TW kürt Weltmeister aus drei Nationen

TW kürt Weltmeister aus drei Nationen

Der siebte Regatta-Tag der Travemünder Woche war ein Tag für Liebhaber des Flaggen-Alphabets. Es startete mit „AP“ über „H“, ging über Setzen der Flagge „S“ auf einigen Bahnen weiter und endete schließlich mit „AP“ über „A“ für die Formula 18, J/22 und Olympiajollen. Die Flaute griff einmal mehr kräftig in das Geschehen zur Travemünder Woche 2023 ein, ließ nach der Startverschiebung am Morgen zwischenzeitlich nur verkürzte Rennen, bei den Formula 18 sogar keine weitere Wettfahrt mehr für die WM zu. Gesamtwettfahrtleiter Anderl Denecke blickte dennoch zufrieden auf die vergangenen Tage, bevor die TW in ihr Abschlusswochenende startet. „Es war schwierig, die richtigen Windfenster zu finden. Aber das ist den Teams auf den Bahnen sehr gut gelungen, so dass wir absolut wertige Weltmeisterschaften hatten. Die Formula 18 konnten zum Abschluss zwar nicht mehr segeln, aber wir hatten am Donnerstag mit vier Wettfahrten schon für ein volles Programm gesorgt“, so Denecke. Mit dem Abschluss der Weltmeisterschaften bei den Formula-18-Katamaranen sowie den Junioren-Weltmeisterschaften der 49er und 49erFX wurden neue Titelträger aus Australien, Schweden und Frankreich gekürt.

Für den Schweden Emil Järudd war die WM der Formula 18 eine „schöne Extra-Regatta“. Normalerweise segelt der 25-Jährige mit seiner Partnerin Hanna Jonsson im Nacra 17 und peilt nach 2021 für das kommende Jahr seinen zweiten Start bei Olympia an. Zur Travemünder Woche nahm er Rasmus Rosengren an Bord und segelte mit olympischer Kompetenz zum Titel – trotz einer Disqualifikation im zweiten Rennen wegen einer Wegerechtsverletzung. „Wir haben schon auf eine gute Platzierung gehofft, aber der Titel übertrifft die Erwartungen. Wir sind natürlich sehr glücklich. Die Tage waren schwierig, weil man nie wusste, was der Wind macht. Deshalb war die Konstanz ein Schlüssel zum Erfolg. Und wir hatten einen hohen Bootsspeed auf dem Downwind-Kurs. Die Wettfahrtleitung hatte keinen einfachen Job, hat es aber gut gemacht“, so Järudd, der direkt nach der Travemünder Woche nach Belgien zum Training reist, um dann im August wieder mit Hanna Jonsson an Bord die Nacra17-WM in Den Haag/Niederlande zu segeln. „Die WM und später die EM sind wichtige Events für uns für die Olympia-Qualifikation.“

Vor Travemünde hatte er sich am ersten Tag der WM-Finalrunde an die Spitze des Feldes gesetzt und die Führung dann ausgebaut. Am letzten Tag wartete die Flotte vergeblich auf einen segelbaren Wind, so dass der Angriff der Verfolger ausblieb. Mit Gavin Colby/Kai Colman und Brett Burvill/Max Puttman auf den Rängen zwei und drei folgte Australien im Doppelpack. Einzige deutsche Crew in den Top-Ten waren die Brüder Helge und Christian Sach, die mit ihren 66 und 64 Jahren den Masters-WM-Titel für den ausrichtenden Lübecker YC einfuhren.

Überwältigt vom eigenen Erfolg waren die Französinnen Manon Peyre/Clara-Sofia Stamminger de Moura, die mit dem WM-Gewinn den größten Erfolg ihrer jungen Karriere feierten: „Es ist unglaublich, wir können es noch gar nicht fassen. Wir sind heute morgen etwas nervös an den Start gegangen, und es war stressvolles Segeln mit dem Start, Abbruch und neuem Start. Es war ein Nervenspiel. Wir haben einfach versucht, unser Rennen zu segeln. Das hat gut geklappt“, so die erfolgreiche Steuerfrau Peyre, die Platz eins vor Illy Wureit/Yuval Barnoon (Israel) und Sofia Giunchiglia/Giulia Schio verteidigte. Mit Anna Barth/Emma Kohlhoff und Sophie Steinlein/Max Körner auf den Rängen sechs und sieben hat Deutschland gleich zwei Mannschaften in den Top-Ten.

Bei den Junioren der 49er-Klasse gelangen sogar zwei Wettfahrten zum WM-Abschluss. Die Jacks aus Australien verteidigten trotz der Platzierungen 11 und 7 die Spitzenposition, da auch die direkten Verfolger nur mittlere Ergebnisse eingefahren hatten. Somit ging Gold an Jack Ferguson/Jack Hildebrand vor Richard Schultheis/Youenn Bertin (Malta) und Marius Westerlind/Olle Aronsson (Schweden). „Wir sind wirklich glücklich. Die Jungs aus Malta haben uns einen harten Kampf geliefert. Für uns ist das ein starkes Start in unsere Kampagne, denn wir segeln erst seit drei Monaten zusammen“, berichtete Jack Ferguson. „Unsere nächste Station ist die WM der Elite in Den Haag in zwei Wochen. Vorher gönnen wir uns noch ein paar freie Tage, und dann geht es zum Training nach Belgien.“ Auf Platz fünf waren Valentin Müller/Moritz Fiebig als beste Deutsche dicht dran an den Podiumsplätzen.

Ohne Rennen blieben die Europameisterschaft der Olympiajollen und die WM der J/22, die am Sonnabend zu Ende gehen. Die J/22 hatten am Abend aber ihren Auftritt beim Volksbank Trave Race. Jean-Michel Lautier (Niederlande), der in der WM-Wertung klar führt, setzte sich auch im Showrennen durch und will die gewonnenen 300 Euro in einen bunten Abend für die ganze Klasse investieren.

Zumindest ein schmales Programm gab es für die Klassen Korsar und Kielzugvogel für die Ranglistenregatten. An den Spitzenpositionen änderte das aber nichts. Silja und Jonna Braun sind die Führenden bei den Korsaren, Michael Hotho/Marcus Hahn führen die Kielzugvögel an.

In der Segelbundesliga blieben die Mannschaften hartnäckig und kämpften um jedes Rennen. Doch am Abend musste in bleiern daliegender Ostsee der jeweils dritte Flight unterbrochen werden. In der 1. Liga hat der NRV aus Hamburg den Bug vorn, in der 2. Liga ist des der WYC Delecke.

Die Belohnung für ein anstrengendes Rennen durch die Nacht durften sich die Seesegler am Freitagnachmittag im Segler Village abholen. Am schnellsten hatte die Crew um Moritz Moltmann (Lübeck) auf der M34 „Dojo“ die 60 Seemeilen in einem großen Dreieck durch die Lübecker Bucht bis kurz vor Wismar bewältigt. Nach dem Start am Donnerstagabend in der Trave kehrte sie zwölf Stunden später im morgendlichen Regen nach Travemünde zurück. „Wir sind gut vorbereitet in die Nacht gegangen, wurden von der Organisation auf alles eingestimmt. Nachts hat es stark geregnet, es war nur wenig Wind und ungemütlich. Aber das gehört vielleicht zum Abenteuer einer Langstrecke dazu“, berichtete Moltmann. „Wir hatten eine gute Stimmung an Bord, sind mit einem spontanen Wachsystem gefahren, in dem jeder eine Pause nehmen konnte, wenn er sie brauchte. So hatte jeder mal zwei Stunden Schlaf.“ Am Ende feierte die „Dojo“-Crew nicht nur den inoffiziellen Titel als „first ship home“, sondern lag auch berechnet in der Gruppe der ORC-Yachten an der Spitze. Die Yardstick-Wertung gewann die „Traverna“ von Olav Arne Nehls (Lübeck). Für die Anwärter auf den Deutschen Meistertitel in der Wertung ORC Double Handed war das Langstrecken-Rennen der Auftakt in die vier Meisterschaftstage. Uwe Kleinvogel/Michael Haupt (Rostock) haben mit ihrer „Nemo“ durch den Langstrecken-Sieg die Führung übernommen.



Bildunterschriften (von oben):

Die Französinnen Manon Peyre/Clara-Sofia Stamminger de Moura freuten sich mit dem WM-Gewinn über den größten Erfolg ihrer Karriere. Foto: segel-bilder.de

Emil Järudd untermahn mit Rasmus Rosengren an der Vorschot einen sehr erfolgreichen Ausflug in die F18-Klasse und gewann souverän die WM. Foto: segel-bilder.de

Jack Ferguson/Jack Hildebrand sind erst seit drei Monaten zusammen auf dem 49er und segelten jetzt zum WM-Titel der 49er. Foto: segel-bilder.de

Gemeinsam mit Bernhard Rogge, Vorstand der Lübecker Volksbank, freuten sich die J/22-Segler über den Auftritt vor Publikum beim Trave Race und den Gewinn von 300 Euro Preisgeld. Foto: Stine Abratis
Nur die Eins fehlt der Farrington-Crew Mike Farrington ist ein Weltenbummler in Sachen Segeln. Für den 49-Jährigen ist es bereits seine elfte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft der Klasse J/22. Die Platzierungen 6, 5, 4, 3 und 2 konnte er bislang verbuchen. Die Eins fehlt noch in der Liste. Auf der Jagd danach hat er zur Travemünder Woche eine lange Anreise in Kauf genommen, von den Cayman Islands in der Karibik bis an die Ostsee.
 Von der Karibik aus ist das Team vom Cayman Islands Sailing Club über London nach Hamburg geflogen und von dort mit einem Leihwagen weiter nach Travemünde gefahren, um hier ein Charterboot in Empfang zu nehmen. Es ist Farringtons dritter Besuch bei einer WM auf der Ostsee. 2019 segelte er in Warnemünde auf Rang sechs. 2015 wurde Farringtons Team Fünfter vor Travemünde.

„Es ist großartig, hier zu sein. Die Stimmung und das Miteinander unter den Seglern ist super, und die Organisation ist es auch. Deshalb kommen wir immer gerne hierher“, sagt der gebürtige Südafrikaner. Ein bisschen wärmer und sonniger wäre es natürlich noch schöner und würde sich mehr wie zu Hause anfühlen, so der 49-Jährige.

Geboren und aufgewachsen ist Farrington in Johannesburg/Südafrika, wo er auf einem See segeln gelernt hat. Mit 19 Jahren hat er begonnen, als Bootsbauer zu arbeiten und J/22 gebaut. „Einige der Boote hier in Travemünde sind von mir gebaut“, sagt Farrington, der seit mittlerweile 26 Jahren auf den Cayman Islands lebt und als Bootsbauer und Segelverkäufer arbeitet. In die Karibik hat es ihn einst durch die Nikolaus-Regatta auf Jamaika verschlagen. Besonders im Winter sei es durch die Trade Winds auf den Cayman Islands perfekt zum Segeln.

