA 4
  • Europe
  • Teeny
  • Cadet
  • O’pen Skiff
  • 29er
  • Nacra 15
  • 420er
  • Pirat
  • Techno 293
  • Open Windfoil Youth

Zeitplan:

  • Mittwoch, 10. August & Donnerstag, 11. August: Vermessung
  • Freitag, 12. August, bis Dienstag, 16. August: Wettfahrten
  • Dienstag, 16. August: Siegerehrung

50 Jahre Olympia vor Kiel:

Klassen

  • Drachen (Ranglisten-Regatta)
  • Flying Dutchman (IDM)
  • Finn Dinghy (EM und U23-EM)
  • Soling
  • Star (North European Championship)
  • Tempest (WM)

Zeitplan

  • Montag, 15. August: Vermessung –
    Finn und Tempest
  • Dienstag, 16. August: Vermessung – Finn; Practice Race: Tempest
  • Mittwoch, 17. August: Vermessung -Star; Wettfahrten: Finn und Tempest
  • Donnerstag, 18. August: Wettfahrten –
    Finn, Tempest, Star, Drachen
  • Freitag, 19. August: Wettfahrten –
    Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman.
  • Samstag, 20. August: Wettfahrten –
    Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman.
  • Sonntag, 21. August: Wettfahrten –
    Finn, Tempest, Star, Drachen, Soling, Flying Dutchman. – Siegerehrungen

Text: Hermann Hell
Bilder: Christian Beeck; Sascha Klahn; Otto Kasch

KYC
Seglerjugend
DSV
Kiel
Kiel: 50 Jahre Olympia & GIDJM 10.08. - 21.08.2022 KYC

Kiel: 50 Jahre Olympia & GIDJM 10.08. – 21.08.2022 KYC

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Zukunft trifft auf Historie

Kiel feiert 50-jähriges Jubiläum der Olympischen Segelregatten von 1972: Fest des Segelsports in Schilksee – 13 Nachwuchsklassen und sechs ehemalige olympische Klassen am Start

Die Gemeinsamen Internationalen Deutsche Jugendmeisterschaften und das Revival der olympischen Segelregatten von 1972, gebündelt im Olympia-Revier Kiel, verbinden im August 2022 die Zukunft des Segelsports mit der Historie. Den Auftakt machen die 13 Nachwuchsklassen des Deutschen Segler-Verbandes, die vom 10. bis 16. August die 6. gemeinsame IDJM austragen. Vom 17. bis 21. August folgen die Regatten der sechs olympischen Bootsklassen von 1972 – Drachen, FD, Finn, Soling, Star und Tempest. Damit steigt zwei Monate nach der Kieler Woche (18. bis 26. Juni) das zweite Segelgroßereignis vor Kiel-Schilksee.
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Die größte Flotte bei den Gemeinsamen Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften stellen die Optis. Hier bei der 5. GIDJM vor Travemünde.
 
„Wir freuen uns, im kommenden Jahr zwei echte Segelhöhepunkte bieten zu können, und erfahren vom DSV, der Stadt Kiel und den ehemaligen olympischen Klassen einen enormen Zuspruch“, so Organisationsleiter Dirk Ramhorst.

Zusammen mit den beiden anderen ehemaligen olympischen Austragungsorten München und Augsburg (Kanurennsport) möchte Kiel die Erinnerungen an die Olympischen Spiele von 1972 nach 50 Jahren noch einmal mit Leben erfüllen. Dazu legten die Stadt Kiel und der Kieler Yacht-Club ihr Konzept vor. Ziel: Ein Segelfest der Extraklasse mit den Schwerpunkten Segelwelt, Jugend und Völkerverständigung. „Kiel hat den Olympischen Spielen 1972 viel zu verdanken. Das ganze Organisationsteam freut sich auf das Revival im Olympia-Zentrum Schilksee und auf die Regatten auf dem olympischen Revier von 1972“, so Ramhorst. Und der auf dem Seglertag Ende November frisch gewählte DSV-Vizepräsident für Olympisches Segeln und Nachwuchs-Leistungssport ergänzt: „Wir möchten allen Teilnehmern ein unvergessliches Segelerlebnis bieten. Daher sind wir schon lange in den Vorbereitungen und werden mit über 300 ehrenamtlichen Mitarbeitenden vor Ort für die Aktiven und deren nachhaltiges Segelerlebnis im Einsatz sein.“
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Der 29er ist die Nachwuchsklasse für den späteren Einstieg in die Olympischen Klassen 49er und 49erFX. (links) Die Klassen ILCA 4 und ILCA 6 starteten 2017 bei der 5. GIDJM noch als Laser 4.7 und Laser Radial. (rechts)
Den Auftakt machen die 13 Jugendmeisterschaftsklassen des Deutschen Segler-Verbandes. Zwei Vermessungstagen folgen fünf Wettfahrttage für die Seglerinnen und Segler in den Klassen 29er, 420er, Cadet, Europe, ILCA 4 (Laser 4.7), ILCA 6 (Laser Radial), Nacra 15, O’pen Skiff, Optimist, Pirat, Techno 293, Open Windfoil Youth und Teeny (einzige nicht internationale Klasse).

