Thomas Zajac, gewann mit seiner neuen Vorschoterin Barbara Matz die Kieler Woche. Die Österreicher zählen auch bei der EM der Nacra 17 zu den Favoriten. Foto: okpress/Kieler Woche

Skiff Euro KIel 28.07.2017

28.07.2017

49er, 49erFX und Nacra17 vor Kiel – Paul Kohlhoff mit Alica Stuhlemmer
Theater Style bei der EM
Registrieren, vermessen und dann kann es losgehen. Die ersten 49er, 49er FX und Nacra 17 als Full- und C-Foiler sind im Hafenvorfeld in Kiel-Schilksee eingetroffen. Während die einen noch ihre Boote an den richtigen Platz schieben, segeln die anderen bereits und stellen sich auf die Kieler Bedingungen oder ihr Boot ein, damit sie bestens vorbereitet sind, wenn die ersten Wettfahrten der Europameisterschaften am 30. Juli beginnen.

Bis zum 4. August dauern die Titelkämpfe an, die am Sonnabend, 29. Juli, feierlich eröffnet werden. Insgesamt werden 223 Teams aus 40 Ländern erwartet. Darunter Olympiasieger, Weltmeister und Exoten. Internationale Segelnationen wie Brasilien, Australien und Neuseeland sind ebenso am Start wie die europäischen.

Die besten acht Boote aus jeder Klasse ziehen in die Medal Races ein. Das Finale wird dann am Freitag direkt auf der TV-Innenbahn, der Bahn „Hotel“, im Theater Style ausgetragen. Vorgesehen ist es, dass als erste die Nacra 17 Full Foiling mit ihren Medal Races starten Ihr Zeitfenster ist auf etwa 12 bis 13.15 Uhr festgelegt, bevor dann die 49er von 13.15 bis 14.30 Uhr um den Titel segeln. Den Abschluss machen die 49erFX von 14.30 bis 15.30 Uhr. Das Regattafeld ist in diesem Fall wie ein Spielfeld begrenzt, sodass die Zuschauer direkt an das Regattafeld gebracht werden und das Rennen hautnah erleben können. Die Organisatoren des Kieler Yacht-Clubs wollen so möglichst vielen Menschen spannende Wettfahrten aus nächster Nähe bieten und heißen Zuschauer herzlich willkommen.

„Bei uns ist alles anders, als in den etablierten Bootsklassen“, berichtet Paul Kohlhoff, nach der ersten Trainingsfahrt des Tages mit Alica Stuhlemmer im Nacra 17, der zu den Full Foilern zählt und ganz aus dem Wasser abhebt. Für sie geht es vorrangig ums Bootshandling. „Es ist schwer einzuschätzen, wo wir im internationalen Vergleich stehen.“ Auch wenn sie damit rechnen, ihren Ansprüchen mit dem noch relativ unbekannten Boot und in ihrer neuen Crewzusammenstellung nicht gerecht werden zu können, so gehen sie doch mit viel Spaß und Enthusiasmus an den Start.

Vor zehn Tagen haben sich Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer dazu entschlossen, als Team zu segeln, seit einer Woche haben sie ihr Boot. „Wir hatten keine Chance, uns vorzubereiten.“ Daher arbeiten sie momentan an allen Baustellen gleichzeitig, egal ob an der Kommunikation, der körperlichen Fitness, Koordination oder das Boot in den Griff zu bekommen. Doch sie sind auch neugierig auf die Rennen. „Wir kennen uns schon lange und sind uns ähnlich. Wir wissen, dass wir, wenn wir unseren Ansprüchen gerecht werden wollen, mehr tun müssen als andere. Im Training gibt es keine Diskussionen, ob jeden Tag gesegelt wird. Auch wenn einer ein bisschen müde sein sollte, wird durchgezogen. Wir werden auch über unsere Grenzen gehen, um den Anschluss zu finden.“

Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, werden sie sich genau die internationalen Größen auf den Kats anschauen. So sind die Olympia-Zweiten Jason Waterhouse und Lisa Darmanin aus Australien vor Ort, ebenso wie der Bronzemedaillengewinner Thomas Zajac aus Österreich, der allerdings mit einer anderen Vorschoterin als noch in Rio segelt. Barbara Matz saß mit ihm bereits beim Kieler-Woche-Sieg an Bord. Doch der Nacra17 zur Kieler Woche segelte noch, wie alle anderen, auf C-Foils. Das Gefühl des Full-Foilings in einer internationalen Regatta ist auch für sie neu.