Gelernt hat er den Sport als Kind ganz klassisch im Opti. Später ist er in den Laser umgestiegen. Mit dem Soling folgte eine Olympia-Kampagne, bei der er jedoch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sydney knapp verfehlte. Inzwischen ist er fest in der Klasse J/22 verankert, bei der er heute Präsident der weltweiten Vereinigung ist. „Es ist eine wirklich sympathische Klasse mit einem tollen und fairen Miteinander unter den Seglern und Seglerinnen“, sagt Farrington begeistert. Die J/22 sei ein spannendes Boot – leicht zu segeln, aber schwer, um wirklich gut damit zu segeln.

Bei der Travemünder Woche wird in diesem Jahr die Jagd nach der Eins als Platzierung vermutlich nicht erfolgreich sein, da das Team durch eine Black Flag am zweiten Wettfahrttag eine Disqualifikation eingefahren hatte, die schwer aufholbar ist. Farrington sieht es pragmatisch: „Dann muss ich eben noch weiter bei Weltmeisterschaften segeln, bis irgendwann auch die Eins mit in der Liste meiner Platzierungen steht“, sagt er mit einem Lachen.
 
 
Bildunterschrift:

Sind aus der Karibik zur Weltmeisterschaft der J/22 nach Travemünde angereist: Mike Farrington, Karin McGrath und Joseph Paolone vom Cayman Islands Sailing Club. Foto: Katrin Heidemann
Travemünder Woche 21. – 30.07.2023, Formula 18, SWE 141, , Emil JÄRUDD, Rasmus ROSENGREN, Royal Swedish Yacht Club
Travemünder Woche 21. – 30.07.2023, 49erFX, FRA 702, Manon PEYRE, Clara-Sofia STAMMINGER de MOURA, CLUB NAUTIQUE LA PELLE
Travemünder Woche 21. – 30.07.2023, 49er, AUS 66, Jack FERGUSON, Jack HILDEBRAND, Royal Sydney Yacht Squadron _ Woollahra Sailing Club
Programm Travemünder Woche
Segelprogramm Samstag, 29. Juli

11:00 Uhr: Weltmeisterschaft J/22 (Tag 4/4)
11:00 Uhr: Europameisterschaft Olympiajolle (Tag 4/4)
11:00 Uhr: Int. Deutsche Meisterschaft Seesegeln Double Handed (Tag 3/4)
11:00 Uhr: Erste und Zweite Segel-Bundesliga (Tag 2/3)
11:00 Uhr: Ranglistenregatta Kielzugvogel (Tag 4/4)
11:00 Uhr: Ranglistenregatta Korsar (Tag 3/3)
11:00 Uhr: Mittelstrecken-Regatta Seesegeln (Tag 1/2)
ca. 17:00 Uhr: Trave Race: Khulula Opti




Festivalprogramm Samstag, 29. Juli

15:00 Uhr: Flamenco Tanz (Tanzpalast Fährplatz)
15:00 Uhr: Linny Johnson Band (König Pilsener Bühne)
16:00 Uhr: Westfalia Big Band (Festivalbühne Brügmanngarten)
16:00 Uhr: Immortal Onion | Jazz Prog Polish Trio (Beach Bay)
17:00 Uhr: Soulcraft (König Pilsener Bühne)
17:15 Uhr: planetbodo (DJ-Set) (Beach Bay)
18:00 Uhr: Murphy Smith & Band (Beach Bay)
19:00 Uhr: BayBand and guests (Beach Bay)
19:00 Uhr: Stardust mit Randolph Rose (Gipsy Village)
19:30 Uhr: Nervling (König Pilsener Bühne)
20:00 Uhr: Classical Beat – X-Arts Visual Party (Beach Bay Dome)
20:00 Uhr: Abba Fever (Festivalbühne Brügmanngarten)
21:00 Uhr: Illumination Passat (Travepromenade / Beach Bay)

Impressum
Travemünder Woche gGmbH
Am Leuchtenfeld 4
23570 Travemünde


Pressesprecher:
Ralf Abratis
Email: media@travemuender-woche.de
Der Drachen, der aus der Tiefe kam

Der Drachen GER 942, der aus der Tiefe kam

Es ist später Nachmittag auf Bahn Golf der Travemünder Woche. Die Segler haben die Regattabahn bereits verlassen, ein graues Motorboot hat Stellung bezogen, als es an der Wasseroberfläche vor der Brodtener Steilküste zu sprudeln beginnt. Ein roter Luftsack ploppt aus dem Grau ans Licht, es folgt eine Mastspitze. Langsam heben sich Rigg und Segel: Ein „D“ wird sichtbar, die Nationen-Kennung „GER“ und schließlich die Segelnummer „942“. Taucher in Neoprenanzügen umkreiseln das Segel, rufen Kommandos zum grauen Motorboot hinüber. Der Rumpf des auftauchenden Bootes bleibt knapp unter der Wasseroberfläche. Ein Tau wird herübergeworfen, und die Yacht vom Motorboot in Schlepp genommen.
https://youtu.be/FScRsiylEK8

Was wie eine Szene aus einem Agenten-Thriller wirkt, ist die Bergungsaktion der gemeinnützigen Organisation Sea Shepherd, der Initiative zum Schutz der marinen Ökosysteme. Gesteuert wird die Aktion von der „Triton“, dem 23 Meter langen Flaggschiff der Organisation, das im vergangenen Jahr von der Royal Police of Gibraltar übernommen worden ist. Zur Travemünder Woche ist die Crew der Baltic Sea Campaign mit der „Triton“ vor Ort. In den vergangenen Wochen hat Sea Shepherd in Küstennähe Geisternetze aufgespürt und geborgen. Mehr als 1.000 Kilogramm alter Fischereiausrüstung konnte so aus der Ostsee entfernt werden. Nun ist den Meeresschützer der „dickste Fang“ gelungen.

Mit ihrer „Triton“ und dem kompletten Taucher-Equipment war Sea Shepherd zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Am Dienstag der Travemünder Woche hatte es eine Crew der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Drachen-Klasse in einer stürmischen Böe auf die Seite geworfen. Das Wasser schoss so schnell ins Cockpit, dass die Yacht nicht zu halten war und unterging. Während die Crew unverletzt von einem Rettungsboot des THW aufgenommen wurde, sank der Drachen auf 14 Meter Tiefe. „Wir wurden gefragt, ob wir in der Lage sind, das Boote zu bergen“, berichtet Florian Stadler, Kampagnenleiter bei Sea Shepherd. Obwohl die Organisation nicht auf Bergung von Booten spezialisiert ist, traute sie sich das zu: „Wir haben das als gute Übungseinheit für unsere Taucher angesehen“, so Stadler. Als dann das grüne Licht vom Drachen-Eigner zur Bergung kam, ging es los.

„Aufgrund der Positionsdaten, die wir vom THW hatten, haben wir unter Einberechnung von Wind und Wellen, die den Havaristen vertrieben haben könnten, mit einem Scan des Meeresgrundes nach dem Boot gesucht und es dann nach einer Stunde auch gefunden. Das Boot stand aufrecht auf dem Grund, die Mastspitze war nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche“, berichtete Stadler. Nach der Inspektion der Situation unter Wasser wurde ein Bergungsplan entworfen. Gurte wurden um den Drachen gelegt, Hebesäcke eng am Rumpf und am Rigg befestigt. Insgesamt 30 Säcke mit einer Hebekraft von 2500 kg wurden unter Wasser mit Luft gefüllt und sorgten schließlich dafür, dass sich neun Meter lange Langkieler anhob und auftauchte.

Stadler: „Als wir es so weit raus hatten, dass wir es schleppen konnten, haben wir das Boot mit flatternden Segeln zum Hafen gezogen.“ Dort wurde der Drachen an den Kranhaken gehängt, leergepumpt und dann im wieder schwimmfähigen Zustand und ohne sichtbare Beschädigungen an einen Bekannten des Eigners übergeben. Da sich Sea Shepherd ausschließlich über Spenden finanziert, wird es für die Bergungsaktion keine Rechnung geben. Die Aufmerksamkeit hat die Organisation aber auf sich gezogen und will es mit einem Open Ship der „Triton“ auch noch zum TW-Finale fortsetzen. Am Standort an der Autofähre auf dem Priwall wird Sea Shepherd von 10 Uhr bis 18 Uhr die Möglichkeiten der Meeresretter präsentieren.


Infos zu Sea Shepherd

Video zur Bergung des Drachen



Bildunterschriften:

Die Meeresschützer von Sea Shepherd brachten sich mit ihren Möglichkeiten bei der Bergung eines havarierten Drachen ein und hoben das Boot aus 14 Meter Tiefe. Foto: Katie Maehler/Sea Shepherd
Radeln für die Nachhaltigkeit Die Travemünder Woche setzt auf mehr Nachhaltigkeit bei der Veranstaltung. Auf Bootsaufkleber, Printprodukte und Plastikgeschirr wird zum Beispiel verzichtet. Daneben ist bereits der Startschuss gefallen, um sich als nachhaltige Veranstaltung zertifizieren zu lassen. Erstmals kommt im Fahrzeug-Pool des TW-Fahrdienstes auch ein E-Bike mit Anhänger zum Einsatz.
 „Ich denke schon seit Jahren, dass unsere Wagenflotte nicht für jede Gelegenheit praktisch und nur bedingt ökologisch ist, und habe deshalb bei den Organisatoren der Travemünder Woche die Idee eines Fahrrades mit Anhänger angeregt“, erzählt Stefan Goes, der sich als ehrenamtlicher TW-Helfer um den Fahrdienst kümmert. „Manager Car Pool/VIP-Support“ lautet seine Tätigkeitsbezeichnung während der TW. Vier Autos des Autohaus Hansa in Lübeck und nun auch ein E-Bike mit Anhänger gehören zu seiner TW-Flotte.

„Wir fahren von der Cola-Dose bis zur Verbandspräsidentin alles“, umschreibt er die Aufgaben seiner Teams. Im eigenen Firmenbetrieb nutze er schon seit Längerem ein Fahrrad mit einem Anhänger. Das hätte sich sehr bewährt. Deshalb freue er sich, dass er zur Fahrzeugflotte der Travemünder Woche nun auch ein robuster Fahrradanhänger der Münchner Firma „Hinterher“ und ein E-Bike zählen. Den Hänger mit Platz für zwei Euro-Boxen haben die Veranstalter gekauft, das Fahrrad vom Unternehmen „Cult.Bike“ in Lübeck gemietet.

„Wir haben uns für ein E-Bike entschieden, um die Fahrer beim Gepäcktransport zu entlasten. Die tolle Optik des Bikes mit dicken Reifen für anspruchsvolles Gelände motiviert zum Benutzen. Man merkt beim Fahren, dass es vom italienischen Motorradhersteller ‚Fantic‘ kommt. Meine Fahrer finden das natürlich klasse“, sagt Goes.