Mit zirka 900 Booten/Brettern und damit 1200 Aktiven rechnen die Veranstalter und der DSV. „Wir erwarten ein Riesenevent für die deutsche Seglerjugend. Es ist natürlich etwas Besonderes, wenn alle vier Jahre, bzw. dieses Mal nach fünf Jahren alle Jugendmeisterschafts-Klassen auf einem Revier zu einer gemeinsamen Jugendmeisterschaft zusammenkommen. Es geht darum, über den Tellerrand zu schauen, die anderen Bootsklassen näher kennenzulernen, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen und neue zu schließen. Für manche Geschwister ist es die Chance, gemeinsam auf einer Jugendmeisterschaft zu sein, obwohl sie in verschiedenen Bootsklassen segeln. Es ist eben ein besonderes Fest und eine besondere Meisterschaft“, freut sich DSV-Jugendobmann und DSV-Vizepräsident Timo Haß (Pöcking) auf die gemeinsame IDJM in Kiel.  Die größte Flotte dürften mit Abstand die Optimisten stellen, gefolgt von ILCA 6, 420er, ILCA 4 und 29er.
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Die Teenys sind die einzige nationale Klasse am Start. Dahinter warten auf dem Foto schon die Optis.
Eine gemeinsame Eröffnungsfeier und eine gemeinsame Siegerehrung sollen im olympischen Revier von 1972 den würdigen Rahmen bilden. Neben den Wettfahrten um die Deutschen Jugendtitel auf dem Wasser ist zudem ein Landprogramm geplant.

Nach dreimal vor Travemünde (1988, 2009 und 2017) und zweimal in Ribnitz-Damgarten (2003 und 2013) findet die gemeinsame 6. IDJM nun erstmalig in Kiel statt. Diese gemeinsamen Meisterschaften der Jugendklassen sind alle vier Jahre geplant, in den Jahren dazwischen tragen die Klassen ihre Nachwuchsmeisterschaften getrennt aus. In die U19-Titelkämpfe können 2022 alle Jugendlichen des Jahresgangs 2004 und jünger eingreifen.

„Für die Seglerjugend ist die gemeinsame IDJM ein echter Höhepunkt, zumal quasi vor der Haustür des Verbandes, und die Kombination mit der 50-Jahr-Regatta ist etwas ganz Besonderes“, so Haß.
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Eine etwas nassere Nachwuchsklasse: die O’pen Skiffs.
Für die Veranstalter geht es nach der Siegerehrung des Nachwuchses ohne Pause weiter. Nachdem parallel zu den Jugendregatten bereits für Tempest und Finn die Vermessung oder ein Practice-Race auf dem Programm stehen, beginnen die beiden Klassen schon am Mittwoch mit der ersten Wettfahrt. Die Kielboote Drachen und Star greifen am Donnerstag, 18. August, ins Geschehen ein, bevor auch FD und Soling am Freitag an den Start gehen. Am Sonntag, 21. August, ist dann die gemeinsame Siegerehrung für die fünf Klassen angesetzt.

Als Anreiz haben die einstigen olympischen Klassen die Kieler Revival-Veranstaltung mit weiteren Prädikaten aufgewertet. So hat die Tempest-Klasse die Weltmeisterschaft nach Kiel vergeben, die Finns ihre EM und Junioren-EM (U-23), die Flying Dutchman Klasse ihre Internationale Deutsche Meisterschaft, die Stare ihre Distrikt-Meisterschaft und die Drachen eine außerordentliche Ranglistenregatta. „Natürlich freuen wir uns, dass die Klassenvereinigungen mitziehen und die Jubiläumsregatta aufwerten“, so Ramhorst.
Übrigens: 1972 waren in Kiel noch zwei deutsche Teams am Start. Die DDR und die Bundesrepublik Deutschland gingen getrennt ins Rennen um die Medaillen. Insgesamt gewannen drei Crews für Gesamt-Deutschland Medaillen:
  • Im Drachen gewannen Paul Borowski/Karl-Heinz Thun/Konrad Weichert Silber für die DDR.
  • Im Star holten Willi Kuhweide/Karsten Meyer Bronze für die Bundesrepublik Deutschland.
  • Im FD gewannen Ullrich Libor/Peter Naumann Bronze für die Bundesrepublik Deutschland.
Text: Hermann Hell
Bilder: www.segel-bilder.de / Christian Beeck
 
 
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