Bislang sei das Fahrrad gut angenommen und genutzt worden. „Als am Grünstrand das Signalhorn versagt hat, war schneller Ersatz nötig. Das ging zum Beispiel mit dem Fahrrad am besten. Und auch beim Sponsorenfrühstück kam das E-Bike zum Einsatz, als Transportmittel für Roll-ups, den LYC-Stander und Marzipan“, zählt TW-Fahrdienst-Leiter Stefan Goes auf.

Nach der Travemünder Woche soll ausgewertet werden, wie oft das Gespann genutzt wurde und wofür es am sinnvollsten einsetzbar ist. Im kommenden Jahr soll das umweltfreundliche Transportmittel erneut getestet werden.
 
Bildunterschriften:

Das langjährige Teammitglied Bent Steinbrecher fährt LYC-Stander zum Sponsorenfrühstück. Foto: Stefan Goes

Als am Grünstrand das Signalhorn ausfiel, wurde schnell Ersatz mit dem neuen E-Bike-Gespann geliefert. Foto: Stefan Goes
Programm Travemünder Woche
Segelprogramm Sonntag, 30. Juli

11:00 Uhr: Int. Deutsche Meisterschaft Seesegeln Double Handed (Tag 4/4)
11:00 Uhr: Erste und Zweite Segel-Bundesliga (Tag 3/3)
11:00 Uhr: Mittelstrecken-Regatta Seesegeln (Tag 2/2)
ca. 17:00 Uhr: Trave Race: Khulula Opti




Festivalprogramm Sonntag, 30. Juli

14:00 Uhr: Duncan Townsend (König Pilsener Bühne)
16:30 Uhr: Rossi & Offel (König Pilsener Bühne)
17:00 Uhr: Classical Beat Hip Hop Edition (Beach Bay)
18:30 Uhr: Blues (Tanzpalast Fährplatz)
19:00 Uhr: planetbodo (DJ-Set) (Beach Bay)
19:00 Uhr: Meny Wappler Swingtett (Gipsy Village)
19:30 Uhr: Blues Tanzparty (Tanzpalast Fährplatz)
19:30 Uhr: Jeden Tag Silvester (König Pilsener Bühne)
19:45 Uhr: Nicholas Thayer x Immortal Onion (Beach Bay)
20:00 Uhr: Classical Beat – X-Arts Visual Party (Beach Bay Dome)
21:00 Uhr: Illumination Passat (Travepromenade / Beach Bay)
21:45 Uhr: Thys (DJ-Set) (Beach Bay)
22:45 Uhr: Höhenfeuerwerk mit Musik (Nordermole)

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Travemünder Woche Plakat zum 125.jährigen Jubiläum Präsentation auf der Boot

Travemünder Woche Plakat zum 125.jährigen Jubiläum Präsentation auf der Boot



Travemünder Woche und LYC präsentieren sich zur Boot 2023 in Düsseldorf           

Travemünder Woche im neuen Gewand

Ein neues Design, ein großes Jubiläum und ein hochklassiges Regattaprogramm: Die 134. Travemünder Woche (21. bis 30. Juli) hat in 2023 viel zu erzählen. Nach zwei Jahren Pandemie-Pause konnte der Startschuss zum Regatta- und Festivalevent endlich wieder zum Empfang der Travemünder Woche im Rahmen der boot in Düsseldorf gegeben werden – der weltgrößten Wassersportausstellung, die der treueste Partner der Travemünder Woche ist. Und das boot-Comeback bot die Gelegenheit, beim traditionellen Treffen am ersten Sonntag der boot den Vertretern aus Sport, Politik und Wirtschaft das neue Gesicht der Segelwoche zu präsentieren, die Verbindung zur Lübeck Travemünde Marketing GmbH (LTM) darzulegen und auch den Hauptveranstalter, den Lübecker Yacht-Club, in seinem 125. Jahr des Bestehens hochleben zu lassen.

Eine Flotte von goldenen Booten auf einem wogenden Meer aus blauen Wellen, die dem Seebären „Ole“ aus dem Bart wachsen oder der Travemünder Deern „Leevke“ aus den Haaren fliegen: Das ist das neue Bild der Travemünder Woche – die Verbindung von fröhlichem Festivalgeschehen und hochklassigem Regattasport. Die enge Verzahnung des Publikums mit dem Segelsport ist seit jeher ein Alleinstellungsmerkmal der Travemünder Woche, nun bekommt diese Symbiose noch mehr Rückenwind. Die Neugestaltung der Außendarstellung der Gesamtveranstaltung liegt künftig bei der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH, die in Kooperation mit der TW-Organisation das neue Bild der Segel- und Festivalwoche auf den Weg gebracht hat.

„Die Travemünder Woche und die touristische Entwicklungsstrategie für unser Seebad passen zusammen wie Strand und Ostsee. Das unterstreichen wir mit dem neuen Erscheinungsbild in besonderer Weise“, sagte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau zu dem neuen Kommunikationskonzept. Er betonte, dass die Stärkung und Weiterentwicklung der Travemünder Woche nach den Pandemie-Jahren mit vielen Einschränkungen ein Schlüsselprojekt für die Stadt Lübeck sei.

Die engere Abstimmung mit der LTM hat sich in den vergangenen Monaten bereits in einer intensiven Zusammenarbeit bewährt, berichtete Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH: „Wir haben eine neue Visualisierung der Gesamtveranstaltung entwickelt, ein neues Logo und eine neue Website. Damit wird die Präsenz der Travemünder Woche in der Stadt noch gestärkt und das Festival-Gesicht mehr auf das Tourismus-Konzept angepasst. Die Organisation der Regatten bleibt natürlich weiter in den bewährten Händen des Veranstalter-Trios aus Lübecker Yacht-Club, Norddeutschen Regatta Verein und Zürcher Yacht-Club.“

Dass der Rückenwind für die Travemünder Woche in diesem Jahr an Stärke gewinnt, ist für den hauptveranstaltenden Lübecker Yacht-Club ein perfekt gewählter Zeitpunkt, denn der Club feiert in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag. „Die Regatten der Travemünder Woche waren vor 125 Jahren für Kaiser Wilhelm II. der Grund, die Gründung des Yacht-Clubs zu initiieren. Bis heute ist die Ausrichtung der Travemünder Woche Satzungszweck des LYC und ein Identifikations-Element für die Mitglieder. Ein Großteil der rund 850 Segler im Club sind mit der TW verbunden – sei es als Organisatoren, als Helfer oder als Teilnehmer“, berichtet Lutz Kleinfeldt, der Vorsitzende des Lübecker Yacht-Club.

Der TW-Empfang zur boot war daher nicht nur der Startschuss für die Regattawoche, sondern auch für die LYC-Feierlichkeiten, die zum Gründungstag am 30. August in einem Empfang und im November in einem großen Ball gipfeln. Im Jubiläumsjahr des Clubs wird zudem erstmals der segelnde Botschafter, die Club-Yacht „MEU“, auf große Atlantikreise gehen. Im August, kurz nach der Travemünder Woche, legt die Yacht unter der Führung von Skipperin Clara Weimer in Lübeck ab und wird über eineinhalb Jahren in die Karibik und wieder zurück segeln. Von dem anstehenden großen Plänen berichtete die Skipperin im Rahmen des boot-Auftritts der TW und durfte sich freuen, in boot-Director Petros Michelidakis einen großen Fürsprecher gefunden zu haben, die die Verbindung für weitere Unterstützung des Hochsee-Projektes herstellte.

Große Aufgaben liegen auch vor den sportlich Verantwortlichen der TW, Sportdirektor Jens Kath und Gesamtwettfahrtleiter Andreas Denecke. „Zum Jubiläumsjahr wollten wir natürlich ein spannendes Programm präsentieren. Und unsere Hoffnungen, Top-Veranstaltungen ausrichten zu können, sind noch übertroffen worden. Wie in 2019 wollten wir gern die Seesegler mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) bei uns haben. Im Herbst haben wir dann den Zuschlag nicht nur für die Titelkämpfe mit voller Crew, sondern auch für die IDM der Zwei-Personen-Crews bekommen. Mit den Meisterschaften der Drachen und der olympischen Kiter haben wir weitere Top-Events auf nationaler Ebene am Start“, so Jens Kath, der aber mit besonderer Spannung auf die internationalen Meisterschaften blickt: „Die Sailing Champions League hat uns erneut den Zuschlag für das Finale gegeben. Das war bereits im vergangenen Jahr ein hochspannendes Top-Event. Aber es gibt noch mehr: die EM der O-Jollen und WM der J/22. Und mit den Junioren-Weltmeisterschaften der 49er und 49erFX sowie der WM der Formula 18 haben wir höchst rasante Klassen am Start. Die Katamaran-Segler der Formula 18 werden aus aller Welt kommen, und mit den beiden Skiff-Klassen sind Athleten am Start, die bereits in Richtung Olympia blicken.“

Die Travemünder Woche wird mit der Ausrichtung dieser Weltmeisterschaften auch in der Infrastruktur hohe Anforderungen stemmen müssen, denn es werden zahlreiche Großcontainer mit dem Bootsequipment der internationalen Teilnehmer erwartet. „Die Bandbreite der Meisterschaften ist riesig – von seegehenden Yachten, über hochempfindliche Skiffs und Katamarane bis hin zu den kleinen Kite-Foilern. Da sind auch die Anforderungen an die Landorganisation und die Regatta-Verantwortlichen sehr unterschiedlich. Wir bewältigen das mit der jahrelangen Erfahrung sowie der Zusammenarbeit mit Spezialisten aus den einzelnen Klassen und Wettfahrtleitungen aus dem Lübecker Yacht-Club, dem Norddeutschen Regatta Verein und dem Zürcher Yacht-Club“, erklärte Denecke, der selbst sowohl Mitglied im LYC als auch im ZYC ist.


Zum Finale des Empfangs wurde in guter Tradition das frisch gedruckte Plakat der Regatten an die Vertreter der Messe übergeben. Seit über 25 Jahren gestaltet Lübecks Maritim-Künstlerin Frauke Klatt das Bild für die TW. Und auch mit der Neugestaltung der Außendarstellung der Gesamtveranstaltung bleibt das Gemälde von Frauke Klatt ein zentrales Element der Regatten. In den Räumen der Messe wird das aktuelle Plakat, das Skiff-Segler im Siegerjubel zeigt, seinen Platz finden. Wolfram N. Diener, Geschäftsführer der Messe, und Petros Michelidakis, boot-Director, nahmen das Plakat entgegen und betonten ihre Verbundenheit zur Travemünder Woche. „Es ist toll, welche Arbeit der Lübecker Yacht-Club leistet. Beispielhaft auch das Projekt, mit dem Ausbildungsboot um den Atlantik segeln. Von solchen Initiativen brauchen wir viel mehr“, sagte Michelidakis und kündigte an, zur Travemünder Woche wieder mit einem Empfang der boot auf der Passat vertreten zu sein.


Bildunterschrift:
Zur Plakatübergabe stellten sich zum Foto auf (von linsk): TW-Sportdirektor Jens Kath, TW-Geschäftsführer Frank Schärffe, Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau, boot-Director Petros Michelidakis, LYC-Vorsitzender Lutz Kleinfeldt, Maritim-Künstlerin Frauke Klatt, Messe-Geschäftsführer Wolfram N. Diener, Gesamtwettfahrtleiter Anderl Denecke und LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas. Foto: segel-bilder.de/Travemünder Woche
 
Regattaprogramm zur 134. Travemünder Woche

Weltmeisterschaften
24. bis 28. Juli: WM der Formula 18
24. bis 28. Juli: Junioren-WM der 49er
24. bis 28. Juli: Junioren-WM der 49erFX
26. bis 29. Juli: WM der J/22

Europameisterschaft
26. bis 29. Juli: EM der O-Jollen

Internationale Deutsche Meisterschaften
22. bis 25. Juli: IDM der ORC-Seesegler
22. bis 25. Juli: IDM der Drachen
27. bis 30. Juli: IDM Offshore Double Hand
27. bis 30. Juli: IDM Formula Kite

Liga-Segeln
22. bis 25. Juli: Finale Sailing Champions League
28. bis 30. Juli: 1. und 2. Segelbundesliga

Ranglisten-Regatten
22. bis 24. Juli: German Open der 12′-Dinghy
22. bis 25. Juli: Trias
22. bis 25. Juli: Finn Dinghy
22. bis 25. Juli: Hobie 16
26. bis 29. Juli: Kielzugvogel
27. bis 29. Juli: Korsar

Seesegeln
29. bis 30. Juli: Mittelstrecke

 
 
 
 
 
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Pressesprecher:
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Hochklassiges TW 2023 Regattaprogramm zum 125. jährigen Jubiläum des LYC

Hochklassiges TW 2023 Regattaprogramm zum 125. jährigen Jubiläum des LYC



Hochklassiges TW-Regattaprogramm zum Jubiläum des LYC           
Foto: segel-bilder.de
 

Spektakel an Rasanz und Hochklassigkeit

Foto: segel-bilder.de
 
In 2023 feiert der Lübecker Yacht-Club, der Hauptveranstalter der Travemünder Woche, seinen 125. Geburtstag. Passend zum Club-Jubiläum haben die Regattaverantwortlichen Jens Kath (Sportlicher Leiter), Anderl Denecke (Gesamt-Wettfahrtleiter) und Frank Schärffe (Geschäftsführer) für die Travemünder Woche (21. bis 30. Juli 2023) ein Renn-Spektakel zusammengestellt, das an Rasanz und Hochklassigkeit keinerlei Wünsche offen lässt. Höhepunkte sind die Weltmeisterschaften der Formula 18-Katamarane, die das größte Feld der 134. TW stellen dürften, sowie die Junioren-Weltmeisterschaften des olympischen Skiff-Nachwuchs im 49er und 49erFX. Die WM der J/22, die Europameisterschaft der O-Jollen, vier Deutsche Meisterschaften, Sailing Champions League und Segelbundesliga sowie weitere Klassen-Regatten runden das TW-Programm ab.

„Mit der Weltmeisterschaft der Formula 18 stand bereits seit langem ein spektakulärer Regatta-Höhepunkt für die Travemünder Woche fest. Die Kat-Klasse hat ein Großaufgebot von Teilnehmern mit über 160 Booten angekündigt“, freut sich Jens Kath. „Dass nun auch die beiden 49er-Klassen mit ihren Junioren-Weltmeisterschaften zugesagt haben, ist großartig. Wir werden Weltklasse-Segler sehen, die 2024 oder 2028 um Olympia-Medaillen wetteifern werden.“

Foto: segel-bilder.de
 
Auch Anderl Denecke ist begeistert, von dem Programm, das er gemeinsam mit seinen Wettfahrtleitungen auf den neun Bahnen meistern darf: „Die Lübecker Bucht bietet im Sommer perfekte Segelbedingungen – sowohl bei westlichen Winden als auch unter thermischen Bedingungen aus Ost. Damit konnten wir in den vergangenen Jahren stets ein volles Rennprogramm liefern. Zudem hat sich gezeigt, wie perfekt der Priwall Strand als Startrampe für Titelkämpfe genutzt werden kann. Dass nun die 49er-Klassen von hier in ihre Junioren-Weltmeisterschaften starten, bestätigt unser Konzept. Mit dem Mövenstein und dem Grünstrand für die Formula 18-Katamarane können wir weitere meisterschaftswürdige Areale an Land bieten. Und auch die weiteren Klassen auf der Tornadowiese oder im Passathafen finden perfekte Bedingungen für ihre Regatten zur TW.“

Die Organisation auf den neun Bahnen und den verschiedenen Veranstaltungsarealen an Land ist immer wieder eine Herausforderung. „Die Travemünder Woche ist ein Kraftakt für alle Helfer und eine große organisatorische Aufgabe. Denn wir müssen die temporäre Infrastruktur extra für die Veranstaltungstage errichten. Daher sind wir sehr froh, dass die Stadt Lübeck die Bedeutung der Travemünder Woche besonders hervorhebt und in ihr Tourismuskonzept und ihre Vermarktung aufnimmt“, so Frank Schärffe.

Das Umfeld der Veranstaltung lockt zahlreiche „Wiederholungstäter“ zur TW. Das Liga-Segeln ist ständiger Gast in der Lübecker Bucht. In 2022 wurde hier erstmals die Sailing Champions League (SCL) auf einem deutschen Revier entschieden. Mit einem Qualifier ist die SCL auch zur 134. TW wieder dabei. Und die Segelbundesliga wird in ihrem elften Jahr zum neunten Mal einen Spieltag vor Travemünde austragen.

Foto: segel-bilder.de
 
Erst in 2019 ermittelten die deutschen Seesegler ihre Deutschen Meister zur Travemünder Woche, jetzt sind sie mit der wichtigsten nationalen Regatta der Yachten wieder da. An den ersten vier TW-Tagen wird sich zeigen, welche deutschen Mannschaften die beste Performance für die zwei Wochen später vor Kiel beginnende Weltmeisterschaft mitbringen. In der zweiten TW-Hälfte ermitteln dann die Zweier-Crews auf den Yachten ihre nationalen Meister in der Kategorie Offshore Double Hand.

Fest im Programm der schönsten Regattawoche der Welt sind auch die J/22 und O-Jollen etabliert. Für die J/22 hat es dabei Tradition, dass sie eine Meisterschaft in Travemünde platzieren, die O-Jollen pushen dagegen ihre sonst reguläre Ranglisten-Regatta zur Europameisterschaft hoch.

Mit den Regatten für Finn Dinghy, Hobie 16, Kielzugvogel, Korsar und Trias werden vor allem Segler aus Deutschland angesprochen. In den internationalen Kalender ist dagegen die Regatta der 12-Fuß-Dinghys integriert. Als Station der George Cockshott Trophy reiht sich Lübeck ein in den illustren Kreis von Ausrichtern aus Monaco oder Portofino. Zuletzt war Travemünde 2019 Teil der Trophy.

Foto:segel-bilder.de
 
Ganz junge Teilnehmer der Travemünder Woche sind die Kite-Foiler, die fliegenden Wassersportler unterm Drachenschirm. In 2022 wurden hier die Deutschen Meister in der olympischen Disziplin Formula Kite ermittelt. Die Teilnehmer waren so begeistert, dass sie nun wieder dabei sein wollen – auch diesmal mit ihrer Deutschen Meisterschaft.

Damit wird die Travemünder Woche einmal mehr ihren hohen Ansprüchen gerecht, beweist sich als perfektes Meisterschaftsrevier und spannt an den neun Regattatagen den Bogen über das gesamte Spektrum des Segelsports – von traditionellen Dinghys hin zu den modernsten Entwicklungen des Wassersports, vom Individual- bis zum Teamsport, von den ambitionierten Olympia-Aspiranten auf rasanten Skiffs bis hin zu den erfahrenen Salzbuckeln auf den seegehenden Yachten. 
„Wir haben ein spannendes Programm für das kommende Jahr, das jetzt zu über 90 Prozent steht. Ein paar Änderungen können sich noch ergeben. Zum TW-Empfang zur boot in Düsseldorf am 22. Januar wird das endgültige Programm vorgestellt“, sagt Jens Kath.


Bildunterschriften von oben:

Die Formula 18-Katamarane werden zur Weltmeisterschaft im Rahmen der Travemünder Woche für spektakuläre Bilder sorgen. Foto: segel-bilder.de


TW-Geschäftsführer Frank Schärffe und Sportdirektor Jens Kath stemmen mit ihren Helfern ein Mammutprogramm auf dem Wasser und an Land. Foto: segel-bilder.de

Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke wird mit seinen Teams auf neun Bahnen in der Lübecker Bucht agieren. Foto: segel-bilder.de

Die seegehenden Yachten kehren mit ihrer Deutschen Meisterschaft an die Trave-Mündung zurück. Foto: segel-bilder.de

Den Kite-Foilern hat ihre Regatta-Premiere zur TW in 2022 so gut gefallen, dass sie auch 2023 wieder über die Lübecker Bucht fliegen wollen. Foto: segel-bilder.de
 
Regattaprogramm zur 134. Travemünder Woche

Weltmeisterschaften
24. bis 28. Juli: WM der Formula 18 (Mövenstein und Grünstrand)
24. bis 28. Juli: Junioren-WM der 49er (Priwall Strand)
24. bis 28. Juli: Junioren-WM der 49erFX (Priwall Strand)
27. bis 30. Juli: WM der J/22 (Tornadowiese/Leuchtenfeld)

Europameisterschaft
26. bis 29. Juli: EM der O-Jollen (Passathafen)

Internationale Deutsche Meisterschaften
22. bis 25. Juli: IDM der ORC-Seesegler (Passathafen)
22. bis 25. Juli: IDM der Drachen (Passathafen)
27. bis 30. Juli: IDM Offshore Double Hand (Passathafen)
27. bis 30. Juli: IDM Formula Kite (Priwall Strand)

Liga-Segeln
22. bis 25. Juli: Qualifier Sailing Champions League (Tornadowiese)
28. bis 30. Juli: 1. und 2. Segelbundesliga (Tornadowiese)

Ranglisten-Regatten
22. bis 24. Juli: George Cockshott Trophy der 12′-Dinghy (Tornadowiese)
22. bis 25. Juli: Trias (Tornadowiese)
22. bis 25. Juli: Finn Dinghy (Mövenstein)
22. bis 25. Juli: Hobie 16 (Priwall Strand)
26. bis 29. Juli: Kielzugvogel (Passathafen)
27. bis 29. Juli: Korsar (Tornadowiese)

Seesegeln
29. bis 30. Juli: Mittelstrecke (Passathafen)

 
 
 
 
 
 

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NRV Team gewinnt Champions League Titel

NRV Team gewinnt Champions League Titel

Champions League Titel und zweiter Bundesliga Spieltagsieg in Folge 

Der Norddeutsche Regatta Verein segelt sich in Siegeslaune: Innerhalb von nur zwei Wochen erobert der NRV als erster Hamburger Verein den Champions League Titel und segelt sich zurück in eine Favoritenrolle für den Meistertitel in der Segelbundesliga.


Der erste Champions League Titel für den Norddeutschen Regatta Verein: Das NRV Team um Stuermann David Chapman überzeugt sensationell vor Travemünde. ©segel-bilder.de/TW


Hamburg, 1. August 2022. Das NRV Bundesligateam, Rekordmeister der Deutschen Segelbundesliga, ist auch in der Saison 2022 wieder vorne dabei. Nach einem zunächst verhaltenen Saisonstart liegt das Bundesligateam des renommierten Segelclubs mit zwei gewonnen Spieltagen nun wieder auf Platz 2 der Tabelle.
 

In die eigenen Analen trug sich das NRV Bundesligateam kurz zuvor mit seinem Gewinn der Sailing Champions League ein. Zum allerersten Mal gelang es dem Verein, den Meistertitel aller nationalen Meister nach Hamburg zu holen -aus über  20 Nationen, darunter sogar Australien und Neuseeland.

Mit überragender Leistung ersegelte sich das Team in Travemünde über die Vorläufe die Favoritenrolle und ging als erstplatzierter in die Finalrennen. Über insgesamt vier Rennen sorgte der NRV dann nochmal für Spannung bis zum Schluss: Erst im allerletzten Lauf und auf den allerletzten Metern machte das Team den Titel klar.

Von Anfang an hatte das Team um Steuermann David Chapman hervorragende Leistungen aufs Parkett des Sailing Champions League Finale im Rahmen der Travemünder Woche gelegt. Am Ende des ersten Tages lagen die NRV Bundesligateam Spitzensegler David Chapman, Luisa Krüger, Anastacia Winkel (NRV Olympic Team), Leon Passlack und Florian Thoelen auf Platz 2 punktgleich hinter den ersten, dem finnischen Team des  Åländska Segelsällskapet. Am zweiten Tag übernahmen sie die Führung und verteidigten diese auch am dritten Tag; für den Finaltag wurde es dann nochmal spannend:

Anders als bei der Segelbundesliga kennt die Sailing Champions League eine Finale der besten vier: wer in vier Rennen als erstes zwei Siege hat, gewinnt. Das NRV Team hatte zwar den besonderen Vorteil, dass sie ihren ersten Platz als Siegpunkt mit in diese Wertung nehmen konnten, aber einen zweiter Sieg muss man dann erstmal schaffen, schließlich segeln hier nur noch die allerbesten gegeneinander. Entsprechend spannend wurde es:

Rennen 1: Frühstart, Rennen 2, inklusive verpatzen Genakermanöver: Platz 4, Rennen 3 immerhin Platz 3. Alle anderen Clubs hatten nun auch jeweils eine ersten Platz eingefahren – und so kam es auf dieses eine letzte vierte Rennen an. 

Die letzte Luvtonne rundeten sie noch als 2, dann entschieden sich die führenden Finnen, nicht den NRV zu decken, sondern das dahinter liegende dritte Boot – die Chance für das NRV Team. Und tatsächlich: mit nur einer knappen Bootslänge Vorsprung geht das NRV Bundesligateam über die Linie! – Unglaublich – der erste Champions League Sieg in der Geschichte des NRV Bundesligateams!

Nach fünf Bundesligatiteln und einem zweiten Platz im Champions League Finale in St. Moritz nun also der erste Champions League Sieg für den NRV.

NRV Clubmanager Klaus Lahme war live dabei, bei diesem überaus sehenswerten Herzschlagfinale: „Ich bin wirklich stolz auf die Leistung unserer Travemünde Segler – sensationell! Aber ich bin auch besonders stolz auf unser gesamtes Bundesligateam. Dieser Sieg gehört dem gesamten Team!“

Entsprechend beflügelt segelte das Team dann – wieder in Travemünde – von Freitag bis Sonntag beim dritten Spieltag der Segelbundesligasaison 2022: Diesmal in der Besetzung Tobias Schadewaldt (Steuermann), Daniel Reichart, Florian Weser und Klaas Höpcke, überzeugte das NRV Team in quasi „gewohnter“ Manier und sicherte sich souverän Platz 1.

In der Tabelle der Segelbundesligasaison liegt der NRV  – nachdem er vor zwei Wochen bereits den Spieltag in Kiel gewonnen hatte – nun auf Platz 2 gefolgt von einem weitere Hamburger Verein – dem Mühlenberger Segel Club.

Nach einer kurzen Hochsommerpause geht die Saison am zweiten Septemberwochenende mit dem vierten Spieltag vom 9. bis 10 September in Warnemünder weiter.

 

Mehr Infos zur Segelbundesliga: deutsche-segelbundesliga

Mehr Infos zur Sailing Champions League: sailing-championsleague

Mehr Infos zum NRV: Norddeutscher Regatta Verein

Mehr Infos zum NRV Segelbundesliga Team: NRV Bundesliga Team (alle News zum Team am Ende der Seite)

Mehr Bilder Segelbundesliga: konzeptwerft-smugmug


Text: Sina Wolf / NRV – frei für journalistische Zwecke 
Bild: Sven Jürgensen / NRV  – frei für journalistische Zwecke 






    

 
  
  

Norddeutscher Regatta Verein
Vorsitzender: Tobias König
Schöne Aussicht 37
22085 Hamburg
Deutschland

presse@nrv.de

Travemünder Woche 2022 sagt Danke Uwe Wenzel

Travemünder Woche 2022 sagt Danke Uwe Wenzel

Revanche geglückt: Jamin gewinnt WM-Gold

Auf die thermischen Einflüsse in der Lübecker Bucht ist Verlass: Der Wind setzte am achten Regattatag der Travemünder Woche zwar erst gegen Mittag ein, drehte dann aber mit Unterstützung der Sonne noch auf, um die Meisterschaften der Ynglings und Dyas zu einem perfekten Ende und den anderen Klassen weitere Wettfahrten in die Liste zu bringen. Lediglich die Kite-Foiler kamen ins Stolpern. Die Nordost-Brise der vergangenen Tage spülte Seegras auf die Kurse und bremste die Segler unterm Drachen aus.

Mission erfüllt! Unter diesem Motto stand der Goldgewinn bei der WM der Ynglings durch die Niederländer Maarten Jamin/Cristel Pessers/Jaap Smolders. 2014 hatte Jamin vor Travemünde bereits beide Hände am WM-Titel, als er mit großem Vorsprung in den Abschlusstag ging, dann aber mit der falschen Wahl seines Vorsegels alles verspielte und auf den zweiten Platz purzelte. „Das war schon ein kleines Trauma“, berichtete der 60-Jährige mit einem Lächeln. Jetzt hat er auch die Lübecker Bucht besiegt und damit seinen insgesamt fünften WM-Titel in der Yngling-Klasse eingefahren. „Das war das erklärte Ziel. Die Bedingungen waren sehr gut für uns. Wir mögen die Welle, und von den anderen Crews haben nicht viele diese Erfahrung“, so der Amsterdamer, der bei der Frage nach seinem Heimatrevier ins Grübeln kommt: „Europa!“ Neben der Yngling segelt Jamin O-Jolle und J/70, will im Oktober an der WM der J/70-Klasse vor Monaco an den Start gehen.

Dankbar ist der Niederländer, dass die Yngling-WM überhaupt stattfinden konnte. Eigentlich war sie in Slowenien geplant, dann sagte der Ausrichter ab. Spontan fand die Klasse in der Travemünder Woche einen Ersatzveranstalter. „Wir sind froh, dass wir segeln konnten. Die Organisation hat das sehr gut umgesetzt. Das Feld war durch den Ortswechsel zwar etwas kleiner als zuletzt. Das lag daran, dass einige Familien bereits ihren Urlaub in Slowenien geplant hatten“, so der neue Weltmeister, der vor dem Österreicher Stefan Frauscher und dem Belgier Stefan Wuyts siegte. Ralf Teichmann aus Wesel am Rhein stürzte durch einen verpatzten letzten Lauf noch auf Rang vier ab.

Entspannt konnten sich die neuen Deutschen Meister in der Dyas das Abschlussrennen von Land aus ansehen. Eigentlich wollten Arndt Fingerhut/Andreas Malcher (Edersee), die bereits am Vortag den Titel gewonnen hatten, auch zum Abschluss noch mit auf die Bahn. Nach der Startverschiebung nutzten sie aber die Chance, um schon rechtzeitig das Boot für die Abreise fertig zu machen und sich auf die Siegerehrung vorzubereiten. Auf den Verfolgerplätzen drehte sich noch einmal das Bild. Norbert Schmidt/Jannik Monreal von der Mosel zogen vor Manfred und Maximilian Appel (Tegernsee) auf den Silberrang.

Am Schlusstag hat Harry Voss (Steinhuder Meer) in der O-Jolle seine Führung sicher verteidigt. Ein zweiter Platz reichte ihm, um das niederländische Duo Mark Tigchelaar und Sybrand Vochteloo auf die weiteren Podiumsplätze zu verweisen. Von der ersten Wettfahrt bis zum Finale lagen Herbert und Elisabeth Kujan (Forggensee) an der Spitze der Kielzugvögel und feierten schließlich den verdienten Sieg vor Wolfgang Emrich/Klaus Ebbinghaus (Wörthsee) und Michael Hotho/Jochen Wiepking (Steinhuder Meer).

Für die Klasse Formula Kite ging es am Sonnabend erst spät auf die Bahn und dann auch nur für zwei Rennen. Seegras auf dem Kurs war ein Szenario, das die Kiter bereits befürchtet hatten. „Im Sommer ist die Ostsee zum Kiten nicht ideal, weil man da immer viel mit Seegras zu kämpfen hat. Selbst das kleinste Bisschen davon am Foil bremst schon“, sagte der zweitplatzierte Jan Vöster. Aufgrund der Bedingungen stürzte in der zweiten Wettfahrt der Australier Hector Paturau, der aktuell auf Platz drei liegt, und beschädigte dabei seinen Kite. Um weiteren Schaden an Material oder Mensch zu vermeiden, machten sich die Kiter nach zwei Rennen auf den Rückweg zum Strand. Selbst wenn morgen keine weiteren Starts mehr möglich sind, können die Formula Kiter zufrieden sein. 14 Rennen an drei Tagen haben sie bereits absolviert, wodurch drei Streicher möglich sind. Die Reihenfolge an der Spitze des Feldes bleibt unverändert. Der für Monaco startende Franzose Alexander Ehlen führt mit großem Abstand das Feld an. Der deutsche Nachwuchskiter Jan Vöster belegt Platz zwei, gefolgt von Hector Paturau auf dem Bronzerang.

Bei der Europameisterschaft der Hobie 16 haben die Medaillenhoffnungen der gastgebenden Teams vorerst einen Dämpfer erhalten. Nach insgesamt zwölf Rennen lauern Jens Goritz/Anke Delius (Föhr) als beste deutsche Crew auf Rang vier. An der Spitze haben sich trotz eines Patzers in der letzten Wettfahrt die Italiener Gessa Pierandrea/Roberto Dessy festgesetzt. Dahinter folgt der Ex-Weltmeister Daniel Björnholt aus Dänemark mit seiner Vorschoterin Josephine Frederiksen. Platz drei belegen die unter italienischer Flagge startenden EM-Titelverteidiger Stefan Griesmeyer/Caterina Degli Uberti.

Einen packevollen Tag absolvierten die Formula18-Katamarane. Nach ihren Wettfahrten im Rahmen der Ranglisten-Regatta zur Travemünder Woche bogen sie auch noch zu den Showrennen in die Trave ein. Während auf dem Kurs der Ostsee das Vater-Sohn-Gespann Jesse und Sven Lindstädt den Ton angibt, setzten sich beim Volksbank Trave Race Tom Heinrich/Kilian Feindt (Kiel/Lübeck) durch. Damit konnten sie auch den Preisgeld-Scheck von 300 Euro von Volksbank-Vorstand Bernhard Rogge entgegennehmen. „Das können wir gut gebrauchen, denn am Boot gibt es immer etwas zu reparieren. Gestern erst ist uns die Großschot gerissen“, berichtete Tom Heinrich, der vor neun Jahren vor Travemünde mit dem Gewinn des WM-Titels in der Hobie-Dragoon-Klasse durchstartete und nun darauf hofft, 2028 bei Olympia vor Los Angeles vertreten zu sein und eine Medaille zu gewinnen. Dann allerdings in der 49er-Klasse.


Bildunterschriften von oben:

Bei der Europameisterschaft der Hobie 16 liegen die deutschen Teams noch in Lauerstellung. Foto: segel-bilder.de

Maarten Jamin segelte mit seiner Crew zu einem überlegenen Sieg bei der Yngling-WM. Foto: segel-bilder.de

Die Dyas konnten am letzten Tag der Deutschen Meisterschaft noch mal zu einem Rennen auslaufen. Foto: segel-bilder.de

Nach dem erfolgreichen Volksbank Trave Race nahm Tom Heinrich den Sieger-Scheck über 300 Euro von Bernhard Rogge, Mitglied im Vorstand der Volksbank Lübeck, entgegen. Foto: segel-bilder.de
 


Lübecker Segler-Verein hält Kurs aufs Podium

Noch bis morgen segeln jeweils 18 Mannschaften in der Ersten und Zweiten Segel-Bundesliga direkt vor der Nordermole um den Sieg am dritten Spieltag der Saison. An der Spitze der beiden Felder halten sich beständig der NRV aus Hamburg (Erste Liga) und der Konstanzer Yacht Club (Zweite Liga). Aber auch die Segler vom Lübecker Segler-Verein haben in der Zweiten Bundesliga gute Chancen auf einen Podiumsplatz.

Die ersten beiden Wettfahrttage liefen für die Lübecker gut. „Wir waren schon mit Tag eins super zufrieden. Es war war relativ viel Wind, aber die Bedingungen waren sehr konstant. Wir konnten extrem viele Rennen segeln“, lautet das positive Fazit von Christian Maass, der an Bord für den Gennaker zuständig ist. Als Vorbereitung für den Bundesliga-Einsatz bei der Travemünder Woche hat das Team vom Lübecker Segler-Verein (LSV) neben einem Trainingswochenende noch direkt am Mittwoch vor dem Bundesliga-Auftakt bei der TW eine abendliche Einheit auf dem Ratzeburger See eingelegt. „Wir haben sonst immer ein Rennen gebraucht, um wieder in den Rennmodus hineinzukommen, aber die Mittwochssession hat geholfen. Wir sind diesmal gleich von Anfang an durchgestartet“, freut sich Maass.

Für das Ligateam des Lübecker-Segler-Vereins von 1885 ist es die achte Saison in der Segel-Bundesliga. Mit der Hilfe von Unterstützern hat der Verein eine eigene J/70 als Trainingsschiff angeschafft. Das Ligasegeln sei für den Verein durchaus ein Aushängeschild, so Maass. „Unsere Bundesliga-Einsätze werden im Verein genauestens verfolgt – teilsweise im Live-Tracking am Computer“, berichtet er. „Wir sind uns bewusst, dass wir eine gewisse Verantwortung haben, den Verein gut zu repräsentieren. Das erzeugt ein bisschen Druck“, ergänzt Steuermann Sönke Boy. Natürlich gäbe es wie in jedem Verein Befürworter und Ablehner der Bundesliga, schon aufgrund der damit verbundenen Kosten von rund 10.000 Euro pro Saison, erwähnt Maass.

Deshalb sei das Team auf der Suche nach Sponsoren und Unterstützern, um den Verein finanziell zu entlasten. Im Lübecker Team ist die Alterspanne zwischen dem jüngsten und ältesten Crewmitglied groß. Anfang 20 ist der Youngster im Team, Finn Lukas, 59 Jahre alt Niklas Reisenauer, der im Rennen für die Bedienung der Fock zuständig ist. „Niklas ist zwar der Älteste von und, aber trotzdem der Fitteste“, sagt Boy mit einem Grinsen. Beim Bundesliga-Einsatz im Rahmen der Travemünder Woche hoffen Boy und seine Crew auf eine Platzierung im vorderen Bereich. „Wir haben es mit dem Team schon einmal aufs Treppchen geschafft. Das könnten wir gerne wiederholen.“

Nach zwei Wettfahrttagen und 14 Rennen stehen die Chancen auf einen Podiumsplatz für das Lübecker Team gut. Aktuell liegt es in der Zweiten Segel-Bundesliga auf Rang drei. Angeführt wird das Feld weiterhin vom Bodensee-Team des Konstanzer Yacht-Clubs, gefolgt von der Mannschaft vom Akademischen Segelverein Warnemünde.
 
In der Ersten Bundesliga hat der NRV aus Hamburg mit dem ehemaligen Olympia-Segler Tobias Schadewaldt auch nach 14 Rennen den Bug vorn. Dahinter reihen sich der Berliner Yacht-Club und der Düsseldorfer Yachtclub ein. Morgen am letzten Tag der Segel-Bundesliga bei der 133. Travemünder Woche wären noch zwei Rennen je Liga möglich, wenn es die Wetterbedingungen zulassen.


Bildunterschriften (von oben):

Das Team des LSV hält in der Zweiten Bundesliga beim Heimspiel Kurs aufs Podium. Foto: segel-bilder.de

Die beiden Bundesligen segeln noch am Abschlusstag der TW ihre Wettfahrten in der Lübecker Bucht aus. Foto: segel-bilder.de

 


Die TW sagt: 
„Danke, Uwe!“

Erst schickte er die Seesegler über die Mittelstrecken-Wettfahrt zur Travemünder Woche durch die Lübecker Bucht, dann zeichnete er für das Volksbank Trave Rennen der Formula 18 verantwortlich, und plötzlich stand er selbst im Mittelpunkt: Seit sieben Jahren ist Uwe Wenzel bei der Travemünder Woche als Wettfahrtleiter in der Verantwortung, erlebte mit der Deutschen Meisterschaft im Seesegeln 2019 einen sportlichen Höhepunkt. Nun macht er Schluss. Am Sonntag will der Bremer noch ein weiteres Mittelstrecke-Rennen segeln lassen, wenn es der Wind zulässt, um sich dann ganz privat mehr auf das Segeln mit seinem Enkel Tammo zu konzentrieren.

Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke ließ sich die Chance nicht entgehen, Uwe Wenzel auf dem Brückenkopf vor der Travepromenade gebührend zu verabschieden. Nach einem Korso von Booten auf der Trave, die in einer Flaggenparade und per Tafel das Signal „Danke, Uwe!“ transportierten, flossen die Tränen beim 65-Jährigen.

Seit 25 Jahren engagiert sich Uwe Wenzel für die Seesegler als Wettfahrtleiter – nicht nur zuhause auf der Weser, sondern auch in Warnemünde und eben seit sieben Jahren bei der Travemünder Woche. Über Jahre war er zudem im Vorstand der Regattavereinigung Seesegeln (RVS) aktiv. Dass er seine ehrenamtliche Arbeit offenbar zur vollsten Zufriedenheit der Segler erledigt, zeigte sich bereits 2019, als er bei der Deutschen Meisterschaft Offshore Doublehand zur Travemünder Woche von den Athleten mit Standing Ovations gefeiert wurde. „Das waren wirklich spannende Rennen – mit dem Start in der Trave.“ Die engen Aktionen ließen bei manchem Zuschauer den Puls in die Höhe schnellen. Und auch das Langstrecken-Rennen der Yachten mit voller Crew ist tief in Erinnerung geblieben. Ein Gewitter zog auf und fiel über die Mannschaften her. Uwe Wenzel war bei seinen Schützlingen, lief mit einem Schlauchboot aus und beobachtete mitten im Gewittersturm, dass alles gut ging. „Einige hatten zwar Schwierigkeiten und lagen mit der Yacht platt auf dem Wasser. Aber insgesamt war es beeindruckend, mit welcher Seemannschaft die Crews das Unwetter gemeistert haben. Alle sind heil nach Haus gekommen“, blickt der scheidende Wettfahrtleiter auf spannende Zeiten auf der Regattabahn zurück.

Für seine Nachfolge ist gesorgt. Wenzel selbst hat mit Jan-Dirk Jung und Jan Fischer in den vergangenen Jahren bereits im Team gearbeitet und wird die Aufgaben nun an das Duo übergeben. Der Dank von Uwe selbst geht an seine Ehefrau: „Ohne die Unterstützung von Brigitte wäre das alles nicht gegangen.“



Bildunterschriften (von oben):

Uwe Wenzel nahm nach sieben Jahren als Wettfahrtleiter Abschied von seinem Posten bei der Travemünder Woche. An seiner Seite seine Ehefrau Brigitte, die ihn immer unterstützt hat. Foto: segel-bilder.de

Ein Bootskorso schickte einen Abschiedsgruß an Uwe Wenzel. Foto: segel-bilder.de

 


2022 ist ein sehr guter TW-Jahrgang

Einen Tag vor Abschluss der Regatten steuert die Travemünder Woche auf ein Top-Ergebnis in der Anzahl der Wettfahrten zu. Über 330 Mal schickten die Organisationsteams ihre 22 Klassen auf den sieben Bahnen bereits über die Startlinie, ein paar Entscheidungen stehen noch aus. Selbst wenn die Schwachwind-Prognose für den Abschlusssonntag zutreffen sollte, kann Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke für die 133. Auflage der Regattawoche ein mehr als zufriedenes Fazit ziehen.

„Das ist wirklich ein sehr seltenes Bild bei den großen Regattawochen, dass wir die meisten Klassen mit einem kompletten Programm bedienen konnten. Lediglich ein paar Klassen mussten auf ein oder zwei Wettfahrten verzichten. Aber auch die hatten in ihren Rennen sehr gute Bedingungen. Wir sind in diesem Jahr wirklich extrem viel gesegelt“, sagt Denecke. Mit Windgeschwindigkeiten fast immer jenseits der Zehn-Knoten-Marke konnte faire Wettfahrten gewährleistet werden. „Das Feedback ist mehr als positiv. Die Segler sind durchweg glücklich“, so Denecke. Vor allem die WM- und EM-Klassen konnten ein pralles Programm segeln und dürften den Ruf von Travemünde als perfektes Meisterschaftsrevier weiter stärken. Denecke: „Beispielhaft ist das Finale der Sailing Champions League. Noch nie in der Geschichte dieses Formats ist es zum Finale gelungen, so viele Flights zu segeln. 2022 ist ein sehr positives Jahr für die Travemünder Woche.“

Mit der Absage der International Games der iQ-Foil-Surfer musste die Travemünder Woche im Vorwege zwar einen Dämpfer hinnehmen, doch der Auftritt der Foil-Kiter mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft in der neuen Olympia-Disziplin (Formula Kite) hat gezeigt, dass die Lübecker Bucht auch modernste Klassen kann. „Der Spot ist sehr gut für die Kiter, kann für den Startbereich am Strand noch etwas optimiert werden. Aber die Klasse wir jetzt international Werbung machen und könnten beim nächsten Mal wachsen“, so Denecke, der darauf setzt, dass die Kiter auch das Interesse bei den iQ-Foil-Surfern wecken: „Der Kontakt zu der Klasse besteht trotz der Absage weiterhin. Es werden bereits Gespräche geführt, in den kommenden Jahren vielleicht ein großes Jugend-Event hierher zu vergeben.“

In jedem Fall stehen für 2023, wenn der Lübecker Yacht-Club als Hauptveranstalter der Travemünder Woche sein 125-jähriges Bestehen feiert, schon einige Top-Ereignisse in den Planungsbüchern. Die Weltmeisterschaft der J/22, die Europameisterschaft der O-Jollen und vor allem die Weltmeisterschaft der Formula 18 werden im kommenden Jahr wieder hochklassigen Segelsport nach Travemünde bringen.

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Gesamt-Wettfahrtleiter Anderl Denecke freut sich über perfekte Segelbedingungen in einer Regattawoche, die kaum Ausfälle brachte. Foto: segel-bilder.de

 


„Power of Love“ zum TW-Finale

Funkelnde Bilder am Himmel, Kribbeln im Bauch, ein Genuss für Augen und Ohren: Mit dem Höhenfeuerwerk unter dem Motto „The Power of Love“ wird die Travemünder Woche 2022 am Sonntag um 22.45 Uhr den emotionalen Schlusspunkt unter die 133. Auflage der schönsten Regattawoche der Welt setzen. Feuerwerker Mirko Lorkowski ist begeistert, dass er nach drei Jahren endlich mal wieder eine Pyro- und Akustik-Show für die Travemünder Woche inszenieren kann.

„Wir malen Bilder voller Brillanz in die Nacht, lassen funkelnde Wasserfälle vom dunklen Himmel stürzen. Das wird ein echtes Gänsehaut-Feuerwerk“, ist Lorkowski schon in der Vorbereitung voller Emotionen. Elf Minuten soll die Himmels-Show dauern, unterlegt mit der Musik „The Power of Love“ und weiteren Songs, die die Liebe zwischen den Menschen in den Mittelpunkt stellen. „Es ist mir wichtig, dass wir uns in diesen Zeiten alle bewusst werden, dass wir Menschen sind“, so Lorkowski.

Sein Tipp an alle Besucher, um den vollen Genuss der Show erleben zu können: „Suchen Sie sich einen Platz in der Nähe des Piraten-Spielplatzes an der Nordermole. Dann erleben Sie, wie auf die Zehntelsekunde genau Musik und Feuerwerk aufeinander abgestimmt sind. Nur dann ist es das volle multimediale Erlebnis. Kino funktioniert ja auch nicht ohne Sound.“

Dieses Erlebnis lassen sich auch die Gäste der „Europa“ nicht entgehen. Bevor der Kreuzfahrer von Travemünde Kurs auf Kopenhagen nimmt, wird er in der Lübecker Bucht Halt machen und das Feuerwerk bestaunen.


Bildunterschrift:

Nach 2019 wird es erstmals wieder ein Höhenfeuerwerk über der Nordermole zum Abschluss der Travemünder Woche geben. Foto: segel-bilder.de

 
Info-Portale zur Travemünder Woche

Alle Informationen zur Travemünder Woche finden Sie auf unserer Webseite.
Meldelisten und Ergebnisse zur Travemünder Woche sind im Portal manage2sail.com abrufbar.
Die Travemünder Woche ist auch auf den Social-Media-Kanäen sowie auf Youtube vertreten.

 
Tagesprogramm der 133. Travemünder Woche

Sonntag, 31. Juli
08.30 Uhr, Media Race Course: 1. und 2. Segelbundesliga
11:00 Uhr, Seebahn: Mittelstrecken-Regatta der seegehenden Schiffe
11:00 Uhr, Bahn Bravo: EM Hobie 16 open
11:00 Uhr: Bahn Foxtrott: Regatta Formula 18
11:00 Uhr, Bahn Hotel: IDM Formula Kite
13:30 Uhr, Stadtwerke Lübeck Bühne an der Nordermole: Aurel
15:30 Uhr, Festivalareal: Straßenkünstler Oakleef „Camera Nostalgica“
16:00 Uhr, Festivalareal: Straßenkünstler Giselle La Pearl „Holiday on delay“
17:00 Uhr, Stadtwerke Lübeck Bühne an der Nordermole: JP King
20:00 Uhr, Stadtwerke Lübeck Bühne an der Nordermole: Paulsen
20:00 Uhr, Travepromenade: Illumination der Viermastbark Passat
22:45 Uhr, Nordermole: Abschlussfeuerwerk

 
Akkreditierung zum Pressebereich

Zur Travemünder Woche 2022 stellen wir Ihnen wieder unseren Pressebereich zur Verfügung. Journalisten, die über die Travemünder Woche berichten wollen, erhalten Informationen über unsere Webseite (www.travemuender-woche.de) über unseren Newsletter, zu dem Sie sich per Email (media@travemuender-woche.de, Stichwort: Newsletter) anmelden können. Zudem gibt es ein Fotoangebot auf unserer Presseseite.

 
 
 
 
Travemünder Woche 2022 Highnoon vor der Nordermole

Travermünder Woche 2022 Highnoon vor der Nordermole

Highnoon vor der Nordermole

Die 133. Travemünder Woche feierte mit dem Finale der Sailing Champions League am vierten Regattatag einen Höhepunkt, wie er besser nicht hätte inszeniert werden können. Die vier Finalisten lieferten sich ein Rennen auf Augenhöhe bis zum letzten Zieldurchgang: Mit einer Bootslänge Vorsprung zog schließlich der NRV Hamburg durchs Ziel, die Vierer-Crew hüpfte auf dem Boot und feierte den ersten Titelgewinn in der Königsklasse für den deutschen Rekordmeister im Liga-Segeln. Eine klare Sache war dagegen der Gewinn des deutschen Meistertitels im Finn für den Berliner Fabian Lemmel. Dazu setzten die Katamaran-Klassen ihre internationalen Meisterschaften fort – sowie die Folkeboote ihre deutsche Bestenermittlung.

Besser geht es wohl nicht: Die Sailing Champions League schaffte in der Vorrunde satte 68 Rennen, um vier Teams aus vier Nationen für das Final Four zu ermitteln. Und dort lieferten die Mannschaften von den Aland-Inseln (Finnland), aus Roskilde (Dänemark) und dem Bodensee (Schweiz) dem Vorrunden-Sieger aus Hamburg einen harten Kampf. Erst im letzten aller möglichen Rennen rettete sich der NRV mit David Chapman, Luisa Krüger, Florian Thoelen und Leon Passlack schließlich als Sieger ins Ziel und schrie bei einem Freudentanz an Bord seine Erlösung und Freude heraus. Nachdem der Hamburger Club in den vergangenen Jahren den Triumph ein paar Mal knapp verpasst hatte, war die Freude nun umso größer. „Es ist unglaublich emotional. Heute wird groß gefeiert“, so Florian Thoelen. Der Hamburger Sieg war auch von Land aus gut zu beobachten. Denn die Regattabahn hatte die Wettfahrtleitung dicht unter Land gelegt und viele Zuschauer fanden sich auf der Nordermole ein.

Erlösung pur gab es auch nach der deutschen Titelentscheidung bei den Finn Dinghys. „Endlich hat es geklappt. Da habe ich lange genug drauf hingearbeitet!“ Fabian Lemmel freute sich über den gelungenen Meisterschaftscoup bei den Finn-Dinghys. In der Vergangenheit hat es der 52-Jährige immer mal wieder auf das Podium geschafft, aber der Titelgewinn blieb ihm bisher verwehrt. Diesmal aber war ihm die Konkurrenz nicht gewachsen.

„Ich hatte ein gutes Setup, habe zur Deutschen Meisterschaft noch mal ein neues Segel bekommen. Damit hatte ich den perfekten Trimm. Körperlich habe ich das Jahr über viel getan – mit Rudern, Radfahren und Segeln“, so der Berliner. Diese Intensivvorbereitung mündete in eine Meisterschaftsperformance, der kein Konkurrent gewachsen war – bei allen Windbedingungen. Auch Titelverteidiger Thomas Schmid konnte nach einer Frühstart-Disqualifikation in der zweiten Wettfahrt nicht mehr angreifen: „Ich musste nach dem Frühstart konservativ segeln. Das entspricht nicht meinem Naturell. Aber man muss auch sagen, Fabian war einfach besser.“ Immerhin schaffte der Weltmeister von 1988 mit zwei starken Tagen zum Abschluss noch den Sprung auf Platz zwei und verdrängte damit den Dänen Otto Strandvig auf den Bronze-Platz. Ein dickes Lob gab es von Thomas Schmid für das Revier: „Wirklich sehr empfehlenswert. Wir hatten alles, was das Herz beglückt.“

Bei den weiteren Meisterschaftsentscheidungen steuern zwei Hobie-Klassen auf den finalen Tag ihrer Europameisterschaften am Mittwoch zu – mit der Chance auf zwei komplette Nationen-Podeste: ein deutsches bei den Hobie 14 und ein italienisches bei den Hobie Dragoon.

Auf dem Ein-Personen-Katamaran Hobie 14 zeigt die Bosauerin Tanja Rindt der vorrangig männlichen Konkurrenz nach neun von zwölf Wettfahrten das Heck. „Es macht Spaß und ist ein tolles Revier. Heute war mir fast zu viel Wind, da ich eher zu den leichteren Seglern gehöre. Aber es hat trotzdem ganz gut geklappt.“ Für die 50-Jährige ist allein der Start zur EM ein Sieg. Vor zwei Jahren hatte sie sich bei einem Fahrradunfall einen Komplett-Muskelabriss des Oberschenkels zugezogen und in den vergangenen eineinhalb Jahren erst einmal wieder richtig laufen lernen müssen. „Hobie bin ich erst in diesem Jahr wieder bei zwei Regatten gesegelt“, so Tanja Rindt. Das Gefühl für den kleinen Kat ist aber wieder voll da. Vor dem Abschlusstag hat die Führende beste Chance auf die Goldmedaille vor Friedhelm Weller (Dümmer) und André Hauschke (Zülpich).

Das kleine Feld von nur neun Nachwuchs-Katamaranen Hobie Dragoon ist eine Zwei-Nationen-Gesellschaft von Italienern und Belgiern. Klar Führende sind hier Leonardo Vascellari/Gaia Bernedetta Frau (Italien).

WM-Halbzeit feiern die Formula 16. Und das Bild an der Spitze entspricht den Erwartungen. Die Franzosen dominieren das Geschehen, waren diejenigen, die auch bei den stärkeren Winden am Dienstag problemlos über den Kurs kamen. „Es war sehr anspruchsvoll heute. Für uns war es zu viel. Wir wollten keinen Bruch riskieren“, berichtete Thomas König, Presseverantwortlicher der deutschen Klassenvereinigung. „Aber die Franzosen an der Spitze verstehen ihr Handwerk. Am aktuellen Klassement wird sich nach meiner Einschätzung nicht mehr viel ändern.“ Das bedeutet: Die Franzosen Thomas Proust/Clement Martineau, Emmanuel le Chapelier/Eric le Boudedec sowie Michel Kermarec/Fanny Merelle können den Champagner schon mal kaltstellen.

Zwei Tage haben auch noch die Folkeboote vor sich, bevor die besten Deutschen feststehen. Der Kampf um den nationalen Titel ist allerdings heftig umstritten. Zwischenzeitlich haben sich die Berliner um Andreas Blank an die Spitze des Klassements gesetzt.


Bildunterschriften von oben:

Die Finns beendeten mit einem anspruchsvollen Abschlusstag ihre Deutsche Meisterschaft. Foto: segel-bilder.de

Erstmals gelang dem deutschen Rekordmeister im Liga-Segeln, dem NRV Hamburg, der Sieg in der Königsklasse, der Sailing Champions League. Foto: segel-bilder.de

Der Berliner Fabian Lemmel war der Mann der Finn-Meisterschaft. Souverän gewann er den Titel. Foto: segel-bilder.de


Thomas Proust/Clement Martineau zeigen mit einer starken Serie, wie sicher sie den F16-Kat im Griff haben. Foto: segel-bilder.de
 


NRV Hamburg siegt im Herzschlagfinale

Spannender hätte das Finale der Sailing Champions League im Rahmen der Travemünder Woche wohl kaum enden können. Nach der souveräner Vorstellung und dem klaren Sieg in der Vorrunde zog der NRV Hamburg mit einem Punkt ins Finale der Top-Vier ein. Ein weiterer Punkt hätte im Final Four zum Sieg gereicht. Doch die Hamburger um Steuermann David Chapman machten es spannend. Durch einen Frühstart im ersten Rennen verpasste das Team die Chance auf einen schnellen Gesamtsieg. Stattdessen ersegelten alle drei Konkurrenten ebenfalls einen Punkt in den weiteren Rennen. Erst im letzten der vier möglichen Finalrennen fiel die Entscheidung – doch noch zugunsten des NRV-Teams.

Hätte das Team aus Litauen nicht abgesagt, wäre der NRV gar nicht beim Finale der Sailing Champions League (SCL) gestartet, da sich das Team nicht vorab qualifiziert hatte. Mit einer Wild Card ausgestattet nutzten die Hamburger die Chance und setzten sich schon an Tag zwei an die Spitze des Feldes. Danach schien alles auf einen klaren Sieg der Hamburger hinauszulaufen. Doch die Champions League hat ihre eigenen Gesetze, das Final Four eine besondere Dramatik, und plötzlich war alles auf Null gesetzt.

„Wir dachten, das wird eine entspannte Nummer im Finale, da wir die Vorrunde ja so gut waren“, erzählte Florian Thoelen vom NRV-Team. Nach einem Frühstart des Teams im ersten Finalrennen und einem Sieg der Finnen waren die Karten jedoch neu gemischt. Auch im zweiten Rennen kam es zu keiner Entscheidung. Der Punkt ging an Dänemark. Somit hatten im dritten Rennen des Finals gleich drei Mannschaften die Chance auf den Sieg: der NRV, Finnland und Dänemark. Doch die Spannung war noch nicht hoch genug gedreht. Auch die Schweizer setzten ihren Sieg und machten damit das Final Four im vieten Rennen zum Showdown für alle Teams.

Als der Startschuss zum vierten Rennen fiel, war alles offen. Der NRV Hamburg, der Schweizer Regattaclub Bodensee, der Roskilde Sejlklub aus Dänemark und der finnische Verein Ålandska Segelsällskapet hatten jeweils ihre Chance zum Match-Punkt. Und es hätte nicht spannender sein können. Der NRV wählte nach dem Start die rechte Seite des Kurses, kam an der Luvmarke in der Top-Position an und schien auf dem Vorm-Wind-Kurs zu enteilen. Doch erst spät setzte Steuermann Chapman die Halse, steuerte im spitzen Winkel auf das Gate zu, bekam Druck und lief aus dem Ruder. Mit viel Mühe und flatterndem Gennaker schafften es die Hamburger noch um die Tonne. Doch an der zweiten Luvmarke waren sie gemeinsam mit den Dänen nur noch Verfolger. Die führenden Finnen standen jedoch vor dem Problem, wen sie absichern sollten. Sie entschieden sich für die Dänen, entließen die Hamburger auf die andere Kursseite – und wurden bestraft. Mit tiefem Gennaker-Kurs steuerte Chapman auf das Ziel zu, setzte sich direkt vor die Finnen und feierte mit dem Sieg den ersten Triumph für den NRV in der Champions League. Dahinter feierten sich Finnland, Dänemark und die Schweiz ein.

„Auf dem Downwind-Kurs haben sich die Dänen und Finnen gegenseitig abgedeckt, sodass wir auf der anderen Seite durchziehen konnten“, erklärte NRV-Steuermann Chapman, „das war Glück, aber verdientes Glück.“ Für den gebürtigen Australier ist es der zweite Finalsieg in der Champions League, aber der erste mit dem NRV-Team. „Dieser Sieg ist noch spezieller als der erste mit Sydney. Das war hochspannend. Wir sind mit einem Mixed-Team an den Start gegangen, mussten aber nach zwei Tagen Olympia-Seglerin Anastasiya Winkel durch Leon Passlack ersetzen, weil Anastasiya als Sportsoldatin zum Dienst abberufen wurde“, sagte er und freute sich darauf, am Abend den Sieg mit seinem Team zu feiern.

Sein Team vom NRV war froh, Chapman beim Champions-League-Finale an der Pinne gehabt zu haben. „Wir waren schon mal sehr dicht dran am Sieg in St. Moritz, sind dann aber Zweiter geworden, weil David Chapman für Australien gesegelt ist und uns das Ganze weggenommen hat. Diesmal hatten wir das Glück, dass er bei uns im Team war. Und wir haben es vollbracht. Wir hatten uns eigentlich nicht qualifiziert für die Champions League, aber sind dann noch zwei Tage vorher reingerutscht und mit einer Wild Card gestartet. Dadurch haben wir unser Team so zusammengewürfelt. Da bei uns im NRV aber alle auf einem guten Niveau segeln, ist das nicht ins Gewicht gefallen“, sagte Florian Thoelen, zweifacher Meister in der J/70.

„Liga-Erfinder“ Oliver Schwall und Organisator des Champions-League-Finales in Travemünde war mit der Premiere des SCL-Finals in Deutschland zufrieden: „Das war ein großartiges Finale. Mehr Drama geht nicht. Das Format, die Tage in Travemünde – alles war sehr inspirierend, wir haben es genossen. Es war allerbeste Werbung für den Segelsport, auch für das Ligasegeln in anderen Ländern.“ Ab Freitag geht es bei der Travemünder Woche mit der Bundesliga in die nächste Liga-Runde.

Bildunterschriften (von oben):

Jubel bei David Chapman, Fabian Thoelen, Leon Passlack und Luisa Krüger: In einem Herzschlagfinale sicherte sich der NRV den Champions League Titel. Foto: segel-bilder.de

Schreckmoment im alles entscheidenden Rennen: Mit einem Sonnenschuss setzte der NRV die Führung aufs Spiel, rettete sich aber noch ins Gate und schließlich als Sieger ins Ziel. Foto: segel-bilder.de

 
Ergebnisse

Sämtliche Ergebnisse der Travemünder Woche sind über das Portal Manage2sail zu bekommen. Die Ergebnisse der Champions League sind unter sapsailing.com abrufbar.

 
Tagesprogramm der 133. Travemünder Woche

Mittwoch, 27. Juli
11:00 Uhr, Bahn Bravo: EM-Quali Hobie 16 Open
11:00 Uhr, Bahn Charlie: WM Formula 16, EM Hobie 14, EM Hobie Dragoon
11:00 Uhr, Bahn Delta: WM Yngling, Deutsche Bestenermittlung Folkeboot
12:00 Uhr, Bahn Foxtrott: Regatta Kielzugvogel
12:00 Uhr, Travepromenade: Volksbank Rotspon Cup von Bürgermeister Jan Lindenau gegen Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack
17:00 Uhr, Travepromenade: Trave Races der Formula 16
17.00 Uhr, Stadtwerke Lübeck Bühne an der Nordermole: Lübecker Shantychor Möwenschiet
19:15 Uhr, Stadtwerke Lübeck Bühne an der Nordermole: Rudolf Rock & die Schocker
19:30 Uhr, Bühne an der Sailors Bay auf dem Priwall: Jasmin Antic & Support
20:00 Uhr, Travepromenade: Illumination der Viermastbark Passat
20:30 Uhr, Ballsaal Atlantic Grand Hotel: Cubana Classica

 
Akkreditierung zum Pressebereich

Zur Travemünder Woche 2022 stellen wir Ihnen wieder unseren Pressebereich zur Verfügung. Journalisten, die über die Travemünder Woche berichten wollen, erhalten Informationen über unsere Webseite (www.travemuender-woche.de) über unseren Newsletter, zu dem Sie sich per Email (media@travemuender-woche.de, Stichwort: Newsletter) anmelden können. Zudem gibt es ein Fotoangebot auf unserer Presseseite.